Ein Tag am See, ein Spaziergang durch eine schöne Stadt, ein Besuch im Zoo, ein Ausflug mit den Enkelkindern, eine kleine Wanderung oder einfach ein paar Stunden in einem gemütlichen Café mit anschließendem Spaziergang – solche Unternehmungen gehören zu den Dingen, die den Alltag bereichern. Eine rheumatische Erkrankung muss Sie davon nicht ausschließen. Sie verlangt allerdings manchmal eine andere Art der Planung, denn Schmerzen, Morgensteifigkeit, eingeschränkte Beweglichkeit, Fatigue oder Medikamente können beeinflussen, wie lange Sie unterwegs sein möchten und welche Bedingungen für Sie angenehm sind.
Dabei sollten Sie einen Ausflug nicht grundsätzlich möglichst kurz und bewegungsarm planen. Regelmäßige körperliche Aktivität gehört bei vielen rheumatischen Erkrankungen ausdrücklich zur Behandlung. Bewegung unterstützt Muskelkraft, Beweglichkeit, Koordination und die allgemeine Belastbarkeit. Entscheidend ist deshalb eine Unternehmung, bei der Aktivität, Pausen und Ihre persönliche Tagesform gut zusammenpassen. Ein Spaziergang mit mehreren Sitzmöglichkeiten kann wesentlich angenehmer sein als stundenlanges Stehen in einem Museum, obwohl die eigentliche Gehstrecke viel länger ist. Eine kleine Wanderung auf gutem Untergrund kann besser funktionieren als ein Stadtbummel mit Kopfsteinpflaster, langen Warteschlangen und kaum vorhandenen Sitzplätzen.
Gerade deshalb lohnt sich vor einem Ausflug ein kurzer Blick auf die Dinge, die Ihren Tag tatsächlich beeinflussen. Wie lange können Sie bequem laufen? Wie lange sitzen Sie gut? Brauchen Sie zwischendurch eine Möglichkeit, die Beine auszustrecken? Sind Hände, Knie oder Füße momentan stärker betroffen? Benötigen Sie regelmäßig Medikamente? Vertragen Sie Hitze oder starke Sonne schlecht? Müssen Sie häufiger eine Toilette aufsuchen? Und möchten Sie am Abend noch genügend Kraft haben, um nicht vollkommen erschöpft nach Hause zu kommen?
Eine gute Planung soll Ihren Ausflug leichter und entspannter machen. Sie schafft Reserven, verhindert unnötige Wege und ermöglicht Ihnen, den Tag zu genießen, ohne ständig im Kopf rechnen zu müssen, wie viele Schritte noch vor Ihnen liegen.
Info-Box: Ein guter Ausflug passt zu Ihrer Kraft
Planen Sie die Unternehmung so, dass Bewegung möglich bleibt und gleichzeitig Pausen vorgesehen sind. Wählen Sie eine Route mit Sitzmöglichkeiten, einer erreichbaren Toilette und möglichst kurzen unnötigen Wegen. Nehmen Sie benötigte Medikamente und Hilfsmittel mit und informieren Sie Ihre Begleitung darüber, welche Pausen Ihnen guttun. So müssen Sie während des Tages nicht jedes Mal neu erklären, weshalb Sie kurz sitzen, langsamer gehen oder die Route verändern möchten.
Beginnen Sie die Planung mit Ihrer tatsächlichen Belastbarkeit
Bei Rheuma gibt es nicht nur „fit“ oder „nicht fit“. Ihre Belastbarkeit kann von Tag zu Tag unterschiedlich sein und hängt unter anderem von der Krankheitsaktivität, Schlafqualität, Schmerzen, Morgensteifigkeit, Fatigue, Wetter und den Aktivitäten der vergangenen Tage ab. Deshalb ist die Strecke, die Sie vor drei Monaten problemlos zurückgelegt haben, nicht automatisch die richtige Orientierung für heute.
Hilfreicher ist es, Ihren normalen Alltag als Maßstab zu nehmen. Können Sie derzeit ungefähr eine halbe Stunde spazieren und fühlen sich danach noch gut, lässt sich daraus eine passende Unternehmung entwickeln. Benötigen Sie bereits nach zehn Minuten eine Pause, sollte eine Route genügend Sitzmöglichkeiten enthalten. Können Sie gut gehen, aber nur schlecht längere Zeit stehen, wird eine Stadtführung ohne Sitzpausen möglicherweise anstrengender als ein längerer Spaziergang.
Denken Sie dabei nicht ausschließlich an die eigentliche Aktivität. Auch die Fahrt zum Ziel, die Parkplatzsuche, der Weg vom Bahnhof, das Anstehen am Eingang und der Rückweg benötigen Energie. Ein vermeintlich zweistündiger Ausflug kann dadurch schnell fünf oder sechs Stunden umfassen.
Planen Sie deshalb nicht bis an die äußerste Grenze Ihrer Belastbarkeit. Eine kleine Reserve ist besonders dann angenehm, wenn Wege länger sind als erwartet oder Sie am Ende des Tages noch zum Auto beziehungsweise Bahnhof zurückkommen müssen.
Hilfekästchen: Drei Fragen vor dem Start
Wie lange kann ich heute angenehm gehen oder stehen?
Wo kann ich zwischendurch sitzen und mich erholen?
Habe ich für den Rückweg noch genügend Kraft eingeplant?Mit diesen drei Fragen lässt sich ein Ausflug häufig besser beurteilen als allein anhand der Kilometerzahl.
Fatigue braucht eine andere Planung als normale Müdigkeit
Viele Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen erleben eine ausgeprägte Erschöpfung, die als Fatigue bezeichnet wird. Sie kann bereits morgens vorhanden sein oder im Laufe des Tages plötzlich deutlich stärker werden. Ein voller Terminkalender, lange Fahrzeiten, Hitze, Schmerzen und viele Reize können zusätzlich Kraft kosten.
Bei Fatigue hilft es, die verfügbare Energie über den Tag zu verteilen. Legen Sie deshalb Pausen nicht erst dann ein, wenn Sie bereits vollkommen erschöpft sind. Eine kurze Pause nach einer halben Stunde kann verhindern, dass später eine wesentlich längere Erholungsphase notwendig wird.
Setzen Sie sich zwischendurch hin, trinken Sie etwas und lassen Sie Ihre Muskeln kurz entspannen. Bei einem längeren Ausflug können ein Café, eine Parkbank, ein Picknickplatz oder eine längere Mittagspause bewusst Teil des Programms sein.
Auch die Uhrzeit kann einen Unterschied machen. Manche Menschen mit Rheuma benötigen morgens lange, bis die ausgeprägte Steifigkeit nachlässt. Für sie ist ein Treffpunkt um sieben Uhr morgens unnötig belastend. Andere fühlen sich am Vormittag am leistungsfähigsten und erleben am Nachmittag einen deutlichen Energieabfall. Planen Sie die wichtigsten Aktivitäten möglichst in die Tageszeit, in der Sie sich normalerweise am belastbarsten fühlen.
