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Rotlichttherapie: Was kann Red Light Therapy wirklich?
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Rotlichttherapie: Was kann Red Light Therapy wirklich?

Vielleicht kennen Sie Rotlicht noch ganz klassisch aus der Hausapotheke. Wenn die Nase dicht war, die Stirn drückte oder der Nacken nach einem langen Tag verspannte, wurde die Rotlichtlampe aus dem Schrank geholt und für einige Minuten auf die betreffende Körperstelle gerichtet. Heute begegnet uns Rotlicht in einer völlig neuen Verpackung: als futuristische Gesichtsmaske, leuchtendes Ganzkörperpanel, Rotlichtkappe gegen Haarausfall oder handliches Gerät für Knie, Rücken und Schultern.

Dabei entsteht schnell der Eindruck, rotes Licht könne beinahe alles: Falten glätten, Haare wachsen lassen, Schmerzen lindern, Muskeln schneller regenerieren und vielleicht sogar Schlaf und Wohlbefinden verbessern. Ganz so einfach ist es nicht. Hinter der modernen Red Light Therapy steckt tatsächlich ein medizinisch untersuchtes Verfahren, das meist als Photobiomodulation bezeichnet wird. Gleichzeitig darf man diese moderne Lichtbehandlung nicht mit jeder klassischen Rotlicht- oder Wärmelampe gleichsetzen.

Die spannende Frage lautet deshalb weniger: „Wirkt Rotlicht oder wirkt es nicht?“, sondern vielmehr: Welche Form von Rotlicht kann bei welchen Beschwerden sinnvoll sein, und wo wird aus einer interessanten Therapie ein ziemlich großzügiges Werbeversprechen?

Ist Red Light Therapy dasselbe wie die klassische Rotlichtlampe?

Nicht ganz, auch wenn beides auf den ersten Blick ähnlich aussieht. Die klassische Rotlichtlampe erzeugt vor allem Infrarotwärme. Sie erwärmt Haut und oberflächlich liegendes Gewebe, wodurch viele Menschen eine entspannende und wohltuende Wirkung empfinden. Gerade bei Muskelverspannungen oder einem Druckgefühl im Bereich von Stirn und Nebenhöhlen kann diese Wärme angenehm sein.

Bei moderner Red Light Therapy beziehungsweise Photobiomodulation steht dagegen nicht die Wärme im Mittelpunkt. Hier werden bestimmte Bereiche des roten und teilweise nahinfraroten Lichts genutzt, um biologische Vorgänge im Gewebe zu beeinflussen. Die verwendete Lichtenergie soll dabei wirken, ohne das Gewebe stark zu erhitzen.

Das erklärt auch, warum eine alte Wärmelampe, eine LED-Gesichtsmaske und ein medizinisches Photobiomodulationsgerät zwar alle rot leuchten können, trotzdem aber nicht dieselbe Behandlung darstellen. Bei Lichttherapie kommt es nicht nur auf die Farbe an, sondern unter anderem auf Wellenlänge, Lichtstärke, Abstand, Dauer und das behandelte Gewebe.

Hilft Rotlicht wirklich bei Schnupfen?

Gerade bei Erkältungen gehört die Rotlichtlampe für viele Menschen seit Jahrzehnten zur Hausapotheke. Wenn die Nase verstopft ist oder sich Stirn und Wangen unangenehm schwer anfühlen, kann die Wärme im Gesicht tatsächlich wohltuend sein. Sie kann entspannen und dazu beitragen, dass sich die Beschwerden zumindest vorübergehend angenehmer anfühlen.

Wichtig ist allerdings die Unterscheidung zwischen Beschwerden lindern und eine Erkältung heilen. Ein gewöhnlicher Schnupfen wird meistens durch Viren verursacht. Dass eine klassische Rotlichtlampe diese Viren beseitigt oder die Erkältungsdauer zuverlässig verkürzt, ist bislang nicht überzeugend nachgewiesen. Auch Untersuchungen zu warmer beziehungsweise erhitzter und befeuchteter Luft konnten keine verlässliche Verkürzung eines gewöhnlichen Schnupfens zeigen.

