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Mit Diabetes schwanger werden: Gut vorbereitet durch Kinderwunsch, Schwangerschaft und die erste Zeit mit Ihrem Baby
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Mit Diabetes schwanger werden: Gut vorbereitet durch Kinderwunsch, Schwangerschaft und die erste Zeit mit Ihrem Baby

Ein Kinderwunsch ist etwas sehr Persönliches. Vielleicht haben Sie Typ-1-Diabetes schon seit Ihrer Kindheit und fragen sich irgendwann, ob eine Schwangerschaft für Sie überhaupt möglich ist. Vielleicht leben Sie mit Typ-2-Diabetes und haben gehört, eine Schwangerschaft sei dadurch automatisch besonders gefährlich. Oder der Kinderwunsch ist bereits konkret und plötzlich tauchen unzählige Fragen auf: Muss die Diabetesbehandlung vorher verändert werden? Darf die Insulinpumpe bleiben? Welche Medikamente sind erlaubt? Wie niedrig muss der HbA1c sein? Muss das Baby früher geholt werden? Ist eine natürliche Geburt überhaupt möglich?

Die wichtigste Nachricht gleich zu Beginn lautet: Typ-1- oder Typ-2-Diabetes steht einer Schwangerschaft grundsätzlich nicht im Weg. Heute bekommen sehr viele Frauen mit bereits bestehendem Diabetes gesunde Kinder. Allerdings verdient eine solche Schwangerschaft etwas mehr Vorbereitung und eine engere Betreuung, weil der mütterliche Stoffwechsel von Anfang an auch die Entwicklung des Babys beeinflusst. Genau darin liegt gleichzeitig eine große Chance. Viele der bekannten Risiken lassen sich durch eine gute Vorbereitung, passende Glukosewerte, sichere Medikamente und regelmäßige Untersuchungen deutlich reduzieren. Die aktuellen Empfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft bezeichnen Schwangerschaften mit bereits bestehendem Typ-1- oder Typ-2-Diabetes deshalb medizinisch als Hochrisikoschwangerschaften, empfehlen aber gerade deswegen eine gemeinsame Betreuung durch erfahrene Diabetologie, Geburtshilfe und bei Bedarf weitere Fachrichtungen.

Dabei sollten Sie einen wichtigen Unterschied kennen. Dieser Artikel handelt von Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft Typ-1- oder Typ-2-Diabetes haben. Das ist etwas anderes als Schwangerschaftsdiabetes. Ein Schwangerschaftsdiabetes entsteht beziehungsweise wird erstmals während der Schwangerschaft festgestellt und verschwindet nach der Geburt häufig wieder. Bei einem bereits bestehenden Typ-1- oder Typ-2-Diabetes beginnt die Schwangerschaft dagegen mit einer bekannten Stoffwechselerkrankung. Deshalb spielen bereits die Wochen vor der Empfängnis eine wichtige Rolle.

Eine Schwangerschaft beginnt medizinisch schon vor dem positiven Test

Vielleicht klingt es zunächst seltsam, bei einem Kinderwunsch schon Monate vor einer Schwangerschaft über Glukosewerte zu sprechen. Der Grund ist jedoch einfach: Die ersten Organe des Kindes entwickeln sich sehr früh. Herz, Nervensystem und andere Strukturen beginnen sich bereits zu bilden, bevor manche Frauen überhaupt wissen, dass sie schwanger sind.

Deshalb ist die Zeit vor der Empfängnis bei bestehendem Diabetes besonders wertvoll. Sie ermöglicht es, die Glukosewerte möglichst stabil einzustellen, Medikamente zu überprüfen, Augen und Nieren zu kontrollieren und eine Therapie zu finden, mit der Sie sich sicher fühlen.

Das Ziel ist dabei keine perfekte Zahl um jeden Preis. Vor einer geplanten Schwangerschaft sollte der HbA1c möglichst nahe am Normalbereich liegen, ohne dass Sie dafür ständig schwere Unterzuckerungen riskieren. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft empfiehlt präkonzeptionell einen HbA1c unter 7 Prozent und möglichst unter 6,5 Prozent, sobald dies sicher und ohne problematische Unterzuckerungen erreichbar ist. Die aktuellen internationalen Empfehlungen nennen ebenfalls einen Wert unter 6,5 Prozent als ideales Ziel vor der Empfängnis.

Ein HbA1c von beispielsweise 7,1 Prozent bedeutet deshalb nicht automatisch: „Sie dürfen nicht schwanger werden.“ Solche Entscheidungen gehören individuell besprochen. Entscheidend ist vielmehr, bereits vor einer geplanten Schwangerschaft gemeinsam zu überlegen, ob sich die Stoffwechsellage noch etwas verbessern lässt, ohne dass die Behandlung für Sie unsicher wird.

Eine ungeplante Schwangerschaft ist kein Grund für Panik

Nicht jede Schwangerschaft lässt sich planen. Vielleicht haben Sie Diabetes und halten plötzlich einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand, obwohl die Medikamente noch nicht überprüft wurden oder der HbA1c höher ist als geplant.

Der richtige Schritt besteht jetzt nicht darin, sich Vorwürfe zu machen.

Melden Sie sich möglichst früh bei Ihrer Frauenarztpraxis und Ihrem Diabetes-Team. Medikamente können überprüft, die Behandlung angepasst und notwendige Vorsorgeuntersuchungen geplant werden.

Vor allem sollten Sie Insulin niemals eigenständig absetzen. Auch andere Medikamente sollten nicht auf eigene Faust beendet werden, weil beispielsweise eine unbehandelte starke Überzuckerung oder ein entgleister Blutdruck selbst erhebliche Risiken verursachen können.

Eine ungeplante Schwangerschaft unter einer bisher nicht für die Schwangerschaft vorgesehenen Behandlung bedeutet außerdem nicht automatisch, dass das Kind geschädigt wurde. Sie benötigt eine fachkundige Einordnung und gegebenenfalls eine Umstellung der Therapie.

Diabetes verhindert eine Schwangerschaft normalerweise nicht

Viele Frauen mit Diabetes können ganz normal schwanger werden. Typ-1- oder Typ-2-Diabetes verursacht nicht automatisch Unfruchtbarkeit.

Trotzdem können zusätzliche Erkrankungen einen Kinderwunsch erschweren. Bei Frauen mit Typ-2-Diabetes kommen beispielsweise Zyklusstörungen und das polyzystische Ovarialsyndrom häufiger vor. Ein unregelmäßiger oder ausbleibender Eisprung kann die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft vermindern. Auch starkes Unter- oder Übergewicht, Schilddrüsenerkrankungen und andere hormonelle Störungen können eine Rolle spielen.

Bei Männern kann langjähriger Diabetes über Nerven- und Gefäßveränderungen unter anderem Erektionsstörungen begünstigen. Auch weitere Erkrankungen können die männliche Fruchtbarkeit beeinflussen.

Bleibt eine Schwangerschaft über längere Zeit aus, sollte deshalb nicht einfach alles auf „den Diabetes“ geschoben werden. Eine normale Kinderwunschabklärung betrachtet beide Partner und sucht nach behandelbaren Ursachen.

Vor der Schwangerschaft gehört mehr kontrolliert als nur der HbA1c

Eine gute Vorbereitung besteht nicht allein darin, den Blutzucker möglichst weit zu senken. Diabetes kann über viele Jahre verschiedene Organe beeinflussen, und manche dieser Veränderungen verdienen während einer Schwangerschaft besondere Aufmerksamkeit.