Fatigue-Hilfe
Teilen Sie Ihre Energie nicht erst während des Ausflugs ein, sondern bereits bei der Planung. Eine größere Unternehmung am Samstag passt besser zu einem ruhigeren Freitag als zu einem Tag, an dem Sie bereits viele Termine erledigt haben. Planen Sie auch nach dem Ausflug etwas Erholung ein, damit ein schöner Tag nicht automatisch den kompletten folgenden Tag kostet.
Ein Rheumaschub bedeutet nicht automatisch, dass jede Aktivität ausfallen muss
Bei einem entzündlichen Rheumaschub sollte die Belastung an die aktuellen Beschwerden angepasst werden. Ein stark geschwollenes Knie benötigt weniger direkte Belastung und ein entzündetes Handgelenk sollte keine schwere Tasche tragen. Gleichzeitig muss deshalb nicht der gesamte Körper ruhiggestellt werden.
Eine kurze ebene Runde kann an einem schlechteren Tag besser passen als eine längere Wanderung. Ein Café mit anschließender kleiner Strecke kann angenehmer sein als ein ganzer Tag im Freien. Auch ein Museum oder eine Ausstellung kann funktionieren, wenn Sitzmöglichkeiten vorhanden sind und längeres Stehen vermieden werden kann.
Stark entzündete, überwärmte Gelenke sollten Sie nicht mit Gewalt durch eine geplante Aktivität „durchziehen“. Eine bereits gebuchte Eintrittskarte ist kein medizinischer Trainingsauftrag. Reduzieren Sie dann Strecke, Tempo oder Dauer und nutzen Sie Hilfsmittel, die Ihnen ohnehin empfohlen wurden.
Bei Fieber, einem ausgeprägten Krankheitsgefühl oder einer akuten Infektion steht dagegen zunächst die Erholung beziehungsweise medizinische Abklärung im Vordergrund, insbesondere unter einer Behandlung, die das Immunsystem beeinflusst.
Planen Sie eine kurze und eine längere Variante derselben Unternehmung
Eine der praktischsten Möglichkeiten besteht darin, bereits vorher zwei Varianten zu kennen. Eine längere Runde kann beispielsweise sechs Kilometer umfassen, während eine kürzere Abzweigung bereits nach drei Kilometern zurück zum Ausgangspunkt führt. In einem Zoo oder Freizeitpark können Sie vorher festlegen, welche Bereiche Ihnen besonders wichtig sind und welche Sie bei nachlassender Kraft weglassen können.
Auch bei einem Stadtbesuch können zwei Programme hilfreich sein. Vielleicht stehen zunächst Markt, Altstadt und Mittagessen auf dem Plan. Ein zusätzlicher Museumsbesuch bleibt dann eine Möglichkeit für einen guten Tag und keine Verpflichtung.
Das nimmt Druck aus der Unternehmung. Sie müssen unterwegs nicht das Gefühl haben, einen Ausflug „abbrechen“ zu müssen. Sie wählen lediglich die passende Variante für diesen Tag.
Plan-B-Box
Legen Sie bereits vorher fest:
Wo kann die Strecke verkürzt werden?
Wo befindet sich ein Café oder eine Sitzmöglichkeit?
Wie kommen Sie von dort schnell zurück zum Auto oder Bahnhof?
Welcher Programmpunkt kann problemlos entfallen?Ein Plan B macht den Ausflug nicht kleiner. Er macht ihn flexibler.
Wählen Sie die Strecke nicht nur nach Kilometern aus
Drei Kilometer sind nicht immer drei Kilometer. Ein ebener asphaltierter Weg kann wesentlich leichter zu bewältigen sein als dieselbe Strecke auf Kopfsteinpflaster, tiefem Schotter oder mit starken Steigungen.
Bei Knie-, Hüft-, Fuß- oder Sprunggelenkbeschwerden sollten Sie deshalb auch den Untergrund berücksichtigen. Unebene Wege verlangen mehr Stabilisationsarbeit und können das Gleichgewicht stärker fordern. Bei Osteoporose und erhöhtem Sturzrisiko ist ein sicherer Untergrund besonders wichtig.
Treppen können für Menschen mit Knie- oder Hüftproblemen zusätzlich belastend sein. Prüfen Sie bei Aussichtspunkten, Burgen oder historischen Gebäuden deshalb ruhig vorher, ob Aufzug, Rampe oder alternative Wege vorhanden sind.
Auch die Zahl der Sitzmöglichkeiten spielt eine Rolle. Eine längere Promenade mit Bänken alle paar hundert Meter kann deutlich angenehmer sein als eine kürzere Strecke ohne eine einzige Gelegenheit zum Sitzen.
Wandern darf bei Rheuma dazugehören
Eine rheumatische Erkrankung bedeutet nicht automatisch, dass Wandern ungeeignet ist. Regelmäßiges Gehen kann eine sehr gute Form der körperlichen Aktivität sein, weil Ausdauer, Beinmuskulatur, Gleichgewicht und Knochen belastet werden.
Wählen Sie eine Strecke, die zu Ihrer momentanen Kondition passt. Beginnen Sie bei längerer Trainingspause mit kürzeren Touren und steigern Sie Länge und Höhenmeter schrittweise.
Besonders angenehm sind Rundwege mit mehreren Möglichkeiten, die Strecke zu verkürzen. Wanderwege mit Sitzbänken oder Einkehrmöglichkeiten schaffen zusätzliche Pausenmöglichkeiten.
Bei einer stärkeren Beteiligung von Knie, Hüfte oder Fuß können gut eingestellte Wanderstöcke eine Entlastung bieten. Lassen Sie sich die richtige Stocklänge und Technik zeigen, denn falsch verwendete Stöcke können Schultern und Handgelenke unnötig belasten.
Gute Schuhe sind wichtiger als sportliches Aussehen
Ihre Schuhe sollten ausreichend Platz bieten, stabil sitzen und dem Fuß einen sicheren Halt geben. Gerade bei rheumatoider Arthritis oder Psoriasis-Arthritis können Vorfuß, Zehen und Sprunggelenke empfindlich sein. Druckstellen entwickeln sich dann schneller und können bereits nach kurzer Strecke den gesamten Ausflug unangenehm machen.
Tragen Sie neue Wanderschuhe deshalb nicht zum ersten Mal bei einer längeren Tour. Testen Sie sie vorher bei kürzeren Strecken.
Bei bekannten Fußfehlstellungen oder ausgeprägten Beschwerden können Einlagen oder individuell angepasste Schuhe sinnvoll sein. Auch Ihre Socken spielen eine Rolle. Gut sitzende, möglichst faltenfreie Socken reduzieren Reibung und können Blasen verhindern.