Wenn Ihnen Rotlicht bei einer Erkältung guttut, spricht bei sachgemäßer Anwendung dennoch einiges dafür, die Wärme als unterstützende Maßnahme zu nutzen. Sie sollten nur nicht erwarten, dass sich die Erkältungsviren beim Einschalten der Lampe höflich verabschieden.

 

Was ist mit den Nebenhöhlen?

Bei Druck im Bereich der Nebenhöhlen empfinden viele Menschen Wärme ebenfalls als angenehm. Besonders bei einem unkomplizierten Infekt können Wärme und Ruhe dazu beitragen, dass sich Stirn oder Wangen weniger angespannt anfühlen. Eine Rotlichtlampe behandelt jedoch nicht automatisch die Ursache einer Nasennebenhöhlenentzündung.

Interessant wird es bei der modernen Photobiomodulation. Inzwischen gibt es Untersuchungen, in denen gezielt rotes oder nahinfrarotes Licht bei chronischer Rhinosinusitis, also länger anhaltenden Beschwerden von Nase und Nebenhöhlen, eingesetzt wurde. Die bisherigen Ergebnisse sind durchaus spannend und deuten darauf hin, dass bestimmte Lichtverfahren Beschwerden möglicherweise lindern können.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Rotlichtgerät aus dem Handel bei chronisch entzündeten Nebenhöhlen dieselbe Wirkung besitzt. Medizinisch untersuchte Geräte arbeiten mit genau festgelegten Einstellungen und Behandlungsprotokollen. Ein normales LED-Panel vor dem Gesicht ist deshalb nicht automatisch mit einer klinisch untersuchten Therapie vergleichbar.

Kann Rotlicht auch bei allergischem Schnupfen helfen?

Sogar bei allergischer Rhinitis, also beispielsweise Heuschnupfen, wird Lichttherapie untersucht. In einzelnen klinischen Studien wurden bestimmte Lichtverfahren direkt im Bereich der Nase angewendet und konnten Beschwerden wie eine verstopfte oder laufende Nase verbessern.

Auch hier ist Zurückhaltung wichtig. Eine speziell entwickelte und untersuchte Lichtbehandlung darf nicht mit irgendeiner beliebigen Rotlichtlampe gleichgesetzt werden. Wenn Sie unter ausgeprägtem Heuschnupfen leiden, sollten bewährte Allergiebehandlungen deshalb nicht einfach durch Rotlicht ersetzt werden. Interessant kann die Lichttherapie dennoch sein, insbesondere wenn zukünftige Untersuchungen genauer zeigen, für welche Menschen und welche Beschwerden sie sich eignet.

Was soll rotes Licht eigentlich im Körper bewirken?

Unser Körper reagiert auf Licht, und genau das macht Photobiomodulation so interessant. Bestimmte Bereiche des roten und nahinfraroten Lichts können in die Haut und teilweise in tiefer liegendes Gewebe gelangen. Dort können sie Vorgänge beeinflussen, die unter anderem mit Zellstoffwechsel, Reparatur und Entzündungsreaktionen zusammenhängen.

Dabei spielen auch die Mitochondrien eine Rolle, also jene Bestandteile unserer Zellen, die wesentlich an der Energieversorgung beteiligt sind. Im Internet wird daraus allerdings gern die vereinfachte Behauptung, Rotlicht könne sämtliche Zellen „aufladen“ und den ganzen Körper von innen verjüngen.

So funktioniert unser Organismus nicht. Die biologischen Vorgänge sind wesentlich komplexer, und eine Wirkung bei einer bestimmten Erkrankung bedeutet nicht automatisch, dass Rotlicht sämtliche Körperfunktionen verbessert. Dass Licht etwas in unseren Zellen bewirken kann, ist wissenschaftlich interessant. Daraus eine universelle Verjüngungskur zu machen, ist dagegen eher eine Spezialität des Marketings.

