Ernährungsberatung & Gesundheitsblog
Sie lesen gerade
Gesund essen ohne Verbotslisten bei Morbus Bechterew
0
Diagnosen & Therapieunterstützung Ernährung Gesund & Fit im Alter Gesundheit

Gesund essen ohne Verbotslisten bei Morbus Bechterew

Wenn Sie Morbus Bechterew haben, kennen Sie vielleicht diese besondere Art von Rückenschmerz, die sich nicht so verhält, wie man es von einem verspannten Rücken erwarten würde. Langes Sitzen oder Liegen macht die Beschwerden häufig unangenehmer, nachts können die Schmerzen den Schlaf stören und morgens braucht der Körper erst einmal Zeit und Bewegung, bis er wieder geschmeidiger wird. Hinter diesen Beschwerden steckt keine einfache Muskelverspannung, sondern eine chronisch entzündliche rheumatische Erkrankung.

Gerade weil Entzündungen dabei eine zentrale Rolle spielen, fragen sich viele Betroffene, ob sie über ihre Ernährung selbst Einfluss nehmen können. Dabei begegnen einem schnell sehr unterschiedliche Empfehlungen: mehr Omega-3, möglichst wenig Stärke, kein Gluten, keine Milch, keine Tomaten, dafür Kurkuma, Probiotika oder bestimmte Nahrungsergänzungsmittel. Solche Regeln klingen zunächst klar und praktisch. Wissenschaftlich ist die Lage jedoch wesentlich differenzierter.

Ihre Ernährung kann bei Morbus Bechterew durchaus wichtig sein. Sie kann dazu beitragen, Herz und Gefäße zu schützen, ein günstiges Körpergewicht zu unterstützen, die Knochen mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen und eine insgesamt ausgewogene Nährstoffversorgung sicherzustellen. Besonders sinnvoll erscheint eine mediterran geprägte und überwiegend pflanzliche Ernährung. Eine bestimmte Diät, mit der sich die Erkrankung zuverlässig bremsen oder behandeln lässt, ist bisher allerdings nicht belegt.

Was bei Morbus Bechterew im Körper geschieht

Morbus Bechterew gehört zur Gruppe der sogenannten axialen Spondyloarthritiden. Der Begriff klingt komplizierter, als er ist. „Axial“ bedeutet, dass vor allem die Körperachse betroffen ist, also insbesondere die Wirbelsäule und die Gelenke zwischen Kreuzbein und Becken. Diese Gelenke werden Iliosakralgelenke oder Kreuz-Darmbein-Gelenke genannt.

Bei der Erkrankung ist die Regulation des Immunsystems verändert. Entzündungen können sich vor allem dort entwickeln, wo Gelenke, Bänder und Sehnenansätze stark belastet werden. Häufig beginnt die Erkrankung im unteren Rücken beziehungsweise im Beckenbereich. Typisch sind Schmerzen, die über längere Zeit bestehen, sich nach Ruhe verstärken und durch Bewegung besser werden. Viele Betroffene wachen in der zweiten Nachthälfte auf, fühlen sich am Morgen steif und benötigen erst Bewegung, bevor sich der Rücken wieder leichter anfühlt.

Die Erkrankung kann jedoch weit über den Rücken hinausgehen. Manche Menschen haben Schmerzen an Hüften, Schultern oder Knien. Auch die Fersen können durch entzündete Sehnenansätze Beschwerden verursachen. Hinzu kommen bei einigen Betroffenen eine ausgeprägte Müdigkeit und Erschöpfung. Möglich sind außerdem Begleiterkrankungen wie eine Entzündung im Auge, Schuppenflechte sowie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.

Im Laufe der Zeit können sich bei manchen Menschen Veränderungen an der Wirbelsäule entwickeln. Entzündete Bereiche können verknöchern und die Beweglichkeit einschränken. Das geschieht jedoch nicht bei jedem Menschen und nicht in derselben Geschwindigkeit. Moderne Medikamente, regelmäßige Bewegung und Physiotherapie haben die Behandlungsmöglichkeiten deutlich verbessert.

Warum heute häufig von axialer Spondyloarthritis gesprochen wird

Vielleicht begegnet Ihnen beim Arzt nicht mehr nur der Begriff Morbus Bechterew, sondern auch „axiale Spondyloarthritis“. Das ist kein völlig anderes Krankheitsbild, sondern ein übergeordneter Begriff.

Bei einer nicht-röntgenologischen axialen Spondyloarthritis können typische Beschwerden und Entzündungen bereits vorhanden sein, obwohl im normalen Röntgenbild noch keine charakteristischen Veränderungen der Kreuz-Darmbein-Gelenke sichtbar sind. Ein MRT kann entzündliche Veränderungen häufig früher erfassen.

