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Warum schlafen wir bei Hitze schlechter? 8 Tipps für erholsamere Sommernächte
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Warum schlafen wir bei Hitze schlechter? 8 Tipps für erholsamere Sommernächte

Kennen Sie diese Sommernächte, in denen Sie abends eigentlich herrlich müde ins Bett gehen und schon wenige Minuten später feststellen, dass an Schlaf irgendwie nicht zu denken ist? Das Kissen ist warm, die Bettdecke fühlt sich plötzlich an wie ein Wintermantel und selbst das offene Fenster scheint nur warme Luft von einer Ecke des Zimmers in die andere zu schieben. Also drehen Sie das Kissen auf die kühlere Seite, schieben erst einen Fuß, dann ein ganzes Bein unter der Decke hervor und fragen sich irgendwann: Warum bin ich eigentlich todmüde und kann trotzdem nicht richtig schlafen?

Damit sind Sie nicht allein. Gerade während längerer Hitzeperioden merken viele Menschen, dass der Schlaf leichter wird, sie häufiger aufwachen oder morgens zwar viele Stunden im Bett gelegen haben, sich aber trotzdem nicht wirklich erholt fühlen. Der Grund dafür ist spannender, als man zunächst denkt, denn unser Körper braucht zum Schlafen nicht nur Ruhe und Dunkelheit. Er möchte nachts auch ein wenig abkühlen. Und wenn das Schlafzimmer nach einem heißen Sommertag noch immer die Wärme gespeichert hat, wird genau das schwierig.

Das bedeutet übrigens nicht, dass mit Ihrem Schlaf plötzlich etwas nicht stimmt. Ihr Körper versucht schlicht, zwei Aufgaben gleichzeitig zu erledigen: Er möchte schlafen und gleichzeitig dafür sorgen, dass Ihnen nicht zu heiß wird. Bei 28 Grad im Schlafzimmer kann daraus allerdings eine kleine Nachtschicht für die Temperaturregulation werden.

Schauen wir uns deshalb einmal genauer an, warum Hitze unseren Schlaf so durcheinanderbringen kann und was Sie tun können, damit aus einer Tropennacht trotzdem eine möglichst erholsame Nacht wird.

Warum braucht unser Körper zum Einschlafen überhaupt eine niedrigere Temperatur?

Vielleicht ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Ihre Hände oder Füße am Abend wärmer werden. Das klingt zunächst widersprüchlich, denn schließlich soll der Körper doch abkühlen. Tatsächlich gehört genau diese stärkere Durchblutung der Haut zu seinem nächtlichen Kühlprogramm. Wärme wird aus dem Körperinneren nach außen transportiert und kann über die Haut an die Umgebung abgegeben werden. Gleichzeitig sinkt die Körperkerntemperatur im Verlauf des Abends etwas ab.

Dieser kleine Temperaturabfall gehört zu unserem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus und unterstützt den Übergang in den Schlaf. Während Sie also vielleicht noch überlegen, ob Sie die nächste Folge Ihrer Serie wirklich anschauen sollten, hat Ihr Körper längst begonnen, den Tag herunterzufahren.

Normalerweise funktioniert diese Wärmeabgabe erstaunlich unauffällig. Problematisch wird es erst dann, wenn die Umgebung selbst kaum noch Wärme aufnehmen kann. Nach einem heißen Sommertag sind nämlich häufig nicht nur die Luft, sondern auch Wände, Möbel, Matratze und Bettzeug aufgeheizt. Legen Sie sich dann ins Bett, versucht Ihr Körper weiterhin Wärme abzugeben, doch die Temperaturdifferenz zur Umgebung ist deutlich kleiner. Sie beginnen leichter zu schwitzen, empfinden die Decke als unangenehm und schlafen unruhiger.

Deshalb kann man bei Hitze gleichzeitig müde und trotzdem erstaunlich wach sein. Der Kopf wäre eigentlich längst bereit für die Nacht, aber der Rest des Körpers versucht noch, ein halbwegs angenehmes Klima herzustellen.

Warum wachen wir in warmen Nächten immer wieder auf?

