Sie müssen weder besonders gelenkig noch sportlich sein, um mit Yoga zu beginnen
Viele Menschen würden gerne Yoga ausprobieren, trauen sich aber nicht. Vielleicht glauben Sie, dass Sie dafür besonders beweglich sein müssen oder komplizierte Positionen beherrschen sollten. Genau das Gegenteil ist der Fall. Yoga beginnt nicht mit spektakulären Verrenkungen, sondern mit dem bewussten Wahrnehmen Ihres Körpers. Jeder Mensch startet an einem anderen Punkt und genau das macht Yoga so besonders. Es geht nicht darum, sich mit anderen zu vergleichen oder möglichst tief in eine Dehnung zu gelangen. Viel wichtiger ist, dass Sie aufmerksam auf Ihren Körper hören und jede Bewegung kontrolliert und ohne Schmerzen ausführen.
Moderne Studien zeigen, dass regelmäßiges Yoga die Beweglichkeit verbessern, die Muskulatur kräftigen, Rückenschmerzen lindern und gleichzeitig Stress abbauen kann. Darüber hinaus profitieren viele Menschen von einer besseren Körperhaltung, einer ruhigeren Atmung und einem gesteigerten allgemeinen Wohlbefinden. Deshalb wird Yoga heute nicht mehr ausschließlich als Entspannungstechnik angesehen, sondern zunehmend auch in der Prävention und Rehabilitation eingesetzt.
Gerade für Anfänger empfiehlt es sich, mit einfachen Übungen zu beginnen. So lernt Ihr Körper die Bewegungsabläufe kennen, während Muskeln, Sehnen und Gelenke langsam an die neuen Belastungen angepasst werden. Schon wenige Minuten tägliches Üben können langfristig einen positiven Einfluss auf Ihre Gesundheit haben.
So bereiten Sie sich optimal auf Ihre erste Yoga-Einheit vor
Bevor Sie mit den ersten Übungen beginnen, schaffen Sie sich eine möglichst ruhige Umgebung. Schalten Sie das Smartphone aus, sorgen Sie für ausreichend Platz und rollen Sie Ihre Yogamatte auf einem rutschfesten Untergrund aus. Bequeme Kleidung erleichtert alle Bewegungen und barfuß haben Sie den besten Kontakt zum Boden.
Idealerweise essen Sie etwa eineinhalb bis zwei Stunden vor dem Training keine größere Mahlzeit mehr. Mit vollem Magen fallen viele Übungen schwerer und die Atmung wird eingeschränkt. Ein Glas Wasser vor dem Training ist dagegen sinnvoll. Während der Yoga-Einheit selbst sollten Sie möglichst ruhig und gleichmäßig atmen.
Versuchen Sie außerdem, Ihre Aufmerksamkeit bewusst auf den gegenwärtigen Moment zu richten. Gedanken an Arbeit, Termine oder Verpflichtungen dürfen für einige Minuten in den Hintergrund treten. Je konzentrierter Sie Ihre Atmung und Ihre Bewegungen wahrnehmen, desto stärker profitieren Körper und Geist.
Schon gewusst?
Studien zeigen, dass langsames, tiefes Atmen während des Yoga den Parasympathikus aktiviert. Dieser Teil des Nervensystems unterstützt Entspannung, Regeneration und den Abbau von Stress.
- Die tiefe Hocke: Mobilität für Hüfte, Rücken und Becken
Die tiefe Hocke gehört zu den natürlichsten Bewegungsformen des Menschen. In vielen Ländern ist sie bis heute eine alltägliche Sitzhaltung. Bei uns fällt sie dagegen vielen Erwachsenen schwer, weil Hüfte, Sprunggelenke und Rückenmuskulatur häufig verkürzt sind.
Im Yoga hilft Ihnen diese Position dabei, die Hüften sanft zu öffnen, den unteren Rücken zu entlasten und gleichzeitig Ihre Beweglichkeit zu verbessern. Bleiben Sie dabei ganz entspannt und verzichten Sie auf Ehrgeiz. Es ist völlig normal, wenn Sie die Haltung anfangs nur wenige Sekunden halten können.
So führen Sie die Übung aus
Stellen Sie Ihre Füße etwas breiter als hüftbreit auf und drehen Sie die Fußspitzen leicht nach außen. Beugen Sie nun langsam die Knie und senken Sie Ihr Gesäß Richtung Boden ab. Können Ihre Fersen nicht vollständig auf dem Boden bleiben, legen Sie eine zusammengerollte Decke oder ein kleines Kissen darunter.
