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Zecken in Rheinland-Pfalz: Was Eltern über Schutz, FSME und Borreliose wissen sollten Warum Zecken für Familien in Rheinland-Pfalz ein wichtiges Thema sind
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Zecken in Rheinland-Pfalz: Was Eltern über Schutz, FSME und Borreliose wissen sollten Warum Zecken für Familien in Rheinland-Pfalz ein wichtiges Thema sind

Sobald die Tage wärmer werden, zieht es Kinder nach draußen. Sie rennen über Wiesen, bauen Hütten am Waldrand, spielen im Garten, sammeln Stöcke, entdecken Käfer, sitzen im Gras oder streifen beim Wandern durch Büsche und hohes Laub. Genau dort fühlen sich Zecken besonders wohl. Sie sitzen nicht, wie viele Menschen noch immer glauben, hoch oben in Bäumen und lassen sich auf ihre Opfer fallen. Viel häufiger warten sie im Gras, im Unterholz, an Waldrändern, auf Wiesen, in Gärten, Parks und an Wegrändern. Dort streifen sie sich an Menschen oder Tieren ab, sobald diese nah genug vorbeikommen.

Für Rheinland-Pfalz ist das Thema Zecken besonders wichtig, weil viele Familien regelmäßig in der Natur unterwegs sind. Wälder, Weinberge, Flusstäler, Wiesen, Streuobstflächen und Naherholungsgebiete gehören für viele Menschen hier zum Alltag. Das ist wunderbar und gesund, bedeutet aber auch: Zeckenbegegnungen lassen sich nicht immer vermeiden. Die gute Nachricht ist, dass Eltern viel tun können, um ihre Kinder zu schützen. Zeckenschutz bedeutet nicht, Kindern die Natur zu verbieten. Es bedeutet, gut vorbereitet zu sein, aufmerksam zu bleiben und nach dem Spielen im Grünen ein kleines Ritual einzubauen, das viel bewirken kann.

Zecken sind länger aktiv als viele denken

Früher sprach man häufig von einer klaren Zeckensaison vom Frühjahr bis in den Herbst. Heute ist das nicht mehr ganz so einfach. Zecken werden bereits bei milden Temperaturen aktiv, oft schon ab etwa sieben Grad Celsius. Durch milde Winter und längere warme Phasen können sie inzwischen deutlich früher im Jahr auftauchen und teilweise auch in eigentlich ungewöhnlichen Monaten aktiv bleiben. Das bedeutet nicht, dass jeden Wintertag eine große Gefahr besteht. Es bedeutet aber, dass Eltern sich nicht allein am Kalender orientieren sollten.

Entscheidender ist, ob Kinder draußen in zeckentypischen Lebensräumen unterwegs waren. Nach einem Spaziergang am Waldrand, nach einem Nachmittag im Garten, nach einem Schulausflug, nach dem Fußballtraining auf einer Wiese oder nach einem Picknick im Park lohnt sich die Zeckenkontrolle. Gerade Kinder merken einen Zeckenstich oft nicht, weil Zecken beim Stechen betäubende Stoffe abgeben können. Der Stich tut meist nicht weh und bleibt deshalb leicht unbemerkt.

Welche Krankheiten können Zecken übertragen?

In Deutschland sind vor allem zwei Erkrankungen wichtig, wenn es um Zecken geht: FSME und Borreliose. Beide werden durch Zecken übertragen, unterscheiden sich aber deutlich voneinander. FSME ist eine Viruserkrankung. Gegen FSME gibt es eine Impfung, aber keine ursächliche Behandlung, die das Virus nach einer Infektion gezielt beseitigt. Borreliose ist dagegen eine bakterielle Infektion. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, sie kann aber in der Regel mit Antibiotika behandelt werden, wenn sie erkannt wird.

Diese Unterscheidung ist für Eltern sehr wichtig. Bei FSME steht die Impfung im Vordergrund, besonders wenn man in einem Risikogebiet lebt oder dorthin reist. Bei Borreliose ist vor allem das schnelle Entfernen der Zecke entscheidend, weil die Erreger meist nicht sofort, sondern häufig erst nach längerer Saugdauer übertragen werden. Deshalb kann eine gründliche Körperkontrolle nach dem Aufenthalt im Freien das Risiko deutlich senken.