Sind typische strukturelle Veränderungen im Röntgenbild nachweisbar, spricht man von einer röntgenologischen axialen Spondyloarthritis oder ankylosierenden Spondylitis. Dies entspricht dem klassischen Morbus Bechterew.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil eine entzündliche Erkrankung bereits bestehen kann, obwohl ein Röntgenbild zunächst unauffällig erscheint.

Wie Morbus Bechterew festgestellt wird

Es gibt keinen einzelnen Blutwert, der die Diagnose Morbus Bechterew eindeutig bestätigt oder ausschließt. Deshalb betrachtet die Rheumatologie immer mehrere Hinweise zusammen.

Dazu gehören die Art Ihrer Rückenschmerzen, deren Dauer, Ihr Alter bei Beginn der Beschwerden und die Frage, ob Bewegung eher hilft als Ruhe. Auch familiäre Erkrankungen, wiederkehrende Augenentzündungen, Hautveränderungen, Darmbeschwerden und Entzündungen anderer Gelenke können wichtige Hinweise liefern.

Neben der körperlichen Untersuchung kommen Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren zum Einsatz. Häufig werden Entzündungswerte wie CRP oder die Blutsenkung kontrolliert. Normale Werte bedeuten jedoch nicht automatisch, dass keine axiale Spondyloarthritis vorliegt.

Auch der genetische Marker HLA-B27 kann bestimmt werden. Viele Betroffene tragen dieses Merkmal, aber längst nicht jeder Mensch mit HLA-B27 entwickelt Morbus Bechterew. Umgekehrt kann die Erkrankung auch ohne HLA-B27 auftreten. Der Wert ist deshalb ein Baustein der Diagnostik und keine Diagnose für sich allein.

Welche Ernährung bei Morbus Bechterew sinnvoll erscheint

Wenn Sie Ihre Ernährung anpassen möchten, brauchen Sie zunächst keine komplizierte Rheuma-Diät. Eine gute Grundlage ist eine abwechslungsreiche, überwiegend pflanzliche Kost, wie sie auch bei einer mediterranen Ernährungsweise üblich ist.

Im Mittelpunkt stehen Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse, Samen und hochwertige Pflanzenöle. Je nach persönlicher Ernährungsweise können Fisch, Eier, Milchprodukte und kleinere Mengen Fleisch dazukommen. Stark verarbeitete Lebensmittel, viel Wurst, sehr zuckerreiche Produkte und große Mengen Alkohol sollten dagegen eher selten auf dem Speiseplan stehen.

Das Entscheidende ist die gesamte Ernährungsweise und nicht ein einzelnes vermeintliches „Entzündungs-Lebensmittel“. Eine Portion Brokkoli kann Morbus Bechterew nicht ausschalten und ein Stück Kuchen verursacht nicht automatisch einen Krankheitsschub.

Gerade deshalb ist es sinnvoller, Lebensmittel nicht vorschnell in „gut“ und „schlecht“ einzuteilen.

Welche Lebensmittel dürfen Sie bei Morbus Bechterew essen?

Grundsätzlich dürfen Menschen mit Morbus Bechterew alle Lebensmittel essen, die sie persönlich vertragen und gegen die keine andere Erkrankung, Allergie oder medizinische Einschränkung spricht.

Kartoffeln, Brot, Reis, Nudeln, Milchprodukte, Tomaten, Paprika, Hülsenfrüchte oder glutenhaltige Lebensmittel müssen wegen Morbus Bechterew nicht automatisch vom Speiseplan verschwinden.

Statt einer langen Verbotsliste ist folgende Einteilung hilfreicher:

 