Bei Regen sollten Schuhe möglichst trocken bleiben. Nasse Füße kühlen schneller aus und aufgeweichte Haut wird empfindlicher gegenüber Reibung.
Ein leichter Rucksack kann Hände und Schultern entlasten
Eine schwere Tasche an einer Hand belastet Finger-, Hand- und Schultergelenke einseitig. Ein leichter, gut sitzender Rucksack verteilt das Gewicht häufig günstiger.
Packen Sie trotzdem nicht alles ein, was eventuell gebraucht werden könnte. Wasser, notwendige Medikamente, eine kleine Verpflegung, Sonnen- oder Regenschutz und persönliche Hilfsmittel reichen für einen normalen Tagesausflug häufig aus.
Bei Schulterproblemen kann selbst ein Rucksack unangenehm sein. Dann kann ein kleiner Trolley, eine leichte Hüfttasche oder die Verteilung der Gegenstände auf mehrere Personen besser funktionieren.
Lassen Sie schwere Getränkeflaschen oder Picknickausrüstung ruhig von einer Begleitperson übernehmen. Gelenkschutz bedeutet auch, vorhandene Hilfe praktisch zu nutzen.
Hilfsmittel dürfen den schönen Tag leichter machen
Ein Gehstock, Rollator oder Rollstuhl ist kein Zeichen dafür, dass ein Ausflug „nicht mehr geht“. Das Hilfsmittel kann genau das ermöglichen, was ohne Unterstützung zu anstrengend wäre.
Ein Rollator bietet zusätzlich eine Sitzmöglichkeit, wenn keine Bank vorhanden ist. Ein Rollstuhl kann bei längeren Strecken Kraft sparen, obwohl Sie kürzere Abschnitte weiterhin selbst gehen. Ein Gehstock kann bei entsprechender Empfehlung Sicherheit geben.
Nutzen Sie ein Hilfsmittel so, wie es für Ihren Alltag gedacht ist. Ein Rollator, der seit Monaten zuhause steht, sollte nicht erst am Morgen eines langen Ausflugs zum ersten Mal ausprobiert werden. Höhe, Bremsen und Umgang sollten vorher vertraut sein.
Auch kleine Hilfsmittel können wertvoll sein. Ein leicht zu öffnender Trinkverschluss, eine Griffverstärkung oder eine faltbare Sitzunterlage kann bei Handproblemen beziehungsweise empfindlichen Gelenken viel bewirken.
Barrierefreiheit sollte vor dem Ausflug konkret geprüft werden
„Barrierefrei“ kann sehr Unterschiedliches bedeuten. Für einen Rollstuhlfahrer ist ein stufenloser Eingang entscheidend, für einen Menschen mit Gehproblemen sind kurze Wege, ein Aufzug und Sitzmöglichkeiten möglicherweise wichtiger.
Prüfen Sie deshalb nicht nur, ob ein Ausflugsziel allgemein als barrierefrei beschrieben wird. Schauen Sie nach konkreten Angaben zu Wegbreite, Untergrund, Steigungen, Stufen, Aufzügen, Toiletten und Parkmöglichkeiten.
In Deutschland gibt es geprüfte Angebote und Informationssysteme für barrierefreies Reisen. Auch viele Sehenswürdigkeiten, Zoos, Museen und Naturparks veröffentlichen inzwischen detaillierte Informationen zur Zugänglichkeit.
Bei Unklarheiten lohnt ein kurzer Anruf. Eine Frage wie „Gibt es auf dem Rundweg regelmäßig Sitzbänke?“ kann für Sie wichtiger sein als die allgemeine Aussage, dass ein Gebäude barrierefrei ist.
Toiletten gehören selbstverständlich in die Planung
Wer über mehrere Stunden unterwegs ist, sollte wissen, wo sich Toiletten befinden. Das gilt besonders bei Medikamenten, die die Verdauung beeinflussen, bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder wenn wegen trockener Schleimhäute beziehungsweise Hitze häufiger getrunken wird.
Informieren Sie sich bei längeren Wanderungen darüber, ob unterwegs Restaurants, öffentliche Toiletten oder Besucherzentren vorhanden sind.
Behindertengerechte Toiletten sind nicht überall selbstverständlich. Für bestimmte öffentlich zugängliche Behindertentoiletten kann ein Euro-Schlüssel erforderlich sein.
Bei längeren Autofahrten lohnt sich ebenfalls eine grobe Planung der Rastmöglichkeiten. Dadurch müssen Sie nicht erst dann suchen, wenn eine Pause dringend notwendig geworden ist.
Unterwegs-Hilfe
Speichern Sie wichtige Orte vorher im Handy: Parkplatz, Bahnhof, Restaurant, Toilette und einen möglichen Punkt zum Abkürzen der Strecke. Dadurch verbringen Sie unterwegs weniger Zeit mit unnötiger Suche und können Ihre Energie für den eigentlichen Ausflug verwenden.
Öffentliche Verkehrsmittel können Wege erleichtern – genug Umstiegszeit ist wichtig
Bahn, Bus oder Straßenbahn können sehr angenehm sein, weil Sie selbst nicht fahren müssen und während der Fahrt Ihre Beine entspannen können. Gleichzeitig können lange Wege innerhalb großer Bahnhöfe oder sehr knappe Anschlüsse unnötigen Stress verursachen.
Planen Sie Umstiege deshalb großzügig. Bei der Deutschen Bahn lässt sich bei der Verbindungssuche inzwischen eine längere Umstiegszeit einstellen. Dadurch werden Verbindungen angezeigt, bei denen mehr Zeit zum Wechseln des Gleises vorhanden ist.
Benötigen Sie Unterstützung beim Ein-, Um- oder Aussteigen, können Sie die Mobilitätsservice-Zentrale nutzen. Das ist besonders bei Rollstuhl, Rollator oder stärkeren Mobilitätseinschränkungen hilfreich.
Prüfen Sie bei wichtigen Verbindungen zusätzlich, ob Aufzüge am Bahnhof funktionieren und die benötigten Bahnsteige stufenlos erreichbar sind. Bei Rollstuhlreisen sollte die entsprechende Hilfeleistung möglichst früh angemeldet werden.
Eine Sitzplatzreservierung kann auch ohne starke Behinderung angenehm sein, weil langes Stehen in einem vollen Zug unnötige Kräfte kostet.
Beim Autofahren helfen regelmäßige Bewegungspausen
Langes Sitzen kann bei rheumatoider Arthritis, Arthrose und besonders bei axialer Spondyloarthritis beziehungsweise Morbus Bechterew zu stärkerer Steifigkeit führen.
Planen Sie bei längeren Fahrten deshalb Pausen ein. Steigen Sie aus, gehen Sie einige Minuten und bewegen Sie Schultern, Hüften und Wirbelsäule.
Stellen Sie den Fahrersitz so ein, dass Sie Lenkrad und Pedale erreichen, ohne Arme und Beine ständig stark strecken zu müssen. Ein guter Sitz unterstützt Rücken und Becken.