FSME: Die seltenere, aber ernstere Gefahr

FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Dabei handelt es sich um eine Virusinfektion, die Gehirn, Hirnhäute oder Rückenmark betreffen kann. Der Name klingt nach Frühsommer, doch FSME kann während der gesamten Zeckenaktivitätszeit auftreten. Die Erkrankung beginnt häufig unspezifisch. Betroffene können zunächst Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder ein allgemeines Krankheitsgefühl entwickeln. Viele denken dann an eine harmlose Sommergrippe. Bei einem Teil der Erkrankten folgt jedoch eine zweite Krankheitsphase, in der das zentrale Nervensystem betroffen sein kann. Dann können starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Bewusstseinsstörungen, Lähmungen oder andere neurologische Beschwerden auftreten.

Bei Kindern verläuft FSME zwar häufig milder als bei Erwachsenen, dennoch sollte die Erkrankung nicht verharmlost werden. Besonders Jugendliche und Erwachsene können schwerer erkranken. Da es keine ursächliche Therapie gegen FSME gibt, ist die Impfung der wichtigste Schutz. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die FSME-Impfung für Menschen, die in FSME-Risikogebieten leben, sich dort aufhalten oder beruflich beziehungsweise privat ein erhöhtes Zeckenrisiko haben.

FSME in Rheinland-Pfalz: Was gilt aktuell?

Rheinland-Pfalz gehört nicht flächendeckend zu den großen FSME-Schwerpunktregionen Deutschlands. Dennoch gibt es auch hier ausgewiesene Risikogebiete. Nach den aktuellen Angaben des Robert Koch-Instituts ist in Rheinland-Pfalz der Landkreis Birkenfeld als FSME-Risikogebiet ausgewiesen. Zusätzlich weist das RKI darauf hin, dass in einigen weiteren rheinland-pfälzischen Kreisregionen erhöhte FSME-Inzidenzen beobachtet wurden, ohne dass diese Kreise selbst als eigenes Risikogebiet ausgewiesen sind. Dazu zählen nach RKI-Angaben unter anderem Alzey-Worms, Germersheim, Rhein-Pfalz-Kreis, Speyer und Worms im Zusammenhang mit der jeweiligen Kreisregion.

Für Familien bedeutet das: Wer im Landkreis Birkenfeld lebt, dort Urlaub macht, wandert, campt oder regelmäßig in Wald und Wiese unterwegs ist, sollte den FSME-Impfschutz besonders prüfen. Auch wer aus Rheinland-Pfalz in andere Risikogebiete reist, sollte an die Impfung denken. Das betrifft zum Beispiel Aufenthalte in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, südöstlichem Thüringen, Sachsen, südöstlichem Brandenburg, Teilen Sachsen-Anhalts, dem Saarpfalz-Kreis im Saarland oder weiteren vom RKI ausgewiesenen Gebieten. Zecken machen keine Pause an Landesgrenzen. Ein Wochenendausflug, ein Campingurlaub oder ein Familienbesuch kann bereits reichen, um in einem Risikogebiet unterwegs zu sein.

Wo liegen die FSME-Hochrisikogebiete in Deutschland?

Die stärkste FSME-Belastung findet sich in Deutschland traditionell im Süden. Besonders Bayern und Baden-Württemberg sind großflächig betroffen. Auch Südhessen, Teile Thüringens, Sachsen, südöstliches Brandenburg, einzelne Regionen in Sachsen-Anhalt, das Saarland, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen weisen Risikogebiete auf. Die Karte des Robert Koch-Instituts wird regelmäßig aktualisiert, weil sich Risikogebiete verändern können.