Deshalb werden bereits vor der Empfängnis beziehungsweise sehr früh in der Schwangerschaft unter anderem Nierenfunktion, Eiweißausscheidung im Urin, Blutdruck, Schilddrüse und Augen beurteilt. Auch die gesamte Medikamentenliste sollte überprüft werden. Die aktuellen Empfehlungen nennen zusätzlich eine Kontrolle der allgemeinen Diabetesversorgung und bestehender Begleiterkrankungen.

Das bedeutet nicht, dass eine Frau mit einer diabetesbedingten Folgeerkrankung grundsätzlich kein Kind bekommen kann. Eine bekannte Nieren- oder Augenerkrankung verändert jedoch möglicherweise die Betreuung und sollte deshalb möglichst vor der Schwangerschaft bekannt und behandelt sein.

Ihre Augen verdienen vor und während der Schwangerschaft besondere Aufmerksamkeit

Eine diabetische Netzhauterkrankung kann sich während einer Schwangerschaft verändern. Besonders bei bereits vorhandenen Netzhautveränderungen ist deshalb eine augenärztliche Kontrolle wichtig.

Idealerweise wird der Augenhintergrund bereits vor der Schwangerschaft untersucht. Liegt zu Beginn der Schwangerschaft kein aktueller Befund vor, sollte die Untersuchung früh nachgeholt werden. Bei unauffälliger Netzhaut sieht die aktuelle DDG-Empfehlung eine weitere Kontrolle ungefähr um die 28. Schwangerschaftswoche vor. Bestehen bereits Veränderungen, legt die Augenärztin oder der Augenarzt engere Intervalle fest. Auch nach der Geburt kann eine weitere Nachkontrolle notwendig sein.

Ein wichtiger Punkt wird leicht übersehen: Ein sehr hoher Blutzucker sollte selbstverständlich verbessert werden, aber bei einer bereits bestehenden Retinopathie kann eine sehr schnelle starke Senkung die Netzhaut vorübergehend zusätzlich belasten. Deshalb gehören Diabetesbehandlung und augenärztliche Betreuung hier zusammen.

Eine bestehende diabetische Retinopathie bedeutet übrigens nicht automatisch, dass ein Kaiserschnitt notwendig ist. Die Art der Geburt wird nach der gesamten geburtshilflichen Situation entschieden.

Auch die Nieren spielen bei der Schwangerschaftsplanung eine große Rolle

Diabetes kann die kleinen Blutgefäße der Nieren schädigen. Eine beginnende Nierenerkrankung zeigt sich häufig zuerst durch eine erhöhte Eiweißausscheidung im Urin, lange bevor Sie selbst Beschwerden bemerken.

Deshalb gehört die Kontrolle von Nierenwerten und Albumin im Urin zur Vorbereitung einer Schwangerschaft. Die aktuelle DDG-Empfehlung sieht bei bestehendem Diabetes zu Beginn der Schwangerschaft und anschließend zu Beginn jedes Schwangerschaftsdrittels eine Kontrolle des Albumin-Kreatinin-Verhältnisses vor.

Eine Nierenerkrankung erhöht unter anderem das Risiko für Bluthochdruck, Präeklampsie, Frühgeburt und Wachstumsprobleme des Kindes. Das bedeutet nicht automatisch, dass eine Schwangerschaft unmöglich ist. Bei ausgeprägteren Nierenschäden sollte der Kinderwunsch jedoch gemeinsam mit Diabetologie, Nephrologie und Geburtshilfe sehr sorgfältig besprochen werden.

Die Schilddrüse gehört ebenfalls zum Blick vor der Schwangerschaft

Gerade bei Typ-1-Diabetes treten autoimmune Schilddrüsenerkrankungen häufiger auf. Eine Unterfunktion kann unbemerkt bestehen und ist während einer Schwangerschaft relevant, weil Schilddrüsenhormone für die Entwicklung des Kindes wichtig sind.

Deshalb empfiehlt die DDG bereits bei Kinderwunsch beziehungsweise zu Beginn der Schwangerschaft eine Kontrolle der Schilddrüsenfunktion. Besteht bereits eine Schilddrüsenerkrankung, wird die Behandlung an die Schwangerschaft angepasst.

Hier zeigt sich sehr schön, weshalb die Schwangerschaftsvorbereitung mehr ist als nur ein „guter Zuckerwert“. Der gesamte Körper wird darauf vorbereitet, neun Monate lang zwei Menschen zu versorgen.

Folsäure gehört schon vor dem positiven Schwangerschaftstest dazu

Wie allen Frauen mit Kinderwunsch wird auch Frauen mit Diabetes empfohlen, bereits vor der Schwangerschaft Folsäure einzunehmen. Die aktuelle DDG-Praxisempfehlung nennt mindestens 0,4 Milligramm täglich; bei Adipositas werden 0,8 Milligramm täglich empfohlen.

Folsäure spielt besonders in der sehr frühen Entwicklung des Nervensystems eine Rolle. Genau deshalb ist der Beginn vor der Empfängnis sinnvoll – nicht erst einige Wochen nach dem positiven Test.

Zusätzlich empfiehlt die DDG für Frauen mit Typ-1-Diabetes bei Kinderwunsch und während der Schwangerschaft eine Jodzufuhr im üblichen Schwangerschaftsbereich von etwa 100 bis 200 Mikrogramm pro Tag. Bei bestimmten Schilddrüsenerkrankungen sollte die Einnahme vorher ärztlich besprochen werden.

Mehr ist dabei nicht automatisch besser. Hoch dosierte Vitamin- und Mineralstoffpräparate gehören gerade während einer Schwangerschaft nicht ohne Grund zusätzlich eingenommen.

Die gesamte Medikamentenliste sollte vor einer Schwangerschaft auf den Tisch

Dieser Abschnitt ist besonders wichtig für Frauen mit Typ-2-Diabetes und für Frauen, die wegen Blutdruck, Nierenproblemen oder erhöhten Blutfetten Medikamente einnehmen.

Ein Medikament kann außerhalb einer Schwangerschaft hervorragend geeignet sein und während einer Schwangerschaft trotzdem nicht die erste Wahl darstellen.

Bestimmte Blutdruckmedikamente wie ACE-Hemmer und AT1-Rezeptorblocker sollten vor einer geplanten Schwangerschaft auf geeignete Alternativen umgestellt werden. Auch viele Medikamente zur Senkung der Blutfette werden normalerweise vor einer Schwangerschaft pausiert. Die aktuellen Empfehlungen nennen diese Medikamentengruppen ausdrücklich als Teil der präkonzeptionellen Medikamentenprüfung.

Auch moderne Diabetesmedikamente verdienen rechtzeitig Aufmerksamkeit. GLP-1-Rezeptoragonisten und kombinierte GIP/GLP-1-Präparate wie die entsprechenden Medikamente zur Diabetes- und Adipositasbehandlung sollen vor einer Schwangerschaft beendet werden. Die konkrete Pause vor der Empfängnis hängt vom jeweiligen Wirkstoff ab und sollte deshalb frühzeitig geplant werden.

SGLT2-Hemmer und andere moderne Diabetesmedikamente gehören ebenfalls in diese Medikamentenprüfung. Bitte setzen Sie solche Medikamente bei Kinderwunsch nicht einfach selbst ab, sondern lassen Sie gleichzeitig festlegen, wodurch die bisherige Behandlung ersetzt wird.

