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Shisha: Warum der süße Rauch harmloser wirkt, als er für Ihren Körper tatsächlich ist
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Gesundheit

Shisha: Warum der süße Rauch harmloser wirkt, als er für Ihren Körper tatsächlich ist

Eine Shisha gehört für viele Menschen eher zu einem gemütlichen Abend mit Freunden als zum klassischen Rauchen. Die Wasserpfeife steht auf dem Tisch, es riecht nach Traube, Minze, Wassermelone oder Vanille, der Rauch fühlt sich kühl und weich an und zwischen den einzelnen Zügen wird geredet, gegessen und gelacht. Vielleicht rauchen Sie selbst überhaupt keine Zigaretten und würden sich deshalb auch nicht als Raucher bezeichnen, obwohl am Wochenende regelmäßig eine Shisha dazugehört. Genau diese besondere Atmosphäre ist einer der Gründe, warum die Wasserpfeife gesundheitlich häufig unterschätzt wird. Sie sieht anders aus als eine Zigarette, der Rauch schmeckt anders und der gesamte Vorgang fühlt sich eher nach Freizeit und Geselligkeit als nach Tabakkonsum an. Für Ihren Körper gibt es jedoch einen entscheidenden Unterschied nicht: Auch beim Shisha-Rauchen gelangen Rauch und darin enthaltene Stoffe über Mund und Atemwege tief in die Lunge und von dort teilweise weiter in den Blutkreislauf.

Das Wasser in der Shisha verändert den Rauch, macht ihn vor allem kühler und dadurch häufig angenehmer einzuatmen. Es entfernt die gesundheitsschädlichen Bestandteile jedoch nicht so zuverlässig, dass aus dem Rauch anschließend etwas Harmloses werden würde. Im Rauch einer klassischen Wasserpfeife können unter anderem Nikotin, Kohlenmonoxid, sehr kleine Rauchpartikel, Metalle und verschiedene Stoffe enthalten sein, die die Atemwege, das Herz-Kreislauf-System und andere Bereiche des Körpers belasten können. Bei einer klassischen Shisha kommt zusätzlich die glühende Kohle hinzu. Sie ist keineswegs nur die Wärmequelle für den Tabak, sondern erzeugt selbst Verbrennungsprodukte und vor allem Kohlenmonoxid. Genau dieser Punkt wird besonders häufig unterschätzt, denn eine Wasserpfeife kann dadurch nicht nur langfristige gesundheitliche Folgen haben, sondern unter ungünstigen Bedingungen sogar während eines einzigen Abends zu einer akuten Vergiftung führen.

Dabei ist es wenig hilfreich, Shisha und Zigarette gegeneinander auszuspielen und zu fragen, welches Produkt „schlimmer“ ist. Eine Zigarette wird normalerweise innerhalb weniger Minuten geraucht, während eine Shisha-Sitzung 45 Minuten, eine Stunde oder noch länger dauern kann. Während dieser Zeit ziehen Sie immer wieder am Schlauch und können dadurch eine sehr große Menge Rauch einatmen. Gleichzeitig wird die Shisha oft seltener konsumiert als eine Zigarette. Die Produkte unterscheiden sich also bei Rauchdauer, Rauchmenge, Nikotinaufnahme und durch die zusätzliche Kohle. Viel sinnvoller ist deshalb die Frage, was beim Shisha-Rauchen im Körper tatsächlich passiert und warum der angenehmere Geschmack nichts über die gesundheitliche Belastung aussagt.

Merkkasten: Das Wasser macht den Rauch kühler und dadurch häufig angenehmer. Es macht ihn aber nicht gesund. Auch nach dem Durchgang durch das Wasser können Nikotin, Kohlenmonoxid, feine Rauchpartikel und weitere gesundheitsschädliche Stoffe in die Atemwege gelangen.

Was passiert eigentlich, wenn Sie an einer Shisha ziehen?

Bei einer klassischen Shisha befindet sich im oberen Kopf eine feuchte Mischung, meist aus Tabak, Aromen und weiteren Zutaten. Darüber liegt glühende Kohle. Wenn Sie am Mundstück ziehen, strömt Luft über die Kohle und durch die erhitzte Mischung. Dabei entsteht Rauch, der durch die Rauchsäule nach unten in das Wassergefäß gezogen wird. Dort blubbert er durch das Wasser und gelangt anschließend über den Schlauch in Ihren Mund und Ihre Atemwege. Das sieht tatsächlich so aus, als würde der Rauch gewaschen oder gereinigt. Ein Teil bestimmter Stoffe kann auch im Wasser zurückbleiben, aber viele gesundheitlich problematische Bestandteile gelangen trotzdem weiter bis in die Lunge.

Der wichtigste Effekt des Wassers ist deshalb nicht die Reinigung, sondern die Abkühlung. Genau diese Abkühlung verändert das Gefühl beim Rauchen erheblich. Ein heißer und scharfer Rauch würde schneller im Hals kratzen und einen stärkeren Hustenreiz auslösen. Der kühlere Shisha-Rauch kann dagegen wesentlich angenehmer wirken, sodass größere und tiefere Züge möglich sind. Hinzu kommen süße oder frische Aromen, die den typischen Tabakgeschmack teilweise fast vollständig überdecken. Dadurch entsteht leicht der Eindruck, man atme etwas wesentlich Sanfteres ein als bei einer Zigarette. Für die Lunge ist jedoch nicht entscheidend, ob der Rauch nach Minze oder Wassermelone schmeckt, sondern welche Stoffe tatsächlich darin enthalten sind.

Warum das Wasser die Schadstoffe nicht einfach verschwinden lässt

Der Gedanke, das Wasser würde die gesundheitsschädlichen Stoffe herausfiltern, klingt zunächst nachvollziehbar. Schließlich sieht man den Rauch durch das Wasser blubbern und könnte annehmen, dass dabei alles Problematische im Wasser zurückbleibt. Tatsächlich funktioniert eine Shisha jedoch nicht wie ein medizinischer Luftfilter. Einige Stoffe können teilweise zurückgehalten werden, andere gelangen fast ungehindert weiter. Deshalb finden sich auch nach dem Durchgang durch das Wasser weiterhin verschiedene Bestandteile im Rauch, die die Atemwege und den gesamten Körper belasten können.

Gerade das angenehme Gefühl nach der Abkühlung führt häufig zu einer falschen Einschätzung. Ein Rauch, der weniger kratzt, wirkt automatisch weniger gefährlich, obwohl sich damit lediglich das Empfinden verändert hat. Stellen Sie sich vor, ein sehr bitteres Getränk wird stark gesüßt: Der Geschmack verändert sich, aber die anderen Inhaltsstoffe verschwinden dadurch nicht. Ganz ähnlich verhält es sich bei der Shisha. Wasser und Aromen machen den Rauch angenehmer, verändern aber nicht grundsätzlich die Tatsache, dass Rauch eingeatmet wird.

