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Selbstverletzung bei Jugendlichen: Was Eltern sehen, verstehen und unbedingt ernst nehmen sollten
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Selbstverletzung bei Jugendlichen: Was Eltern sehen, verstehen und unbedingt ernst nehmen sollten

Selbstverletzung bei Jugendlichen ist für Eltern oft ein Schock. Manchmal werden Verletzungen beim Duschen, Umziehen oder im Schwimmbad sichtbar. In anderen Fällen fallen zunächst Blutflecken auf Kleidung, Bettwäsche oder Handtüchern auf. Vielleicht trägt ein Jugendlicher plötzlich auch bei warmem Wetter lange Kleidung, vermeidet Situationen, in denen andere seinen Körper sehen könnten, oder zieht sich häufiger zurück. Solche Veränderungen haben nicht automatisch etwas mit Selbstverletzung zu tun. Wenn jedoch mehrere Auffälligkeiten zusammenkommen oder wiederholt unerklärte Verletzungen auftreten, sollten Eltern genauer hinschauen.

Die erste Reaktion ist häufig von Angst geprägt. Viele Eltern fürchten sofort, ihr Kind könne sterben wollen, fragen sich, wie lange das Verhalten schon besteht, oder machen sich Vorwürfe, nichts bemerkt zu haben. Diese Gefühle sind verständlich. Trotzdem ist es wichtig, dem Jugendlichen in diesem Moment nicht zusätzlich Schuld oder Scham zu vermitteln. Selbstverletzung ist kein „Teenagerdrama“, keine schlechte Angewohnheit und auch kein Verhalten, das sich mit einem strengen Verbot einfach beenden lässt.

Hinter selbstverletzendem Verhalten steht häufig eine seelische Belastung, mit der ein Jugendlicher noch nicht anders umgehen kann. Manche erleben eine enorme innere Spannung, andere fühlen sich leer oder wie von ihren eigenen Gefühlen abgeschnitten. Wieder andere kämpfen mit Angst, Scham, Selbsthass, Mobbing, belastenden Erfahrungen oder einer psychischen Erkrankung. Selbstverletzung kann dann für kurze Zeit das Gefühl vermitteln, etwas kontrollieren zu können oder die innere Anspannung zu unterbrechen.

Das macht das Verhalten nicht harmlos. Es erklärt jedoch, weshalb Eltern nicht nur auf die sichtbaren Verletzungen schauen sollten. Entscheidend ist auch, welche Not dahinterliegt und welche Unterstützung ein Jugendlicher braucht, damit andere Wege möglich werden.

Merksatz: Selbstverletzung ist häufig das sichtbare Zeichen einer Belastung, die vorher lange unsichtbar geblieben ist.

Was unter Selbstverletzung verstanden wird

Von Selbstverletzung spricht man, wenn sich ein Mensch absichtlich körperlichen Schaden zufügt. Häufig denken Eltern dabei zuerst an Verletzungen der Haut. Selbstverletzendes Verhalten kann jedoch unterschiedliche Formen annehmen. Dazu gehören auch absichtlich verursachte Verbrennungen, Schläge gegen den eigenen Körper, das wiederholte Öffnen bereits heilender Wunden oder die absichtliche Einnahme einer gesundheitsschädlichen Menge von Medikamenten oder anderen Stoffen.

Eine detaillierte Aufzählung bestimmter Werkzeuge oder Vorgehensweisen ist für Eltern weder notwendig noch sinnvoll. Für gefährdete Jugendliche könnten solche Angaben sogar problematisch sein. Wichtiger ist zu verstehen, dass Selbstverletzung nicht immer sofort erkennbar ist und dass auch scheinbar weniger auffällige Formen ernst genommen werden müssen.

Selbstverletzung ist nicht automatisch ein Suizidversuch. Dieser Unterschied ist wichtig, darf aber nicht zur Verharmlosung führen. Jugendliche, die sich selbst verletzen, können gleichzeitig Suizidgedanken haben oder später entwickeln. Deshalb gehört die Einschätzung einer möglichen Selbstgefährdung immer zur professionellen Abklärung.

Warum Jugendliche sich selbst verletzen können

Für Eltern ist dieser Zusammenhang oft schwer zu verstehen. Ein Jugendlicher leidet bereits und fügt sich trotzdem zusätzliche Schmerzen zu. Von außen erscheint das widersprüchlich. Für den betroffenen jungen Menschen kann die Selbstverletzung jedoch kurzfristig eine bestimmte Funktion erfüllen.