Bringen Sie anschließend Ihre Handflächen vor der Brust zusammen und drücken Sie die Ellenbogen sanft gegen die Innenseite Ihrer Knie. Dadurch öffnet sich die Hüfte noch etwas weiter. Halten Sie den Rücken möglichst lang und richten Sie den Blick entspannt nach vorne.
Atmen Sie nun langsam tief durch die Nase ein und ebenso ruhig wieder aus. Bleiben Sie 20 bis 40 Sekunden in der Position und richten Sie sich anschließend langsam wieder auf.
Darauf sollten Sie achten
- Schultern locker lassen.
- Rücken möglichst gerade halten.
- Nicht in den Schmerz hineingehen.
- Ruhig und gleichmäßig weiteratmen.
- Der Frosch: Sanfte Dehnung für Hüfte und Oberschenkel
Wenn Sie viel sitzen, verspüren Sie möglicherweise Spannungen im Hüftbereich. Genau hier setzt die Froschhaltung an. Sie gehört zu den klassischen Übungen, um die Innenseiten der Oberschenkel sowie die Hüftmuskulatur behutsam zu dehnen.
Da diese Position recht intensiv sein kann, sollten Sie besonders achtsam vorgehen. Es geht nicht darum, möglichst tief in die Dehnung zu gelangen, sondern Ihrem Körper genügend Zeit zu geben, sich langsam zu entspannen.
So gelingt die Übung
Beginnen Sie im Vierfüßlerstand. Schieben Sie nun beide Knie langsam auseinander, bis Sie eine angenehme Dehnung in den Innenseiten der Oberschenkel spüren. Die Unterschenkel zeigen dabei möglichst nach außen, während die Fußinnenseiten auf der Matte liegen.
Senken Sie anschließend Ihre Unterarme langsam auf die Matte ab und halten Sie den Rücken möglichst neutral. Vermeiden Sie ein Hohlkreuz und lassen Sie den Bauch entspannt Richtung Boden sinken.
Bleiben Sie etwa 20 bis 60 Sekunden in der Haltung und konzentrieren Sie sich ausschließlich auf Ihre ruhige Bauchatmung.
Hinweis
Leiden Sie unter akuten Knieproblemen, Hüftverletzungen oder starken Leistenschmerzen, sollten Sie diese Übung nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer Physiotherapeutin beziehungsweise einem Physiotherapeuten durchführen.
- Katze und Kuh: Eine Wohltat für Ihren Rücken
Kaum eine Yogaübung eignet sich besser für Anfänger als der fließende Wechsel zwischen Katze und Kuh. Diese Bewegungsabfolge mobilisiert nahezu die gesamte Wirbelsäule, lockert verspannte Rückenmuskeln und verbessert gleichzeitig die Beweglichkeit des Beckens und der Schultern.
Gerade Menschen, die viele Stunden am Schreibtisch verbringen oder häufig unter Verspannungen leiden, empfinden diese Übung oft als besonders angenehm. Gleichzeitig lernen Sie dabei, Ihre Atmung bewusst mit den Bewegungen zu verbinden.
So führen Sie die Übung richtig aus
Gehen Sie zunächst in den Vierfüßlerstand. Ihre Hände befinden sich direkt unter den Schultern, die Knie unter den Hüften.
Mit der Ausatmung ziehen Sie Ihr Kinn Richtung Brust, spannen sanft die Bauchmuskeln an und wölben den Rücken langsam nach oben. Stellen Sie sich vor, Ihre Wirbelsäule bildet einen großen Bogen.
Mit der nächsten Einatmung bewegen Sie sich langsam in die Gegenrichtung. Das Brustbein hebt sich leicht an, das Becken kippt nach vorne und der Rücken bildet vorsichtig ein Hohlkreuz. Der Blick richtet sich locker nach vorne, ohne den Nacken zu überstrecken.
Wiederholen Sie diesen fließenden Wechsel acht bis zehn Atemzüge lang.
Schon gewusst?
Die Kombination aus Bewegung und bewusster Atmung verbessert nicht nur die Beweglichkeit der Wirbelsäule. Viele Menschen berichten bereits nach wenigen Minuten über eine spürbare Entspannung im Schulter- und Nackenbereich sowie über ein ruhigeres Körpergefühl.