Vielleicht gehören Sie gar nicht zu den Menschen, die bei Hitze lange zum Einschlafen brauchen. Sie schlafen zunächst problemlos ein, wachen aber plötzlich um ein Uhr, drei Uhr und kurz vor dem Wecker wieder auf. Mal ist das Kissen zu warm, mal klebt das Bettlaken unangenehm an der Haut und irgendwann beginnt die Suche nach einer Ecke der Matratze, die sich noch nicht aufgeheizt hat.

Auch diese kleinen Unterbrechungen sind kein Zufall. Unser Schlaf besteht aus mehreren Schlafstadien, die sich im Laufe einer Nacht wiederholen. Dazu gehören leichtere Schlafphasen, Tiefschlaf und REM-Schlaf. Sehr warme Bedingungen können diese Abläufe stören. Untersuchungen zeigen, dass Menschen bei hoher nächtlicher Temperatur häufiger wach werden, insgesamt kürzer schlafen und teilweise auch weniger erholsame Schlafphasen erreichen.

Das Spannende daran ist, dass wir uns an viele dieser kurzen Wachmomente am nächsten Morgen gar nicht erinnern. Trotzdem können sie dafür sorgen, dass sich der Schlaf weniger erholsam anfühlt. Sie schauen morgens auf die Uhr und denken vielleicht: „Ich war doch fast acht Stunden im Bett. Warum fühle ich mich trotzdem, als hätte die Nacht nur fünf geliefert?“

Weil Bettzeit und Schlafqualität eben zwei verschiedene Dinge sind. Der Körper zählt nicht nur Stunden, sondern auch, wie ruhig und zusammenhängend Sie schlafen konnten.

Muss ein Schlafzimmer wirklich genau 18 Grad haben?

Vielleicht haben Sie schon oft gelesen, dass die perfekte Schlaftemperatur bei ungefähr 18 Grad liegen soll. Solche Zahlen sind praktisch, weil sie schön eindeutig wirken. Unser Körper hält sich allerdings nicht immer so begeistert an feste Vorgaben.

Menschen unterscheiden sich deutlich darin, welche Temperatur sie angenehm finden. Auch Ihre Bettdecke, Matratze, Schlafkleidung, Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung, das Alter und sogar hormonelle Veränderungen beeinflussen das Wärmeempfinden. Manche Menschen schlafen bei 20 oder 21 Grad wunderbar, während andere bei derselben Temperatur bereits anfangen, die Decke immer weiter Richtung Fußende zu schieben.

Sie müssen deshalb nicht nachts um halb zwei auf das Thermometer schauen und sich ärgern, weil dort 22 statt 18 Grad stehen. Viel wichtiger ist die Frage: Fühlen Sie sich angenehm temperiert oder sind Sie die halbe Nacht damit beschäftigt, irgendwie kühler zu werden?

Wenn Sie schwitzen, ständig die Decke wegschieben oder wegen der Wärme aufwachen, ist das Schlafzimmer für Sie wahrscheinlich schlicht zu warm. Und genau hier können Sie ansetzen.

1. Warum sollten Sie Ihr Schlafzimmer schon tagsüber auf die Nacht vorbereiten?

Wenn Sie erst kurz vor dem Schlafengehen versuchen, einen völlig aufgeheizten Raum herunterzukühlen, sind Sie häufig schon spät dran. Ein Schlafzimmer sammelt während eines heißen Tages nämlich nicht nur warme Luft. Sonnenstrahlen erwärmen Fenster, Wände, Böden, Möbel und sogar die Matratze. Diese gespeicherte Wärme wird später langsam wieder abgegeben, weshalb sich ein Zimmer manchmal selbst gegen Mitternacht noch erstaunlich warm anfühlt.

Deshalb lohnt es sich, die Sonne bereits tagsüber möglichst draußen zu halten. Außenliegende Rollläden oder Jalousien sind besonders wirkungsvoll, weil sie einen Teil der Strahlung stoppen, bevor sie überhaupt durch die Fensterscheibe gelangt. Haben Sie diese Möglichkeit nicht, können auch Vorhänge oder Rollos helfen.

Und wie sieht es mit offenen Fenstern aus? Hier führt uns unser Gefühl manchmal ein wenig in die Irre. Ein geöffnetes Fenster vermittelt zwar Frische, aber wenn draußen 34 Grad herrschen und in Ihrer Wohnung 26, holen Sie sich mit der vermeintlich frischen Luft vor allem zusätzliche Wärme ins Haus. Dann darf das Fenster während der heißesten Stunden durchaus geschlossen bleiben.