Bei Typ-1-Diabetes bleibt Insulin die Grundlage

Typ-1-Diabetes bedeutet, dass der Körper Insulin nicht mehr ausreichend selbst herstellen kann. Insulin bleibt deshalb auch während der Schwangerschaft unverzichtbar.

Eine Schwangerschaft kann sowohl mit einer intensivierten Insulintherapie über Pens als auch mit einer Insulinpumpe gut begleitet werden. Entscheidend ist weniger, welches System theoretisch moderner erscheint, sondern ob Sie Ihre Therapie sicher beherrschen und damit die Schwangerschaftsziele erreichen.

Humaninsuline und geeignete Insulinanaloga können nach den aktuellen deutschen Empfehlungen verwendet werden. Ein gut funktionierendes Insulin muss bei Eintritt einer Schwangerschaft also nicht automatisch ausgetauscht werden.

Schwangerschaft ist außerdem kein idealer Zeitpunkt, eine Technik nur deshalb zu wechseln, weil sie neu ist. Eine Umstellung kann sinnvoll sein, sollte aber so erfolgen, dass Sie genügend Zeit haben, das neue System sicher kennenzulernen.

Bei Typ-2-Diabetes wird die Behandlung häufig verändert

Bei Typ-2-Diabetes ist die Situation etwas komplexer, weil viele Frauen vor einer Schwangerschaft Tabletten oder andere moderne Diabetesmedikamente verwenden.

Nach den aktuellen deutschen Empfehlungen wird bei einem geplanten Kinderwunsch häufig bereits vor der Schwangerschaft auf eine gut steuerbare Insulintherapie umgestellt. Insulin lässt sich sehr fein an die ständig wechselnden Anforderungen einer Schwangerschaft anpassen.

Metformin nimmt eine Sonderstellung ein. Es kann bei bereits bestehendem Typ-2-Diabetes in bestimmten Situationen auch während einer Schwangerschaft verwendet werden. Die DDG sieht insbesondere bei ausgeprägter Insulinresistenz eine individuell abgewogene Anwendung zusätzlich zu Insulin als Möglichkeit. Das ist jedoch keine Entscheidung, die pauschal für jede Schwangere mit Typ-2-Diabetes gilt. Metformin passiert die Plazenta, und Nutzen und mögliche Nachteile müssen gemeinsam besprochen werden.

Vor allem sollte der alte Satz „In der Schwangerschaft sind grundsätzlich alle Diabetes-Tabletten verboten“ heute genauso wenig pauschal verwendet werden wie die gegenteilige Aussage „Metformin ist jetzt völlig problemlos erlaubt“.

Die Behandlung wird individuell festgelegt.

Die Glukoseziele werden in der Schwangerschaft enger

Während einer Schwangerschaft liegen normale Glukosewerte niedriger als außerhalb der Schwangerschaft. Deshalb werden bei bereits bestehendem Diabetes engere Ziele angestrebt.

Die aktuellen deutschen Empfehlungen nennen als Orientierung bei kapillärer Messung:

Zeitpunkt Angestrebter Bereich
nüchtern und vor dem Essen 65–95 mg/dl
1 Stunde nach Beginn der Mahlzeit höchstens 140 mg/dl
2 Stunden nach Beginn der Mahlzeit höchstens 120 mg/dl

Diese Werte sind Therapieziele und keine Prüfung, die Sie bei jeder einzelnen Messung bestehen müssen. Gerade bei Typ-1-Diabetes muss immer berücksichtigt werden, ob die angestrebten niedrigen Werte ohne häufige oder schwere Unterzuckerungen erreichbar sind.

Der HbA1c bleibt während der Schwangerschaft hilfreich, erzählt aber nicht die ganze Geschichte. Er zeigt beispielsweise hohe Spitzen nach Mahlzeiten nur begrenzt. Außerdem verändert sich der HbA1c durch die Schwangerschaft selbst. Deshalb spielen Glukoseverläufe und besonders CGM-Daten inzwischen eine deutlich größere Rolle.

Ein Sensor kann während einer Schwangerschaft besonders wertvoll sein

Bei Typ-1-Diabetes gehört die kontinuierliche Glukosemessung heute zu den besonders wichtigen Hilfsmitteln während einer Schwangerschaft. Ein CGM zeigt nicht nur einen einzelnen Wert, sondern auch die Richtung, in die sich die Glukose bewegt. Alarme können vor einer drohenden Unterzuckerung oder einem schnellen Anstieg warnen.

Für Schwangere mit Typ-1-Diabetes wird ein CGM aktuell ausdrücklich empfohlen. Der schwangerschaftsspezifische Sensorzielbereich liegt zwischen 63 und 140 mg/dl. Als Ziel wird angestrebt, mehr als 70 Prozent der Zeit in diesem Bereich zu verbringen. Gleichzeitig soll die Zeit mit niedrigen Werten möglichst klein bleiben.

Das soll Sie jedoch nicht dazu bringen, 24 Stunden am Tag auf Ihre Kurve zu schauen.

Ein Sensor ist ein Werkzeug.

Er ist kein Zeugnis über Ihre Schwangerschaft.

Es wird Tage geben, an denen Werte schwieriger sind, obwohl Sie sehr sorgfältig handeln. Hormone, Stress, Schlaf, Bewegung, Verdauung und das Wachstum der Plazenta verändern den Insulinbedarf ständig.

Automatische Insulinsysteme können inzwischen auch in der Schwangerschaft eine Rolle spielen

AID- beziehungsweise Hybrid-Closed-Loop-Systeme verbinden einen Glukosesensor mit einer Insulinpumpe. Ein Algorithmus passt die Insulinabgabe im Hintergrund an den gemessenen Glukoseverlauf an.

Diese Technik hat sich in den vergangenen Jahren schnell weiterentwickelt. Die aktuellen deutschen Informationen sehen AID-Systeme als wichtige Möglichkeit für Frauen mit Typ-1-Diabetes bei Kinderwunsch und während der Schwangerschaft. Allerdings ist nicht jedes verfügbare System speziell für die engen Schwangerschaftsziele zugelassen oder gleich gut geeignet.

Nutzen Sie bereits ein solches System, sollte deshalb gemeinsam geprüft werden, welche Ziele eingestellt werden können und wie es während der Schwangerschaft verwendet wird.

Auch hier gilt: Die Technik soll Ihnen Arbeit abnehmen.

Sie soll nicht dazu führen, dass Schwangerschaft zu einem Vollzeitjob aus Kurven, Prozentwerten und Alarmen wird.

Der Insulinbedarf bleibt während der neun Monate nicht gleich

Eine der größten Veränderungen bei Typ-1-Diabetes ist der ständig wechselnde Insulinbedarf.

In der Frühschwangerschaft reagiert der Körper häufig empfindlicher auf Insulin. Dadurch kann der Insulinbedarf zunächst sinken. Gerade im ersten Schwangerschaftsdrittel steigt deshalb das Risiko für Unterzuckerungen deutlich an. Die aktuelle DDG-Praxisempfehlung nennt ein drei- bis fünffach erhöhtes Hypoglykämierisiko im ersten Trimester.

Später verändert sich das Bild.

Die Plazenta produziert zunehmend Hormone, die die Insulinwirkung abschwächen. Ab ungefähr der zweiten Schwangerschaftshälfte steigt der Insulinbedarf deshalb häufig erheblich. Die DDG beschreibt ab etwa der 16. Schwangerschaftswoche häufig einen steigenden Bedarf, der im weiteren Verlauf insgesamt deutlich höher liegen kann als vor der Schwangerschaft.