Die Kohle ist nicht nur zum Erhitzen da – sie bringt ein eigenes Risiko mit

Bei einer klassischen Shisha kommt zu Tabak beziehungsweise Rauchmischung noch die glühende Kohle hinzu. Während sie glüht, entstehen Verbrennungsprodukte. Besonders wichtig ist dabei Kohlenmonoxid, ein Gas, das Sie weder sehen noch riechen noch schmecken können. Ein Raum kann deshalb angenehm nach Apfel oder Minze riechen und trotzdem eine problematische Menge Kohlenmonoxid enthalten. Gerade weil das Gas keinerlei Warnsignal liefert, wird seine Bedeutung beim Shisha-Rauchen häufig unterschätzt.

Wenn Kohlenmonoxid über die Lunge in das Blut gelangt, behindert es dort den normalen Sauerstofftransport. Ihr Blut soll eigentlich Sauerstoff von der Lunge zu Gehirn, Herz, Muskeln und anderen Organen bringen. Kohlenmonoxid besetzt jedoch einen Teil der Stellen, die normalerweise für Sauerstoff zur Verfügung stehen. Dadurch kann weniger Sauerstoff zuverlässig transportiert werden. Besonders empfindlich reagieren Gehirn und Herz, weil beide Organe ständig auf eine gute Sauerstoffversorgung angewiesen sind.

Genau deshalb kann eine hohe Kohlenmonoxidbelastung schon während einer einzigen Shisha-Sitzung Beschwerden verursachen. Sie müssen dafür weder jahrelang rauchen noch täglich Wasserpfeife konsumieren. Unter ungünstigen Bedingungen, beispielsweise bei mehreren Shishas in einem kleinen und schlecht gelüfteten Raum, kann sich das Gas in der Raumluft anreichern und sowohl die rauchenden Personen als auch alle anderen Menschen im Raum betreffen.

Kohlenmonoxidvergiftung: Der wichtigste akute Notfall bei der Shisha

Eine Kohlenmonoxidvergiftung beginnt häufig viel unscheinbarer, als man erwarten würde. Am Anfang können lediglich Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, ungewöhnliche Müdigkeit oder ein allgemeines Gefühl auftreten, dass „irgendetwas nicht stimmt“. Gerade bei einem langen Abend werden solche Beschwerden schnell anders erklärt. Vielleicht wurde Alkohol getrunken, wenig gegessen oder kaum Wasser getrunken. Vielleicht ist der Raum warm und stickig und Sie denken einfach, dass Sie frische Luft brauchen. Genau dadurch kann eine beginnende Kohlenmonoxidvergiftung leicht übersehen werden.

Steigt die Belastung weiter an, können die Beschwerden deutlicher werden. Starker Schwindel, Erbrechen, zunehmende Benommenheit, Verwirrtheit, Atemnot oder Brustschmerzen können hinzukommen. Eine Person kann unsicher auf den Beinen werden, ungewöhnlich langsam reagieren oder Schwierigkeiten haben, klar zu sprechen oder sich zu konzentrieren. Bei einer schweren Vergiftung sind auch Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit möglich. In sehr schweren Fällen kann Kohlenmonoxid lebensgefährlich werden.

Besonders auffällig ist eine Situation, in der mehrere Menschen aus demselben Raum gleichzeitig ähnliche Beschwerden entwickeln. Wenn mehrere Personen plötzlich Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel bekommen, spricht das dafür, dass die Ursache möglicherweise nicht bei einer einzelnen Person liegt, sondern in der gemeinsamen Umgebung. Bei einer kohlebetriebenen Shisha gehört Kohlenmonoxid dann zu den möglichen Ursachen.

Notfall-Merkkasten: Starke Atemnot, ausgeprägte Benommenheit, deutliche Verwirrtheit, Brustschmerzen, Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit während oder nach dem Shisha-Rauchen sind ernsthafte Warnzeichen. Bei solchen Beschwerden gilt in Deutschland: 112. Auch starke Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und ungewöhnliche Müdigkeit können nach einer Shisha-Sitzung zu einer Kohlenmonoxidbelastung passen.

Warum ein Sauerstoffmessgerät am Finger bei Kohlenmonoxid täuschen kann

Viele Menschen besitzen inzwischen ein kleines Pulsoximeter, das am Finger angebracht wird und die Sauerstoffsättigung anzeigen soll. Bei Atemproblemen oder Schwindel erscheint es deshalb naheliegend, einen solchen Wert zu kontrollieren. Gerade bei einer möglichen Kohlenmonoxidvergiftung kann das jedoch falsche Sicherheit geben. Ein gewöhnliches Gerät am Finger kann eine Kohlenmonoxidbelastung nicht zuverlässig erkennen und möglicherweise einen scheinbar normalen Sauerstoffwert anzeigen, obwohl im Blut bereits eine relevante Menge Kohlenmonoxid vorhanden ist.

Deshalb bedeutet beispielsweise ein angezeigter Wert von 97 oder 98 Prozent nach einer starken Shisha-Exposition nicht automatisch, dass eine Kohlenmonoxidvergiftung ausgeschlossen ist. Für die genaue Beurteilung werden im medizinischen Bereich spezielle Messungen beziehungsweise Blutuntersuchungen verwendet. Wenn also deutliche Beschwerden nach einem Aufenthalt mit viel Shisha-Kohle bestehen, sollte ein normal wirkender Wert eines gewöhnlichen Fingergerätes nicht allein zur Entwarnung führen.

Warum Alkohol einen Shisha-Notfall leicht verdecken kann

Shisha und Alkohol kommen gerade bei Feiern oder längeren Abenden häufig zusammen. Das Problem dabei ist nicht nur die zusätzliche Belastung des Körpers, sondern vor allem die Ähnlichkeit verschiedener Beschwerden. Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit, unsicheres Gehen und Benommenheit können nach Alkohol auftreten, können aber auch zu einer Kohlenmonoxidbelastung passen. Wenn beides gleichzeitig zusammenkommt, wird es wesentlich schwieriger einzuschätzen, warum es einer Person plötzlich schlecht geht.

Besonders problematisch kann es werden, wenn jemand sehr schläfrig oder kaum noch ansprechbar ist und alle anderen davon ausgehen, die Person habe lediglich zu viel Alkohol getrunken. Eine Person, die nach einem Shisha-Abend nicht mehr richtig reagiert oder bewusstlos wird, sollte nicht einfach auf ein Sofa gelegt werden, um ihren Zustand „auszuschlafen“. Bewusstlosigkeit ist unabhängig von der vermuteten Ursache eine ernsthafte Situation. Gerade wenn zuvor längere Zeit Shisha geraucht wurde, darf Kohlenmonoxid als mögliche Ursache nicht vergessen werden.