Auch elektrische Geräte tragen ein wenig zur Wärme bei. Computer, Fernseher und Lampen geben Energie an den Raum ab. Im Winter ist das kaum der Rede wert, aber an einem heißen Sommertag müssen nicht auch noch sämtliche Geräte begeistert mitheizen.

Und falls Sie abends unbedingt etwas backen möchten: Natürlich dürfen Sie das. Nur sollte man sich anschließend nicht allzu sehr wundern, wenn die Küche plötzlich einen Hauch von Mittelmeer im Hochsommer entwickelt.

2. Wann sollten Sie die Fenster wirklich weit öffnen?

Der beste Zeitpunkt zum Lüften ist erstaunlich einfach zu erkennen: dann, wenn es draußen tatsächlich kühler ist als drinnen. Besonders früh morgens können Sie diesen Temperaturvorteil nutzen. Öffnen Sie die Fenster weit und sorgen Sie, wenn möglich, für Durchzug, damit die erwärmte Innenluft schneller entweichen kann.

Auch spät am Abend oder nachts kann Lüften sehr angenehm sein, sofern die Außentemperatur inzwischen gesunken ist. Wer Fenster auf gegenüberliegenden Seiten der Wohnung öffnen kann, bekommt häufig einen deutlich stärkeren Luftaustausch als mit einem einzelnen gekippten Fenster.

Was allerdings nach mehreren Hitzetagen häufig überrascht: Selbst wenn draußen bereits kühlere Luft hereinkommt, fühlt sich die Wohnung zunächst weiterhin warm an. Das liegt daran, dass Wände, Dachflächen, Böden und Möbel ihre gespeicherte Wärme noch eine Weile abgeben. Ein Gebäude kann dabei erstaunlich ausdauernd sein. Manche Dachgeschosswohnung scheint im Juli geradezu persönlich daran interessiert, auch nachts noch etwas vom Nachmittag zu bewahren.

Trotzdem lohnt sich das Lüften. Jede kühlere Stunde hilft dabei, die gespeicherte Wärme nach und nach aus der Wohnung zu bekommen.

3. Hilft ein Ventilator wirklich, obwohl er den Raum gar nicht kälter macht?

Diese Frage ist völlig berechtigt. Ein Ventilator senkt die Temperatur der Raumluft normalerweise kaum. Trotzdem kann er einen erstaunlichen Unterschied machen, weil bewegte Luft die Verdunstung von Schweiß unterstützt. Und genau dabei gibt unser Körper Wärme ab.

Das bedeutet: Der Ventilator macht nicht unbedingt das Schlafzimmer kälter, aber er kann Sie besser abkühlen.

Sie müssen dafür allerdings nicht die ganze Nacht auf höchster Stufe angepustet werden. Ein sanfter Luftstrom durch das Zimmer reicht häufig vollkommen aus. Wenn Sie empfindliche Augen oder Schleimhäute haben, stellen Sie das Gerät besser so auf, dass es die Luft im Raum bewegt und nicht direkt auf Ihr Gesicht gerichtet ist.

Bei sehr großer Hitze kommt irgendwann der Punkt, an dem reine Luftbewegung nicht mehr ausreicht. Wenn die Umgebung selbst sehr heiß ist, kann eine Klimaanlage deutlich mehr bewirken. Dabei muss das Schlafzimmer aber keineswegs zur Kühlkammer werden. Schon einige Grad weniger können dafür sorgen, dass Ihr Körper die eigene Wärme wesentlich leichter loswird.

Das Ziel lautet also nicht: möglichst kalt.

Das Ziel lautet: angenehm genug, damit Ihr Körper nachts nicht ständig gegen die Hitze arbeiten muss.

4. Ist vielleicht gar nicht Ihr Schlafzimmer das Problem, sondern Ihr Bett?

Wenn wir über Hitze sprechen, schauen wir meistens auf das Thermometer an der Wand. Dabei kann sich direkt unter der Bettdecke ein eigenes kleines Klima entwickeln, das deutlich wärmer ist als die Raumluft.