Sind Hände oder Handgelenke stark betroffen, kann langes festes Umgreifen des Lenkrades anstrengend werden. Auch dadurch werden Pausen wichtiger.
Bei starker Nackensteifigkeit müssen Sie sicher nach hinten und zur Seite schauen können. Ihre Beweglichkeit muss für Schulterblick und schnelle Reaktionen ausreichend sein.
Medikamente gehören so selbstverständlich in die Tasche wie der Haustürschlüssel
Nehmen Sie Medikamente, die während der Zeit des Ausflugs fällig werden, zuverlässig mit. Das gilt auch dann, wenn Sie eigentlich „rechtzeitig wieder zuhause“ sein möchten. Ein Stau, eine verspätete Bahn oder ein spontanes längeres Abendessen kann den Tagesplan verändern.
Packen Sie Medikamente so ein, dass Sie sie eindeutig erkennen und zur vorgesehenen Zeit einnehmen können. Ein aktueller Medikamentenplan auf dem Smartphone oder als Papierkopie kann zusätzlich hilfreich sein, besonders wenn Sie mehrere Präparate einnehmen.
Auch ein mit Ihrer behandelnden Praxis vereinbartes Bedarfsmedikament gegen Schmerzen kann dazugehören. Nehmen Sie jedoch nicht vorsorglich zusätzliche Schmerzmittel in höheren Dosen ein, nur damit Sie eine geplante Strecke unbedingt schaffen.
Ihre normale Basistherapie wird wegen eines Ausflugs ebenfalls nicht verschoben oder ausgelassen. Medikamente gehören in den Alltag und der Ausflug wird um die notwendige Einnahme herum geplant.
Medikamenten-Box
Packen Sie Medikamente, die während des Tages benötigt werden, bereits am Vorabend ein. Prüfen Sie bei kühlpflichtigen Präparaten vorher die vorgeschriebene Lagertemperatur. Medikamente sollten im Sommer niemals stundenlang im geparkten Auto liegen.
Kühlpflichtige Rheumamedikamente brauchen unterwegs eine sichere Temperatur
Einige Biologika und andere Medikamente müssen gekühlt gelagert werden. Die genaue Temperatur steht in der Packungsinformation und kann sich je nach Präparat unterscheiden.
Für einen längeren Ausflug kann eine geeignete Kühltasche erforderlich sein. Kühlpflichtige Medikamente dürfen dabei nicht direkt auf einem gefrorenen Kühlakku liegen, weil sie nicht einfrieren dürfen. Ein isolierendes Tuch oder ein dafür vorgesehenes Kühlsystem verhindert direkten Kontakt.
Auch Medikamente, die keine Kühlschranklagerung benötigen, sollten nicht stundenlang in einem heißen Auto oder in direkter Sonne liegen. In einem geschlossenen Fahrzeug können im Sommer sehr hohe Temperaturen entstehen.
Fragen Sie bei Unsicherheit Ihre Apotheke, wie Ihr konkretes Präparat unterwegs aufbewahrt werden soll. Gerade bei Biologika unterscheiden sich die zulässigen Zeiten außerhalb des Kühlschranks erheblich.
Hitze darf bei der Ausflugsplanung ernst genommen werden
Ein sonniger Sommertag kann schön sein, hohe Temperaturen belasten jedoch den Kreislauf. Ältere Menschen, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Personen mit verschiedenen chronischen Erkrankungen reagieren teilweise empfindlicher.
Verlegen Sie an sehr heißen Tagen längere Aktivitäten möglichst auf den Vormittag oder frühen Abend. Wählen Sie schattige Wege und planen Sie zwischendurch einen kühlen Innenraum oder eine längere Pause ein.
Tragen Sie leichte luftige Kleidung, eine Kopfbedeckung und nehmen Sie ausreichend Getränke mit. Für viele Erwachsene sind ungefähr eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit über den Tag eine sinnvolle Größenordnung; bei Hitze und körperlicher Aktivität kann der Bedarf steigen.
Besteht allerdings eine Herz- oder Nierenerkrankung und wurde Ihnen eine bestimmte Trinkmenge empfohlen, gilt diese persönliche Vorgabe. Trinken Sie dann nicht einfach große Mengen zusätzlich.
Alkohol eignet sich an heißen Tagen nicht zum Durstlöschen. Auch sehr zuckerreiche Getränke sind für die normale Flüssigkeitszufuhr weniger günstig.
Hitze-Hilfe
Wählen Sie bei hohen Temperaturen Schatten, leichte Kleidung und eine Kopfbedeckung, planen Sie Bewegung in die kühleren Stunden und trinken Sie regelmäßig. Kopfschmerzen, ausgeprägter Schwindel, Verwirrtheit, starke Schwäche oder Kreislaufprobleme können Zeichen einer ernsthaften Hitzebelastung sein und sollten entsprechend ernst genommen werden.
Bei Lupus gehört konsequenter UV-Schutz zur Ausrüstung
Menschen mit systemischem Lupus erythematodes können besonders empfindlich auf UV-Strahlung reagieren. Bei entsprechender Lichtempfindlichkeit kann UV-Strahlung nicht nur Hautveränderungen fördern, sondern auch die Erkrankungsaktivität ungünstig beeinflussen.
Planen Sie längere Aufenthalte im Freien deshalb mit konsequentem Sonnenschutz. Dazu gehören Kleidung, die möglichst viel Haut bedeckt, eine Kopfbedeckung, Schatten und ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor.
UV-Strahlung ist auch an bewölkten Tagen vorhanden. Ein bedeckter Himmel bedeutet deshalb bei ausgeprägter Photosensitivität nicht automatisch, dass kein Schutz benötigt wird.
Besonders angenehm können Waldwege oder Ausflugsziele mit viel Schatten sein. Aktivitäten am Wasser verdienen zusätzliche Aufmerksamkeit, weil Wasser und helle Oberflächen UV-Strahlung reflektieren können.
Auch einige Medikamente können die Haut lichtempfindlicher machen. Lesen Sie deshalb die Hinweise Ihres eigenen Präparates und fragen Sie bei Unsicherheit in Praxis oder Apotheke nach.
Sjögren braucht unterwegs Wasser, Augentropfen und Schutz vor Zugluft
Bei der Sjögren-Erkrankung können lange Aufenthalte im Freien zusätzliche Trockenheit verursachen. Wind, Sonne und Klimaanlagen reizen trockene Augen, während längeres Sprechen oder körperliche Aktivität einen trockenen Mund stärker spürbar machen kann.
Nehmen Sie deshalb ausreichend Wasser, Ihre gewohnten Augentropfen und gegebenenfalls Mundbefeuchtungsprodukte mit.