4. Der herabschauende Hund: Eine der wichtigsten Yogaübungen überhaupt
Kaum eine Yogaübung ist so bekannt wie der herabschauende Hund. Sie begegnet Ihnen in fast jeder Yogastunde und das aus gutem Grund. Diese Asana kräftigt gleichzeitig Arme, Schultern, Rücken und Beine, verbessert die Beweglichkeit der gesamten hinteren Muskelkette und fördert eine aufrechte Körperhaltung. Gleichzeitig wird die Wirbelsäule sanft in die Länge gezogen, wodurch viele Menschen eine angenehme Entlastung im Rücken verspüren.
Gerade zu Beginn fällt diese Haltung vielen Menschen schwer. Häufig versuchen Anfänger unbedingt, die Fersen auf den Boden zu drücken. Das ist jedoch überhaupt nicht notwendig. Viel wichtiger ist ein langer Rücken. Beugen Sie die Knie lieber leicht, als den Rücken rund werden zu lassen.
So führen Sie den herabschauenden Hund richtig aus
Beginnen Sie im Vierfüßlerstand. Spreizen Sie Ihre Finger weit auseinander und drücken Sie die gesamte Handfläche gleichmäßig in die Matte. Schieben Sie nun mit der Ausatmung Ihr Gesäß langsam nach oben, bis Ihr Körper eine umgedrehte V-Form bildet.
Die Arme bleiben nahezu gestreckt, ohne die Ellenbogen vollständig durchzudrücken. Ihr Kopf hängt locker zwischen den Oberarmen und der Nacken bleibt entspannt. Ziehen Sie Ihre Schultern bewusst von den Ohren weg und verlängern Sie die Wirbelsäule mit jeder Einatmung ein kleines Stück.
Ihre Beine dürfen anfangs leicht gebeugt bleiben. Erst wenn der Rücken lang bleibt, können Sie versuchen, die Beine nach und nach etwas weiter zu strecken. Halten Sie die Position etwa fünf bis acht tiefe Atemzüge lang.
Darauf sollten Sie achten
- Hände aktiv in den Boden drücken.
- Schultern nicht hochziehen.
- Rücken lang halten.
- Knie bei Bedarf leicht beugen.
- Atmung ruhig fließen lassen.
Merkkasten
Ein gerader Rücken ist wichtiger als gestreckte Beine. Ihre Beweglichkeit verbessert sich mit regelmäßigem Üben ganz von allein.
5. Der Baum: Mehr Gleichgewicht für Körper und Geist
Der Baum gehört zu den klassischen Gleichgewichtsübungen im Yoga. Bereits nach wenigen Sekunden merken Sie, wie intensiv Ihr Körper arbeitet, obwohl die Haltung äußerlich ruhig aussieht. Kleine Muskeln in den Füßen, Beinen und im Rumpf stabilisieren Ihren Körper ständig neu. Gleichzeitig trainieren Sie Konzentration, Körperwahrnehmung und Koordination.
Viele Menschen bemerken außerdem, dass sie während dieser Übung automatisch ruhiger atmen. Dadurch eignet sich der Baum hervorragend, um nach einem stressigen Tag wieder innere Ruhe zu finden.
So gelingt die Übung
Stellen Sie sich aufrecht hin und verteilen Sie Ihr Gewicht gleichmäßig auf beide Füße. Verlagern Sie anschließend Ihr Körpergewicht langsam auf das rechte Bein.
Heben Sie nun den linken Fuß an und setzen Sie ihn an der Innenseite des rechten Unterschenkels oder Oberschenkels ab. Vermeiden Sie es, den Fuß direkt auf das Kniegelenk zu stellen.
Bringen Sie zunächst Ihre Hände vor der Brust zusammen. Wenn Sie sich sicher fühlen, strecken Sie die Arme langsam über den Kopf. Fixieren Sie einen festen Punkt vor sich und atmen Sie ruhig weiter.
Halten Sie die Position etwa 20 bis 30 Sekunden und wechseln Sie anschließend die Seite.
Schon gewusst?
Gleichgewichtsübungen können das Sturzrisiko senken und verbessern die Zusammenarbeit zwischen Muskeln, Gelenken und Nervensystem. Davon profitieren besonders ältere Menschen.
6. Der seitliche Stretch: Entspannung für Rücken und Taille
Langes Sitzen führt häufig dazu, dass die seitliche Rumpfmuskulatur verkürzt. Dadurch entstehen Spannungen im Rücken und die Beweglichkeit der Wirbelsäule nimmt langsam ab. Mit einer einfachen seitlichen Dehnung können Sie diesen Bereich gezielt lockern.