Kann Rotlicht tatsächlich gegen Falten helfen?

Beim Thema Hautalterung gehört Red Light Therapy inzwischen zu den bekanntesten Anwendungen. Besonders LED-Gesichtsmasken werden damit beworben, feine Linien zu glätten, die Hautstruktur zu verbessern und die Haut insgesamt frischer wirken zu lassen.

Ganz unbegründet sind diese Aussagen nicht. Untersuchungen zeigen, dass bestimmte Rotlichtanwendungen Zeichen der Hautalterung in gewissem Umfang verbessern können. Dabei geht es vor allem um kleinere Veränderungen der Hautstruktur und feiner Linien, nicht um eine dramatische Verjüngung.

Wenn Sie eine Rotlichtmaske verwenden, sollten Sie deshalb mit realistischen Erwartungen beginnen. Die Haut kann bei regelmäßiger und passender Anwendung möglicherweise profitieren, aber aus einer 60-jährigen Haut wird dadurch keine 30-jährige. Außerdem bleibt Sonnenschutz eine der wichtigsten Maßnahmen gegen vorzeitige Hautalterung. Eine Rotlichtmaske am Abend kann jahrelange intensive UV-Belastung nicht einfach ausradieren.

Die Haut bekommt also möglicherweise Unterstützung, aber keinen neuen Personalausweis.

Kann Rotlicht bei Haarausfall helfen?

Hier gibt es ebenfalls interessante Erkenntnisse. Besonders bei erblich bedingtem Haarausfall wurde niedrig dosierte Rotlicht- beziehungsweise Lasertherapie untersucht. Einige Studien zeigen, dass sich die Haardichte oder Haardicke bei bestimmten Frauen und Männern verbessern kann.

Das macht Rotlichtkappen und Lichthelme durchaus interessant, allerdings nur für passende Formen des Haarausfalls. Denn Haare können aus zahlreichen Gründen ausfallen. Hormonelle Veränderungen, Erkrankungen der Schilddrüse, Medikamente, starker Stress, bestimmte Hauterkrankungen oder Nährstoffmängel können ebenfalls eine Rolle spielen.

Wenn Ihnen plötzlich deutlich mehr Haare ausfallen oder kahle Stellen entstehen, sollten Sie deshalb zunächst klären lassen, was dahintersteckt. Ein Rotlichthelm kann bei einer geeigneten Form des Haarausfalls eine ergänzende Möglichkeit sein, aber er kann nicht feststellen, warum Ihre Haare überhaupt ausfallen.

Was bringt Rotlicht bei Rücken-, Nacken- und Gelenkschmerzen?

Auch bei Schmerzen ist eine differenzierte Betrachtung wichtig. Eine klassische Wärmelampe kann verspannte Muskulatur angenehm erwärmen und dadurch zur Entspannung beitragen. Wer nach einem langen Tag am Schreibtisch einen steifen Nacken hat, empfindet Wärme häufig als ausgesprochen wohltuend.

Moderne Photobiomodulation wird darüber hinaus bei verschiedenen Muskel- und Gelenkbeschwerden untersucht. Besonders bei bestimmten Beschwerden durch Kniearthrose gibt es Hinweise darauf, dass sich Schmerzen oder Beweglichkeit verbessern können. Die Ergebnisse lassen sich jedoch nicht einfach auf sämtliche Schmerzarten übertragen.

Ein bekanntes Arthroseknie ist schließlich etwas anderes als plötzlich auftretende starke Rückenschmerzen oder eine geschwollene und überwärmte Extremität. Rotlicht kann in geeigneten Situationen eine ergänzende Möglichkeit darstellen, sollte jedoch nie dazu führen, dass neue oder ungewöhnliche Schmerzen einfach weiterbeleuchtet werden, anstatt ihre Ursache abzuklären.