Eine Sonnen- oder Schutzbrille kann bei Wind sehr angenehm sein. Im Auto sollte die Lüftung nicht dauerhaft direkt auf Gesicht und Augen gerichtet werden.
Bei einem längeren Picknick sind feuchte Speisen häufig leichter zu essen als sehr trockene Lebensmittel. Joghurt, Obst, belegte Brote mit saftigem Belag oder Gemüse können angenehmer sein als trockene Cracker oder Gebäck.
Beim Raynaud-Syndrom sollten auch im Sommer warme Sachen mitkommen
Raynaud-Beschwerden treten nicht ausschließlich im Winter auf. Klimatisierte Räume, ein kühler Abend, Wind auf einem Aussichtspunkt oder eine Bootsfahrt können ausreichen, um Finger plötzlich weiß oder bläulich werden zu lassen.
Packen Sie deshalb bei entsprechender Neigung dünne Handschuhe oder eine zusätzliche Jacke ein, auch wenn es tagsüber warm ist.
Mehrere dünne Kleidungsschichten sind besonders praktisch, weil Sie Temperaturwechsel besser ausgleichen können.
Halten Sie möglichst den ganzen Körper warm und nicht nur die Hände. Ein ausgekühlter Oberkörper kann ebenfalls einen Raynaud-Anfall begünstigen.
Kälte und Regen brauchen vor allem gute Kleidung
Kühles Wetter verursacht nicht automatisch einen Rheumaschub. Manche Betroffene empfinden Gelenke und Muskeln bei Kälte oder feuchtem Wetter jedoch deutlich unangenehmer.
Tragen Sie deshalb Kleidung, die warm und trocken hält und gleichzeitig genügend Bewegungsfreiheit bietet. Mehrere dünne Schichten funktionieren häufig besser als eine einzige sehr dicke.
Eine leichte wasserdichte Jacke und ein kleiner Regenschutz können gerade bei längeren Ausflügen sinnvoll sein.
Achten Sie besonders auf trockene Füße und Hände. Nasse Kleidung kühlt schnell aus und kann dazu führen, dass Bewegungen unangenehmer werden.
Essen unterwegs sollte Kraft geben und unkompliziert bleiben
Ein Ausflug benötigt keine spezielle Rheuma-Verpflegung. Wichtig ist, dass Sie genügend essen und trinken, besonders wenn Sie mehrere Stunden aktiv sind.
Geeignet sind beispielsweise Vollkornbrot oder belegte Brötchen, Joghurt beziehungsweise eine passende Alternative, Obst, Gemüse, Nüsse oder ein Salat mit Hülsenfrüchten. Auch eine normale Mahlzeit im Restaurant gehört selbstverständlich zu einem schönen Ausflug.
Bei Medikamenten, die zu einer Mahlzeit eingenommen werden sollen, muss die Verpflegung entsprechend eingeplant werden.
Bei Diabetes oder einer Neigung zu Unterzuckerungen sollten Sie Ihre gewohnte Versorgung und gegebenenfalls schnell verfügbare Kohlenhydrate dabeihaben.
Bei Gicht ist vor allem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig, sofern keine ärztlich festgelegte Trinkbeschränkung besteht. Große Alkoholmengen und sehr üppige Mahlzeiten sollten nicht zum Mittelpunkt jeder Unternehmung werden.
Ein Picknickplatz kann gleichzeitig eine therapeutisch sinnvolle Pause sein
Pausen müssen nicht wie eine Unterbrechung wirken. Ein Picknick, ein Kaffee oder zwanzig Minuten auf einer Bank können bewusst Teil des Ausflugs sein.
Setzen Sie sich so, dass Sie anschließend wieder gut aufstehen können. Sehr niedrige Bänke oder der Boden können bei Knie-, Hüft- oder Rückenproblemen problematisch sein.
Eine kleine faltbare Sitzunterlage macht harte oder kalte Bänke angenehmer.
Bei starker Morgensteifigkeit oder Rückenproblemen kann außerdem eine Pause mit kurzem Gehen besser sein als langes unbewegliches Sitzen. Wechseln Sie deshalb zwischen Aktivität und Ruhe.
Bei axialer Spondyloarthritis sind lange Sitzzeiten oft belastender als Bewegung
Menschen mit axialer Spondyloarthritis beziehungsweise Morbus Bechterew fühlen sich nach längerem Sitzen häufig steifer. Ein Ausflug mit zweistündiger Autofahrt und anschließendem Kinobesuch kann deshalb belastender sein als mehrere Stunden moderate Bewegung.
Planen Sie auf langen Fahrten regelmäßige Bewegungspausen ein und nutzen Sie bei längeren Aufenthalten Möglichkeiten zum Aufstehen.
Bei Stadtführungen oder Veranstaltungen können Sie ruhig zwischendurch einige Schritte gehen, anstatt lange auf derselben Stelle zu stehen.
Auch beim Picknick sollte die Pause nicht ausschließlich aus einer Stunde Sitzen bestehen. Ein paar lockere Bewegungen zwischendurch können angenehmer sein.
Bei rheumatoider Arthritis verdienen Hände und Füße besondere Aufmerksamkeit
Bei rheumatoider Arthritis bestimmen häufig Hände und Füße darüber, wie angenehm ein Ausflug wird. Eine schwere Tasche, ein fester Flaschenverschluss oder das ständige Halten eines Wanderstocks können entzündete Handgelenke belasten.
Nutzen Sie leicht zu öffnende Trinkflaschen und verteilen Sie Gepäck möglichst günstig.
Bei Fußproblemen brauchen Schuhe genügend Platz für Zehen und Vorfuß. Kontrollieren Sie nach längeren Strecken die Füße auf Druckstellen, besonders bei ausgeprägten Fehlstellungen oder vermindertem Gefühl.
Während eines akuten Schubs sollten deutlich entzündete Gelenke weniger stark belastet werden.
Bei Osteoporose steht die Sicherheit auf unebenem Gelände besonders im Vordergrund
Wandern und regelmäßiges Gehen sind für Muskeln und Knochen wertvoll. Bei Osteoporose sollte gleichzeitig das Sturzrisiko möglichst gering gehalten werden.
Wählen Sie bei größerer Unsicherheit breite, gut befestigte Wege und tragen Sie Schuhe mit gutem Halt.
Sehr steile Abstiege, rutschige Steine und ungesicherte schmale Wege können unnötig riskant sein, besonders wenn bereits Wirbel- oder andere Knochenbrüche aufgetreten sind.
Bei einer Kombination aus Osteoporose und Morbus Bechterew ist besondere Vorsicht geboten, weil eine bereits versteifte Wirbelsäule empfindlicher gegenüber Stürzen sein kann.
Bei Fibromyalgie hilft eine gleichmäßige Belastung häufig mehr als ein Extremtag
Bei Fibromyalgie kann ein außergewöhnlich langer Aktivitätstag die Beschwerden deutlich verstärken. Planen Sie deshalb lieber einen Ausflug, der zu Ihrer normalen Belastbarkeit passt, anstatt einen ganzen Tag voller Programmpunkte zusammenzupressen.