Viele Frauen erschrecken darüber: „Ich brauche plötzlich doppelt so viel Insulin – mein Diabetes wird immer schlimmer.“

Nein.

Das ist ein erwartbarer Effekt der Schwangerschaftshormone.

Nach der Geburt der Plazenta verschwindet ein großer Teil dieser Insulinresistenz innerhalb kurzer Zeit wieder und der Insulinbedarf fällt stark ab.

Unterzuckerungen verdienen besonders zu Beginn Aufmerksamkeit

Gerade Frauen mit Typ-1-Diabetes, die bereits vor der Schwangerschaft häufiger schwere Unterzuckerungen erlebt haben oder niedrige Werte schlecht wahrnehmen, brauchen in der Frühschwangerschaft besonders viel Aufmerksamkeit.

Ihr Partner oder eine andere nahestehende Person sollte wissen, wie eine schwere Unterzuckerung erkannt wird und wie ein Glukagon-Notfallpräparat angewendet wird. Die aktuelle DDG-Empfehlung sieht diese Schulung von Angehörigen ausdrücklich vor.

Ein CGM mit passenden Alarmgrenzen kann nachts zusätzliche Sicherheit geben.

Die engen Schwangerschaftsziele sollen trotzdem niemals dazu führen, dass Sie ständig in Unterzuckerungen geraten. Ein möglichst niedriger Wert ist nicht automatisch ein besserer Wert.

Die Behandlung braucht ein Gleichgewicht zwischen guten Glukosewerten und Sicherheit.

Eine Ketoazidose kann in der Schwangerschaft schneller gefährlich werden

Für Frauen mit Typ-1-Diabetes gehört noch ein anderes Thema unbedingt zur Schwangerschaftsschulung: die Ketoazidose.

Bei einem ausgeprägten Insulinmangel beginnt der Körper verstärkt Fett abzubauen. Dabei entstehen Ketone. Zu viele Ketone können das Blut übersäuern und eine lebensbedrohliche Ketoazidose verursachen.

Während einer Schwangerschaft kann eine Ketoazidose bereits bei niedrigeren Glukosewerten auftreten als außerhalb einer Schwangerschaft. Deshalb darf man sich nicht allein auf die Höhe des Sensorwertes verlassen. Besonders Erbrechen, Infekte, eine unterbrochene Insulinzufuhr bei einer Pumpe oder andere Situationen mit Insulinmangel verdienen Aufmerksamkeit.

Bei Typ-1-Diabetes sollte deshalb ein persönlicher Plan vorhanden sein, wann Ketone gemessen werden und wie bei erhöhten Werten reagiert wird.

Starke Übelkeit oder wiederholtes Erbrechen, Bauchschmerzen, auffällig tiefe Atmung, zunehmende Schwäche, Benommenheit oder erhöhte Ketone gehören während einer Schwangerschaft besonders ernst genommen.

Eine Ketoazidose ist ein medizinischer Notfall.

Ernährung soll Mutter und Kind versorgen – nicht möglichst wenig Kohlenhydrate liefern

Eine Schwangerschaft mit Diabetes ist keine Zeit für eine extreme Diät.

Das Baby benötigt Energie, Eiweiß, Fett, Vitamine, Mineralstoffe und auch Kohlenhydrate. Die Ernährung sollte deshalb ausgewogen und ausreichend sein.

Vollkornprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Nüsse, geeignete Eiweißquellen und pflanzliche Fette können eine gute Grundlage bilden. Kohlenhydrate werden nicht pauschal gestrichen, sondern passend zur Diabetesbehandlung verteilt und bei Insulin entsprechend berücksichtigt.

Sehr kohlenhydratarme oder ketogene Diäten sind während der Schwangerschaft keine geeignete Selbsttherapie des Diabetes.

Bei Typ-1-Diabetes hilft eine gute Kohlenhydrateinschätzung dabei, Mahlzeiteninsulin passend zu dosieren. Bei Typ-2-Diabetes können Mahlzeitenstruktur, Portionsgrößen und Bewegung nach dem Essen zusätzlich die Glukoseverläufe verbessern.

Eine Ernährungsberatung ist gerade während der Schwangerschaft sinnvoll, weil es gleichzeitig um zwei Ziele geht: gute mütterliche Glukosewerte und eine ausreichende Versorgung des Kindes.

Bewegung bleibt wichtig, aber Schwangerschaft ist kein Trainingswettbewerb

Eine unkomplizierte Schwangerschaft erlaubt in der Regel regelmäßige Bewegung. Spazierengehen, Schwimmen, Radfahren auf einem sicheren Ergometer, angepasstes Krafttraining oder andere schwangerschaftsgeeignete Aktivitäten können Kreislauf, Muskelkraft und Insulinempfindlichkeit unterstützen.

Bei Insulintherapie muss jedoch berücksichtigt werden, dass körperliche Aktivität die Glukose deutlich verändern kann. Insulindosis, Zeitpunkt der Mahlzeit und zusätzliche Kohlenhydrate müssen deshalb manchmal angepasst werden.

Bestehen geburtshilfliche Gründe gegen Sport – beispielsweise bestimmte Blutungen, vorzeitige Wehentätigkeit oder andere Komplikationen – wird Bewegung entsprechend eingeschränkt.

Das Ziel besteht nicht darin, besonders sportlich schwanger zu sein.

Es geht darum, Ihren Körper angemessen in Bewegung zu halten, soweit die Schwangerschaft es erlaubt.

Das Baby bekommt Ihren Blutzucker mit – aber nicht Ihr gespritztes Insulin

Glukose kann über die Plazenta zum ungeborenen Kind gelangen. Ihr gespritztes Insulin gelangt dagegen nicht in relevanter Weise durch die Plazenta.

Bei längere Zeit erhöhten mütterlichen Glukosewerten erhält das Baby deshalb mehr Glukose. Seine eigene Bauchspeicheldrüse reagiert darauf mit einer höheren Insulinproduktion. Insulin wirkt beim ungeborenen Kind gleichzeitig als Wachstumssignal. Dadurch kann insbesondere der Bauchumfang stärker zunehmen und das Kind insgesamt größer und schwerer werden.

Genau deshalb sind gute Glukosewerte während der Schwangerschaft so wichtig.

Umgekehrt geht es aber nicht darum, den Blutzucker so niedrig wie möglich zu drücken. Häufige oder ausgeprägte Unterzuckerungen der Mutter sind ebenfalls nicht das Ziel.

Die Behandlung versucht einen möglichst stabilen Bereich zu erreichen, der Mutter und Kind gerecht wird.

Die ersten Schwangerschaftswochen sind für die Organentwicklung besonders wichtig

Ein über längere Zeit deutlich erhöhter Blutzucker in der sehr frühen Schwangerschaft erhöht das Risiko für bestimmte Fehlbildungen, insbesondere am Herzen und Nervensystem.

Diese Information kann verständlicherweise Angst machen.

Deshalb gehört genauso deutlich dazu: Das Risiko hängt stark von der Stoffwechseleinstellung rund um die Empfängnis ab und lässt sich durch eine gute Planung deutlich verringern. Präkonzeptionelle Betreuung senkt nach aktuellen Empfehlungen unter anderem das Risiko für Fehlbildungen, Frühgeburt und weitere Schwangerschaftskomplikationen.

Der Sinn einer Schwangerschaftsplanung besteht deshalb nicht darin, Frauen mit Diabetes Angst vor einem Kinderwunsch zu machen.