Manche Jugendliche beschreiben vor einer Selbstverletzung eine sehr starke innere Spannung. Gedanken kreisen, Gefühle werden immer intensiver und es entsteht das Empfinden, den Zustand kaum noch aushalten zu können. Die Selbstverletzung kann diese Spannung für kurze Zeit unterbrechen. Andere Jugendliche erleben sich innerlich wie betäubt und versuchen, wieder etwas wahrzunehmen. Wieder andere richten Wut oder Ablehnung gegen sich selbst und empfinden die Verletzung als eine Form der Selbstbestrafung.

Auch der Wunsch nach Kontrolle kann eine Rolle spielen. Jugendliche erleben manchmal Lebenssituationen, auf die sie kaum Einfluss haben. Konflikte in der Familie, Mobbing, Leistungsdruck, eine Trennung, schwierige Beziehungen oder belastende Erinnerungen können das Gefühl hervorrufen, nichts mehr steuern zu können. Die Entscheidung über den eigenen Körper kann dann fälschlicherweise als einer der wenigen Bereiche erlebt werden, in denen Kontrolle möglich scheint.

Bei manchen Jugendlichen ist Selbstverletzung außerdem eine Form der Kommunikation. Sie können ihre Gefühle kaum benennen oder haben große Angst davor, darüber zu sprechen. Die Verletzung wird dann zum Ausdruck einer Not, für die Worte fehlen.

 

Gerade dieser Zusammenhang erklärt, weshalb ein bloßes Verbot selten ausreicht. Wenn Selbstverletzung bisher eine bestimmte Funktion erfüllt hat, muss ein Jugendlicher andere Wege kennenlernen, mit derselben inneren Belastung umzugehen.

Selbstverletzung ist nicht einfach „Aufmerksamkeitssuche“

Der Satz, ein Jugendlicher verletze sich „nur für Aufmerksamkeit“, kann großen Schaden anrichten. Natürlich kann das Verhalten auch ein Hilferuf sein. Ein junger Mensch kann hoffen, dass endlich jemand erkennt, wie schlecht es ihm geht. Das macht die Belastung jedoch nicht weniger ernst.

Andere Jugendliche wiederum verbergen ihre Verletzungen konsequent. Sie tragen lange Kleidung, vermeiden Umkleidesituationen oder erklären Verletzungen mit kleinen Unfällen. Viele haben Angst vor der Reaktion ihrer Eltern oder schämen sich.

Selbst wenn ein Jugendlicher gesehen werden möchte, sollte das nicht als Manipulation abgetan werden. Wenn ein junger Mensch keinen anderen Weg findet, seine Not deutlich zu machen, braucht er Unterstützung dabei, sicherere Formen der Kommunikation zu entwickeln.

Merksatz: Ein Hilferuf wird nicht unwichtig, nur weil er schwer zu verstehen ist.

Welche Erkrankungen oder Belastungen dahinterstecken können

Selbstverletzung ist keine eigenständige Erkrankung mit einer einzigen Ursache. Sie kann in sehr unterschiedlichen Situationen auftreten und sollte deshalb immer im Zusammenhang mit dem gesamten Leben des Jugendlichen betrachtet werden.

Bei manchen Jugendlichen besteht eine Depression. Dann fallen möglicherweise zusätzlich anhaltende Niedergeschlagenheit, Rückzug, Interessenverlust, Hoffnungslosigkeit, starke Selbstabwertung oder Veränderungen von Schlaf und Appetit auf. Andere leiden unter Angststörungen und erleben ständige Sorgen, Panik oder starke Vermeidung bestimmter Situationen.

Auch Essstörungen können gemeinsam mit selbstverletzendem Verhalten auftreten. Auffälliges Essverhalten, eine extreme Beschäftigung mit Gewicht und Körper, häufiges Wiegen, Essanfälle oder starkes Einschränken der Nahrung können zusätzliche Hinweise sein.

Nach belastenden oder traumatischen Erfahrungen können Jugendliche wiederum unter Albträumen, ständiger Wachsamkeit, aufdrängenden Erinnerungen oder emotionaler Taubheit leiden. Auch Mobbing, Verlust, Gewalt, Konflikte in der Familie oder Probleme in Beziehungen können eine erhebliche Rolle spielen.

Bei Jugendlichen mit ADHS oder Autismus kann zusätzliche Überforderung bedeutsam sein. Die Diagnose selbst verursacht keine Selbstverletzung. Belastungen durch Reizüberflutung, Ausgrenzung, fehlende Unterstützung oder weitere psychische Erkrankungen können jedoch das Risiko erhöhen.

Eltern sollten nicht versuchen, anhand einzelner Merkmale selbst eine Diagnose zu stellen. Entscheidend ist vielmehr, Veränderungen wahrzunehmen und fachliche Unterstützung zu suchen, wenn die Belastung stärker wird oder Selbstverletzungen auftreten.