Kann Rotlicht die Muskelerholung nach dem Sport verbessern?

Auch im Fitnessbereich ist Rotlicht inzwischen angekommen. Sportler nutzen große Panels vor oder nach dem Training in der Hoffnung, Muskelkater zu reduzieren und die Regeneration zu verbessern. Tatsächlich gibt es Untersuchungen dazu, ob Photobiomodulation Muskelarbeit und Erholung beeinflussen kann.

Die Ergebnisse sind interessant, aber nicht bei jedem Behandlungsverfahren gleich. Zeitpunkt, Lichtstärke, Wellenlänge und Dauer spielen eine Rolle, weshalb sich aus einzelnen Studien keine einfache Universalregel ableiten lässt.

Wenn Ihnen Rotlicht nach dem Training angenehm ist, kann es durchaus eine ergänzende Maßnahme sein. Schlaf, vernünftige Trainingsplanung, ausreichende Erholung und eine passende Ernährung bleiben allerdings wesentlich wichtiger. Ein Rotlichtpanel kann vieles, aber aus vier Stunden Schlaf werden auch unter roter Beleuchtung keine acht.

Kann Rotlicht die Wundheilung fördern?

Photobiomodulation wird auch im Zusammenhang mit Wundheilung erforscht. Dahinter steckt unter anderem die Frage, ob bestimmte Lichtreize Reparaturprozesse im Gewebe unterstützen können.

Eine schlecht heilende Wunde gehört trotzdem nicht auf eigene Faust vor irgendeine Rotlichtlampe. Wenn eine Wunde stark gerötet, geschwollen oder ungewöhnlich schmerzhaft ist, nässt, sich Eiter bildet oder sie über längere Zeit nicht richtig heilt, sollte zunächst geklärt werden, warum. Infektionen, Durchblutungsstörungen oder beispielsweise Diabetes können die Heilung beeinträchtigen.

Erst wenn die Ursache bekannt ist, lässt sich sinnvoll beurteilen, welche unterstützenden Maßnahmen infrage kommen. Ein modernes Lichtgerät kann medizinische Behandlung ergänzen, aber eine notwendige Wunddiagnostik nicht ersetzen.

Hilft Rotlicht auch beim Schlafen?

Rotlicht wird inzwischen häufig mit besserem Schlaf beworben. Ganz falsch ist der Gedanke dahinter nicht, allerdings werden verschiedene Dinge miteinander vermischt. Sehr helles blauhaltiges Licht am Abend kann unsere innere Uhr beeinflussen, während schwaches rötliches Licht deutlich weniger störend sein kann.

Das bedeutet jedoch noch nicht automatisch, dass eine gezielte Rotlichttherapie Schlafstörungen behandelt. Zwar gibt es erste interessante Untersuchungen, doch bisher lässt sich daraus keine allgemeine Empfehlung ableiten.

Wenn Sie dauerhaft schlecht schlafen, nachts häufig aufwachen oder tagsüber ungewöhnlich erschöpft sind, sollte deshalb die Ursache im Mittelpunkt stehen. Stress, Wechseljahresbeschwerden, Medikamente, Schlafapnoe oder andere gesundheitliche Probleme lassen sich nicht einfach mit einer roten Lampe überstrahlen.

Kann Rotlicht Stoffwechsel und Hormone verbessern?

An diesem Punkt wird die Werbung besonders kreativ. Rotlicht soll angeblich den Stoffwechsel ankurbeln, die Schilddrüse unterstützen, Testosteron erhöhen, Fett abbauen und die „Zellenergie optimieren“.

Solche pauschalen Versprechen gehen deutlich weiter als die derzeit verfügbaren Erkenntnisse. Zwar wird Photobiomodulation in vielen Bereichen untersucht, daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass ein Ganzkörperpanel sämtliche Hormone oder den Stoffwechsel automatisch in die gewünschte Richtung verändert.