Sie soll genau das Gegenteil ermöglichen: mit möglichst guten Voraussetzungen in die Schwangerschaft zu starten.

Ultraschallkontrollen schauen nicht nur nach dem Gewicht

Eine Schwangerschaft mit bereits bestehendem Diabetes wird genauer mit Ultraschall begleitet.

Zu Beginn wird zunächst geprüft, ob sich die Schwangerschaft normal entwickelt und das Schwangerschaftsalter passt. Zwischen ungefähr der 19. und 22. Schwangerschaftswoche ist eine ausführliche Organdiagnostik wichtig. Später wird das Wachstum des Kindes regelmäßig beobachtet. Die aktuelle DDG-Praxisempfehlung sieht ab ungefähr der 24. Schwangerschaftswoche in der Regel Kontrollen der kindlichen Maße alle zwei bis vier Wochen vor, angepasst an den individuellen Verlauf.

Dabei interessiert nicht nur das Gesamtgewicht.

Gerade das Verhältnis zwischen Bauch- und Kopfumfang kann Hinweise darauf geben, ob das Kind durch höhere mütterliche Glukosewerte besonders viel Insulin bildet und dadurch stärker wächst.

Bei einer bestehenden Nierenerkrankung, Durchblutungsproblemen oder anderen Komplikationen kann dagegen auch ein zu langsames Wachstum auftreten.

Die regelmäßigen Ultraschalluntersuchungen helfen also in beide Richtungen.

Diabetes bedeutet nicht automatisch ein sehr großes Baby

Die Vorstellung „Diabetes gleich riesiges Baby“ ist zu pauschal.

Ein deutlich erhöhtes Geburtsgewicht wird vor allem durch länger anhaltende höhere mütterliche Glukosewerte, aber auch durch andere Faktoren beeinflusst. Körpergröße und Gewicht der Eltern, Dauer der Schwangerschaft und genetische Unterschiede spielen ebenfalls eine Rolle.

Mit einer guten Stoffwechseleinstellung kann ein Kind völlig normal wachsen.

Deshalb wird nicht allein aufgrund der Diabetesdiagnose ein Kaiserschnitt geplant.

Präeklampsie verdient besondere Aufmerksamkeit

Frauen mit bereits bestehendem Typ-1- oder Typ-2-Diabetes haben ein höheres Risiko für eine Präeklampsie. Dabei handelt es sich um eine Schwangerschaftserkrankung, bei der unter anderem der Blutdruck steigt und weitere Organe betroffen sein können.

Der Blutdruck wird deshalb während der Schwangerschaft regelmäßig kontrolliert. Auch Eiweiß im Urin beziehungsweise die Nierenfunktion spielen dabei eine Rolle.

Die Präeklampsie-Vorsorge hat sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Die aktuelle DDG-Praxisempfehlung sieht vor, Frauen mit Diabetes über niedrig dosierte Acetylsalicylsäure, also ASS, zur Vorbeugung zu beraten. Die Entscheidung kann anhand des persönlichen Risikos beziehungsweise eines Präeklampsie-Screenings erfolgen; bei Diabetes mit Nephropathie wird ASS ausdrücklich empfohlen. Wird ASS eingesetzt, nennt die aktuelle deutsche Empfehlung 150 mg täglich, Beginn vor 16+0 Schwangerschaftswochen und Ende bei 35+0 Wochen.

Internationale Empfehlungen gehen teilweise noch weiter und empfehlen bei bestehendem Typ-1- oder Typ-2-Diabetes grundsätzlich eine niedrig dosierte ASS-Prophylaxe ab der 12. bis 16. Schwangerschaftswoche.

Für Sie bedeutet das nicht, ASS einfach selbst zu kaufen und einzunehmen. Die Präeklampsie-Vorsorge sollte früh mit Ihrer Frauenärztin beziehungsweise Ihrem Frauenarzt besprochen werden.

Warnzeichen einer Präeklampsie gehören sofort angesprochen

Ein hoher Blutdruck kann lange ohne Beschwerden bestehen. Regelmäßige Messungen sind deshalb wichtig.

Starke oder ungewöhnliche Kopfschmerzen, Flimmern beziehungsweise Sehstörungen, ausgeprägte Schmerzen im Oberbauch, plötzlich deutlich zunehmende Schwellungen oder ein starkes allgemeines Krankheitsgefühl können in einer Schwangerschaft Warnzeichen sein und sollten rasch medizinisch abgeklärt werden.

Die Diagnose wird nicht anhand eines einzelnen Symptoms gestellt.

Gerade bei Diabetes sollten solche Beschwerden aber nicht bis zum nächsten Routinekontrolltermin aufgeschoben werden.

Diabetes und Bluthochdruck brauchen schwangerschaftsgeeignete Medikamente

Ein bereits vor der Schwangerschaft vorhandener Bluthochdruck muss nicht unbehandelt bleiben.

Es gibt Medikamente, die während einer Schwangerschaft eingesetzt werden können. Andere, beispielsweise ACE-Hemmer und bestimmte Angiotensin-Rezeptorblocker, werden wegen möglicher Schäden beim ungeborenen Kind vermieden beziehungsweise rechtzeitig umgestellt. Die aktuellen Diabetesempfehlungen nennen als Schwelle für Beginn oder Intensivierung einer Blutdruckbehandlung bei chronischer Hypertonie in der Schwangerschaft etwa 140/90 mmHg.

Bitte verändern Sie eine Blutdrucktherapie trotzdem nicht selbst.

Gerade bei einer bestehenden diabetischen Nierenerkrankung muss vor der Schwangerschaft sinnvoll geplant werden, welches Medikament den bisherigen Nierenschutz ersetzt.

Schwangerschaft und Typ-2-Diabetes verdienen genauso viel Aufmerksamkeit wie Typ 1

Typ-2-Diabetes wird während der Schwangerschaft manchmal unterschätzt, weil Betroffene häufig noch eigenes Insulin produzieren und schwere Unterzuckerungen seltener sind als bei Typ 1.

Trotzdem ist eine Schwangerschaft mit Typ-2-Diabetes keineswegs automatisch unkomplizierter.

Bluthochdruck, Adipositas, Fettstoffwechselstörungen, Nierenerkrankungen und eine ausgeprägte Insulinresistenz können zusätzlich bestehen. Manche Frauen benötigen während der Schwangerschaft sehr hohe Insulinmengen, obwohl sie vor der Schwangerschaft noch mit Tabletten behandelt wurden.

Eine Insulinbehandlung in der Schwangerschaft bedeutet deshalb nicht, dass aus Ihrem Typ-2-Diabetes plötzlich Typ 1 geworden ist.

Die Schwangerschaft verändert einfach die Insulinwirkung erheblich.

Auch psychische Belastung gehört zum Thema

Eine Schwangerschaft mit Diabetes kann wunderschön sein und gleichzeitig unglaublich anstrengend.

Plötzlich gibt es nicht nur die Frage „Wie ist mein Wert?“, sondern schnell auch den Gedanken: „Schadet dieser Wert meinem Baby?“

Ein Sensoralarm wird dadurch emotional ganz anders erlebt als vor der Schwangerschaft. Manche Frauen entwickeln das Gefühl, jede einzelne Glukosekurve müsse perfekt sein. Ein höherer Wert nach dem Essen löst Schuldgefühle aus, nachts wird ständig auf den Sensor geschaut und jede Mahlzeit wird zum mathematischen Projekt.