Auch nach dem letzten Zug kann die Kohle noch Probleme machen

Wenn niemand mehr am Schlauch zieht, ist die Belastung durch die Kohle nicht automatisch sofort vorbei. Glühende oder noch sehr heiße Kohle kann weiterhin Verbrennungsprodukte abgeben. Wird sie nach dem Rauchen beispielsweise in einen geschlossenen Raum, Keller, Abstellraum oder eine schlecht belüftete Umgebung gestellt, kann weiterhin Kohlenmonoxid entstehen. Das ist besonders tückisch, weil die Kohle von außen bereits deutlich dunkler aussehen kann und trotzdem innen noch glüht.

Hinzu kommt ein ganz praktisches Unfallrisiko. Shisha-Kohle wird extrem heiß. Wenn sie auf Haut, Kleidung, Teppiche, Polstermöbel oder andere brennbare Materialien fällt, kann sie schwere Verbrennungen verursachen oder einen Brand auslösen. Auch scheinbar bereits ausgeglühte Kohlenstücke können innen noch sehr heiß sein. Die Gefahr einer Shisha endet deshalb nicht in genau dem Moment, in dem das Rauchen beendet wird.

Warum bei einer Shisha erstaunlich viel Rauch durch die Lunge gehen kann

Eine Zigarette ist normalerweise nach wenigen Minuten beendet. Eine Shisha kann dagegen 45 Minuten, eine Stunde oder noch länger laufen. Während dieser Zeit werden immer wieder Züge genommen, die häufig größer und tiefer sind als bei einer Zigarette, weil der Rauch durch das Wasser gekühlt wurde und sich dadurch weniger scharf anfühlt. Über die gesamte Sitzung kann deshalb eine sehr große Rauchmenge zusammenkommen.

Genau daraus stammt die häufig gehörte Aussage, eine Shisha entspreche hundert oder sogar zweihundert Zigaretten. Diese Aussage ist allerdings zu grob. Gemeint ist damit in erster Linie das mögliche Rauchvolumen und nicht, dass jede gesundheitliche Wirkung einer Shisha exakt der Wirkung einer bestimmten Anzahl Zigaretten entspricht. Tabakmenge, Kohle, Dauer und Zugverhalten unterscheiden sich zu stark, um daraus eine einfache Rechnung zu machen.

Der wesentliche Punkt bleibt trotzdem: Eine Shisha-Sitzung kann eine enorme Rauchmenge bedeuten. Dass zwischendurch gesprochen oder gegessen wird und nicht durchgehend am Schlauch gezogen wird, verändert nicht die Tatsache, dass über eine lange Zeit immer wieder Rauch tief in die Atemwege gelangt.

Nikotin aus der Shisha kann genauso zu einer Abhängigkeit führen

Wenn klassischer Shisha-Tabak verwendet wird, enthält er normalerweise Nikotin. Das Nikotin gelangt über die Lunge in das Blut und anschließend sehr schnell ins Gehirn. Dort beeinflusst es Bereiche, die unter anderem mit Belohnung und Wohlgefühl zu tun haben. Genau deshalb kann Nikotin zunächst entspannend oder angenehm wirken und dazu führen, dass eine Situation mit positiven Gefühlen verbunden wird.

Mit wiederholtem Konsum kann sich der Körper an diese Nikotinzufuhr gewöhnen. Eine Abhängigkeit muss dabei nicht sofort genauso aussehen wie bei einem Menschen, der täglich zwanzig Zigaretten raucht. Gerade beim Shisha-Rauchen kann sie wesentlich unauffälliger beginnen. Vielleicht gehört die Shisha irgendwann fest zu jedem Wochenende. Vielleicht wird ein Treffen ohne Wasserpfeife als weniger gemütlich empfunden oder bestimmte Orte und Freunde lösen automatisch Lust auf Nikotin aus. Aus einer gelegentlichen Gewohnheit kann so schrittweise ein festes Ritual werden.

Gerade weil Shisha häufig gemeinsam mit anderen konsumiert wird, lässt sich die Rolle des Nikotins leicht übersehen. Man denkt vielleicht, man freue sich ausschließlich auf die Freunde und die Atmosphäre, obwohl inzwischen auch die Nikotinwirkung ein Teil dieses Gefühls geworden ist.

Wenn Ihnen nach der Shisha plötzlich übel oder schwindelig wird

Gerade Menschen, die Nikotin nicht gewohnt sind, können nach einer längeren Shisha-Sitzung plötzlich blass werden, Übelkeit, Schwindel, Zittern, Kopfschmerzen oder Herzklopfen entwickeln. Im Alltag wird dafür manchmal locker der Begriff „Shisha-Flash“ verwendet. Das klingt eher nach einem vorübergehenden Erlebnis als nach einer Reaktion des Körpers auf eine Belastung.

Das Schwierige besteht darin, dass sich Beschwerden durch Nikotin und Kohlenmonoxid überschneiden können. Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen und Unwohlsein können bei beiden vorkommen. Deshalb lässt sich zu Hause nicht zuverlässig anhand des eigenen Gefühls feststellen, welcher Stoff die Beschwerden ausgelöst hat. Gerade wenn starke oder zunehmende Symptome auftreten, sollte eine solche Reaktion nicht einfach als normaler Bestandteil des Shisha-Rauchens betrachtet werden.

Warum Jugendliche das Risiko besonders leicht unterschätzen können

Shisha besitzt gerade für Jugendliche und junge Erwachsene ein völlig anderes Image als die klassische Zigarette. Fruchtige Aromen, große Rauchwolken und das gemeinsame Sitzen mit Freunden machen die Wasserpfeife wesentlich weniger abschreckend. Manche Jugendliche, die niemals eine Zigarette anfassen würden, probieren ohne große Bedenken eine Shisha aus, weil sie diese nicht auf dieselbe Weise als Tabakprodukt wahrnehmen.

Bei tabakhaltigen Produkten bleibt Nikotin jedoch Nikotin. Gerade in jungen Jahren befindet sich das Gehirn noch in einer wichtigen Entwicklungsphase und kann sich an wiederholte Nikotinzufuhr gewöhnen. Nicht jeder Jugendliche entwickelt nach wenigen Shisha-Abenden eine Abhängigkeit, aber die süßen Aromen und die soziale Situation können den Einstieg erleichtern und dafür sorgen, dass die eigentliche Nikotinwirkung lange weniger bewusst wahrgenommen wird.

Merkkasten: Süßer Geschmack macht Nikotin nicht schwächer. Eine tabakhaltige Shisha bleibt ein Nikotinprodukt und kann unabhängig davon abhängig machen, ob sie nach klassischem Tabak oder nach Wassermelone schmeckt.