Wenn ein einziges Gerät gleichzeitig gegen Falten, Haarausfall, Übergewicht, Schmerzen, Schlafprobleme, Hormonstörungen und Alterung helfen soll, lohnt sich deshalb eine Portion Skepsis. In solchen Fällen könnte die am besten entwickelte Funktion des Geräts seine Marketingabteilung sein.

Was ist eigentlich Nahinfrarot?

Viele moderne Geräte kombinieren sichtbares rotes Licht mit Nahinfrarotlicht. Während Sie rotes Licht deutlich sehen können, liegt Nahinfrarot außerhalb des für Menschen sichtbaren Bereichs. Ein Gerät kann also Licht abgeben, obwohl Sie davon nichts leuchten sehen.

Nahinfrarotes Licht kann tiefer in Gewebe eindringen als sichtbares Rotlicht. Deshalb werden je nach gewünschter Anwendung unterschiedliche Lichtbereiche eingesetzt.

Sie müssen dafür zu Hause allerdings kein Physikstudium beginnen. Viel wichtiger ist, dass der Hersteller verständlich erklärt, welche Wellenlängen sein Gerät verwendet, wofür es vorgesehen ist und wie lange beziehungsweise in welchem Abstand es angewendet werden soll.

Wie lange sollte man Rotlicht anwenden?

Hier gibt es keine allgemeingültige Minutenzahl. Unterschiedliche Geräte können sehr unterschiedliche Lichtmengen abgeben, weshalb zehn Minuten vor Gerät A nicht dasselbe bedeuten wie zehn Minuten vor Gerät B.

Halten Sie sich deshalb an die Gebrauchsanweisung des jeweiligen Geräts. Besonders Abstand, Anwendungsdauer und Häufigkeit sollten nicht nach Gefühl verändert werden.

Der Gedanke „Wenn zehn Minuten gut sind, sind dreißig Minuten bestimmt dreimal so gut“ funktioniert bei Rotlicht ebenso wenig wie bei vielen anderen Behandlungen. Mehr ist nicht automatisch besser.

Woran erkenne ich ein vernünftiges Rotlichtgerät?

Wenn Sie ein Heimgerät kaufen möchten, lohnt sich ein Blick über die hübschen Produktbilder hinaus. Ein seriös beschriebenes Gerät sollte deutlich erklären, für welchen Zweck es gedacht ist, welche Art von Licht es verwendet, wie lange eine Anwendung dauert, welchen Abstand Sie einhalten sollen und ob ein Augenschutz notwendig ist.

Ebenso wichtig ist die Frage, was der Hersteller überhaupt verspricht. Ein Gerät, das für einen klar umrissenen Zweck entwickelt wurde, lässt sich wesentlich besser beurteilen als ein Panel, das angeblich sämtliche Beschwerden zwischen Stirnfalten und Fußsohle beseitigen soll.

Auch der Preis allein sagt wenig über die Wirksamkeit aus. Ein großes Ganzkörperpanel kann sinnvoll sein, wenn Sie größere Flächen behandeln möchten. Für eine kleine Gesichtspartie benötigen Sie dagegen nicht unbedingt eine rote Wand im Schlafzimmer.

Entscheidend sollte nicht sein, welches Gerät am beeindruckendsten aussieht, sondern welches tatsächlich zu Ihrem Ziel passt.

Ist Rotlicht gefährlich?

Rotes Licht enthält keine UV-Strahlung wie Sonnenlicht oder Solarium. Das ist ein wichtiger Unterschied, bedeutet jedoch nicht, dass jede Anwendung automatisch völlig risikofrei ist.

Bei modernen Rotlichtgeräten können beispielsweise Hautreizungen auftreten. Je nach Gerät muss außerdem ein geeigneter Augenschutz verwendet werden. Die jeweiligen Herstellerangaben sollten deshalb ernst genommen werden.