Warum Eltern manchmal lange nichts bemerken

Viele Eltern machen sich große Vorwürfe, wenn sie erfahren, dass ihr Kind sich bereits seit Wochen oder Monaten verletzt. Dabei können Jugendliche ihre psychische Not erstaunlich lange verbergen.

Verletzungen können an Körperstellen liegen, die im Familienalltag kaum sichtbar sind. Lange Kleidung kann sie verdecken. Manche Jugendliche vermeiden plötzlich Schwimmbäder, Sport, gemeinsames Umziehen oder andere Situationen, in denen Verletzungen auffallen könnten. Andere reagieren auffällig gereizt, wenn Eltern unerwartet das Badezimmer betreten oder nach Verletzungen fragen.

Manchmal fallen Eltern zunächst Blutflecken auf Kleidung, Bettwäsche oder Handtüchern auf. Auch ein ungewöhnlich hoher Verbrauch von Pflastern oder Verbandsmaterial kann Aufmerksamkeit erregen. Für sich genommen beweisen solche Beobachtungen allerdings nichts. Wichtig wird das Gesamtbild.

Ein Jugendlicher kann außerdem nach außen lange funktionieren. Gute Schulnoten, Freundschaften oder gemeinsames Lachen am Esstisch schließen eine psychische Krise nicht aus. Jugendliche können in bestimmten Situationen völlig unauffällig wirken und einige Stunden später allein eine starke Verzweiflung erleben.

Dass Eltern nichts bemerkt haben, bedeutet deshalb nicht automatisch, dass sie nicht aufmerksam waren. Viel wichtiger ist, wie sie reagieren, sobald Hinweise sichtbar werden.

Wie Sie Ihr Kind ansprechen können

Wenn Sie Verletzungen oder Blutflecken bemerken, sollten Sie das Thema nicht ignorieren. Ein Gespräch gelingt meist besser in einem ruhigen Moment und nicht während eines Streits oder vor Geschwistern.

Ein möglicher Einstieg ist, sachlich zu sagen, was Ihnen aufgefallen ist und dass Sie sich Sorgen machen. Vermitteln Sie Ihrem Kind gleichzeitig, dass es keinen Ärger bekommt. Jugendliche müssen spüren, dass das Gespräch nicht dazu dient, sie zu bestrafen oder bloßzustellen.

Hilfreich kann beispielsweise sein:

„Mir sind Verletzungen aufgefallen und ich mache mir Sorgen um dich. Ich möchte verstehen, wie es dir geht, und dafür sorgen, dass du Unterstützung bekommst.“

Oder:

„Ich habe Blutflecken gesehen und möchte sicher sein, dass du nicht verletzt bist. Wenn etwas passiert ist, musst du es nicht allein lösen.“

Vielleicht reagiert Ihr Kind zunächst abweisend oder sagt, es sei nichts. Versuchen Sie dann nicht, sofort jede Erklärung herauszufordern. Sie können deutlich machen, dass das Gespräch jederzeit wieder aufgenommen werden kann und dass Sie bei Sorgen um die Sicherheit trotzdem handeln werden.

Eine ruhige, wertschätzende Haltung bedeutet nicht, das Verhalten gutzuheißen. Sie zeigt lediglich, dass Ihr Kind nicht zusätzlich um Ihre Zuneigung kämpfen muss.

Was Eltern möglichst vermeiden sollten

Vorwürfe, Drohungen und Beschämung können dazu führen, dass Jugendliche ihre Verletzungen künftig besser verstecken. Auch der Versuch, ein sofortiges Versprechen zu verlangen, dass es nie wieder passiert, hilft häufig nicht. Ein Jugendlicher kann dieses Versprechen in einem ruhigen Moment ehrlich meinen und trotzdem in einer späteren Krise wieder unter starken Druck geraten.

Ebenso wenig hilfreich ist es, den Körper regelmäßig kontrollieren zu wollen oder das gesamte Familienleben nur noch um die Selbstverletzung kreisen zu lassen. Sicherheit ist wichtig, aber ein Jugendlicher braucht weiterhin Privatsphäre und das Gefühl, mehr zu sein als sein Problem.

Hilfreicher ist es, klar zu vermitteln, dass Sie Selbstverletzung ernst nehmen, medizinische Versorgung organisieren und professionelle Unterstützung suchen werden, ohne Ihr Kind dafür zu bestrafen.

Suizidgedanken müssen direkt angesprochen werden

Selbstverletzung bedeutet nicht automatisch, dass ein Jugendlicher sterben möchte. Trotzdem sollte die Möglichkeit von Suizidgedanken niemals ausgeklammert werden.

Eltern dürfen direkt fragen, ob ein Kind Gedanken daran hat, nicht mehr leben zu wollen oder sich das Leben zu nehmen. Eine solche Frage bringt einen Jugendlichen nicht erst auf diese Idee. Sie kann vielmehr deutlich machen, dass auch sehr schwierige Gedanken ausgesprochen werden dürfen.