Was während des Rauchens mit Herz und Kreislauf passiert

Shisha-Rauch belastet nicht nur die Lunge. Sobald bestimmte Stoffe über die Lunge in das Blut aufgenommen werden, erreichen sie auch das Herz und die Blutgefäße. Nikotin kann dazu führen, dass das Herz schneller schlägt und der Blutdruck ansteigt. Gleichzeitig kann Kohlenmonoxid den Sauerstofftransport im Blut beeinträchtigen. Dadurch entsteht eine ungünstige Kombination: Das Herz kann stärker arbeiten, während der Körper gleichzeitig weniger Sauerstoff transportieren kann.

Bei einem jungen und herzgesunden Menschen führt ein schnellerer Puls nach einer Shisha nicht automatisch zu einer gefährlichen Herzerkrankung. Bestehen jedoch bereits Probleme mit Herz oder Gefäßen, kann eine zusätzliche Belastung stärker ins Gewicht fallen. Gerade Menschen mit eingeschränkter Herzleistung oder bereits verengten Herzkranzgefäßen sind stärker darauf angewiesen, dass das Blut zuverlässig genügend Sauerstoff transportiert.

Bei regelmäßigem Konsum kommt hinzu, dass Herz und Gefäße immer wieder Rauchpartikeln, Nikotin und anderen Stoffen ausgesetzt werden. Langfristig wird Wasserpfeifenrauchen deshalb auch mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Die Shisha ist damit keineswegs nur ein Thema für die Lunge.

Was der Rauch mit Ihrer Lunge macht

Die Lunge besitzt eine riesige innere Oberfläche, weil dort Sauerstoff aus der Atemluft in das Blut übergehen soll. Genau diese große Fläche sorgt aber auch dafür, dass eingeatmete Rauchbestandteile intensiv mit den Atemwegen in Kontakt kommen. Sehr kleine Partikel können tief in die Lunge gelangen und die Schleimhäute reizen.

Nach einer langen Shisha-Sitzung merken manche Menschen deshalb am nächsten Morgen einen kratzigen Hals, eine rauere Stimme, Husten oder mehr Schleim. Das ist kein überraschender Zufall. Ihre Atemwege besitzen ein eigenes Reinigungssystem, mit dem Schleim und eingeatmete Fremdstoffe wieder nach oben transportiert werden. Rauch kann dieses System vorübergehend beeinträchtigen und gleichzeitig die Schleimproduktion erhöhen.

Bei regelmäßigem und langjährigem Konsum kann aus einer vorübergehenden Reizung eine dauerhafte Belastung werden. Chronische Bronchitis und COPD werden mit regelmäßigem Wasserpfeifenkonsum in Verbindung gebracht. COPD ist eine Erkrankung, bei der die Atemwege dauerhaft enger werden. Anfangs fällt möglicherweise nur auf, dass Sport und Treppensteigen anstrengender geworden sind. Später können Husten, Schleim und Atemnot stärker werden. Solche Veränderungen entwickeln sich normalerweise nicht nach einem einzelnen Abend, sondern über längere Zeit und bei wiederholter Rauchbelastung.

Warum Shisha bei Asthma besonders unangenehm werden kann

Bei Asthma reagieren die Atemwege empfindlicher auf verschiedene Reize. Rauch gehört zu diesen Reizen. Bei einem Menschen mit Asthma kann Shisha-Rauch deshalb Husten, pfeifende Atemgeräusche, ein Engegefühl im Brustkorb oder Atemnot verstärken. Auch Passivrauch kann bereits problematisch sein, wenn empfindliche Atemwege vorhanden sind.

Eine plötzlich starke Luftnot nach einer Shisha sollte deshalb niemals nur als „zu viel Rauch“ abgetan werden. Das Gefühl, kaum noch Luft zu bekommen, ist unabhängig davon, ob Kohlenmonoxid, Asthma oder eine andere Ursache dahintersteckt, ein ernstes Warnzeichen.

Warum Shisha-Rauch auch beim Thema Krebs eine Rolle spielt

Beim Erhitzen des Tabaks und bei der Verbrennung der Kohle entstehen verschiedene Stoffe, die Zellen über längere Zeit schädigen können. Einige davon sind dafür bekannt, das Krebsrisiko zu erhöhen. Das bedeutet natürlich nicht, dass ein Mensch nach einer einzelnen Shisha-Sitzung Krebs bekommt. Krebs entwickelt sich normalerweise über viele Jahre und hängt von zahlreichen Einflüssen ab.

Bei wiederholtem Rauchen kommt das Gewebe jedoch immer wieder mit Rauch und den darin enthaltenen Stoffen in Kontakt. Besonders Mund, Rachen und Lunge sind unmittelbar betroffen, weil der Rauch dort zuerst vorbeiströmt beziehungsweise tief eingeatmet wird. Regelmäßiger Wasserpfeifenkonsum wird deshalb unter anderem mit Lungenkrebs und bestimmten Krebserkrankungen der Mundhöhle in Verbindung gebracht.

Auch hier spielt die gesamte Belastung eine Rolle. Wenige Shisha-Sitzungen im Jahr sind nicht dasselbe wie täglicher langjähriger Konsum. Gleichzeitig gibt es aber keine sinnvolle Grenze, ab der Rauch plötzlich harmlos wäre.

Mund, Zahnfleisch und Zähne bekommen den Rauch zuerst ab

Bevor der Rauch überhaupt die Lunge erreicht, passiert er Mund und Rachen. Zahnfleisch und Mundschleimhaut kommen deshalb unmittelbar mit dem Rauch in Kontakt. Regelmäßiger Tabakrauch kann das Zahnfleisch belasten und Erkrankungen des Zahnhalteapparates begünstigen. Bei einer sogenannten Parodontitis entzündet sich das Gewebe, das die Zähne im Kiefer hält. Im fortgeschrittenen Stadium können sich Zahnfleisch und sogar Knochen zurückbilden.

Zusätzlich können Rauch und Tabak Verfärbungen, unangenehmen Mundgeruch und Reizungen der Schleimhaut begünstigen. Da auch bestimmte Krebserkrankungen der Mundhöhle mit regelmäßigem Wasserpfeifenrauchen in Verbindung gebracht werden, ist der Mund nicht nur die harmlose Durchgangsstation auf dem Weg zur Lunge.

Das gemeinsame Mundstück bringt noch ein ganz anderes Risiko mit sich

Shisha-Rauchen ist häufig eine Gruppenaktivität. Mehrere Menschen teilen denselben Schlauch oder sogar dasselbe Mundstück. Dadurch kann Speichel von einer Person zur nächsten übertragen werden. Hat eine Person gerade einen Atemwegsinfekt, Herpes oder eine andere übertragbare Erkrankung, entsteht damit ein zusätzlicher Übertragungsweg.