Für Eltern ist deshalb sinnvoll, vor Reisen in naturnahe Regionen kurz zu prüfen, ob das Zielgebiet ein FSME-Risikogebiet ist. Das gilt nicht nur für große Urlaubsreisen. Auch Klassenfahrten, Zeltlager, Wandertage, Vereinsfreizeiten oder Besuche bei Verwandten können relevant sein. Besonders wichtig ist die Prüfung, wenn Kinder viel draußen unterwegs sein werden.

Borreliose: Häufiger und überall möglich

Während FSME an bestimmte Risikogebiete gebunden ist, sieht es bei der Borreliose anders aus. Borrelien kommen grundsätzlich in ganz Deutschland vor. Eine Borreliose kann also auch in Rheinland-Pfalz außerhalb eines FSME-Risikogebiets auftreten. Die Erreger sind Bakterien und können beim Saugen der Zecke übertragen werden. Das Risiko steigt, je länger die Zecke an der Haut bleibt. Deshalb ist die schnelle Entfernung so wichtig.

Das bekannteste Zeichen einer Borreliose ist die sogenannte Wanderröte. Dabei entsteht Tage bis Wochen nach dem Stich eine sich ausbreitende Rötung um die Einstichstelle. Sie kann ringförmig aussehen, muss es aber nicht immer. Manchmal ist sie blass, manchmal kräftig rot, manchmal warm, manchmal kaum auffällig. Nicht jede Rötung direkt nach einem Zeckenstich ist automatisch eine Borreliose. Eine kleine Reizung an der Stichstelle kann normal sein. Wenn sich eine Rötung jedoch ausbreitet, größer wird oder ringförmig erscheint, sollte ärztlich abgeklärt werden.

Borreliose kann außerdem Beschwerden wie Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen verursachen. Später können Gelenke, Nerven oder selten auch das Herz betroffen sein. Bei Kindern kann sich eine Borreliose manchmal durch neurologische Beschwerden zeigen, etwa durch eine Gesichtsnervenlähmung. Früh erkannt lässt sich Borreliose meist gut behandeln. Deshalb ist Beobachtung nach einem Zeckenstich so wichtig.

So schützen Sie Kinder vor Zecken

Der beste Zeckenschutz beginnt schon vor dem Aufenthalt im Freien. Kinder sollten beim Spielen in hohem Gras, im Wald oder am Waldrand möglichst geschlossene Schuhe tragen. Lange Hosen und lange Ärmel erschweren es Zecken, direkt auf die Haut zu gelangen. Helle Kleidung ist besonders praktisch, weil man Zecken darauf leichter erkennt. Wer durch hohes Gras oder Unterholz läuft, kann die Hosenbeine in die Socken stecken. Das sieht vielleicht nicht besonders elegant aus, funktioniert aber erstaunlich gut.

Auch das Verhalten in der Natur macht einen Unterschied. Wer auf festen Wegen bleibt, hohes Gras meidet und nicht direkt am Waldrand im Laub sitzt, senkt das Risiko. Für Picknicks ist eine Decke sinnvoll. Nach dem Spielen sollte Kleidung ausgeschüttelt und der Körper abgesucht werden. Besonders nach Ausflügen in Wald, Wiese, Garten oder Park ist diese Kontrolle wichtiger als jedes komplizierte Spezialprogramm.

Zeckenschutzmittel: Sinnvoll, aber nicht perfekt

Zeckenschutzmittel, sogenannte Repellentien, können zusätzlich helfen. Sie werden auf Haut oder Kleidung aufgetragen und sollen Zecken davon abhalten, sich festzusetzen. Wichtig ist jedoch: Kein Mittel schützt hundertprozentig. Repellentien sind eine Ergänzung, kein Ersatz für Kleidung und Körperkontrolle.

Bei Kindern sollten Eltern sehr genau auf die Altersangaben des Herstellers achten. Nicht jedes Mittel ist für jedes Alter geeignet. Wirkstoffe wie Icaridin, IR3535, PMD oder DEET werden häufig eingesetzt, unterscheiden sich aber in Anwendung, Verträglichkeit und empfohlener Altersgruppe. Bei kleinen Kindern sollten Mittel niemals direkt ins Gesicht gesprüht werden. Besser ist es, etwas Produkt auf die eigenen Hände zu geben und es vorsichtig aufzutragen, wobei Augen, Mund, Schleimhäute und offene Hautstellen ausgespart werden. Auch Kinderhände sollten möglichst nicht behandelt werden, weil sie schnell im Mund oder an den Augen landen.