Wenn Ihr Kind aktuelle Suizidabsichten äußert, sich nicht sicher fühlt, stark berauscht oder verwirrt ist oder Sie befürchten, dass unmittelbar etwas passieren könnte, lassen Sie es nicht allein. Bei akuter Selbstgefährdung ist der Rettungsdienst unter 112 die richtige Anlaufstelle.

Merksatz: Selbstverletzung und Suizidabsicht sind nicht dasselbe. Trotzdem gehört die Frage nach Suizidgedanken immer dazu.

Bei frischen Verletzungen gilt: Erst versorgen, später reden

Wenn eine Verletzung gerade frisch ist, steht zunächst die körperliche Sicherheit im Vordergrund. Das Gespräch über die Hintergründe kann warten.

Bei einer starken Blutung sollte direkter Druck auf die Wunde ausgeübt werden. Verwenden Sie möglichst eine sterile Kompresse oder ein sauberes Tuch und halten Sie den Druck aufrecht. Lässt sich die Blutung nicht kontrollieren oder ist sie offensichtlich stark, muss 112 gerufen werden.

Tiefe oder deutlich klaffende Verletzungen gehören ärztlich beurteilt. Das gilt ebenfalls, wenn Taubheitsgefühle auftreten, Körperteile nicht normal bewegt werden können oder Sie nicht einschätzen können, wie tief die Verletzung reicht. Versuchen Sie nicht, eine tiefe Wunde selbst zu verschließen oder Fremdkörper daraus zu entfernen.

Auch zunehmende Rötung, Wärme, Schwellung, Eiter, stärkere Schmerzen oder Fieber können auf eine Infektion hinweisen und sollten ärztlich abgeklärt werden.

Bei einer kleineren oberflächlichen Verletzung können Hände gewaschen, die Wunde vorsichtig mit sauberem Wasser gereinigt und anschließend mit einer sterilen Wundauflage geschützt werden. Bei tiefen Verletzungen sollte zusätzlich der Tetanus-Impfschutz überprüft werden.

Bei Verbrennungen können kleinere betroffene Bereiche mit kühlem, nicht eiskaltem Leitungswasser gekühlt und anschließend locker steril abgedeckt werden. Hausmittel sollten nicht auf Brandwunden gegeben und Brandblasen nicht geöffnet werden.

Bei einer möglichen Überdosierung von Medikamenten oder anderen Stoffen sollten Eltern nicht darauf warten, ob Beschwerden entstehen. Manche Vergiftungen zeigen zunächst wenig Symptome und können trotzdem gefährlich sein.

Sicherheit schaffen, ohne das Zuhause in einen Kontrollraum zu verwandeln

Bei akuter Selbst- oder Suizidgefahr kann es notwendig sein, offensichtlich gefährliche Mittel sicher aufzubewahren. Dazu können beispielsweise größere Medikamentenvorräte gehören. Solche Maßnahmen sollten möglichst transparent erklärt und, sofern es die Situation erlaubt, gemeinsam mit dem Jugendlichen geplant werden.

Eine vollständige Durchsuchung des Zimmers oder ständige Überwachung löst jedoch die dahinterliegende Belastung nicht. Selbstverletzung verschwindet nicht automatisch, nur weil eine bestimmte Möglichkeit nicht mehr verfügbar ist.

Deshalb gehört zur Sicherheit immer auch die Frage, welche Alternativen ein Jugendlicher in einer Krise nutzen kann.

Ein individueller Sicherheitsplan kann dabei helfen. Er wird idealerweise gemeinsam mit einer Fachperson erstellt und enthält persönliche Warnzeichen, hilfreiche Ansprechpartner, sichere Orte, Möglichkeiten zur Ablenkung oder Beruhigung sowie klare Schritte für den Fall, dass die Krise stärker wird.

Was ein Sicherheitsplan leisten kann

In einer akuten Krise fällt Denken schwerer. Ein vorher vorbereiteter Plan nimmt dann einen Teil der Entscheidungen ab.

Darin kann festgehalten werden, woran ein Jugendlicher erkennt, dass die Anspannung steigt, welche Personen erreichbar sind und wohin er sich begeben kann, damit er nicht allein bleibt. Ebenso können Kontaktdaten der behandelnden Praxis, Krisenangebote und klare Notfallregeln aufgenommen werden.

Ein Sicherheitsplan ist kein Versprechen, dass Selbstverletzung nie wieder vorkommen wird. Er ist ein Werkzeug, das helfen soll, eine gefährliche Phase zu überstehen.