Matratze, Topper, Matratzenschoner und Bettdecke speichern einen Teil der Wärme, die Ihr Körper während der Nacht abgibt. Besonders dicke oder wenig atmungsaktive Materialien können dafür sorgen, dass es rund um den Körper immer wärmer wird. Dann beginnt irgendwann dieses typische Sommermanöver: Decke weg, Decke wieder her, ein Fuß raus, beide Füße raus und schließlich die Erkenntnis, dass auch das Kissen inzwischen verdächtig warm geworden ist.

Probieren Sie deshalb ruhig aus, wie wenig Bettzeug Sie in einer heißen Nacht tatsächlich brauchen. Eine leichte Sommerdecke oder ein dünnes Laken reicht vielen Menschen vollkommen aus. Auch zusätzliche Auflagen können Sie vorübergehend entfernen, wenn Sie das Gefühl haben, dass sich darunter besonders viel Wärme sammelt.

Bei der Schlafkleidung gibt es dagegen keine allgemeingültige Regel. Manche Menschen fühlen sich mit möglichst wenig Stoff am wohlsten, andere schlafen lieber in einem leichten Baumwollshirt oder einem lockeren Schlafanzug, weil dieser Schweiß aufnimmt. Entscheidend ist nicht, was theoretisch am kühlsten sein müsste, sondern womit Sie sich tatsächlich angenehm fühlen.

Ihr Bett muss im Sommer schließlich keinen Preis für maximale Gemütlichkeit gewinnen. Manchmal ist etwas weniger Gemütlichkeit erstaunlich erholsam.

5. Sollte man vor dem Schlafengehen kalt duschen?

Nach einem heißen Tag klingt eine eiskalte Dusche ausgesprochen verlockend. Man möchte am liebsten innerhalb von Sekunden jede gespeicherte Wärme loswerden. Doch für einen erholsamen Schlaf muss die Dusche gar nicht extrem kalt sein.

Auch eine lauwarme oder angenehm warme Dusche kann helfen, weil sie die Hautdurchblutung beeinflusst und der Körper anschließend Wärme besser nach außen abgeben kann. Untersuchungen zu Duschen und Bädern vor dem Schlafengehen zeigen sogar, dass eine gezielte Erwärmung der Haut unter bestimmten Bedingungen das spätere Einschlafen unterstützen kann.

Das klingt zunächst ein wenig widersprüchlich: Ihnen ist heiß und Sie sollen sich noch wärmer duschen? Entscheidend ist jedoch nicht die Wärme während der Dusche, sondern das, was danach passiert. Der Körper kann anschließend verstärkt Wärme über die Haut abgeben.

Im echten Sommeralltag müssen Sie daraus aber keine Wissenschaft machen. Eine angenehm lauwarme Dusche, nach der Sie sich sauber, frisch und entspannt fühlen, ist völlig ausreichend.

Wenn Sie danach ins Bett gehen und denken: „Jetzt ist es wenigstens angenehmer“, hat die Dusche ihren Zweck bereits erfüllt.

6. Wie viel sollten Sie bei Hitze trinken und warum hilft der Liter Wasser kurz vor dem Bett nicht unbedingt?

Schwitzen ist eines unserer wichtigsten Kühlsysteme. Wenn Schweiß auf der Haut verdunstet, wird Wärme abgeführt. Dafür benötigt der Körper allerdings ausreichend Flüssigkeit.

Gerade an heißen Tagen lohnt es sich deshalb, regelmäßig über den Tag verteilt zu trinken und nicht erst am Abend festzustellen, dass zwischen Frühstück und Abendessen hauptsächlich Kaffee im Spiel war. Wenn Sie Ihren gesamten Flüssigkeitsbedarf dann kurz vor dem Schlafengehen aufholen möchten, kann das zwar Ihren Durst lösen, eröffnet aber möglicherweise ein neues Nachtprogramm mit mehreren Ausflügen ins Badezimmer.

Besser ist es, die Flüssigkeitszufuhr über den Tag zu verteilen und sich für die Nacht bei Bedarf ein Glas Wasser ans Bett zu stellen.