Wenn gleichzeitig Sonnencreme verwendet wird, sollte zuerst der Sonnenschutz aufgetragen werden. Nach einer gewissen Wartezeit kann dann das Zeckenschutzmittel folgen. Nach dem Aufenthalt im Freien sollten Repellentien wieder abgewaschen werden, besonders bei Kindern mit empfindlicher Haut.

Nach dem Draußensein: Die wichtigste Routine

Die gründliche Zeckenkontrolle nach dem Aufenthalt im Freien ist eine der wirksamsten Maßnahmen überhaupt. Eltern sollten ihre Kinder systematisch absuchen. Zecken mögen warme, geschützte und dünnhäutige Körperstellen. Besonders häufig sitzen sie in Kniekehlen, Leisten, Achselhöhlen, am Bauch, am Rücken, im Nacken, hinter den Ohren, am Haaransatz oder auf der Kopfhaut. Bei kleineren Kindern ist die Kopfhaut besonders wichtig, weil sie beim Spielen oft näher an Gras und Sträuchern sind.

Aus der Kontrolle muss kein Drama werden. Sie kann ein normales Abendritual sein, ähnlich wie Hände waschen oder Zähneputzen. Nach einem Waldtag oder Gartenabenteuer kann eine Dusche helfen, lose krabbelnde Zecken abzuspülen. Festgesaugte Zecken werden dadurch allerdings nicht entfernt. Deshalb bleibt der Blick auf die Haut entscheidend.

Zecke gefunden: Was jetzt zu tun ist

Wenn Sie eine Zecke entdecken, sollte sie möglichst schnell entfernt werden. Dafür eignen sich eine feine Pinzette, eine Zeckenkarte oder eine spezielle Zeckenzange. Wichtig ist, die Zecke möglichst nah an der Haut zu fassen und langsam, kontrolliert und gerade herauszuziehen. Man sollte sie nicht quetschen, nicht mit Öl beträufeln, nicht mit Klebstoff bedecken und auch nicht mit Feuer behandeln. Solche alten Hausmittel können mehr schaden als helfen.

Nach dem Entfernen sollte die Einstichstelle desinfiziert und beobachtet werden. Es kann hilfreich sein, das Datum zu notieren oder die Stelle zu fotografieren. So lässt sich später besser beurteilen, ob sich eine Rötung ausbreitet. Falls ein kleiner schwarzer Punkt zurückbleibt, handelt es sich häufig um Reste des Stechapparates. Diese können manchmal wie ein kleiner Splitter von selbst abgestoßen werden. Wenn die Stelle stark entzündet, schmerzt oder unsicher wirkt, sollte ärztlich nachgesehen werden.

Wann sollte man nach einem Zeckenstich zum Arzt?

Nicht jeder Zeckenstich erfordert automatisch einen Arztbesuch. Wichtig ist aber, Warnzeichen ernst zu nehmen. Ärztlicher Rat ist sinnvoll, wenn sich Tage bis Wochen nach dem Stich eine größer werdende oder ringförmige Rötung entwickelt, wenn Fieber, starke Kopfschmerzen, ungewöhnliche Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Nervenbeschwerden oder eine Gesichtslähmung auftreten. Auch bei Nackensteifigkeit, Bewusstseinsstörungen oder starken neurologischen Symptomen sollte sofort medizinische Hilfe gesucht werden.

Bei Kindern gilt: Lieber einmal zu früh nachfragen als zu lange abwarten. Eltern kennen ihr Kind am besten. Wenn ein Kind nach einem Zeckenstich ungewöhnlich krank wirkt, starke Beschwerden entwickelt oder die Hautveränderung auffällig aussieht, sollte eine Kinderarztpraxis oder ärztliche Bereitschaft kontaktiert werden.