Ein regelmäßiges Tempo, kurze Pausen und die Möglichkeit, die Strecke anzupassen, sind häufig angenehmer.
Auch viele Reize können ermüden. Ein lauter Freizeitpark stellt eine andere Belastung dar als ein ruhiger Spaziergang im Wald, selbst wenn die Schrittzahl identisch ist.
Wählen Sie deshalb Unternehmungen, die nicht nur körperlich, sondern insgesamt gut zu Ihnen passen.
Sprechen Sie mit Ihrer Begleitung klar und unkompliziert
Ihre Familie oder Freunde können Pausen leichter berücksichtigen, wenn sie wissen, was Ihnen hilft. Sie müssen dafür keine lange medizinische Erklärung geben.
Eine einfache Aussage wie „Nach ungefähr einer Stunde brauche ich zehn Minuten zum Sitzen“ ist konkret und leicht umzusetzen.
Auch das Tempo sollte gemeinsam passen. Ein Spaziergang wird anstrengend, wenn Sie ständig versuchen müssen, mit einer schnelleren Gruppe Schritt zu halten.
Planen Sie deshalb eine Unternehmung, bei der niemand das Gefühl bekommt, auf jemanden warten zu müssen. Eine Pause kann von den anderen beispielsweise für Fotos, einen Spielplatzbesuch oder einen Kaffee genutzt werden.
Kinder und Enkelkinder lassen sich gut in eine flexible Planung einbauen
Ein Ausflug mit Kindern muss nicht bedeuten, dass Sie den ganzen Tag hinterherlaufen. Wählen Sie Ziele, an denen Kinder selbst aktiv sein können, während Sie zwischendurch sitzen.
Ein Tierpark mit Bänken, ein großer Spielplatz neben einem Café, ein See mit Sitzmöglichkeiten oder ein Picknickplatz kann dafür ideal sein.
Dadurch müssen Sie nicht jede Minute dieselbe Aktivität durchführen und erleben den Tag trotzdem gemeinsam.
Auch bei längeren Strecken kann eine Begleitperson mit den Kindern eine zusätzliche Runde gehen, während Sie eine Pause machen und später wieder dazukommen.
Eine Übernachtung kann einen großen Tagesausflug deutlich entspannter machen
Manche Ziele liegen so weit entfernt, dass Anreise, Unternehmung und Rückfahrt an einem Tag sehr viel Kraft kosten. Eine Übernachtung kann dann sinnvoller sein als ein extrem langer Tag.
Dadurch können Sie die Anreise ruhiger gestalten, am nächsten Morgen ohne zusätzlichen Fahrtstress beginnen und die Rückreise nach einer Erholung antreten.
Bei einer Unterkunft sollten Sie je nach Bedarf nach Aufzug, Dusche statt hoher Badewanne, kurzen Wegen und einem gut erreichbaren Bett fragen.
Auch ein Hotelzimmer im Erdgeschoss kann bei eingeschränkter Mobilität praktisch sein.
Der Schwerbehindertenausweis und mögliche Nachteilsausgleiche können unterwegs helfen
Menschen mit entsprechenden Behinderungen können je nach Merkzeichen verschiedene Nachteilsausgleiche nutzen. Dazu können Vergünstigungen beziehungsweise Regelungen bei öffentlichen Verkehrsmitteln und Begleitpersonen gehören.
Ein blauer EU-Parkausweis ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen die Nutzung ausgewiesener Behindertenparkplätze und weitere Parkerleichterungen. Er wird nicht automatisch allein aufgrund eines Schwerbehindertenausweises ausgestellt, sondern muss bei Vorliegen der Voraussetzungen beantragt werden.
Informieren Sie sich bei längeren oder häufigen Ausflügen darüber, welche Möglichkeiten für Sie bestehen. Solche Hilfen sind dafür gedacht, Mobilität zu erleichtern und dürfen selbstverständlich genutzt werden.
Packen Sie am Vorabend – dann beginnt der Ausflug ruhiger
Gerade bei ausgeprägter Morgensteifigkeit kann es unnötig anstrengend sein, früh am Morgen Medikamente, Getränke, Jacke, Essen und Hilfsmittel zusammenzusuchen.
Bereiten Sie deshalb am Vorabend alles vor, was nicht gekühlt werden muss. Auch Kleidung und Schuhe können bereits bereitgelegt werden.
Kühlpflichtige Medikamente kommen erst kurz vor dem Start in die geeignete Transporttasche.
Laden Sie Ihr Handy und gegebenenfalls eine Powerbank auf, speichern Sie Tickets und wichtige Adressen und prüfen Sie grob Wetter und Verbindung.
Damit reduzieren Sie am Morgen unnötige Hektik und können Ihre Energie für den eigentlichen Tag verwenden.
Pack-Hilfe für einen Tagesausflug
Nehmen Sie je nach persönlichem Bedarf mit: Medikamente, Medikamentenplan, Wasser, kleine Verpflegung, Augentropfen oder Mundbefeuchtung, Sonnenschutz, Kopfbedeckung, leichte zusätzliche Kleidung, Regenjacke, persönliche Hilfsmittel, Handy und gegebenenfalls Powerbank.
Bei einem kürzeren Ausflug benötigen Sie natürlich nicht jeden dieser Punkte. Entscheidend ist Ihre persönliche Erkrankung und Behandlung.
Nach dem Ausflug lohnt ein kurzer Blick darauf, was gut funktioniert hat
Ein Ausflug kann Ihnen wertvolle Informationen darüber geben, welche Belastung derzeit gut passt. Überlegen Sie am Abend oder am nächsten Morgen kurz, welche Strecke angenehm war, wann Sie eine Pause gebraucht haben und ob bestimmte Bedingungen problematisch waren.
Sind Sie angenehm müde und haben lediglich normalen Muskelkater, war die Belastung wahrscheinlich gut gewählt.
Sind Gelenke anschließend deutlich stärker geschwollen, haben Sie wesentlich stärkere Schmerzen oder sind Sie über längere Zeit außergewöhnlich erschöpft, sollte die nächste Unternehmung etwas angepasst werden.
Dabei bedeutet eine zu große Belastung an einem einzelnen Tag nicht, dass Sie solche Aktivitäten grundsätzlich vermeiden sollten. Meist genügt es, Strecke, Tempo, Untergrund oder Pausenzeiten zu verändern.
Mit zunehmender Kondition können längere Strecken später wieder möglich werden.