Auch die Wasserpfeife selbst kann hygienisch problematisch werden, wenn Schläuche und Wasserbehälter nicht gründlich gereinigt und getrocknet werden. Feuchte Bereiche bieten grundsätzlich Bedingungen, in denen sich bestimmte Keime besser halten können. Dieses Risiko hat nichts mit Nikotin oder Kohlenmonoxid zu tun, sondern kommt zusätzlich zu den eigentlichen Rauchrisiken hinzu.

Passivrauch aus einer Shisha betrifft auch Menschen, die selbst gar nicht rauchen

Wenn Sie in einem Raum sitzen, in dem mehrere Shishas betrieben werden, sind Sie nicht automatisch unbelastet, nur weil Sie selbst nie am Mundstück ziehen. Ein Teil des Rauches gelangt direkt in die Umgebungsluft. Gleichzeitig gibt auch die glühende Kohle Verbrennungsprodukte an den Raum ab.

Dadurch können Menschen im selben Raum Rauchpartikel, Kohlenmonoxid und andere Stoffe einatmen. Besonders beim Kohlenmonoxid wird dieser Zusammenhang leicht verständlich. Das Gas verteilt sich in der Luft und interessiert sich nicht dafür, wer gerade am Schlauch zieht. Befindet es sich im Raum, können alle Anwesenden betroffen sein.

Gerade Beschäftigte in Shisha-Bars oder Personen, die über viele Stunden in entsprechend belasteten Räumen bleiben, können dadurch eine längere Exposition haben, obwohl sie selbst vielleicht gar nicht rauchen.

Warum Kinder beim Passivrauch besonders empfindlich sind

Kinder besitzen kleinere Atemwege und ihr Körper befindet sich noch in der Entwicklung. Rauchbelastung ist deshalb in ihrer Umgebung besonders ungünstig. Bei einer klassischen Shisha kommt zusätzlich die Kohle hinzu, sodass neben dem eigentlichen Rauch auch Kohlenmonoxid in die Raumluft gelangen kann.

Ein Kind muss deshalb selbstverständlich nicht am Schlauch ziehen, um mit den Stoffen in Kontakt zu kommen. Sitzt es in einem stark belasteten Raum, atmet es dieselbe Raumluft wie die Erwachsenen. Die Vorstellung, eine Shisha sei unproblematisch, solange das Kind „nicht mitraucht“, greift deshalb zu kurz.

Shisha in der Schwangerschaft betrifft auch das ungeborene Kind

Während einer Schwangerschaft gelangen Stoffe, die die Mutter über die Lunge aufnimmt, teilweise in ihren Blutkreislauf und können dadurch auch die Versorgung des ungeborenen Kindes beeinflussen. Besonders Kohlenmonoxid ist problematisch, weil es den Sauerstofftransport im Blut behindert. Das ungeborene Kind benötigt für die Entwicklung von Gehirn, Herz und anderen Organen jedoch ständig Sauerstoff.

Auch Nikotin kann die Entwicklung beeinflussen. Die Wasserpfeife wird deshalb nicht dadurch zu einer milderen Alternative, dass der Rauch gekühlt wird oder weniger stark im Hals kratzt. Sobald Nikotin und Kohlenmonoxid im Blut angekommen sind, spielt der Weg durch das Wasser keine schützende Rolle mehr.

„Tabakfrei“ und „nikotinfrei“ bedeuten nicht automatisch „harmlos“

Mittlerweile gibt es zahlreiche Shisha-Produkte ohne klassischen Tabak. Dazu gehören Kräutermischungen, Steine, Pasten oder Gele, die mit verschiedenen Aromen versehen sind. Auf der Verpackung stehen dann möglicherweise Begriffe wie „tabakfrei“ oder „nikotinfrei“. Wenn tatsächlich kein Nikotin enthalten ist, entfällt die Nikotinwirkung dieses Produktes und damit auch ein wichtiger Teil des Abhängigkeitspotenzials.

Das bedeutet allerdings nicht, dass aus einer solchen Shisha nur harmlose Luft kommt. Wird die Mischung weiterhin mit glühender Kohle betrieben, entsteht nach wie vor Kohlenmonoxid. Auch beim starken Erhitzen von Aromastoffen und anderen Zutaten können Stoffe entstehen, die die Atemwege reizen oder den Körper belasten können.

Deshalb lohnt sich eine klare Unterscheidung: Tabakfrei sagt lediglich aus, dass kein klassischer Tabak enthalten ist. Nikotinfrei bedeutet, dass kein Nikotin enthalten sein soll. Keiner dieser Begriffe bedeutet automatisch rauchfrei oder schadstofffrei.

Merkkasten: Eine nikotinfreie Shisha kann zwar ohne Nikotin auskommen, aber solange glühende Kohle verwendet wird, kann weiterhin Kohlenmonoxid entstehen. „Nikotinfrei“ und „harmlos“ sind deshalb nicht dasselbe.

Was ist mit einer Shisha ohne Kohle?

Bei einigen neueren Systemen wird die Mischung elektrisch erhitzt. Dadurch entfällt die glühende Kohle und damit auch eine wichtige Quelle für Kohlenmonoxid. Das ist tatsächlich ein Unterschied zur klassischen Wasserpfeife.

Trotzdem bedeutet elektrische Erhitzung nicht automatisch, dass ausschließlich harmloser Wasserdampf eingeatmet wird. Je nachdem, welche Flüssigkeiten, Aromen und anderen Stoffe erhitzt werden und wie hoch die Temperatur ist, können weiterhin Stoffe entstehen, die die Atemwege reizen oder gesundheitlich problematisch sein können.

Das Risiko ist also anders zusammengesetzt, aber nicht automatisch verschwunden.

E-Shisha, Vape und klassische Wasserpfeife sind nicht dasselbe

Der Begriff „E-Shisha“ wird im Alltag häufig sehr locker verwendet. Eine klassische Wasserpfeife besitzt Wassergefäß, Schlauch, Kopf und meist Kohle. Eine sogenannte E-Shisha funktioniert dagegen eher wie eine E-Zigarette. Dabei wird eine Flüssigkeit elektrisch erhitzt und das entstehende Aerosol eingeatmet.

Da keine klassische Shisha-Kohle vorhanden ist, entsteht die typische hohe Kohlenmonoxidbelastung aus dieser Quelle nicht auf dieselbe Weise. Dafür können abhängig vom Produkt Nikotin, Aromen und andere Stoffe inhaliert werden. Deshalb lassen sich beide Produkte gesundheitlich nicht einfach gleichsetzen.

Die Gemeinsamkeit liegt darin, dass Stoffe erhitzt und anschließend tief eingeatmet werden. Die genaue Zusammensetzung und damit auch die Risiken unterscheiden sich jedoch.