Lebensmittelgruppe Beispiele Warum sie gut passen können oder was Sie beachten sollten
Gemüse Brokkoli, Blumenkohl, Grünkohl, Spinat, Mangold, Möhren, Fenchel, Zucchini, Kürbis, Gurke, Spargel, Artischocke, Kohlrabi, Rote Bete, Sellerie, Rettich Gemüse liefert Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und viele unterschiedliche Pflanzenstoffe. Wechseln Sie möglichst regelmäßig die Sorten.
Tomaten, Paprika, Auberginen und Kartoffeln Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen, Kartoffeln Diese sogenannten Nachtschattengewächse müssen bei Morbus Bechterew nicht gemieden werden. Dafür gibt es keine überzeugende wissenschaftliche Grundlage.
Asiatische und internationale Gemüsearten Pak Choi, Chinakohl, Okra, Chayote, Daikon, Wasserspinat, Bittermelone, Bambussprossen, Lotuswurzel Auch weniger bekannte Gemüsearten können problemlos für Abwechslung sorgen. Entscheidend ist die persönliche Verträglichkeit.
Obst Äpfel, Birnen, Beeren, Kirschen, Pflaumen, Aprikosen, Pfirsiche, Orangen, Mandarinen, Kiwi, Trauben Obst gehört zu einer ausgewogenen Ernährung. Ganzes Obst ist meist günstiger als Saft, weil es mehr Ballaststoffe enthält und besser sättigt.
Tropische Früchte Mango, Papaya, Banane, Ananas, Guave, Passionsfrucht, Drachenfrucht, Litschi, Kaki Auch exotische Früchte sind möglich. Sie müssen für eine „antientzündliche Ernährung“ allerdings nicht gezielt gekauft werden.
Beeren Heidelbeeren, Himbeeren, Erdbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren Beeren liefern verschiedene Pflanzenstoffe. Sie sind eine gute Ergänzung, aber keine Behandlung der Erkrankung.
Vollkorngetreide Hafer, Vollkornweizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Emmer, Einkorn Vollkorn liefert Ballaststoffe sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Gluten muss ohne Zöliakie oder andere medizinische Gründe nicht vermieden werden.
Reis und andere Getreidearten Naturreis, Basmatireis, Jasminreis, schwarzer Reis, Hirse, Sorghum, Teff, Mais Sie können ganz normal Teil Ihrer Ernährung sein. Vollkornvarianten enthalten meist mehr Ballaststoffe.
Pseudogetreide Quinoa, Buchweizen, Amaranth Diese Lebensmittel bieten zusätzliche Abwechslung und sind von Natur aus glutenfrei.
Kartoffeln und andere Knollen Kartoffeln, Süßkartoffeln, Yams, Taro, Maniok Stärke ist bei Morbus Bechterew nicht grundsätzlich verboten. Manche tropischen Knollen wie Maniok müssen korrekt gegart werden.
Nudeln und Couscous Vollkornnudeln, normale Nudeln, Soba, Reisnudeln, Couscous, Bulgur, Freekeh Auch diese Lebensmittel dürfen gegessen werden. Vollkornvarianten sind wegen ihres höheren Ballaststoffgehalts häufig eine gute Wahl.
Linsen rote, gelbe, grüne, braune, schwarze Linsen Linsen liefern pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe und Mineralstoffe. Bei empfindlichem Darm können Sie mit kleinen Portionen beginnen.
Bohnen Kidneybohnen, weiße Bohnen, schwarze Bohnen, Pintobohnen, Borlottibohnen, Cannellini, Adzukibohnen, Mungbohnen Hülsenfrüchte sind nährstoffreich. Trockene Bohnen sollten gründlich eingeweicht beziehungsweise vollständig durchgegart werden.
Kichererbsen und Erbsen Kichererbsen, Hummus, grüne Erbsen, Schälerbsen, Zuckererbsen Gute pflanzliche Eiweiß- und Ballaststoffquellen.
Sojaprodukte Tofu, Tempeh, Edamame, Natto, ungesüßter Sojajoghurt Soja muss bei Morbus Bechterew nicht gemieden werden. Tofu und Tempeh eignen sich gut als pflanzliche Eiweißquelle.
Nüsse Walnüsse, Mandeln, Haselnüsse, Pistazien, Cashews, Pekannüsse Sie liefern ungesättigte Fettsäuren, Eiweiß und Mineralstoffe. Ungesalzene Varianten sind für den Alltag günstig.
Samen und Kerne Leinsamen, Chiasamen, Sesam, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Hanfsamen Sie ergänzen Ballaststoffe und günstige Fettsäuren. Eine kleine Portion reicht, da sie energiereich sind.
Fetter Fisch Lachs, Hering, Makrele, Sardinen, Forelle Diese Fischarten liefern EPA und DHA, zwei langkettige Omega-3-Fettsäuren. Fisch kann in eine herzgesunde Ernährung passen.
Andere Fischarten Kabeljau, Seelachs, Dorade, Wolfsbarsch, Seehecht, Karpfen Fisch liefert hochwertiges Eiweiß. Nicht jede Fischmahlzeit muss besonders fettreich sein.
Meeresfrüchte Garnelen, Muscheln, Krabben, Tintenfisch, Oktopus Möglich, sofern keine Allergie besteht. Herkunft und Zubereitung sind wichtiger als ein spezieller Bezug zu Morbus Bechterew.
Eier Hühnereier, Wachteleier Eier sind bei Morbus Bechterew nicht grundsätzlich problematisch und können Teil einer ausgewogenen Ernährung sein.
Milchprodukte Naturjoghurt, Kefir, Quark, Milch, Käse, Skyr Wer Milchprodukte verträgt, muss sie nicht meiden. Sie liefern unter anderem Eiweiß und Calcium.
Pflanzliche Alternativen Soja-, Hafer-, Mandel- oder Erbsendrinks und pflanzliche Joghurts Achten Sie möglichst auf Produkte mit zugesetztem Calcium, Jod und gegebenenfalls Vitamin B12 und B2.
Geflügel Huhn, Pute Unverarbeitetes Geflügel kann eine Eiweißquelle sein. Die Zubereitung spielt eine größere Rolle als die einzelne Fleischart.
Rind, Schwein, Lamm und Wild unverarbeitetes Fleisch verschiedener Tierarten Es muss nicht vollständig gestrichen werden. Insgesamt empfiehlt sich jedoch ein eher mäßiger Fleischkonsum.
Wurst und verarbeitetes Fleisch Salami, Würstchen, Schinken, Speck, Chorizo, Sucuk Diese Produkte enthalten häufig viel Salz und gesättigte Fette und sollten eher gelegentlich gegessen werden.
Pflanzliche Öle Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl, Leinöl, Sojaöl Pflanzenöle liefern überwiegend ungesättigte Fettsäuren und eignen sich gut als hauptsächliche Fettquellen.
Avocado und Oliven Avocado, grüne und schwarze Oliven Beide können Teil einer mediterranen Ernährung sein. Oliven enthalten je nach Verarbeitung relativ viel Salz.
Kräuter und Gewürze Petersilie, Basilikum, Rosmarin, Thymian, Oregano, Koriander, Kurkuma, Ingwer, Kreuzkümmel, Zimt, Knoblauch Kräuter und Gewürze bringen Vielfalt in die Küche. Einzelne Gewürze sollten jedoch nicht als medizinische Therapie betrachtet werden.
Fermentierte Lebensmittel Naturjoghurt, Kefir, Sauerkraut, Kimchi, Tempeh, Miso Sie können Teil einer abwechslungsreichen Ernährung sein. Für eine gezielte Behandlung der axialen Spondyloarthritis durch fermentierte Lebensmittel gibt es bisher keine ausreichenden Belege.
Getränke Wasser, Mineralwasser, ungesüßter Tee, Kaffee Wasser ist die beste Grundlage. Kaffee muss bei Morbus Bechterew nicht grundsätzlich gemieden werden, solange er gut vertragen wird.
Süßigkeiten und Desserts Schokolade, Kuchen, Eis, Kekse, Desserts Sie sind nicht verboten. Entscheidend ist, dass sie nicht den größten Teil der täglichen Ernährung ausmachen.
Fast Food und Fertiggerichte Pizza, Burger, Pommes, Instantgerichte Gelegentlich ist nichts dagegen einzuwenden. Viele Produkte enthalten jedoch viel Salz, Fett und Energie und sollten deshalb keine tägliche Grundlage bilden.
Alkohol Bier, Wein, Spirituosen Alkohol ist kein Bestandteil einer gesundheitsfördernden Ernährung. Zusätzlich können Medikamente oder Begleiterkrankungen dafür sprechen, ganz darauf zu verzichten.