Merksatz: Sicherheit entsteht nicht nur dadurch, etwas wegzunehmen. Sie entsteht auch dadurch, dass in einer Krise andere Wege verfügbar sind.

Professionelle Hilfe sollte nicht zu lange hinausgezögert werden

Wiederholte Selbstverletzungen sollten professionell abgeklärt werden. Eine erste Anlaufstelle kann die kinder- und jugendärztliche oder hausärztliche Praxis sein. Auch kinder- und jugendpsychotherapeutische Praxen sowie kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanzen sind geeignete Ansprechpartner.

Bei einer solchen Einschätzung geht es nicht nur darum, wie häufig oder auf welche Weise sich ein Jugendlicher verletzt. Fachleute betrachten auch Stimmung, Ängste, Schlaf, Essen, Beziehungen, Schule, familiäre Belastungen, mögliche traumatische Erfahrungen, Substanzkonsum und Suizidgedanken.

Die Behandlung richtet sich danach, was hinter dem Verhalten steht. Eine Depression braucht eine andere Behandlung als eine Angststörung. Bei traumatischen Erfahrungen können wiederum andere therapeutische Schwerpunkte erforderlich sein. Manche Jugendliche müssen vor allem lernen, starke Gefühle früher wahrzunehmen und anders zu regulieren.

Selbstverletzung wird deshalb nicht sinnvoll behandelt, indem ausschließlich über die sichtbaren Verletzungen gesprochen wird. Entscheidend ist, die Belastung darunter zu verstehen.

Hilfe bedeutet nicht automatisch stationäre Psychiatrie

Viele Eltern haben Angst, professionelle Unterstützung zu suchen, weil sie befürchten, ihr Kind werde sofort in eine psychiatrische Klinik aufgenommen.

Das ist nicht automatisch der Fall.

Viele Jugendliche können ambulant begleitet werden. Bei akuter Selbstgefährdung, sehr schweren Verletzungen oder einer Situation, in der die Sicherheit zu Hause nicht gewährleistet werden kann, kann eine stationäre Behandlung jedoch notwendig sein.

Eine psychiatrische Klinik ist in einem solchen Fall keine Bestrafung. Sie kann vorübergehend ein geschützter Ort sein, an dem ein Jugendlicher stabilisiert und weiter behandelt wird.

Wenn Ihr Kind nicht mit Ihnen sprechen möchte

Nicht jeder Jugendliche kann oder möchte mit den Eltern über Selbstverletzung sprechen. Das kann für Eltern schmerzhaft sein, bedeutet aber nicht, dass keine Hilfe möglich ist.

Manche Jugendliche öffnen sich leichter gegenüber einer Psychotherapeutin, einem Arzt, einer Schulsozialarbeiterin, einem Vertrauenslehrer oder einer anderen vertrauten Person. Solche Gespräche können sehr wertvoll sein.

Wichtig ist vor allem, dass ein Jugendlicher überhaupt einen sicheren Erwachsenen hat, mit dem er ehrlich sprechen kann. Eltern müssen nicht jede Einzelheit kennen, um ihr Kind unterstützen zu können.

Sie können weiterhin vermitteln, dass Sie erreichbar bleiben, Gespräche nicht erzwingen und gleichzeitig dafür sorgen, dass professionelle Unterstützung organisiert wird.

Schule, Mobbing und soziale Belastungen mitdenken

Wenn Mobbing, Leistungsdruck, Schulangst oder soziale Konflikte eine Rolle spielen, sollte die Schule in angemessener Weise einbezogen werden. Schulpsychologie, Schulsozialarbeit oder Vertrauenslehrkräfte können helfen, Belastungen genauer zu verstehen und konkrete Veränderungen einzuleiten.

Dabei sollte möglichst gemeinsam mit dem Jugendlichen geklärt werden, welche Informationen wirklich weitergegeben werden müssen. Nicht jede Lehrkraft benötigt alle persönlichen Details.

Wird ein Jugendlicher jedoch akut gefährdet oder erlebt Gewalt, darf der Wunsch nach Geheimhaltung nicht verhindern, dass notwendige Schutzmaßnahmen eingeleitet werden.

Auch soziale Medien können Selbstverletzung beeinflussen

Soziale Medien sind nicht automatisch der Auslöser für selbstverletzendes Verhalten. Jugendliche finden online Freundschaften, Unterstützung und hilfreiche Informationen.

Problematisch können jedoch Inhalte sein, die Selbstverletzung romantisieren, normalisieren oder besonders detailliert darstellen. Solche Beiträge können bei gefährdeten Jugendlichen einen starken Einfluss haben und vorhandene Gedanken verstärken.