Das ist auf Dauer belastend.

Eine gute Schwangerschaftsbetreuung sollte deshalb nicht nur Zahlen korrigieren, sondern Ihnen helfen, mit diesen Zahlen vernünftig zu leben.

Ein einzelner erhöhter Wert verursacht nicht plötzlich eine Fehlbildung. Schwangerschaftsrisiken entstehen nicht aus einem einzelnen Stück Kuchen oder einem schwierigen Tag.

Entscheidend ist der Verlauf über längere Zeit.

Sprechen Sie starke Ängste, Diabetes-Distress oder das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, genauso an wie ungewöhnliche Glukosewerte.

Eine natürliche Geburt ist bei Diabetes sehr häufig möglich

Diabetes allein ist kein automatischer Grund für einen Kaiserschnitt.

Die aktuelle deutsche Empfehlung sagt ausdrücklich, dass grundsätzlich eine spontane Geburt angestrebt wird und ein Kaiserschnitt aus geburtshilflicher Indikation erfolgt.

Für die Geburtsplanung spielen unter anderem das geschätzte Gewicht des Kindes, dessen Lage, der Verlauf der Schwangerschaft, die mütterliche Gesundheit und möglicherweise bestehende Folgeerkrankungen eine Rolle.

Bei einem geschätzten sehr hohen Geburtsgewicht wird ausführlicher über einen Kaiserschnitt gesprochen, weil das Risiko einer Schulterdystokie zunimmt. Bei dieser Komplikation wird der Kopf geboren, während eine Schulter hinter dem mütterlichen Becken hängen bleibt und geburtshilfliche Maßnahmen notwendig werden.

Die Ultraschallschätzung des Gewichts ist allerdings niemals grammgenau.

Deshalb wird die Geburtsentscheidung nicht allein aufgrund einer einzelnen Gewichtszahl getroffen.

Die Geburt sollte in einer Klinik mit Erfahrung geplant werden

Die DDG empfiehlt für Schwangere mit bereits bestehendem Typ-1- oder Typ-2-Diabetes eine Entbindung in einem Perinatalzentrum, mindestens Level 2. Dort arbeiten Geburtshilfe und Kinderheilkunde eng zusammen und ein Neugeborenes kann bei Bedarf unmittelbar versorgt werden.

Das bedeutet nicht, dass Ihr Baby automatisch auf eine Intensivstation muss.

Die entsprechende Versorgung soll vielmehr verfügbar sein, falls beispielsweise der Blutzucker des Neugeborenen stärker absinkt, Atemunterstützung notwendig wird oder die Geburt früher als geplant erfolgt.

Eine rechtzeitige Vorstellung in der geplanten Geburtsklinik nimmt außerdem viel Unsicherheit. Ihr Diabetesplan kann dort vorab besprochen werden, sodass während der Geburt nicht erst entschieden werden muss, wie mit Pumpe, Sensor oder Insulin umgegangen wird.

Auch während der Geburt bleibt die Glukose im Blick

Während der Geburt verändert sich der Energiebedarf und der Insulinbedarf kann bereits deutlich sinken.

Die aktuelle DDG-Empfehlung nennt für die Geburt einen mütterlichen Glukosezielbereich von ungefähr 90 bis 126 mg/dl. Die Werte werden engmaschig kontrolliert und die Insulinzufuhr entsprechend angepasst.

Frauen mit einer Insulinpumpe können diese unter geeigneten Bedingungen häufig weiterverwenden. Das genaue Vorgehen sollte aber bereits vor der Geburt mit der Klinik festgelegt werden.

Auch ein AID-System oder CGM kann eine Rolle spielen. Trotzdem besitzt die Klinik einen eigenen Plan für den Fall, dass während der Geburt eine intravenöse Insulin- oder Glukosebehandlung notwendig wird.

Sie müssen diesen Plan nicht während der Wehen selbst erfinden.

Nach der Geburt fällt der Insulinbedarf plötzlich stark ab

Mit der Geburt der Plazenta verschwindet innerhalb kurzer Zeit ein großer Teil der hormonell verursachten Insulinresistenz.

Für Frauen mit Typ-1-Diabetes ist das besonders wichtig.

Die Insulinmengen, die am Ende der Schwangerschaft notwendig waren, wären nach der Geburt häufig viel zu hoch. Die Behandlung wird deshalb unmittelbar angepasst. Die aktuellen deutschen Empfehlungen weisen ausdrücklich auf das erhöhte Unterzuckerungsrisiko in den ersten Stunden nach der Geburt hin.

Auch bei Typ-2-Diabetes sinkt der Insulinbedarf stark. Die weitere Behandlung wird nach der Geburt neu beurteilt. Manche Frauen benötigen wieder deutlich weniger Insulin beziehungsweise können später auf ihre vorherige Therapie zurückkehren.

Das sollte jedoch gerade während des Stillens nicht ohne Medikamentenprüfung erfolgen.

Das Baby wird nach der Geburt besonders aufmerksam beobachtet

Das Neugeborene war während der Schwangerschaft an die Glukoseversorgung über die Plazenta gewöhnt. Hat das Baby im Mutterleib aufgrund höherer mütterlicher Werte mehr eigenes Insulin produziert, bleibt diese Insulinwirkung nach der Geburt zunächst bestehen, während die kontinuierliche mütterliche Glukosezufuhr plötzlich wegfällt.

Dadurch kann der Blutzucker des Babys in den ersten Lebensstunden zu niedrig werden.

Deshalb werden Neugeborene von Müttern mit Diabetes gezielt beobachtet und die Glukose wird entsprechend der klinischen Situation kontrolliert. Auch Atemanpassung, Temperatur, Gelbsucht und allgemeiner Zustand werden berücksichtigt.

Die aktuelle DDG-Empfehlung sieht ein frühes Anlegen beziehungsweise eine frühe Nahrungsaufnahme vor.

Das bedeutet wiederum nicht, dass mit dem Kind etwas nicht stimmt.

Die Kontrollen dienen dazu, eine mögliche Anpassungsstörung früh zu erkennen und unkompliziert zu behandeln.

Stillen ist ausdrücklich erwünscht

Typ-1- oder Typ-2-Diabetes ist kein Grund, auf das Stillen zu verzichten.

Im Gegenteil: Stillen wird ausdrücklich unterstützt.

Nach der Geburt beziehungsweise mit zunehmender Milchbildung kann der Insulinbedarf weiter sinken. Bei Frauen mit Typ-1-Diabetes steigt dadurch insbesondere rund um Stillmahlzeiten das Risiko für Unterzuckerungen. Sensoralarme, individuell angepasste Insulindosen und bei Bedarf eine kleine Kohlenhydratmenge können helfen.

Sie müssen allerdings nicht automatisch bei jeder Stillmahlzeit essen. Entscheidend ist Ihr persönlicher Glukoseverlauf.

Auch Medikamente einer Frau mit Typ-2-Diabetes müssen für die Stillzeit erneut geprüft werden. Eine Therapie, die vor der Schwangerschaft gut geeignet war, ist nicht automatisch in gleicher Weise während des Stillens vorgesehen.

Die DDG empfiehlt, Frauen mit Diabetes beim Stillen ausdrücklich zu unterstützen.

Stillen muss trotzdem keine neue Leistungsprüfung werden

Gerade Frauen mit Diabetes haben während der Schwangerschaft häufig neun Monate lang sehr viel organisiert und kontrolliert. Nach der Geburt kann schnell die nächste Erwartung entstehen: Jetzt muss auch noch das Stillen perfekt funktionieren.