Die glühende Kohle kann Verbrennungen und Brände verursachen

Neben Rauch, Nikotin und Kohlenmonoxid gibt es bei einer klassischen Shisha noch ein ganz praktisches Risiko: die heiße Kohle. Eine Wasserpfeife kann umkippen, ein Kohlenstück kann beim Wechseln herunterfallen oder beim Transport aus der Zange rutschen. Da Shisha-Kohle extrem heiß wird, können bereits kurze Kontakte mit der Haut schmerzhafte Verbrennungen verursachen.

Besonders problematisch sind größere oder tiefere Verbrennungen sowie Verletzungen im Gesicht, an Händen oder an empfindlichen Körperstellen. Fällt glühende Kohle auf Teppich, Sofa, Bett oder Kleidung, besteht zusätzlich Brandgefahr. Auch eine Kohle, die äußerlich bereits dunkel aussieht, kann im Inneren noch sehr heiß sein.

Schwere Verbrennungen oder größere Brandverletzungen können ebenfalls medizinische Notfälle sein und gehören entsprechend ernst genommen.

Warum Sport die Belastung durch Shisha nicht ausgleicht

Gerade junge und sportliche Menschen glauben häufig, ihre gute Kondition könne gelegentliches Shisha-Rauchen problemlos ausgleichen. Eine gute Fitness ist selbstverständlich positiv für Herz, Kreislauf und Lunge. Sie verhindert aber nicht, dass Kohlenmonoxid ins Blut gelangt oder Rauchpartikel mit den Atemwegen in Kontakt kommen.

Ein trainierter Körper kann bestimmte Belastungen möglicherweise besser ausgleichen als ein bereits schwer erkrankter Körper. Er neutralisiert die eingeatmeten Stoffe dadurch aber nicht. Besonders beim Kohlenmonoxid wird das deutlich: Auch ein gut trainierter Mensch benötigt für seine Muskulatur und sein Gehirn ausreichend Sauerstoff. Wenn ein Teil des Sauerstofftransports durch Kohlenmonoxid blockiert wird, verschwindet dieser Effekt nicht durch gute Fitness.

Ist Shisha nur am Wochenende wirklich so problematisch?

Die Häufigkeit macht selbstverständlich einen Unterschied. Ein Mensch, der wenige Male im Jahr eine Shisha raucht, hat eine andere Gesamtbelastung als jemand, der jeden Abend mehrere Wasserpfeifen konsumiert. Deshalb wäre es falsch, seltenen Konsum und täglichen langjährigen Konsum vollkommen gleichzusetzen.

Genauso falsch wäre allerdings die Vorstellung, gelegentliches Shisha-Rauchen könne überhaupt keine gesundheitlichen Auswirkungen haben. Besonders die Kohlenmonoxidbelastung ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine akute Reaktion bereits nach einer einzelnen Sitzung entstehen kann. Langfristige Erkrankungen hängen dagegen viel stärker von der gesamten Rauchmenge, der Häufigkeit und der Dauer des Konsums ab.

Gesundheitliche Risiken funktionieren deshalb nicht wie ein Lichtschalter, der entweder auf „gefährlich“ oder „harmlos“ steht. Je mehr und je länger Rauch eingeatmet wird, desto größer wird normalerweise auch die gesamte Belastung.

Shisha oder Zigarette – was ist eigentlich schlimmer?

Diese Frage taucht fast zwangsläufig auf. Eine einfache Antwort wäre allerdings irreführend. Zigaretten werden kürzer geraucht, dafür konsumieren regelmäßige Raucher häufig mehrere am Tag. Shisha-Sitzungen finden möglicherweise seltener statt, dauern dafür wesentlich länger und können durch die glühende Kohle eine zusätzliche Kohlenmonoxidbelastung mit sich bringen.

Auch das Zugverhalten und die eingeatmete Rauchmenge unterscheiden sich. Deshalb lässt sich eine Wasserpfeife nicht sinnvoll in eine feste Anzahl von Zigaretten umrechnen.

Die wichtigere Aussage lautet ohnehin: Eine Shisha wird nicht dadurch gesund, dass vielleicht ein anderes Tabakprodukt noch schädlicher wäre. Wasserpfeifenrauch enthält gesundheitlich problematische Stoffe und stellt deshalb keine sichere Alternative zum Zigarettenrauchen dar.

Kann regelmäßiges Shisha-Rauchen zu COPD führen?

Regelmäßiger Wasserpfeifenkonsum wird mit chronischen Atemwegserkrankungen in Verbindung gebracht. Dazu gehört auch COPD. Bei dieser Erkrankung werden die Atemwege dauerhaft enger und die Luft kann nicht mehr so frei durch die Lunge strömen wie früher.

Am Anfang fällt möglicherweise nur auf, dass die Kondition schlechter geworden ist. Ein Weg bergauf oder mehrere Treppenetagen wirken anstrengender als früher. Später können Husten, Schleim und Atemnot deutlicher werden.

Eine COPD entsteht normalerweise nicht nach wenigen Shisha-Abenden. Sie entwickelt sich über längere Zeit und wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Regelmäßiger Rauchkontakt gehört jedoch zu den Belastungen, die die Atemwege langfristig verändern können.

Welche Rolle spielt Shisha beim Krebs?

Shisha-Rauch enthält Stoffe, die Zellen schädigen und bei wiederholter Belastung das Krebsrisiko erhöhen können. Besonders Zusammenhänge mit Lungenkrebs und Krebs der Mundhöhle werden beschrieben.

Dabei ist eine verständliche Einordnung wichtig. Eine einzelne Shisha bedeutet nicht, dass daraus automatisch Krebs entsteht. Die Erkrankung entwickelt sich normalerweise über Jahre und wird von vielen Faktoren beeinflusst. Wiederholter Kontakt mit krebserzeugenden Stoffen erhöht jedoch die gesamte Belastung.

Genau deshalb ist auch der angenehme Geschmack kein sinnvolles Maß für das Risiko. Ein Rauch kann süß und weich schmecken und trotzdem Stoffe enthalten, die Zellen langfristig schädigen können.

Kann Shisha auch den Stoffwechsel beeinflussen?

Shisha wird in erster Linie mit Lunge, Nikotin und Kohlenmonoxid verbunden. In Untersuchungen finden sich jedoch auch Zusammenhänge zwischen regelmäßigem Wasserpfeifenkonsum und Problemen wie Bluthochdruck, ungünstigen Blutfetten oder einem gestörten Zuckerstoffwechsel.

Daraus lässt sich nicht der einfache Satz ableiten, dass eine Shisha Diabetes verursacht. Typ-2-Diabetes entsteht aus vielen verschiedenen Faktoren wie Veranlagung, Körpergewicht, Fettverteilung, Bewegung, Alter und Ernährung.