Eltern sollten deshalb nicht ausschließlich mit Verboten reagieren. Sinnvoller ist es, darüber zu sprechen, welche Inhalte ein Jugendlicher sieht und ob bestimmte Accounts oder Gruppen dazu führen, dass es ihm anschließend schlechter geht. Triggernde Inhalte können blockiert oder gemeldet werden.

Auch hier gilt: Das Ziel ist nicht lückenlose digitale Kontrolle, sondern ein sichererer Umgang mit Inhalten, die die psychische Belastung verstärken.

Ihr Kind bleibt mehr als seine Selbstverletzung

Sobald Eltern von Selbstverletzungen wissen, besteht die Gefahr, dass jedes Verhalten nur noch unter diesem Blickwinkel betrachtet wird. Jede geschlossene Tür wirkt verdächtig, jede Stimmungsschwankung beunruhigt und jedes Gespräch endet irgendwann beim selben Thema.

Für einen Jugendlichen kann daraus das Gefühl entstehen, nur noch als Problem gesehen zu werden.

Deshalb sollten normale gemeinsame Momente bewusst erhalten bleiben. Sprechen Sie weiterhin über Schule, Musik, Freundschaften, Hobbys, Filme, Zukunftspläne und alltägliche Dinge. Unternehmen Sie etwas miteinander, wenn Ihr Kind das möchte. Lachen Sie gemeinsam, wenn es etwas zu lachen gibt.

Das verharmlost die Selbstverletzung nicht. Es erinnert den Jugendlichen daran, dass sein Leben aus mehr besteht als aus der aktuellen Krise.

Hilfsangebote für Jugendliche und Eltern

Speichern Sie wichtige Telefonnummern und Internetseiten am besten schon dann, wenn keine akute Krise besteht. Wenn es einem Jugendlichen plötzlich sehr schlecht geht, ist es hilfreich, nicht erst lange nach einer passenden Anlaufstelle suchen zu müssen.

Wichtig: Bei unmittelbarer Lebensgefahr, schwerer Verletzung oder akuter Suizidgefahr sollte nicht zunächst eine Beratungsstelle angeschrieben werden. In dieser Situation gilt 112. Das Bundesgesundheitsportal empfiehlt den Notruf bei schweren Verletzungen, Vergiftungen und akuter Gefährdung.

Diese Kontakte sollten Eltern ruhig schon speichern, bevor eine akute Krise entsteht. In einem Notfall fällt es deutlich schwerer, erst noch nach passenden Telefonnummern zu suchen.

Auch Eltern brauchen Unterstützung

Selbstverletzung betrifft nicht nur den Jugendlichen. Sie kann die gesamte Familie in einen Zustand dauernder Alarmbereitschaft versetzen.

Eltern hören nachts plötzlich auf jedes Geräusch, erschrecken bei verschlossenen Türen oder haben Angst, ihr Kind allein zu lassen. Manche entwickeln starke Schuldgefühle, andere reagieren mit Wut oder versuchen, durch immer mehr Kontrolle wieder Sicherheit herzustellen.

Auch Eltern dürfen sich beraten lassen.

Das Elterntelefon, Erziehungsberatungsstellen, psychologische Beratungsstellen oder eine eigene therapeutische Begleitung können helfen, mit Angst und Unsicherheit umzugehen. Wer selbst völlig erschöpft ist, kann auf Dauer kaum ruhig und verlässlich für einen Jugendlichen da sein.

Unterstützung anzunehmen bedeutet deshalb nicht, als Eltern versagt zu haben. Es bedeutet, sich Hilfe für eine Situation zu holen, die tatsächlich schwer ist.

Fazit: Was Eltern am wichtigsten wissen sollten

Selbstverletzung sollte weder dramatisiert noch verharmlost werden. Sie ist ein ernstes Warnsignal, aber kein Urteil über die Zukunft eines Jugendlichen.

Junge Menschen können lernen, starke Gefühle anders zu regulieren. Depressionen, Angststörungen und andere psychische Erkrankungen können behandelt werden. Mobbing kann gestoppt, traumatische Erfahrungen können therapeutisch aufgearbeitet und familiäre Konflikte können verändert werden.

Der Weg kann Zeit brauchen. Rückschritte sind möglich. Auch Eltern werden nicht immer perfekt reagieren.

Entscheidend ist vielmehr, dass ein Jugendlicher erlebt, dass seine Not gesehen wird und Erwachsene auch dann bleiben, wenn die Situation schwierig wird.

Ein hilfreicher Satz kann deshalb sein:

„Ich sehe, dass es dir gerade sehr schlecht geht. Du musst mir nicht sofort alles erklären. Aber du musst damit auch nicht allein bleiben.“

Ebenso wichtig ist die Botschaft, dass der Jugendliche nicht mit seinem Verhalten gleichgesetzt wird.

Ihr Kind ist nicht seine Selbstverletzung.