FSME-Impfung: Für wen sie wichtig ist

Die FSME-Impfung schützt vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis. Sie schützt nicht vor Zeckenstichen und auch nicht vor Borreliose. Trotzdem ist sie in Risikogebieten ein wichtiger Schutz, weil FSME nicht ursächlich behandelt werden kann. Die STIKO empfiehlt die Impfung für Menschen, die in FSME-Risikogebieten leben oder sich dort aufhalten und dabei Zecken ausgesetzt sein können. Das betrifft zum Beispiel Familien, die im Landkreis Birkenfeld wohnen oder dort häufig draußen unterwegs sind. Ebenso betrifft es Menschen aus Rheinland-Pfalz, die regelmäßig in andere Risikogebiete reisen.

Die Grundimmunisierung besteht aus mehreren Impfungen. Je nach Impfstoff gibt es unterschiedliche Schemata, auch Schnellimpfschemata sind möglich, wenn kurzfristig Schutz benötigt wird. Danach sind Auffrischimpfungen erforderlich. Welche Abstände sinnvoll sind, hängt vom Alter, Impfstoff und individuellen Risiko ab. Eltern sollten den Impfpass prüfen lassen und die Entscheidung gemeinsam mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt treffen.

Was Familien in Rheinland-Pfalz konkret tun können

Für Familien in Rheinland-Pfalz ist ein praktischer Plan sinnvoll. Prüfen Sie zuerst, ob Sie in einem FSME-Risikogebiet leben oder regelmäßig dorthin fahren. Der Landkreis Birkenfeld ist hierbei besonders relevant. Denken Sie auch an Reisen nach Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen, Sachsen oder ins Saarland. Prüfen Sie den Impfstatus der Familie, besonders vor Urlauben, Klassenfahrten, Campingausflügen oder längeren Aufenthalten im Grünen.

Legen Sie zu Hause eine kleine Zecken-Ausrüstung bereit. Dazu gehören eine feine Pinzette oder Zeckenkarte, Desinfektionsmittel und eventuell ein geeignetes Repellent. Machen Sie die Zeckenkontrolle nach Naturtagen zur Gewohnheit. Erklären Sie Kindern ruhig und verständlich, warum Zecken gesucht werden müssen. Angst hilft selten, Wissen schon.

Zecken bei Haustieren nicht vergessen

Viele Familien haben Hunde oder Katzen, die Zecken mit nach Hause bringen können. Tiere sollten nach Spaziergängen ebenfalls kontrolliert werden. Für Haustiere gibt es eigene Zeckenschutzmittel, die jedoch niemals ungeprüft bei Kindern angewendet werden dürfen. Umgekehrt sind Mittel für Menschen nicht automatisch für Tiere geeignet. Besonders bei Katzen können manche Wirkstoffe gefährlich sein. Hier sollte eine Tierarztpraxis beraten.

Mythen über Zecken

Rund um Zecken gibt es viele Irrtümer. Zecken fallen nicht von Bäumen. Sie springen auch nicht aktiv auf Menschen. Sie sitzen meist auf Gräsern, Kräutern, Sträuchern oder im Unterholz und werden abgestreift. Zecken gibt es nicht nur im Wald, sondern auch in Gärten, Parks, auf Spielplätzen und Wiesen. Auch ein kurzer Aufenthalt im Grünen kann reichen.

Ein weiterer Irrtum lautet, dass man eine Zecke ersticken müsse, bevor man sie entfernt. Öl, Nagellack, Klebstoff oder Alkohol gehören nicht auf die Zecke. Entscheidend ist schnelles, ruhiges Entfernen mit geeignetem Werkzeug.

Auch der Satz „Wenn keine Wanderröte kommt, kann es keine Borreliose sein“ stimmt so nicht sicher. Die Wanderröte ist ein wichtiges Warnzeichen, aber sie tritt nicht bei allen Betroffenen gleich deutlich auf. Deshalb sollten auch andere Beschwerden nach einem Zeckenstich ernst genommen werden.