Die Tabelle soll Ihnen also keine neue Sammlung von Regeln geben. Sie zeigt vielmehr, dass eine große Auswahl an Lebensmitteln möglich ist. Entscheidend sind Vielfalt, Verträglichkeit und das langfristige Ernährungsmuster.

Warum die mediterrane Ernährung besonders interessant ist

Von den verschiedenen Ernährungsformen passt die mediterrane Kost derzeit besonders gut zu dem, was allgemein über eine gesundheitsfördernde Ernährung bekannt ist.

Sie enthält reichlich Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Vollkorn, Nüsse und Pflanzenöle. Fisch kommt regelmäßig vor, während stark verarbeitetes Fleisch und sehr zuckerreiche Lebensmittel eine kleinere Rolle spielen.

Speziell bei axialer Spondyloarthritis gibt es erste Untersuchungen, die auf mögliche Vorteile hinweisen. In einer italienischen Beobachtungsstudie zeigte sich bei Menschen, die sich stärker an einer mediterranen Ernährung orientierten, auch eine günstigere Entwicklung bestimmter Krankheitsaktivitätswerte. Solche Ergebnisse sind interessant, reichen aber noch nicht aus, um mediterrane Ernährung als eigenständige Behandlung des Morbus Bechterew einzustufen.

Für den Alltag spricht trotzdem viel dafür: Die Ernährungsform ist vielseitig, nährstoffreich und lässt sich an unterschiedliche Küchen und persönliche Vorlieben anpassen.

Warum die Forschung so intensiv auf den Darm schaut

Der Darm ist bei axialer Spondyloarthritis ein besonders spannendes Forschungsgebiet. Das Immunsystem und die Darmflora stehen in engem Austausch miteinander. Außerdem treten chronisch entzündliche Darmerkrankungen bei Menschen mit Spondyloarthritis häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung.

Untersuchungen zeigen Unterschiede in der Zusammensetzung des Darmmikrobioms von Betroffenen. Daraus lässt sich allerdings noch keine einfache Ursache-Wirkungs-Beziehung ableiten. Es ist bislang nicht klar, welche Veränderungen an der Erkrankung beteiligt sind und welche möglicherweise erst durch Entzündung, Medikamente, Ernährung oder andere Faktoren entstehen.