Der interessante Punkt besteht vielmehr darin, dass Shisha-Rauch nicht einfach in der Lunge bleibt. Ein Teil der aufgenommenen Stoffe gelangt über das Blut in den gesamten Körper und kann deshalb weit mehr betreffen als nur Mund und Atemwege.

Was ist mit der Fruchtbarkeit?

Auch mögliche Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit werden beim Wasserpfeifenrauchen untersucht. Bei Männern gibt es Hinweise darauf, dass regelmäßiger Tabak- und Wasserpfeifenkonsum die Qualität von Spermien beeinflussen kann.

Die Zusammenhänge sind allerdings nicht so eindeutig und gut belegt wie beispielsweise die Nikotinabhängigkeit oder die Kohlenmonoxidbelastung. Deshalb wäre der Satz „Shisha macht unfruchtbar“ viel zu pauschal.

Fest steht jedoch, dass Tabakrauch zahlreiche Stoffe enthält, die Zellen und Blutgefäße beeinflussen können. Deshalb ist nachvollziehbar, dass auch mögliche Auswirkungen auf die Fortpflanzungsgesundheit untersucht werden.

Warum der süße Geschmack das Risiko so leicht vergessen lässt

Vielleicht ist genau das eines der größten Probleme der Shisha. Eine Zigarette riecht für viele Menschen sofort unangenehm nach Rauch. Eine Shisha kann dagegen nach Melone, Beeren, Kaugummi oder Minze duften. Der Rauch ist kühler und kratzt weniger stark im Hals.

Dadurch verändert sich das gesamte Bild. Die Wasserpfeife wirkt weniger wie Tabak und mehr wie ein aromatisiertes Freizeitprodukt. Gerade Menschen, die eine klassische Zigarette ablehnen, können deshalb eine Shisha wesentlich harmloser einschätzen.

Für den Körper ändert der Geschmack allerdings nichts daran, dass Rauch eingeatmet wird. Kohlenmonoxid wird nicht weniger gefährlich, weil der Rauch nach Pfirsich riecht, und Nikotin macht nicht weniger abhängig, weil Minze zugesetzt wurde.

Wann aus einem Shisha-Abend ein echter Notfall werden kann

Der wichtigste akute Notfall ist die Kohlenmonoxidvergiftung. Gerade leichte Beschwerden können zunächst unspezifisch sein und wie gewöhnliche Kopfschmerzen oder Kreislaufprobleme wirken. Wenn jedoch starke Atemnot, Brustschmerzen, deutliche Verwirrtheit, zunehmende Benommenheit, Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit hinzukommen, handelt es sich um eine deutlich ernstere Situation.

Auch eine Person, die nach einer Shisha plötzlich kaum noch ansprechbar ist, gehört nicht einfach ins Bett. Eine schwere Atemwegsreaktion mit massiver Luftnot, beispielsweise bei Asthma, kann ebenfalls zum Notfall werden. Hinzu kommen größere Verbrennungen oder schwere Verletzungen durch glühende Kohle.

Notfallkasten: Bei Bewusstlosigkeit, starker Atemnot, Krampfanfällen, deutlicher Verwirrtheit, schweren Brustschmerzen oder einer raschen Verschlechterung des Zustandes gilt in Deutschland: 112. Wenn mehrere Menschen in einem Shisha-Raum gleichzeitig Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit entwickeln, sollte besonders an Kohlenmonoxid gedacht werden.

Warum Beschwerden auch nach dem Verlassen des Raumes noch wichtig sein können

Wenn Sie einen Raum mit hoher Kohlenmonoxidbelastung verlassen und frische Luft einatmen, beginnt die Menge des Gases im Körper langsam wieder abzunehmen. Dadurch können Beschwerden nachlassen.

Bei einer schweren vorherigen Vergiftung bedeutet eine Besserung allerdings nicht automatisch, dass der Körper keinerlei Belastung erfahren hat. Besonders nach Bewusstlosigkeit, starken neurologischen Beschwerden, Brustschmerzen oder einer deutlichen Vergiftung können Gehirn und Herz betroffen gewesen sein.

Deshalb ist bei einer ernsten Situation nicht nur entscheidend, wie Sie sich eine Stunde später fühlen, sondern auch, wie stark die Beschwerden zuvor waren.

Warum kleine und schlecht gelüftete Räume besonders problematisch sein können

Je mehr Kohle in einem geschlossenen Raum glüht und je schlechter die Luft ausgetauscht wird, desto leichter können sich Verbrennungsprodukte ansammeln. Mehrere gleichzeitig betriebene Shishas können die Belastung zusätzlich erhöhen.

Gerade kleine Räume, Keller, geschlossene Wintergärten oder schlecht gelüftete Wohnungen können deshalb problematisch sein. Der angenehme Shisha-Geruch bietet dabei keinerlei Sicherheit, weil Kohlenmonoxid selbst geruchlos ist.

Auch ein geöffnetes Fenster bedeutet nicht automatisch, dass zu jedem Zeitpunkt ausreichend Luftaustausch stattfindet. Die tatsächliche Belastung lässt sich nicht zuverlässig nach Gefühl beurteilen.

Rauchmelder und Kohlenmonoxidmelder sind nicht dasselbe

Ein normaler Rauchmelder soll Rauchpartikel erkennen und vor einem möglichen Brand warnen. Kohlenmonoxid ist dagegen ein unsichtbares Gas und wird nicht automatisch von jedem gewöhnlichen Rauchmelder erkannt.

Dafür gibt es spezielle CO-Melder. Dieser Unterschied ist wichtig, weil viele Menschen davon ausgehen, ein vorhandener Rauchmelder würde gleichzeitig auch vor Kohlenmonoxid warnen.

Gerade bei einem Gas, das weder riecht noch sichtbar ist, kann eine solche falsche Sicherheit problematisch sein.

Warum „Ich vertrage Shisha gut“ nichts darüber sagt, was langfristig passiert

Vielleicht rauchen Sie seit Jahren gelegentlich Wasserpfeife und hatten noch nie Schwindel, starke Übelkeit oder eine andere auffällige Reaktion. Das bedeutet zunächst nur, dass Sie bisher keine deutlich bemerkte akute Reaktion erlebt haben.

Viele langfristige Veränderungen verursachen lange überhaupt keine Beschwerden. Eine chronische Lungenerkrankung kann zunächst nur als leicht nachlassende Kondition auffallen. Veränderungen an Blutgefäßen tun nicht weh. Zahnfleischprobleme können sich schleichend entwickeln und auch bestimmte Krebsveränderungen kündigen sich nicht nach jeder einzelnen Rauchsession mit Beschwerden an.

Das eigene Wohlbefinden während des Rauchens ist deshalb kein zuverlässiger Maßstab dafür, wie viele Schadstoffe tatsächlich aufgenommen werden.