Kompakte Übersicht: So wird ein Ausflug mit Rheuma leichter
| Bereich | Darauf sollten Sie achten | Praktische Lösung |
| Tagesform | Schmerzen, Steifigkeit und Fatigue können schwanken | Strecke und Programm an den aktuellen Tag anpassen |
| Streckenlänge | An- und Rückweg mitrechnen | Kürzere Alternative beziehungsweise Abkürzung vorher festlegen |
| Pausen | Nicht erst pausieren, wenn die Kraft vollständig weg ist | Cafés, Bänke und Picknickplätze vorher einplanen |
| Untergrund | Kopfsteinpflaster, Steigungen und Schotter belasten stärker | Bei Gelenkproblemen möglichst ebene sichere Wege wählen |
| Schuhe | Druckstellen und mangelnder Halt können den Tag beenden | Gut eingelaufene, stabile und bequeme Schuhe tragen |
| Gepäck | Einseitiges Tragen belastet Hände und Schultern | Leicht packen und Gewicht verteilen |
| Hilfsmittel | Sie können Reichweite und Sicherheit erhöhen | Rollator, Stock oder Rollstuhl bei Bedarf selbstverständlich nutzen |
| Toiletten | Nicht überall ausreichend vorhanden | Vorher Standorte und Barrierefreiheit prüfen |
| Bahn | Knappe Umstiege kosten Kraft | Längere Umstiegszeit wählen und bei Bedarf Mobilitätshilfe anmelden |
| Auto | Langes Sitzen verstärkt Steifigkeit | Regelmäßig aussteigen und einige Minuten bewegen |
| Medikamente | Einnahmezeiten sollen eingehalten werden | Benötigte Medikamente sicher einpacken |
| Kühlmedikamente | Temperaturbereich einhalten, nicht einfrieren | Geeignete Kühltasche verwenden und direkten Kontakt mit Kühlakku vermeiden |
| Hitze | Kreislauf und Flüssigkeitsbedarf beachten | Schatten, Kopfbedeckung, Getränke und kühlere Tageszeit nutzen |
| Lupus | UV-Strahlung kann Beschwerden fördern | Konsequenten hohen UV-Schutz und schützende Kleidung verwenden |
| Sjögren | Augen und Mund trocknen unterwegs stärker aus | Wasser, Augentropfen und Mundpflege mitnehmen |
| Raynaud | Auch Klimaanlagen und kühle Abende können Beschwerden auslösen | Dünne Handschuhe und zusätzliche Kleidung einpacken |
| Osteoporose | Stürze möglichst vermeiden | Sicheren Untergrund und stabile Schuhe wählen |
| Fatigue | Energie reicht nicht jeden Tag gleich weit | Aktivität aufteilen und frühzeitig Pausen machen |
| Begleitung | Unterschiedliches Tempo kann Stress erzeugen | Pausen und Tempo vorher offen vereinbaren |
| Plan B | Kraft kann im Verlauf nachlassen | Kürzere Route und einfache Rückfahrt vorbereiten |
Ein einfacher Ausflugsplan für einen aktiven Tag
Ein guter Tagesausflug kann beispielsweise damit beginnen, dass Sie morgens genügend Zeit für Ihre gewohnte Routine und gegen Morgensteifigkeit einplanen. Frühstück und Medikamente werden wie gewohnt eingenommen und die Abfahrt liegt nicht unnötig früh.
Nach der Ankunft beginnen Sie mit einer moderaten Strecke, anstatt sofort die längste Tour des Tages zu wählen. Nach ungefähr einer Stunde folgt eine erste kurze Pause, auch wenn Sie sich noch gut fühlen.
Mittags können Sie eine längere Sitzpause mit einer Mahlzeit verbinden. Danach entscheiden Sie anhand Ihrer aktuellen Kraft, ob die längere oder kürzere Nachmittagsrunde besser passt.
Für den Rückweg bleibt genügend Energie, sodass der Weg zum Auto oder Bahnhof nicht zum anstrengendsten Abschnitt des Tages wird.
Abends steht keine weitere große Verpflichtung mehr im Kalender.
Ein solcher Tag enthält Bewegung, Erholung und schöne Erlebnisse, ohne dass jeder Programmpunkt bis zur letzten Minute ausgeschöpft werden muss.
Ausflüge dürfen auch einmal größer sein
Eine gute Planung bedeutet nicht, dass Sie nur noch kurze Spaziergänge rund um Ihr Zuhause unternehmen dürfen. Wer seine Belastbarkeit langsam aufbaut, kann je nach Rheumaform und Krankheitsaktivität auch längere Wanderungen, Fahrradtouren, Städtetrips oder andere aktive Unternehmungen machen.
Trainieren Sie für größere Vorhaben schrittweise. Wenn eine zehn Kilometer lange Wanderung geplant ist, sollte die erste längere Strecke nicht am Tag des Ausflugs stattfinden.
Steigern Sie zuvor Ihre Gehstrecken und beobachten Sie, wie Gelenke, Muskeln und Fatigue reagieren.
Dasselbe gilt für Fahrradtouren. Eine passende Sitzposition, gut eingestellte Lenkerhöhe und ausreichend Pausen können gerade bei Rücken-, Hand- oder Nackenproblemen entscheidend sein.
Bei größeren Vorhaben kann eine physiotherapeutische oder sporttherapeutische Beratung helfen, Belastung und Training sinnvoll aufzubauen.
Bewegung soll Teil des Lebens bleiben
Eine rheumatische Erkrankung verändert manchmal die Art, wie Aktivitäten geplant werden. Sie muss aber nicht dazu führen, dass Bewegung, Natur, Reisen und gemeinsame Unternehmungen aus dem Alltag verschwinden.
Regelmäßige körperliche Aktivität wird heute bei entzündlichen Gelenkerkrankungen ausdrücklich empfohlen. Sie unterstützt Beweglichkeit, Muskelkraft, Knochen und allgemeine Belastbarkeit. Selbst bei einem Schub kann Bewegung häufig in angepasster Form weitergeführt werden.
Ein Ausflug kann deshalb gleichzeitig Freizeit und körperliche Aktivität sein. Sie müssen dabei keine Trainingsziele erfüllen oder Schrittzahlen sammeln. Ein schöner Tag mit Bewegung hat bereits seinen eigenen Wert.
Genauso wichtig sind gemeinsame Erlebnisse und soziale Kontakte. Sie gehören zur Lebensqualität und sollten nicht unnötig verloren gehen, nur weil bestimmte Aktivitäten heute etwas anders geplant werden müssen.
Fazit: Ein guter Ausflug mit Rheuma braucht keine Perfektion, sondern einen Plan, der zu Ihnen passt
Mit einer rheumatischen Erkrankung dürfen Sie draußen unterwegs sein, wandern, Städte erkunden, mit Kindern einen Tierpark besuchen, Fahrrad fahren, ein Museum besichtigen oder einen Tag am See verbringen. Entscheidend ist, dass die Unternehmung zu Ihrer aktuellen körperlichen Situation passt und Sie Ihre Energie nicht bereits mit unnötigen Wegen, langem Anstehen oder einer unpraktischen Anreise aufbrauchen.