Bei klassischen Rotlicht- und Infrarotlampen kommt zusätzlich die Wärme hinzu. Wenn Sie zu nah an der Lampe sitzen oder die Anwendung zu lange dauert, kann die Haut unangenehm heiß werden. Gerade Menschen mit eingeschränktem Wärmeempfinden sollten hier besonders vorsichtig sein.

Auch geschlossene Augen sind nicht automatisch dasselbe wie ein vom Hersteller empfohlener Augenschutz.

Wer sollte vorher ärztlich nachfragen?

Besondere Vorsicht ist sinnvoll, wenn Sie Medikamente einnehmen, die Ihre Haut lichtempfindlicher machen, oder an einer Erkrankung leiden, die mit erhöhter Lichtempfindlichkeit verbunden ist. Auch bei ungeklärten Hautveränderungen, offenen oder schlecht heilenden Wunden und einer aktuellen oder früheren Krebserkrankung im vorgesehenen Behandlungsbereich sollte die Anwendung vorher medizinisch besprochen werden.

Während einer Krebstherapie sollten Sie Photobiomodulation oder intensive Rotlichtanwendungen nicht eigenständig beginnen. Gleiches gilt während der Schwangerschaft bei großflächigen oder medizinisch gedachten Anwendungen, wenn für das jeweilige Gerät keine ausreichenden Sicherheitsdaten vorliegen.

Wann reicht bei Schnupfen die Rotlichtlampe nicht mehr?

Ein gewöhnlicher Erkältungsschnupfen verschwindet meistens von selbst. Wenn Ihnen die Rotlichtwärme angenehm ist, können Sie sie unterstützend einsetzen. Bei ungewöhnlich starken oder länger anhaltenden Beschwerden sollte jedoch nicht unbegrenzt weiterbehandelt werden.

Besonders bei hohem Fieber, ausgeprägten Gesichtsschmerzen, Schwellungen im Bereich der Augen, Sehstörungen, sehr starken Kopfschmerzen oder einem deutlich verschlechterten Allgemeinzustand ist eine medizinische Abklärung wichtig. Auch wenn sich Beschwerden zunächst bessern und anschließend wieder deutlich verschlechtern, sollten Sie aufmerksam werden.

Die Rotlichtlampe kann in solchen Situationen weiterhin gemütlich leuchten. Die Diagnose sollte sie allerdings Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt überlassen.

Was kann Rotlichttherapie nun wirklich?

Rotlicht ist interessanter, als es auf den ersten Blick wirkt. Die klassische Rotlichtlampe kann durch ihre Wärme angenehm sein, etwa bei Muskelverspannungen oder während einer Erkältung, wenn Stirn und Nebenhöhlen drücken. Eine gewöhnliche virale Erkältung heilt sie jedoch nicht nachweislich schneller.

Moderne Red Light Therapy geht darüber hinaus. Photobiomodulation wird bei Hautalterung, bestimmten Formen von Haarausfall, Muskel- und Gelenkbeschwerden und zahlreichen weiteren medizinischen Fragestellungen untersucht. Selbst bei chronischen Nebenhöhlenproblemen und allergischer Rhinitis gibt es inzwischen interessante Forschung.

Das macht Rotlicht zu einer durchaus spannenden ergänzenden Möglichkeit. Es macht daraus aber noch lange kein Allheilmittel.

Wenn Ihnen eine Rotlichtlampe guttut, dürfen Sie diese Wärme genießen. Wenn Sie eine moderne LED-Maske oder ein Rotlichtpanel nutzen möchten, lohnt sich ein genauer Blick darauf, wofür das Gerät gedacht ist und was Sie davon realistischerweise erwarten können.

Wärme und Entspannung? Gut möglich. Unterstützung bei ausgewählten Beschwerden? Je nach Anwendung durchaus interessant. Falten verschwinden lassen, Erkältungen heilen, Hormone optimieren, Schmerzen beseitigen und nebenbei das biologische Alter zurückdrehen? Dafür reicht das rote Licht dann doch nicht.

Manchmal ist eine Lampe eben eine hilfreiche Lampe.