Es ist ein junger Mensch in einer schwierigen Situation, der Unterstützung braucht, um andere Wege zu finden.

Und genau diese Wege können gefunden werden.

Hilfeplan zum downloaden:

Hilfeplan Selbstverletzung

Fachliche Quellen und weiterführende Hilfen

Leitlinien und fachmedizinische Quellen

National Institute for Health and Care Excellence (NICE): Self-harm – assessment, management and preventing recurrence, NG225
Umfassende medizinische Leitlinie zur Selbstverletzung. Sie behandelt unter anderem psychosoziale Einschätzung, Sicherheitsplanung, Einbeziehung der Familie, Behandlung und Nachsorge.

https://www.nice.org.uk/guidance/ng225

NICE: Empfehlungen der Leitlinie NG225
Dieser Abschnitt enthält die konkreten Empfehlungen zur Versorgung nach Selbstverletzung, zur individuellen Sicherheitsplanung, zur psychosozialen Einschätzung und zur Zusammenarbeit mit Angehörigen.

https://www.nice.org.uk/guidance/ng225/chapter/Recommendations

NICE: Informationen für Betroffene und Angehörige
Verständlicher aufbereitete Informationen zur Leitlinie für Betroffene, Familien und Bezugspersonen.

https://www.nice.org.uk/guidance/ng225/informationforpublic

NICE: Evidence Review – Supporting people to be safe after self-harm
Wissenschaftliche Hintergrundauswertung zu Maßnahmen, die Menschen nach Selbstverletzungen dabei unterstützen sollen, sicher zu bleiben.

https://www.nice.org.uk/guidance/ng225/evidence/n-supporting-people-to-be-safe-after-selfharm-pdf-403069580825

NICE: Evidence Review – Involving family and carers in the management of people who have self-harmed
Wissenschaftlicher Hintergrund zur Einbeziehung von Eltern, Angehörigen und anderen Bezugspersonen.

https://www.nice.org.uk/guidance/ng225/evidence/d-involving-family-and-carers-in-the-management-of-people-who-have-selfharmed-pdf-11196377249

Informationen speziell zu Jugendlichen und Eltern

Royal College of Psychiatrists: Self-harm in children and young people
Sehr ausführliche und im Juni 2025 aktualisierte Fachinformation für Jugendliche, Eltern und Bezugspersonen. Sie erklärt mögliche Gründe für Selbstverletzung, Warnzeichen, Gesprächsmöglichkeiten, Sicherheitsplanung und professionelle Behandlung.

https://www.rcpsych.ac.uk/mental-health/parents-and-young-people/self-harm-in-children-and-young-people

Suizidprävention und akute Gefährdung

World Health Organization (WHO): Do you know someone who may be considering suicide?
Informationen für Angehörige und Bezugspersonen. Die WHO erklärt unter anderem, dass direktes Fragen nach Suizidgedanken die Person nicht erst auf Suizid bringt. Bei unmittelbarer Gefahr soll die betroffene Person nicht allein gelassen und professionelle Hilfe eingeschaltet werden.

https://cdn.who.int/media/docs/default-source/campaigns-and-initiatives/world-mental-health-day/2021/4_suicide_for_friend_family_members_2021.pdf

Offizielle deutsche Gesundheitsinformationen

Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Psychische Krisen bei Jugendlichen
Informationen zu akuten psychischen Krisen, Kinder- und Jugendpsychotherapie, Krisendiensten sowie kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulanzen und Kliniken.

https://gesund.bund.de/wege-im-gesundheitswesen/jugend/notfaelle-1/psychische-krisen

Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Anlaufstellen bei psychischen Problemen von Kindern und Jugendlichen
Übersicht zu kinderärztlichen Praxen, Psychotherapie, Beratungsstellen und weiteren Hilfsmöglichkeiten für Familien.

https://gesund.bund.de/wege-im-gesundheitswesen/kindheit/psychische-gesundheit/anlaufstellen

Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Psychische Beschwerden bei Jugendlichen erkennen
Informationen zu möglichen Anzeichen psychischer Belastungen und dazu, an wen sich Eltern und Jugendliche wenden können.

https://gesund.bund.de/wege-im-gesundheitswesen/jugend/psychische-gesundheit/psychische-beschwerden-erkennen

Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Mit psychischen Krisen umgehen
Allgemeine Informationen zum Umgang mit psychischen Krisen und zu Unterstützungsmöglichkeiten.

https://gesund.bund.de/mit-psychischen-krisen-umgehen

Bundesministerium für Gesundheit – gesund.bund.de: Notfallnummern
Offizielle Übersicht wichtiger Notfall- und Krisennummern in Deutschland. Dort werden unter anderem 112, TelefonSeelsorge und Hilfen für Kinder und Jugendliche genannt.