Planen Sie Bewegung ein und achten Sie gleichzeitig auf regelmäßige Pausen. Rechnen Sie Hin- und Rückweg zur Gesamtbelastung dazu und wählen Sie möglichst eine Route, die sich verkürzen lässt. Sitzmöglichkeiten, Toiletten, ein geeigneter Untergrund und eine einfache Rückfahrt können einen größeren Unterschied machen als die reine Kilometerzahl.
Nutzen Sie Hilfsmittel selbstverständlich, wenn sie Ihnen mehr Reichweite oder Sicherheit geben. Bequeme Schuhe, möglichst leichtes Gepäck und eine gute Verteilung des Gewichts schützen Gelenke und sparen Kraft.
Nehmen Sie Medikamente zuverlässig mit und lagern Sie sie entsprechend den Vorgaben. Besonders kühlpflichtige Biologika benötigen unterwegs eine passende Transportlösung und dürfen weder überhitzen noch einfrieren. Medikamente gehören im Sommer nicht in ein aufgeheiztes geparktes Auto.
Bei Hitze sollten Sie Schatten, ausreichend Getränke und die kühleren Tageszeiten nutzen. Menschen mit Lupus und entsprechender Lichtempfindlichkeit benötigen konsequenten UV-Schutz, bei Sjögren gehören Wasser und Augentropfen mit in die Tasche und beim Raynaud-Syndrom können selbst im Sommer dünne Handschuhe für klimatisierte Räume oder kühle Abende sinnvoll sein.
Fatigue verdient ebenfalls einen festen Platz in der Planung. Legen Sie Pausen frühzeitig ein, nutzen Sie die Tageszeit, in der Sie normalerweise mehr Energie haben, und lassen Sie am Ende des Tages noch genügend Kraft für den Rückweg.
Und vor allem: Planen Sie nicht jeden Ausflug nach dem Gedanken, was Sie alles nicht mehr können.
Planen Sie danach, wie Sie das, was Ihnen Freude macht, so gestalten können, dass es für Ihren Körper gut machbar bleibt.
Manchmal bedeutet das eine kürzere Wanderung mit einer schönen Einkehr. Manchmal ist es ein Rollator, der Ihnen einen längeren Spaziergang ermöglicht. Manchmal entscheiden Sie sich für den Aufzug statt für die Treppe oder verbringen eine halbe Stunde auf einer Parkbank, während die Familie noch eine zusätzliche Runde dreht.
Das nimmt einem Ausflug nichts von seinem Wert.
Im Gegenteil: Eine gute Planung sorgt dafür, dass am Ende des Tages nicht nur die zurückgelegten Kilometer in Erinnerung bleiben, sondern das, weswegen Sie überhaupt losgefahren sind – ein schöner Tag außerhalb des normalen Alltags.
Medizinische Informations- und Fachquellen
- European Alliance of Associations for Rheumatology (EULAR): Aktualisierte Empfehlungen 2026 zur körperlichen Aktivität bei entzündlichen Gelenkerkrankungen und Arthrose. Regelmäßige körperliche Aktivität soll über den gesamten Krankheitsverlauf gefördert und an die individuelle Situation angepasst werden.
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): DMP Rheumatoide Arthritis, aktuelle Fassung 2026.Regelmäßige Bewegung und Sport werden ausdrücklich empfohlen; im akuten Schub sollen Aktivitäten schmerzangepasst verändert werden und können häufig weitergeführt werden. Auch Physiotherapie, Ergotherapie, Hilfsmittel und Funktionstraining gehören zu den nichtmedikamentösen Behandlungsmöglichkeiten.
- Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh): Aktuelle Empfehlungen und Informationen zur Bedeutung regelmäßiger, angepasster Bewegung bei rheumatischen Erkrankungen.
- Deutsche Rheuma-Liga: Aktuelle Informationen zu Urlaub und Mobilität mit Rheuma, barrierefreien Angeboten, Verkehrsmitteln, Toiletten, Hilfsmitteln und zum sicheren Transport von Rheumamedikamenten.
- Bundesministerium für Gesundheit: Aktuelle Informationen zur sicheren Aufbewahrung von Arzneimitteln. Medikamente sollen vor großer Hitze und direktem Sonnenlicht geschützt werden; kühlpflichtige Medikamente werden typischerweise bei 2 bis 8 °C gelagert und dürfen nicht einfrieren.
- ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände: Informationen zur sicheren Lagerung temperatursensibler Medikamente und zur Vermeidung eines direkten Kontakts zwischen kühlpflichtigen Arzneimitteln und gefrorenen Kühlakkus.
- Deutsche Bahn: Aktuelle Informationen 2026 zum barrierefreien Bahnfahren, zur Mobilitätsservice-Zentrale, zu Einstiegshilfen, Rollstuhl- und Hilfsmittelplätzen sowie zur Möglichkeit, bei der Verbindungssuche längere Umstiegszeiten festzulegen.
- Bundesportal: Informationen zu Mobilitätsrechten für Menschen mit Behinderungen und zu Parkerleichterungen beziehungsweise dem blauen EU-Parkausweis bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen.
- Deutsche Rheuma-Liga: Aktuelle Hinweise zum Umgang mit großer Hitze bei rheumatischen Erkrankungen, zur Flüssigkeitszufuhr, Kleidung, Abkühlung und zu Warnzeichen einer stärkeren Hitzebelastung.
- Deutsche Rheuma-Liga: Informationen zum systemischen Lupus erythematodes und zur Bedeutung eines konsequenten UV-Schutzes bei lichtempfindlichen Betroffenen.
- bund.de: Patienteninformationen zu rheumatoider Arthritis einschließlich Morgensteifigkeit, Muskelschwäche durch verminderte Bewegung und rheumabedingter Fatigue.
Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine individuelle ärztliche, physiotherapeutische oder reisemedizinische Beratung. Welche Aktivitäten für Sie geeignet sind, hängt von Ihrer genauen rheumatischen Erkrankung, der aktuellen Krankheitsaktivität, vorhandenen Gelenk- oder Organschäden, Ihrer Behandlung und möglichen Begleiterkrankungen ab.
Ändern Sie Rheumamedikamente wegen eines Ausflugs nicht eigenständig und beachten Sie bei kühlpflichtigen Medikamenten immer die Lagerungshinweise Ihres konkreten Präparats.
Bei Fieber, deutlichem Krankheitsgefühl, plötzlich stark geschwollenen oder überwärmten Gelenken, neuer ausgeprägter Atemnot, neurologischen Beschwerden oder anderen ungewöhnlichen akuten Veränderungen sollte zunächst eine medizinische Abklärung erfolgen.
Bildquelle
Bildquelle: Jennifer Orth Gesundheitsblog, KI-generiert. Einige Illustrationen und Beitragsbilder auf dieser Website wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und anschließend redaktionell geprüft und überarbeitet.
Stand
September 2026