Sie muss deshalb noch keine Wunderlampe sein.

Wissenschaftliche Quellen

American Academy of Dermatology: Is red light therapy right for your skin?
https://www.aad.org/public/cosmetic/safety/red-light-therapy

Informationen zu Red Light Therapy bei Hautalterung und bestimmten Formen des Haarausfalls sowie Hinweise zur sicheren Anwendung.

U.S. Food and Drug Administration: Photobiomodulation Devices – Premarket Notification
https://www.fda.gov/regulatory-information/search-fda-guidance-documents/photobiomodulation-pbm-devices-premarket-notification-510k-submissions

Informationen zu Photobiomodulationsgeräten, ihren technischen Eigenschaften und Sicherheitsanforderungen.

Systematic Reviews: Effects of photobiomodulation on multiple health outcomes, 2025
https://link.springer.com/article/10.1186/s13643-025-02902-3

Große Übersichtsarbeit zu Photobiomodulation bei verschiedenen gesundheitlichen Anwendungsgebieten.

PubMed: The effectiveness of low-level laser therapy for chronic rhinosinusitis – Systematic Review and Meta-analysis, 2025
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41239066/

Aktuelle Übersichtsarbeit zur Lichttherapie bei chronischer Rhinosinusitis.

PubMed: Efficacy of Photobiomodulation Therapy in Allergic Rhinitis
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39828891/

Klinische Untersuchung zur Anwendung von Photobiomodulation bei allergischer Rhinitis.

Cochrane: Heated, humidified air for the common cold
https://www.cochrane.org/evidence/CD001728_heated-humidified-air-common-cold

Übersichtsarbeit zur Frage, ob warme und befeuchtete Luft einen gewöhnlichen Schnupfen wirksam lindern oder verkürzen kann.

Hinweis

Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Gesundheitsbildung. Sie ersetzen keine individuelle ärztliche, therapeutische oder pharmazeutische Beratung.

Rotlicht-, Infrarot- und Photobiomodulationsgeräte unterscheiden sich erheblich hinsichtlich Lichtart, Wärmeentwicklung, Leistung und vorgesehener Anwendung. Beachten Sie deshalb immer die Gebrauchsanweisung und insbesondere Angaben zu Abstand, Behandlungsdauer und Augenschutz.

Lassen Sie starke oder länger anhaltende Schmerzen, plötzlich auftretenden oder ausgeprägten Haarausfall, auffällige Hautveränderungen, schlecht heilende Wunden sowie ungewöhnlich starke oder länger anhaltende Beschwerden im Bereich von Nase und Nebenhöhlen medizinisch abklären. Bei erhöhter Lichtempfindlichkeit, photosensibilisierenden Medikamenten, einer aktuellen Krebsbehandlung oder einer Krebserkrankung im vorgesehenen Behandlungsbereich sollte eine Lichttherapie vorher ärztlich besprochen werden.

Medizinische Einordnung

Bei Rotlicht sollte zwischen der klassischen wärmenden Rotlicht- beziehungsweise Infrarotlampe und moderner Photobiomodulation unterschieden werden. Wärme kann beispielsweise bei Erkältungs- oder Muskelbeschwerden als angenehm empfunden werden, eine gewöhnliche virale Erkältung wird dadurch jedoch nicht nachweislich geheilt. Für moderne Photobiomodulation gibt es bei einzelnen Einsatzgebieten positive und interessante Studienergebnisse, die Aussagekraft unterscheidet sich jedoch deutlich je nach Anwendung.

Bildquelle

Bildquelle: Jennifer Orth Gesundheitsblog, KI-generiert

Einige Illustrationen und Beitragsbilder auf dieser Website wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und anschließend redaktionell ausgewählt beziehungsweise bearbeitet.

Wissenschaftlicher Stand

Die Inhalte dieses Beitrags basieren auf den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen und Informationen medizinischer Fachinstitutionen.

Stand: August 2026

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