Auch Alkohol verdient an warmen Sommerabenden ein wenig Aufmerksamkeit. Ein Glas Wein oder ein kaltes Bier gehört für manche Menschen einfach zu einem schönen Abend dazu. Größere Mengen können den Schlaf jedoch unruhiger machen und sind bei großer Hitze zusätzlich ungünstig für den Flüssigkeitshaushalt.

Ähnliches gilt für Koffein. Wenn Sie ohnehin Schwierigkeiten haben, bei Hitze einzuschlafen, lohnt sich ein Blick darauf, wann Sie Ihren letzten Kaffee trinken. Vielleicht ist nicht allein das warme Schlafzimmer schuld, wenn Sie um Mitternacht noch erstaunlich wach sind. Der Cappuccino vom späten Nachmittag könnte sich ebenfalls noch für das Abendprogramm angemeldet haben.

7. Warum ist die anstrengende Sportrunde direkt vor dem Schlafen nicht immer ideal?

Bewegung ist grundsätzlich hervorragend für unseren Schlaf. Sie unterstützt einen gesunden Tagesrhythmus, hilft beim Stressabbau und kann langfristig die Schlafqualität verbessern. An sehr heißen Tagen kann jedoch der Zeitpunkt eine Rolle spielen.

Während intensiver Bewegung produziert der Körper zusätzliche Wärme. Wenn Sie direkt danach in ein ohnehin stark aufgeheiztes Schlafzimmer gehen, muss Ihre Temperaturregulation gleich zwei Aufgaben bewältigen: die überschüssige Wärme vom Sport und die Wärme der Umgebung.

Deshalb kann es an heißen Tagen angenehmer sein, intensives Training auf die frühen Morgenstunden oder einen kühleren Teil des Abends zu verlegen. So bekommt der Körper anschließend noch etwas Zeit, wieder herunterzufahren.

Auch beim Essen darf der Abend etwas leichter werden. Eine sehr große Mahlzeit kurz vor dem Zubettgehen kann den Körper zusätzlich beschäftigen und Wärme erzeugen. Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie im Hochsommer nur noch von Gurken und Wassermelone leben müssen. Ein wenig Abstand zwischen schwerem Essen und Schlaf kann aber angenehm sein.

Es geht also weniger darum, den perfekten Sommerabend zu planen, sondern Ihrem Körper nicht sämtliche Aufgaben gleichzeitig zuzuschieben.

8. Was spricht eigentlich dagegen, für eine Nacht im Wohnzimmer zu schlafen?

Viele Menschen bleiben erstaunlich konsequent ihrem Schlafzimmer treu, selbst wenn dieses unter dem Dach liegt und nach drei heißen Tagen eher an einen Wintergarten im August erinnert. Dabei gibt es keinen medizinischen Grund, warum Sie unbedingt genau dort schlafen müssen, wo Ihr Bett normalerweise steht.

Warme Luft steigt nach oben, weshalb Räume in unteren Stockwerken oder auf der schattigen Seite des Gebäudes oft angenehmer bleiben. Wenn Ihr Wohnzimmer nachts deutlich kühler ist, kann das Sofa oder eine provisorische Schlafmöglichkeit dort für einige Nächte die bessere Wahl sein.

Auch beim Schlafen zu zweit lohnt sich etwas Pragmatismus. Zwei Körper geben Wärme ab, und unter einer gemeinsamen schweren Decke entsteht schnell ein besonders warmes Mikroklima. Separate leichte Decken oder ein wenig mehr Abstand können während einer Tropennacht ausgesprochen angenehm sein.

Das bedeutet nicht, dass die Romantik bis September Pause machen muss. Manchmal ist es ausgesprochen liebevoll, dem anderen nachts einfach ein bisschen mehr Platz und seine eigene dünne Decke zu gönnen.

Warum schläft mein Partner friedlich, während ich gefühlt zerfließe?

Diese Frage dürfte in einigen Schlafzimmern regelmäßig für Diskussionen sorgen. Der eine liegt ohne Decke da und überlegt, ob der Fußboden vielleicht kühler wäre, während der andere friedlich schläft und sich sogar noch zudeckt.

Tatsächlich empfinden Menschen Wärme sehr unterschiedlich. Körperzusammensetzung, Stoffwechsel, Alter, Medikamente, hormonelle Veränderungen und individuelle Temperaturwahrnehmung spielen dabei eine Rolle.