Daraus ergibt sich auch noch keine spezielle „Mikrobiom-Diät“. Probiotika, Darmkuren oder kostenpflichtige Mikrobiomtests können eine rheumatologische Behandlung nicht ersetzen.

Was Sie Ihrem Darm unabhängig davon anbieten können, ist eine abwechslungsreiche Ernährung mit verschiedenen pflanzlichen Lebensmitteln. Ballaststoffe aus Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen dienen bestimmten Darmbakterien als Nahrung. Einige dieser Bakterien bilden daraus kurzkettige Fettsäuren, die unter anderem für die Darmbarriere und verschiedene Stoffwechselvorgänge interessant sind.

Wenn gleichzeitig Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa besteht

Bei zusätzlichem Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa muss die Ernährung genauer an die persönliche Situation angepasst werden.

Was außerhalb eines Darmschubs gut verträglich ist, kann während eines aktiven Schubs Beschwerden verstärken. Große Mengen Rohkost, Hülsenfrüchte oder sehr grobe Vollkornprodukte können bei manchen Betroffenen in dieser Phase schwierig sein. Das bedeutet nicht, dass diese Lebensmittel grundsätzlich ungesund wären. Entscheidend ist die aktuelle Verträglichkeit.

Wenn Sie wiederholt unter Durchfällen, Blut im Stuhl, starken Bauchschmerzen oder ungeklärtem Gewichtsverlust leiden, sollten Sie dies medizinisch abklären lassen. Solche Beschwerden sollten bei Morbus Bechterew nicht vorschnell als harmlose Nahrungsmittelunverträglichkeit eingeordnet werden.

Stärke müssen Sie nicht grundsätzlich meiden

Die sogenannte stärkearme Ernährung wird bei Morbus Bechterew seit vielen Jahren diskutiert. Ausgangspunkt ist die Theorie, dass bestimmte Darmbakterien durch Stärke begünstigt werden könnten und dadurch immunologische Prozesse beeinflussen.

Bislang fehlen jedoch ausreichend hochwertige klinische Studien, die zeigen, dass eine konsequent stärkearme Ernährung die Krankheitsaktivität zuverlässig verbessert.

Kartoffeln, Reis, Brot, Nudeln und Hülsenfrüchte müssen deshalb nicht vorsorglich gestrichen werden. Gerade Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte liefern wertvolle Ballaststoffe und wichtige Nährstoffe.

Eine sehr streng eingeschränkte Ernährung kann dagegen schnell dazu führen, dass die Lebensmittelauswahl unnötig klein wird und die Versorgung mit bestimmten Nährstoffen schlechter ausfällt.

Auch Gluten ist nicht automatisch ein Problem

Glutenfreie Ernährung ist bei Zöliakie notwendig. Bei einer Weizenallergie oder bestimmten anderen Erkrankungen kann ebenfalls eine Anpassung erforderlich sein.

Morbus Bechterew allein ist jedoch kein Grund, Brot, Nudeln und andere glutenhaltige Lebensmittel zu vermeiden.

Wenn Sie den Verdacht haben, Gluten nicht zu vertragen, lassen Sie dies möglichst untersuchen, bevor Sie Ihre Ernährung dauerhaft umstellen. Gerade eine Zöliakiediagnostik kann schwieriger werden, wenn Sie bereits längere Zeit strikt glutenfrei essen.

Milchprodukte dürfen bleiben, wenn Sie sie vertragen

Auch Milch und Käse werden in manchen Rheuma-Diäten grundsätzlich ausgeschlossen. Dafür gibt es bei Morbus Bechterew keine ausreichende wissenschaftliche Grundlage.

Naturjoghurt, Kefir, Quark oder Käse können wichtige Eiweiß- und Calciumquellen sein. Gerade Calcium verdient Aufmerksamkeit, weil Menschen mit axialer Spondyloarthritis ein erhöhtes Risiko für eine verminderte Knochendichte haben können.

Wenn Sie Milchprodukte nicht vertragen oder sich pflanzlich ernähren, können angereicherte Alternativen sinnvoll sein. Achten Sie bei Pflanzendrinks besonders auf zugesetztes Calcium und Jod. Je nach Ernährungsweise sind auch Vitamin B12 und Vitamin B2 wichtig.

Omega-3: sinnvoller Bestandteil der Ernährung, aber keine Wunderwaffe

Omega-3-Fettsäuren sind an verschiedenen entzündungsregulierenden Vorgängen im Körper beteiligt. Besonders die Fettsäuren EPA und DHA aus fettreichem Fisch werden deshalb häufig mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Lachs, Hering, Makrele oder Sardinen können gut in eine ausgewogene Ernährung passen. Daraus folgt jedoch nicht, dass hoch dosierte Fischölkapseln Morbus Bechterew wirksam behandeln.