Stillen ist wertvoll.

Aber Stillprobleme sind kein persönliches Versagen.

Eine schwierige Geburt, Kaiserschnitt, Frühgeburt, Erkrankungen der Mutter oder des Kindes, verzögerter Milcheinschuss und viele andere Dinge können den Start erschweren.

Eine Stillberatung kann helfen. Manchmal ist zusätzlich Säuglingsnahrung notwendig.

Ihre Bindung zu Ihrem Kind entscheidet sich nicht an einer einzelnen Flasche.

Auch nach der Geburt dürfen Sie Ihre eigene Gesundheit nicht vergessen

Die ersten Wochen mit einem Baby bestehen verständlicherweise aus Stillen beziehungsweise Füttern, Wickeln, Schlafmangel und vielen neuen Eindrücken. Trotzdem bleibt auch Ihre Gesundheit wichtig.

Bei Typ-1-Diabetes muss die Insulindosis häufig mehrfach neu angepasst werden. Schlafmangel, unregelmäßige Mahlzeiten und Stillen können die Glukosewerte zusätzlich verändern.

Bestehen diabetische Netzhautveränderungen, gehören die vereinbarten augenärztlichen Kontrollen weiterhin wahrgenommen. Auch Blutdruck, Nieren und Schilddrüse können nach der Schwangerschaft erneut überprüft werden.

Gerade nach einer Schwangerschaft ist zudem die psychische Gesundheit wichtig. Anhaltende Niedergeschlagenheit, starke Ängste, extreme Erschöpfung über das erwartbare Maß hinaus oder das Gefühl, dem Alltag überhaupt nicht gewachsen zu sein, sollten angesprochen werden.

Diabetes macht Sie nicht weniger geeignet als Mutter.

Er bedeutet lediglich, dass Sie gleichzeitig noch eine chronische Erkrankung managen.

Vererbt eine Mutter ihren Typ-1-Diabetes automatisch an ihr Kind?

Nein.

Typ-1-Diabetes besitzt zwar eine genetische Komponente, wird aber nicht nach einer einfachen Regel wie Augenfarbe vererbt.

Ein Kind einer Mutter mit Typ-1-Diabetes hat ein höheres Erkrankungsrisiko als ein Kind ohne Typ-1-Diabetes in der Familie. Trotzdem entwickeln die allermeisten dieser Kinder keinen Typ-1-Diabetes.

Das ist ein wichtiger Unterschied zu bestimmten genetischen Diabetesformen wie MODY, bei denen einzelne Genveränderungen teilweise mit einer klareren Wahrscheinlichkeit weitergegeben werden.

Bei Interesse kann das Diabetes-Team über heutige Möglichkeiten der Früherkennung von Typ-1-Diabetes bei Angehörigen informieren.

Typ-2-Diabetes wird ebenfalls nicht einfach eins zu eins weitergegeben

Auch beim Typ-2-Diabetes spielt Veranlagung eine wichtige Rolle, aber sie ist nur ein Teil des Gesamtbildes.

Viele verschiedene Gene, Körpergewicht, Bewegung, Ernährung, Schlaf, Alter und weitere Faktoren wirken zusammen. Ein Kind einer Mutter mit Typ-2-Diabetes bekommt deshalb nicht automatisch selbst Typ-2-Diabetes.

Ein gesundheitsförderlicher Familienalltag ist langfristig sinnvoller als die Vorstellung, ein Kind sei von Geburt an ein „Diabeteskind“.

Essen sollte auch in einer Familie mit Diabetes keine Angst machen.

Schwangerschaft mit Folgeerkrankungen braucht besonders individuelle Beratung

Ein Kinderwunsch bleibt auch bei bereits vorhandenen Diabetesfolgeerkrankungen ein Thema, über das offen gesprochen werden darf.

Eine leichte Retinopathie, eine beginnende Nierenerkrankung oder Bluthochdruck bedeutet nicht automatisch, dass eine Schwangerschaft unmöglich ist.

Je ausgeprägter eine Organerkrankung ist, desto genauer müssen jedoch die Risiken für Mutter und Kind eingeschätzt werden.

Besonders schwere Nierenerkrankungen, ausgeprägte Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder andere ernsthafte Begleiterkrankungen können eine Schwangerschaft erheblich belastender machen. Hier braucht es eine gemeinsame Beratung der entsprechenden Fachrichtungen.

Es geht dabei nicht darum, Ihnen einen Kinderwunsch auszureden.

Es geht darum, dass Sie eine Entscheidung mit möglichst vollständigen Informationen treffen können.

Diabetes macht aus Ihrer Schwangerschaft keinen neunmonatigen Krankenhausaufenthalt

Eine Schwangerschaft mit Diabetes bringt mehr Termine mit sich. Es gibt mehr Ultraschallkontrollen, häufiger Gespräche in der Diabetologie und möglicherweise zusätzliche Untersuchungen.

Trotzdem dürfen Sie in dieser Zeit auch einfach schwanger sein.

Sie dürfen sich auf den ersten Herzschlag freuen.

Sie dürfen Kinderkleidung aussuchen.

Sie dürfen sich über Bewegungen im Bauch freuen und gleichzeitig genervt von Sensoralarmen sein.

Sie dürfen auch Tage haben, an denen die Werte nicht so laufen, wie Sie möchten.

Eine Schwangerschaft besteht nicht aus einem HbA1c, einer Time in Range und einer Ultraschallkurve.

Diese Zahlen helfen Ihrem Behandlungsteam dabei, Risiken klein zu halten.

Sie ersetzen nicht Ihre Schwangerschaft.

Ein praktischer Gedanke für Ihren Kinderwunsch

Vielleicht planen Sie gerade eine Schwangerschaft und fühlen sich von all diesen Informationen etwas erschlagen.

Sie müssen nicht alles gleichzeitig erledigen.

Der sinnvollste Anfang ist ein Termin bei Ihrem Diabetes-Team und Ihrer Frauenarztpraxis. Sagen Sie dort ganz konkret: „Ich möchte schwanger werden.“

Damit verändert sich die Perspektive Ihrer Behandlung.

Nun können HbA1c, Medikamente, Augen, Nieren, Blutdruck und Schilddrüse geprüft werden. Folsäure kann rechtzeitig begonnen werden. Sensor- oder Pumpeneinstellungen lassen sich optimieren. Bei Typ-2-Diabetes kann eine notwendige Medikamentenumstellung in Ruhe erfolgen.

Dieser Termin ist keine Genehmigung für eine Schwangerschaft.

Er ist Vorbereitung.

Das Wichtigste vor der Empfängnis in einem Satz

Sie brauchen keine perfekte Diabetesgeschichte.

Sie brauchen einen möglichst gut vorbereiteten aktuellen Startpunkt.

Vielleicht waren Ihre Werte vor zwei Jahren schlecht. Vielleicht hatten Sie eine Phase mit Diabetes-Burnout. Vielleicht haben Sie Folgeerkrankungen. Vielleicht brauchen Sie sehr viel Insulin.

Entscheidend ist nicht, ob Ihre Diabetesakte makellos aussieht.

Entscheidend ist, was jetzt gemeinsam getan werden kann, um die Schwangerschaft möglichst sicher zu gestalten.