Besonders Frauen in den Wechseljahren können warme Nächte als belastend empfinden, wenn Hitzewallungen oder Nachtschweiß zusätzlich zur hohen Raumtemperatur auftreten. Dann kommt die Wärme gewissermaßen von außen und innen gleichzeitig.

Wenn nächtliches Schwitzen allerdings plötzlich neu auftritt, sehr stark ist oder auch bei angenehm kühler Raumtemperatur regelmäßig vorkommt, sollte man es nicht automatisch auf den Sommer schieben. In diesem Fall kann eine medizinische Abklärung sinnvoll sein.

Warum fühlen wir uns nach der dritten heißen Nacht oft viel schlechter als nach der ersten?

Eine einzelne schlechte Nacht steckt der Körper meist erstaunlich gut weg. Wenn jedoch mehrere warme Nächte hintereinander zu kürzerem und unruhigerem Schlaf führen, summiert sich die fehlende Erholung.

Vielleicht merken Sie dann, dass Sie tagsüber weniger konzentriert sind, schneller gereizt reagieren oder am Nachmittag ungewöhnlich müde werden. Gleichzeitig kann sich ein weiteres Problem einschleichen: Sie beginnen schon vor dem Zubettgehen darüber nachzudenken, ob Sie heute wieder schlecht schlafen werden.

Aus der Hitze wird dann zusätzlich ein kleiner Schlafdruck. Sie liegen im Bett, beobachten sich selbst und fragen sich, ob Sie schon müde genug sind. Genau diese Aufmerksamkeit kann das Einschlafen noch schwieriger machen.

Versuchen Sie deshalb, eine schlechte Tropennacht nicht größer zu machen, als sie ist. Wenn die Temperaturen sinken, normalisiert sich der Schlaf bei vielen Menschen von selbst wieder.

Ihr Körper hat das Schlafen nicht verlernt. Er hat im Moment einfach ziemlich viel mit der Wärme zu tun.

Und was ist mit dem berühmten nassen Handtuch vor dem Ventilator?

Kaum wird es heiß, tauchen auch die sommerlichen Geheimtipps wieder auf. Feuchte Handtücher, Kühlakkus, eingefrorene Bettwäsche oder sogar Socken aus dem Gefrierfach sollen für bessere Nächte sorgen.

Ein feuchtes Tuch vor einem Ventilator kann tatsächlich durch Verdunstung kurzfristig etwas kühlen. Allerdings steigt dadurch auch die Luftfeuchtigkeit. Und genau das kann bei schwüler Hitze zum Problem werden, weil Schweiß auf unserer Haut dann schlechter verdunstet.

Wenn Ihnen dieser Trick angenehm erscheint, können Sie ihn natürlich ausprobieren. Nur sollten Sie nicht erwarten, dass das Handtuch über Nacht plötzlich eine vollwertige Klimaanlage entwickelt.

Kühlakkus oder kalte Tücher können ebenfalls angenehm sein, sollten aber nicht lange direkt auf empfindlicher Haut liegen. Insgesamt sind solche Methoden eher kleine Extras. Die wichtigsten Stellschrauben bleiben Beschattung, kluges Lüften, Luftbewegung und ein Bett, das nicht mehr Wärme speichert als nötig.

Wann ist eine heiße Nacht nicht mehr nur lästig?

Meistens ist schlechter Schlaf bei Hitze genau das: lästig. Doch wenn der Körper über längere Zeit stark überhitzt, können ernstere Beschwerden entstehen.

Achten Sie deshalb auf Symptome wie starke Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskelkrämpfe, ausgeprägten Durst, schnellen Puls oder ungewöhnlich schnelle Atmung. Solche Beschwerden können darauf hindeuten, dass die Hitze den Körper stärker belastet.

Betroffene sollten dann in eine kühlere Umgebung gebracht werden und Flüssigkeit erhalten, sofern sie wach und in der Lage sind zu trinken. Auch vorsichtige Kühlung kann helfen.

Bei Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen oder dem Verdacht auf einen Hitzschlag muss dagegen sofort medizinische Hilfe organisiert werden. Ein Hitzschlag ist ein Notfall.