Eine Meta-Analyse randomisierter Studien konnte für Omega-3-Präparate bei Spondyloarthritis keinen überzeugenden Nutzen auf die untersuchten Krankheitsparameter zeigen.

Wenn Sie Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3 einnehmen möchten, sollten Sie vor allem bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme oder bestehenden Erkrankungen die Dosierung ärztlich oder pharmazeutisch abklären.

Herz und Gefäße verdienen zusätzliche Aufmerksamkeit

Morbus Bechterew betrifft nicht ausschließlich die Wirbelsäule. Chronische Entzündungen können langfristig auch für das Herz-Kreislauf-System bedeutsam sein.

Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Diabetes, Rauchen und starkes Übergewicht erhöhen das Risiko zusätzlich. Genau hier kann eine ausgewogene Ernährung viel beitragen, auch wenn sie die rheumatische Erkrankung selbst nicht unmittelbar verändert.

Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Nüsse, Fisch und hochwertige Pflanzenöle passen gut zu einer herzfreundlichen Ernährung. Zuckerhaltige Getränke, stark verarbeitete Fleischwaren und häufig sehr salzreiche Fertigprodukte sollten dagegen eher eine kleinere Rolle spielen.

Das Körpergewicht ist kein Schönheitsproblem

Bei Morbus Bechterew geht es beim Gewicht nicht um irgendein Ideal auf der Waage.

Ein deutlich erhöhtes Körpergewicht belastet den Bewegungsapparat zusätzlich. Fettgewebe ist außerdem stoffwechselaktiv und bildet verschiedene Botenstoffe. Gleichzeitig steigen bei Übergewicht häufig weitere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wenn Sie Gewicht reduzieren möchten, sind radikale Diäten selten notwendig. Häufig reicht es, Mahlzeiten stärker mit Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkorn und einer guten Eiweißquelle aufzubauen und sehr energiereiche Getränke und Snacks schrittweise zu reduzieren.

Das Ziel sollte eine Ernährung sein, die Sie langfristig beibehalten können und bei der Essen trotzdem Freude macht.

Auch die Knochen brauchen Unterstützung

Bei Morbus Bechterew können Entzündungen und Knochenneubildung auftreten, gleichzeitig kann die Knochendichte vermindert sein. Das klingt zunächst widersprüchlich, ist aber ein bekanntes Problem bei der Erkrankung.

Für Ihre Knochen sind ausreichend Eiweiß, Calcium und Vitamin D wichtig. Calcium steckt beispielsweise in Milchprodukten, calciumreichen Mineralwässern, Sesam beziehungsweise Tahin, einigen grünen Gemüsearten und entsprechend angereicherten Pflanzendrinks.

Vitamin D lässt sich über Lebensmittel nur begrenzt aufnehmen. Ob Sie ein Präparat benötigen, hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Hoch dosiertes Vitamin D sollte nicht allein deshalb eingenommen werden, weil entzündliche Beschwerden bestehen.

Wenn bereits Osteoporose bekannt ist oder zusätzliche Risikofaktoren vorliegen, sollte die Knochengesundheit gezielt ärztlich beurteilt werden.

Kurkuma, Ingwer und Co.: gern würzen, aber nicht überbewerten

Kurkuma, Ingwer, Knoblauch und verschiedene Kräuter enthalten Pflanzenstoffe, die in der Forschung interessante Wirkungen zeigen. Das macht sie zu wertvollen Küchenzutaten, aber nicht automatisch zu einer wirksamen Therapie gegen Morbus Bechterew.

Sie können solche Gewürze gern regelmäßig verwenden, wenn Sie sie vertragen. Anders sieht es bei hoch konzentrierten Extrakten und Kapseln aus. Dort liegen die aufgenommenen Mengen deutlich höher und mögliche Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen werden wichtiger.

Besonders bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme sollten hoch dosierte Pflanzenpräparate deshalb vorher ärztlich oder pharmazeutisch abgeklärt werden.

Nahrungsergänzungsmittel nur dann, wenn sie wirklich gebraucht werden

Bei chronischen Erkrankungen ist die Versuchung groß, zusätzlich etwas einzunehmen. Vitamin D, Omega-3, Curcumin, Weihrauch, Probiotika oder Kombinationspräparate werden häufig mit dem Versprechen angeboten, Entzündungen zu reduzieren.

Für Morbus Bechterew gibt es jedoch kein Nahrungsergänzungsmittel, das eine notwendige medizinische Behandlung ersetzen kann.