https://gesund.bund.de/notfallnummern

Ärztliche und psychotherapeutische Hilfe

116117 – Psychotherapie
Informationen darüber, wie eine psychotherapeutische Sprechstunde funktioniert und wie eine psychotherapeutische Praxis gefunden werden kann.

https://www.116117.de/de/psychotherapie.php

116117 – Patientenservice
Informationen zum ärztlichen Bereitschaftsdienst und zur Terminvermittlung.

https://www.116117.de/de/patientenservice.php

116117 – Arzt- und Psychotherapeutensuche
Direkte Suche nach ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen.

https://arztsuche.116117.de/

Hilfe für Kinder und Jugendliche

Nummer gegen Kummer – Kinder- und Jugendtelefon: 116 111
Kostenlose und anonyme Beratung. Das Kinder- und Jugendtelefon ist montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr erreichbar. Zusätzlich gibt es Onlineberatung.

https://www.nummergegenkummer.de/

Nummer gegen Kummer – Beratung für Kinder und Jugendliche

https://www.nummergegenkummer.de/kinder-und-jugendberatung/

Hilfe und Beratung für Eltern

Nummer gegen Kummer – Elterntelefon: 0800 111 0 550
Kostenlose und anonyme Beratung für Eltern und andere Erziehende. Das Elterntelefon ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr sowie dienstags und donnerstags zusätzlich bis 19 Uhr erreichbar.

https://www.nummergegenkummer.de/elternberatung/

Informationen und häufige Fragen zum Elterntelefon

https://www.nummergegenkummer.de/elternberatung/faq-elterntelefon/

Krisenberatung per Chat

krisenchat
Kostenloses digitales Krisenberatungsangebot für Menschen unter 25 Jahren. Jugendliche können schriftlich über den eigenen Chat oder über WhatsApp mit Krisenberaterinnen und Krisenberatern Kontakt aufnehmen.

https://www.krisenchat.de/

TelefonSeelsorge

TelefonSeelsorge Deutschland

Telefonisch erreichbar unter:

0800 111 0 111
0800 111 0 222
116 123

Die TelefonSeelsorge ist Tag und Nacht erreichbar, anonym und kostenfrei. Zusätzlich werden Chat- und Mailberatung angeboten.

https://www.telefonseelsorge.de/

Direkte Informationen zur telefonischen Beratung:

https://www.telefonseelsorge.de/telefon/

Im akuten Notfall

Bei unmittelbarer Suizidgefahr, schwerer Selbstverletzung, starker nicht stillbarer Blutung, Bewusstseinsstörung, möglicher schwerer Vergiftung oder einer anderen lebensbedrohlichen Situation gilt:

Notruf 112

Bei unmittelbarer Selbstgefährdung sollte der Jugendliche nicht allein gelassen werden. Professionelle Notfallhilfe muss eingeschaltet werden. Diese Empfehlung findet sich sowohl in den deutschen Gesundheitsinformationen als auch in den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation.

https://gesund.bund.de/notfallnummern


 

Hinweis

Dieser Beitrag dient der Aufklärung von Eltern und anderen Bezugspersonen. Er ersetzt keine persönliche ärztliche, kinder- und jugendpsychiatrische oder psychotherapeutische Untersuchung.

Selbstverletzungen sollten immer ernst genommen werden. Bei starker oder nicht stillbarer Blutung, Bewusstlosigkeit, möglicher schwerer Vergiftung oder Überdosierung, schwerer Verletzung oder akuter Selbst- beziehungsweise Fremdgefährdung wählen Sie 112.

Wenn Ihr Kind konkrete Suizidgedanken äußert, sich nicht sicher fühlt oder Sie befürchten, dass unmittelbar etwas passieren könnte, lassen Sie es nicht allein und holen Sie unverzüglich professionelle Hilfe.

Medizinische Einordnung

Selbstverletzung ist ein Verhalten und keine einzelne Erkrankung mit einer einheitlichen Ursache. Für eine fachliche Einschätzung müssen deshalb neben den Verletzungen auch die psychische Situation, mögliche Begleiterkrankungen, Belastungen in Schule und Familie, soziale Beziehungen und mögliche Suizidgedanken berücksichtigt werden.

Bildquelle

Bildquelle: Jennifer Orth Gesundheitsblog, KI-generiert

Einige Illustrationen und Beitragsbilder auf dieser Website wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und anschließend redaktionell ausgewählt beziehungsweise bearbeitet.

Wissenschaftlicher Stand

Die Inhalte dieses Beitrags basieren auf den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbaren aktuellen Leitlinien und fachlichen Empfehlungen zur Selbstverletzung und Krisenversorgung bei Jugendlichen.

Stand: August 2026

 

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