Besonders aufmerksam sollten Sie bei älteren Menschen, kleinen Kindern und Menschen mit chronischen Erkrankungen sein. Während längerer Hitzewellen kann deshalb eine ganz einfache Frage ausgesprochen wichtig werden: „Wie warm ist es bei dir nachts eigentlich noch?“

Warum werden heiße Nächte zunehmend zu einem Gesundheitsthema?

Hohe Temperaturen beschäftigen inzwischen auch die Schlafforschung immer stärker. Untersuchungen zeigen, dass warme Nächte mit kürzerer Schlafdauer und schlechterer Schlafqualität verbunden sein können. Besonders belastend sind mehrere heiße Nächte hintereinander, wenn Gebäude kaum noch Gelegenheit bekommen abzukühlen.

Damit wird guter Schlaf im Sommer auch zu einer Frage der Wohnsituation. Ein gut verschattetes Schlafzimmer im Erdgeschoss kann bei derselben Außentemperatur völlig andere Bedingungen bieten als ein schlecht isoliertes Dachgeschoss.

Das ist wichtig, weil dadurch auch die Grenzen persönlicher Schlaftipps deutlich werden. Sie können Ihre Decke austauschen, richtig lüften und einen Ventilator aufstellen. Wenn der Raum aber nachts dauerhaft über 30 Grad warm bleibt, lässt sich das Problem nicht allein mit besserer Schlafhygiene lösen.

Heiße Nächte sind deshalb längst mehr als ein kleines Komfortproblem. Je häufiger Hitzewellen auftreten, desto wichtiger werden Wohnungen und Städte, die auch nachts ausreichend abkühlen können.

Was hilft nun wirklich, wenn die nächste Tropennacht vor der Tür steht?

Sie brauchen keine komplizierte Sammlung aus Kühlakkus, Spezialkissen und nächtlichen Experimenten. Die sinnvollsten Maßnahmen sind erstaunlich bodenständig: Halten Sie die Sonne tagsüber möglichst draußen, nutzen Sie die kühleren Stunden zum Lüften, sorgen Sie nachts für Luftbewegung und machen Sie Ihr Bett leichter. Trinken Sie ausreichend über den Tag verteilt, reduzieren Sie zusätzliche Wärmequellen am späten Abend und wechseln Sie im Zweifel für ein paar Nächte in einen kühleren Raum.

Vor allem dürfen Sie gelassen bleiben, wenn Ihr Schlaf während großer Hitze einmal schlechter ausfällt. Ihr Körper weigert sich nicht plötzlich zu schlafen. Er versucht gleichzeitig, seine Temperatur zu regulieren und Ihnen eine erholsame Nacht zu ermöglichen.

Wenn Sie ihm die Wärmeabgabe ein wenig erleichtern, stehen die Chancen deutlich besser, dass Sie trotz Sommerhitze zur Ruhe kommen.

Und wenn Sie morgens feststellen, dass Sie das Kissen in der Nacht nur einmal auf die kühlere Seite drehen mussten, darf man das im Hochsommer durchaus schon als kleinen Erfolg verbuchen.

Wissenschaftliche Quellen

Hinweis

Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Gesundheitsbildung. Sie ersetzen keine individuelle ärztliche, therapeutische oder pharmazeutische Beratung.

Wenn Schlafprobleme unabhängig von der Außentemperatur über längere Zeit bestehen, Ihren Alltag deutlich beeinträchtigen oder regelmäßig mit Atemaussetzern, starker Tagesmüdigkeit, ausgeprägten nächtlichen Schweißausbrüchen oder anderen Beschwerden verbunden sind, sollten Sie die Ursache medizinisch abklären lassen.

Bei großer Hitze können starke Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskelkrämpfe, schneller Puls oder andere deutliche Beschwerden auf eine hitzebedingte Erkrankung hinweisen. Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall.

Bildquelle

Bildquelle: Jennifer Orth Gesundheitsblog, KI-generiert

Einige Illustrationen und Beitragsbilder auf dieser Website wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und anschließend redaktionell ausgewählt beziehungsweise bearbeitet.

Wissenschaftlicher Stand

Die Inhalte dieses Beitrags basieren auf den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen und Informationen medizinischer Fachinstitutionen.

Stand: August 2026

 

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