Auch „Ich inhaliere nicht richtig“ macht die Shisha nicht harmlos

Manche Menschen glauben, dass sie den Rauch lediglich im Mund behalten und deshalb kaum gesundheitliche Belastung entsteht. Mund und Rachen kommen trotzdem direkt mit dem Rauch in Kontakt. Außerdem wird beim normalen Atmen ein Teil der verrauchten Raumluft eingeatmet.

Selbst wenn weniger tief inhaliert wird, bedeutet das deshalb nicht, dass überhaupt keine Schadstoffe aufgenommen werden. Besonders in einem stark verrauchten Raum kommt außerdem die Belastung durch die Umgebungsluft hinzu.

Warum der Vergleich mit Zigaretten am Ende gar nicht die wichtigste Frage ist

Viele Diskussionen über Shisha drehen sich darum, wie viele Zigaretten eine Wasserpfeife angeblich ersetzt. Für die gesundheitliche Einordnung bringt diese Rechnung jedoch wenig.

Wichtiger sind viel einfachere Fragen: Wie lange wird geraucht? Wie viel Rauch wird eingeatmet? Ist Nikotin enthalten? Wird glühende Kohle verwendet? Wie oft findet das Rauchen statt und wie stark ist die Luft im Raum belastet?

Bei einer klassischen Shisha können mehrere ungünstige Dinge gleichzeitig zusammentreffen: eine lange Rauchdauer, große Rauchmengen, Nikotin aus dem Tabak und zusätzlich Kohlenmonoxid aus der Kohle.

Das reicht aus, um zu verstehen, warum eine Wasserpfeife keine harmlose Freizeitbeschäftigung ist.

Fazit: Die Shisha wirkt entspannt – Ihr Körper bekommt trotzdem Rauch, Nikotin und Kohlenmonoxid ab

Das Image einer Shisha unterscheidet sich stark von dem einer Zigarette. Die Wasserpfeife steht mitten in einer geselligen Runde, der Rauch schmeckt süß und fühlt sich durch das Wasser angenehm kühl an. Genau diese Eigenschaften können den Eindruck vermitteln, dass die Belastung für den Körper entsprechend gering sein müsse. Tatsächlich verändert das Wasser vor allem Temperatur und Gefühl des Rauches. Viele gesundheitlich problematische Bestandteile können trotzdem bis in Ihre Atemwege gelangen.

Bei tabakhaltigen Mischungen gelangt außerdem Nikotin in den Körper und kann bei wiederholtem Konsum eine Abhängigkeit fördern. Die glühende Kohle bringt mit Kohlenmonoxid noch ein besonderes Risiko hinzu, das bereits bei einer einzelnen Sitzung akut werden kann. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und ungewöhnliche Müdigkeit können erste Hinweise sein. Bei starker Atemnot, Brustschmerzen, Verwirrtheit, Krampfanfällen oder Bewusstlosigkeit kann eine schwere Situation vorliegen, die nicht mit einem gewöhnlichen „Shisha-Kreislauf“ verwechselt werden sollte.

Langfristig betrifft die Belastung nicht nur die Lunge. Herz und Gefäße, Mund und Zahnfleisch sowie andere Bereiche des Körpers können ebenfalls beeinflusst werden. Regelmäßiger Wasserpfeifenkonsum wird unter anderem mit chronischen Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Problemen und bestimmten Krebsarten in Verbindung gebracht. Das bedeutet nicht, dass jeder Shisha-Raucher zwangsläufig erkrankt, aber es erklärt, warum die Wasserpfeife medizinisch nicht als sichere Alternative zum Rauchen betrachtet wird.

Auch tabakfreie oder nikotinfreie Produkte lösen das gesamte Problem nicht. Wenn weiterhin glühende Kohle eingesetzt wird, kann auch ohne Nikotin Kohlenmonoxid entstehen. Bei elektrischen Systemen entfällt diese Kohlequelle, dafür können beim Erhitzen anderer Stoffe wiederum andere Belastungen entstehen.

Hinzu kommen Risiken, die mit dem eigentlichen Rauch zunächst gar nichts zu tun haben. Gemeinsam benutzte Mundstücke können Speichel und Krankheitserreger übertragen. Glühende Kohle kann Verbrennungen und Brände verursachen. Passivrauch und Kohlenmonoxid können auch Menschen im Raum betreffen, die selbst keinen einzigen Zug nehmen. Während einer Schwangerschaft gelangen aufgenommene Stoffe außerdem über den Kreislauf der Mutter in ein System, das unmittelbar mit der Versorgung des ungeborenen Kindes verbunden ist.

Vielleicht ist deshalb die wichtigste Frage gar nicht, ob Shisha schlimmer oder weniger schlimm als eine Zigarette ist. Viel interessanter ist die Frage, warum ein Rauch, der süß riecht, weich schmeckt und durch Wasser gekühlt wurde, automatisch so harmlos wirkt.

Genau darin liegt die Täuschung.

Das Wasser verändert das Gefühl.

Die Aromen verändern den Geschmack.

Die gemütliche Runde verändert die Wahrnehmung.

Was dadurch nicht verschwindet, ist der Rauch.

Und bei der klassischen Shisha kommt zusätzlich die glühende Kohle mit ihrem Kohlenmonoxid hinzu.

 


Quellen und medizinische Fachinformationen

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Informationen zu Wasserpfeifen, Shisha-Rauch, Kohlenmonoxid, Nikotin, Schadstoffen und tabakfreien Produkten.

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ): Informationen zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Wasserpfeifen, Kohlenmonoxidvergiftungen, Passivrauch, Nikotinabhängigkeit und langfristigen Erkrankungen.

Weltgesundheitsorganisation (WHO): Informationen zu den gesundheitlichen Folgen des Wasserpfeifenkonsums und den Auswirkungen auf Atemwege, Herz-Kreislauf-System und Schwangerschaft.

Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Informationen zu Wasserpfeifenrauch, Nikotin, Kohlenmonoxid, Rauchvolumen, Passivrauch und Kohlenmonoxidvergiftungen.

gesund.bund.de: Informationen zu Vergiftungen, medizinischen Notfällen, Giftnotruf und der Notrufnummer 112.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine individuelle medizinische Beurteilung. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und ungewöhnliche Benommenheit während oder nach einer Shisha-Sitzung können unter anderem zu einer Kohlenmonoxidbelastung passen. Bei Bewusstlosigkeit, starker Atemnot, Krampfanfällen, deutlicher Verwirrtheit, starken Brustschmerzen oder anderen schweren Beschwerden gilt in Deutschland: 112.

Bildquelle

Bildquelle: Jennifer Orth Gesundheitsblog, KI-generiert. Einige Illustrationen und Beitragsbilder auf dieser Website wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und anschließend redaktionell geprüft und überarbeitet.

Stand

September 2026

 

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