Fazit: Diabetes und Kinderwunsch passen heute sehr gut zusammen – Vorbereitung macht den Unterschied

Typ-1- oder Typ-2-Diabetes bedeutet heute keineswegs, dass Sie auf eine Schwangerschaft verzichten müssen. Die meisten Frauen können schwanger werden und mit einer guten Betreuung gesunde Kinder bekommen. Gleichzeitig verlangt ein bereits vor der Schwangerschaft bestehender Diabetes etwas mehr Aufmerksamkeit, weil der mütterliche Stoffwechsel bereits in den ersten Wochen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes hat. Genau deshalb beginnt eine gute Schwangerschaftsbetreuung idealerweise schon vor der Empfängnis.

Ein möglichst stabiler Glukoseverlauf gehört zu den wichtigsten Vorbereitungen. Vor der Schwangerschaft wird ein HbA1c unter 7 Prozent angestrebt und möglichst ein Wert unter 6,5 Prozent, sobald dies ohne problematische Unterzuckerungen möglich ist. Medikamente werden überprüft, Folsäure rechtzeitig begonnen und Augen, Nieren, Blutdruck und Schilddrüse werden kontrolliert.

Bei Typ-1-Diabetes bleibt Insulin selbstverständlich die Grundlage der Behandlung. CGM-Systeme haben die Betreuung inzwischen deutlich verändert und werden Schwangeren mit Typ-1-Diabetes ausdrücklich empfohlen. Der Sensorzielbereich liegt während der Schwangerschaft zwischen 63 und 140 mg/dl, wobei mehr als 70 Prozent der Zeit in diesem Bereich angestrebt werden. Auch moderne AID-Systeme können inzwischen eine wichtige Unterstützung sein, wobei das verwendete System für die engen Schwangerschaftsziele geeignet sein muss.

Bei Typ-2-Diabetes wird die Behandlung häufig bereits vor der Schwangerschaft angepasst. Viele Medikamente werden pausiert oder ersetzt, und Insulin spielt während der Schwangerschaft häufig eine größere Rolle. Metformin kann bei präexistentem Typ-2-Diabetes in ausgewählten Situationen weiter eingesetzt werden, ist aber keine pauschale Standardlösung für jede Schwangere.

Der Insulinbedarf verändert sich während der Schwangerschaft erheblich. Zu Beginn sinkt er häufig und das Unterzuckerungsrisiko nimmt besonders bei Typ-1-Diabetes zu. Ab der zweiten Schwangerschaftshälfte steigt der Bedarf durch die Schwangerschaftshormone oft deutlich an. Nach der Geburt fällt er innerhalb kurzer Zeit wieder ab. Diese Veränderungen sind kein Zeichen dafür, dass Ihr Diabetes plötzlich schlechter oder besser geworden ist. Sie gehören zur Schwangerschaft.

Zusätzlich sollte jede Frau mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes früh über ihr persönliches Präeklampsierisiko und eine mögliche ASS-Prophylaxe beraten werden. Augen und Nieren verdienen regelmäßige Kontrollen, das Wachstum des Kindes wird häufiger mit Ultraschall beobachtet und die Geburt sollte in einer Klinik geplant werden, die Erfahrung mit Schwangerschaften bei Diabetes und eine entsprechende Versorgung für Neugeborene besitzt.

Ein Kaiserschnitt ist dabei keineswegs automatisch notwendig. Eine spontane Geburt wird grundsätzlich angestrebt, solange keine geburtshilflichen Gründe dagegensprechen.

Nach der Geburt beginnt noch einmal eine völlig neue Phase. Der Insulinbedarf sinkt rasch, Stillen kann die Werte zusätzlich beeinflussen und das Baby wird in den ersten Lebensstunden besonders hinsichtlich seines Blutzuckers beobachtet. Stillen wird ausdrücklich unterstützt, muss aber genauso wenig perfekt funktionieren wie Ihre Sensorwerte während der Schwangerschaft.

Vor allem sollte Diabetes Ihnen nicht die Freude am Kinderwunsch nehmen.

Sie müssen keine perfekte Patientin sein, um Mutter werden zu dürfen.

Sie müssen nicht neun Monate lang jeden einzelnen Wert im Zielbereich halten.

Und Sie haben nichts „kaputt gemacht“, sobald einmal eine Mahlzeit anders wirkt als erwartet.

Eine gute Schwangerschaft mit Diabetes entsteht nicht durch Perfektion.

Sie entsteht durch Vorbereitung, passende medizinische Betreuung, gute Technik, Wissen über Notfallsituationen und eine Behandlung, die immer wieder an Ihren sich verändernden Körper angepasst wird.

Vielleicht ist deshalb die wichtigste Frage bei Kinderwunsch nicht:

„Kann ich mit Diabetes überhaupt ein gesundes Kind bekommen?“

Sondern:

„Wie kann ich mich und meinen Diabetes möglichst gut auf diese Schwangerschaft vorbereiten?“

Und auf diese Frage gibt es heute sehr viele gute Antworten.

Quellen und medizinische Fachinformationen

Deutsche Diabetes Gesellschaft – Diabetes & Schwangerschaft
Die aktuelle Praxisempfehlung wurde im Januar 2026 veröffentlicht und behandelt die Betreuung von Frauen mit bereits bestehendem Typ-1- und Typ-2-Diabetes vor der Empfängnis, während Schwangerschaft und Geburt sowie nach der Entbindung.

AWMF – Diabetes in der Schwangerschaft
Die deutsche Leitlinie „Diabetes in der Schwangerschaft“, Version 3.0, ist derzeit bis zum 29. November 2026 gültig und bildet gemeinsam mit den aktuellen DDG-Praxisempfehlungen die Grundlage der spezialisierten Versorgung.

American Diabetes Association – Standards of Care in Diabetes 2026
Aktuelle internationale Empfehlungen zu Kinderwunsch, HbA1c-Zielen, Medikamentenprüfung, CGM, Glukosezielen, Hypoglykämie, Ketoazidose, Retinopathie und Präeklampsievorsorge bei bestehendem Diabetes.

Gemeinsamer Bundesausschuss – Mutterschafts-Richtlinie
Die aktuell geltende Mutterschafts-Richtlinie regelt die ärztliche Schwangerschaftsvorsorge in Deutschland. Die aktuelle Fassung trat am 25. August 2026 in Kraft.

Arbeitsgemeinschaft Diabetes & Schwangerschaft der DDG
Die Facharbeitsgemeinschaft bündelt die Versorgungsempfehlungen für präexistenten Typ-1- und Typ-2-Diabetes, Gestationsdiabetes und seltene Diabetesformen in der Schwangerschaft und fördert die Zusammenarbeit zwischen Diabetologie, Geburtshilfe und Neonatologie.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine individuelle diabetologische, frauenärztliche oder geburtsmedizinische Beratung. Eine Schwangerschaft mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes sollte möglichst bereits vor der Empfängnis gemeinsam mit einem erfahrenen Diabetes- und Geburtshilfeteam vorbereitet werden.

Verändern Sie Insulin, Blutdruckmedikamente, Diabetesmedikamente oder andere regelmäßig verwendete Arzneimittel bei Kinderwunsch oder nach einem positiven Schwangerschaftstest nicht eigenständig. Bei starker Überzuckerung, erhöhten Ketonen, wiederholtem Erbrechen, Bauchschmerzen, auffällig tiefer Atmung, Benommenheit, schweren Unterzuckerungen oder anderen akuten Beschwerden ist eine rasche medizinische Beurteilung erforderlich.

Bildquelle

Bildquelle: Jennifer Orth Gesundheitsblog, KI-generiert

Stand

August 2026

 

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