Sinnvoll können Supplemente sein, wenn tatsächlich ein Mangel oder ein erhöhter Bedarf besteht. Bei veganer Ernährung muss beispielsweise Vitamin B12 zuverlässig ergänzt werden. Andere Nährstoffe sollten nach Ernährungsweise, Beschwerden und gegebenenfalls Blutuntersuchungen beurteilt werden.

Mehr Kapseln bedeuten nicht automatisch mehr Gesundheit.

Alkohol und Rauchen gehören ebenfalls zum Gesamtbild

Alkohol muss nicht Teil einer gesundheitsfördernden Ernährung sein. Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme kann zusätzlich eine individuelle Abstimmung notwendig sein, weil manche Arzneimittel Leber oder Magen belasten oder andere Wechselwirkungen auftreten können.

Beim Rauchen ist die Empfehlung klarer. Rauchstopp gehört zu den wichtigen Lebensstilmaßnahmen bei axialer Spondyloarthritis. Rauchen belastet Herz und Gefäße und wird außerdem mit ungünstigeren Krankheitsverläufen in Verbindung gebracht.

Wenn Sie rauchen, bringt ein Rauchstopp Ihrer Gesundheit wahrscheinlich mehr als die Suche nach einem besonders ausgefallenen „antientzündlichen“ Lebensmittel.

Bewegung bleibt eine der wichtigsten Säulen der Behandlung

Ernährung ist nur ein Teil des Umgangs mit Morbus Bechterew. Regelmäßige körperliche Aktivität und Physiotherapie gehören zu den zentralen Maßnahmen.

Beweglichkeitsübungen helfen dabei, die Wirbelsäule möglichst flexibel zu halten. Muskelkräftigung stabilisiert den Bewegungsapparat und Ausdauertraining unterstützt Herz, Kreislauf und allgemeine Fitness.

Welche Übungen für Sie geeignet sind, hängt von Ihrem individuellen Krankheitsverlauf ab. Gerade bei eingeschränkter Beweglichkeit, stärkeren Beschwerden oder strukturellen Veränderungen kann physiotherapeutische Anleitung sehr wertvoll sein.

Medikamente sollten nicht eigenständig reduziert oder abgesetzt werden, nur weil sich Beschwerden durch Bewegung oder eine Ernährungsumstellung bessern. Ob die entzündliche Aktivität ausreichend kontrolliert ist, lässt sich nicht allein anhand des aktuellen Schmerzempfindens beurteilen.

Ein Ernährungstagebuch kann persönliche Zusammenhänge sichtbar machen

Wenn Sie den Eindruck haben, dass bestimmte Lebensmittel Ihre Beschwerden beeinflussen, kann ein Ernährungstagebuch hilfreich sein.

Notieren Sie über einige Wochen nicht nur Ihre Mahlzeiten, sondern auch Schmerzen, Verdauungsbeschwerden, Schlaf, Bewegung, Stress und Änderungen Ihrer Medikamente. Dadurch lässt sich besser erkennen, ob ein bestimmtes Lebensmittel tatsächlich wiederholt mit Beschwerden zusammenfällt.

Bei einer chronisch entzündlichen Erkrankung wechseln gute und schlechte Tage ohnehin. Ein einzelner schlechter Tag nach einer bestimmten Mahlzeit beweist deshalb noch keinen Zusammenhang.

Wenn Sie mehrere Lebensmittelgruppen dauerhaft ausschließen möchten, ist eine qualifizierte Ernährungsberatung sinnvoll. So lassen sich unnötige Nährstofflücken vermeiden.

 

Bei diesen Beschwerden sollten Sie nicht auf eine Ernährungsumstellung warten

Ein plötzlich stark schmerzendes, gerötetes oder lichtempfindliches Auge sowie eine Verschlechterung des Sehens können auf eine akute Uveitis hinweisen. Diese sollte rasch augenärztlich untersucht werden.

Auch anhaltender oder blutiger Durchfall, stärkere Bauchschmerzen oder ein ungeklärter Gewichtsverlust gehören medizinisch abgeklärt.

Verändert sich Ihr Rückenschmerz plötzlich deutlich, besonders nach einem Sturz oder Unfall, sollte ebenfalls untersucht werden, ob beispielsweise eine Verletzung oder Fraktur vorliegt.

Neu auftretende Lähmungserscheinungen, ausgeprägte Schwäche der Beine, Taubheitsgefühle im Genital- oder Analbereich oder eine plötzlich gestörte Blasen- beziehungsweise Darmkontrolle erfordern eine sofortige medizinische Abklärung.

Gesund essen bei Morbus Bechterew darf unkompliziert bleiben

Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis: Sie brauchen keine lange Verbotsliste.

Sie dürfen mit Morbus Bechterew eine sehr vielfältige Ernährung genießen. Gemüse, Obst, Kartoffeln, Reis, Vollkorn, Nudeln, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Fisch, Eier und verträgliche Milchprodukte können ganz selbstverständlich dazugehören. Auch internationale Lebensmittel und Gerichte passen problemlos in eine ausgewogene Ernährung.