Fazit: Natur genießen, aber gut vorbereitet

Zecken gehören in Rheinland-Pfalz zur warmen Jahreszeit dazu, inzwischen teilweise sogar darüber hinaus. Sie sollten Familien nicht davon abhalten, draußen zu sein. Kinder brauchen Natur, Bewegung, frische Luft und Abenteuer. Aber sie brauchen auch Schutz. Mit langer heller Kleidung, festem Schuhwerk, geeignetem Repellent, klugem Verhalten in Wald und Wiese, gründlicher Körperkontrolle und schneller Zeckenentfernung lässt sich viel erreichen.

Für FSME ist die Impfung der wichtigste Schutz, besonders in Risikogebieten wie dem Landkreis Birkenfeld oder bei Reisen in Hochrisikoregionen. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, dafür hilft vor allem Aufmerksamkeit: Zecken schnell entfernen, Stichstelle beobachten und bei Warnzeichen ärztlichen Rat einholen.

Vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft: Zeckenschutz ist keine Panikmache. Zeckenschutz ist Fürsorge. Er beginnt mit Wissen, wird im Alltag zur Routine und hilft Kindern dabei, die Natur sicherer zu erleben.

Wissenschaftliche Quellen

• Robert Koch-Institut (RKI): FSME-Risikogebiete in Deutschland, aktuelle Karte und Epidemiologisches Bulletin
• Robert Koch-Institut (RKI): RKI-Ratgeber Frühsommer-Meningoenzephalitis
• Robert Koch-Institut (RKI): Zeckenübertragene Erkrankungen und Hinweise zu Zeckenpathogenen
• Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung / kindergesundheit-info.de: Zecken bei Kindern und Schutz vor Zeckenstichen
• Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung / infektionsschutz.de: FSME-Risikogebiete und Schutzmaßnahmen
• Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz (LUA): Infektionsschutz und meldepflichtige Erkrankungen in Rheinland-Pfalz
• Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz: Informationsblatt „Zecken lauern nicht nur im Gras“
• Ständige Impfkommission (STIKO): Empfehlungen zur FSME-Impfung
• Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ): Informationen zu Zeckenstichen, FSME und Borreliose
• Paul-Ehrlich-Institut (PEI): Informationen zu Impfstoffen und Impfstoffsicherheit
• European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC): Tick-borne diseases in Europe
• World Health Organization (WHO): Vector-borne diseases and prevention
• Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG): Hautreaktionen und Borreliose-Warnzeichen
• AWMF-Leitlinien: Lyme-Borreliose und Neuroborreliose
• Nationales Referenzzentrum für Borrelien: Informationen zu Lyme-Borreliose

Hinweis

Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Gesundheitsbildung. Sie ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Fragen zu Zeckenstichen, FSME-Impfung, Borreliose, Repellentien oder geeigneten Schutzmaßnahmen für Ihr Kind wenden Sie sich bitte an Ihre Kinderärztin, Ihren Kinderarzt, Ihre Hausärztin, Ihren Hausarzt oder das zuständige Gesundheitsamt. Bei Fieber, starker Abgeschlagenheit, Nackensteifigkeit, neurologischen Auffälligkeiten, Gesichtslähmung, Gelenkschmerzen, einer sich ausbreitenden Rötung oder anderen ungewöhnlichen Beschwerden nach einem Zeckenstich sollte zeitnah medizinischer Rat eingeholt werden.

Bildquelle

Jennifer Orth Gesundheitsblog, KI-generiert

Einige Illustrationen und Beitragsbilder auf dieser Website wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und anschließend redaktionell ausgewählt beziehungsweise bearbeitet.

Wissenschaftlicher Stand

Die Inhalte dieses Beitrags basieren auf den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen und Empfehlungen des Robert Koch-Instituts, der Ständigen Impfkommission, pädiatrischer und infektiologischer Fachgesellschaften, Gesundheitsbehörden sowie evidenzbasierten Leitlinien zu FSME, Borreliose und Zeckenschutz.

Stand: Juni 2026

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