Statt einzelne Lebensmittel für Entzündungen verantwortlich zu machen, lohnt es sich, das gesamte Ernährungsmuster anzuschauen. Je abwechslungsreicher und pflanzenbetonter Ihre alltägliche Ernährung ist und je weniger stark verarbeitete Produkte sie enthält, desto besser unterstützt sie Ihre allgemeine Gesundheit.

Sie können Morbus Bechterew nicht durch Ernährung heilen. Sie können Ihrem Körper aber gute Voraussetzungen geben, um langfristig möglichst stabil, beweglich und gut versorgt zu bleiben.

 

Wissenschaftliche Quellen

ASAS/EULAR: Recommendations for the management of axial spondyloarthritis – 2022 update
https://ard.bmj.com/content/82/1/19

European Alliance of Associations for Rheumatology: 2021 EULAR recommendations regarding lifestyle behaviours and work participation to prevent progression of rheumatic and musculoskeletal diseases
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35260387/

Gwinnutt JM et al.: Effects of diet on the outcomes of rheumatic and musculoskeletal diseases – systematic review informing the EULAR lifestyle recommendations
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35654458/

Sezgin G, Yuksel A.: Mechanisms and clinical evidence of dietary patterns in axial spondyloarthritis, Rheumatology International, 2026
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/42443604/

Ometto F et al.: Mediterranean diet in axial spondyloarthritis: an observational study in an Italian monocentric cohort
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34416917/

Skouvaklidou E et al.: Effectiveness of N-3 fatty acids supplementation on spondyloarthritis: A systematic review and meta-analysis
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39509795/

Rios Rodriguez V, Essex M, Poddubnyy D.: The gut microbiota in spondyloarthritis: an update
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39968641/

NICE: Spondyloarthritis in over 16s – diagnosis and management
https://www.nice.org.uk/guidance/ng65/chapter/Recommendations

National Institute of Arthritis and Musculoskeletal and Skin Diseases: Ankylosing Spondylitis
https://www.niams.nih.gov/health-topics/ankylosing-spondylitis

Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Gut essen und trinken – die DGE-Empfehlungen
https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-empfehlungen/

Hinweis

Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Gesundheitsbildung. Sie ersetzen keine individuelle ärztliche, therapeutische, ernährungsmedizinische oder pharmazeutische Beratung.

Wenn Sie an Morbus Bechterew beziehungsweise axialer Spondyloarthritis erkrankt sind, sollten Sie größere Ernährungsumstellungen, umfangreiche Ausschlussdiäten und hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel besonders bei bestehenden Begleiterkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme mit Ihrer behandelnden Ärztin, Ihrem behandelnden Arzt oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft abstimmen.

Lassen Sie ein plötzlich schmerzendes oder stark gerötetes Auge, starke Lichtempfindlichkeit oder Sehverschlechterungen rasch augenärztlich untersuchen. Auch anhaltender oder blutiger Durchfall, starke Bauchschmerzen, ungeklärter Gewichtsverlust oder plötzlich deutlich veränderte Rückenschmerzen nach einem Sturz oder Unfall sollten medizinisch abgeklärt werden. Neu auftretende Lähmungserscheinungen, starke Schwäche der Beine, Taubheitsgefühle im Genital- oder Analbereich oder neue Störungen der Blasen- beziehungsweise Darmkontrolle erfordern eine sofortige medizinische Abklärung.

Medizinische Einordnung

Die Aussagen dieses Beitrags orientieren sich an den aktuellen ASAS-EULAR-Empfehlungen zur axialen Spondyloarthritis, den EULAR-Empfehlungen zu Lebensstil und Ernährung bei rheumatischen Erkrankungen, den NICE-Empfehlungen zur Diagnostik sowie aktuellen systematischen Übersichtsarbeiten zur Ernährung und zur Darm-Gelenk-Achse. Die derzeitige Forschung unterstützt eine ausgewogene, überwiegend pflanzenbetonte Ernährung zur Förderung der allgemeinen Gesundheit. Für eine bestimmte Spezialdiät als eigenständige Behandlung des Morbus Bechterew gibt es bislang keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege.

Bildquelle

Bildquelle: Jennifer Orth Gesundheitsblog, KI-generiert

Einige Illustrationen und Beitragsbilder auf dieser Website wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und anschließend redaktionell ausgewählt bzw. bearbeitet.

Wissenschaftlicher Stand

Die Inhalte dieses Beitrags basieren auf den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen und Empfehlungen einschlägiger Fachgesellschaften, Gesundheitsorganisationen und medizinischer Institutionen.

Stand: August 2026

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

https://www.instagram.com/ernaehrungsberatung.jennyorth/