Diese Übung eignet sich hervorragend als kleine Bewegungspause zwischendurch und kann sowohl morgens als auch nach einem langen Arbeitstag durchgeführt werden.
So führen Sie die Übung aus
Stellen Sie sich hüftbreit auf Ihre Matte. Strecken Sie beide Arme über den Kopf und verschränken Sie die Finger locker miteinander.
Mit einer langsamen Ausatmung neigen Sie Ihren Oberkörper nach rechts. Beide Füße bleiben fest auf dem Boden stehen. Achten Sie darauf, dass Sie sich nicht nach vorne drehen, sondern ausschließlich zur Seite neigen.
Halten Sie die Dehnung etwa 15 bis 20 Sekunden und atmen Sie dabei ruhig weiter. Anschließend wechseln Sie langsam die Seite.
Viele Menschen spüren die Dehnung entlang der gesamten Körperseite bis in die Hüfte hinein.
7. Rückwärtsdehnung im Stand: Mehr Beweglichkeit für Brustkorb und Wirbelsäule
Unser Alltag findet häufig vor dem Computer oder Smartphone statt. Dadurch fallen die Schultern nach vorne und der obere Rücken wird zunehmend rund. Eine sanfte Rückwärtsdehnung wirkt diesem Bewegungsmuster entgegen und öffnet gleichzeitig den Brustkorb.
Da diese Übung etwas intensiver ist, sollten Sie sie langsam und kontrolliert durchführen.
So gelingt die Übung
Stellen Sie sich stabil hüftbreit hin und verschränken Sie Ihre Hände locker über dem Kopf oder stützen Sie sie an der Hüfte ab.
Heben Sie nun das Brustbein leicht an und beugen Sie sich mit der Einatmung langsam ein kleines Stück nach hinten. Die Bewegung entsteht überwiegend aus der Brustwirbelsäule, während die Lendenwirbelsäule möglichst lang bleibt.
Vermeiden Sie ein starkes Hohlkreuz und bleiben Sie nur so weit in der Rückbeuge, wie Sie sich wohlfühlen.
Nach einigen ruhigen Atemzügen richten Sie sich langsam wieder auf.
Hinweis
Bei Schwindel, starken Rückenbeschwerden oder bekannten Problemen an der Wirbelsäule sollten Rückbeugen nur nach ärztlicher Rücksprache oder unter Anleitung durchgeführt werden.
Warum Ihre Atmung beim Yoga genauso wichtig ist wie die Bewegung
Viele Anfänger konzentrieren sich zunächst ausschließlich auf die einzelnen Körperhaltungen. Dabei ist die Atmung mindestens genauso wichtig. Im Yoga werden Bewegung und Atem bewusst miteinander verbunden. Während sich der Brustkorb mit jeder Einatmung weitet, unterstützt die Ausatmung häufig die Dehnung oder das Loslassen einer Haltung.
Versuchen Sie deshalb, während der gesamten Yogaeinheit ruhig durch die Nase zu atmen. Halten Sie den Atem nicht an, auch wenn eine Position etwas anstrengender wird. Eine gleichmäßige Bauchatmung verbessert die Sauerstoffversorgung, unterstützt die Entspannung und hilft Ihnen dabei, die Bewegungen fließender auszuführen.
Schon gewusst?
Langsames Atmen kann Ihre Herzfrequenz senken und das vegetative Nervensystem beruhigen. Deshalb empfinden viele Menschen bereits nach einer kurzen Yogaeinheit mehr Ruhe und Ausgeglichenheit.
8. Die Kerze: Entspannung für Körper und Geist
Die Kerze, auch Schulterstand genannt, zählt zu den klassischen Yogaübungen. Durch die Umkehrhaltung verändert sich die Belastung des Körpers, wodurch viele Menschen die Position als angenehm beruhigend empfinden. Gleichzeitig werden die Rumpfmuskulatur und die Körpermitte aktiviert, während die Beine entlastet werden.
Allerdings gehört die klassische Kerze nicht zu den leichtesten Yogaübungen. Wenn Sie Anfänger sind oder unter Nackenproblemen leiden, können Sie zunächst die vereinfachte Variante ausprobieren und die Beine lediglich senkrecht an einer Wand hochlegen. Auch diese Position wirkt entspannend und entlastet müde Beine.
So führen Sie die Kerze aus
Legen Sie sich entspannt auf den Rücken und strecken Sie beide Beine aus. Die Arme liegen locker neben dem Körper.
Heben Sie mit einer ruhigen Einatmung beide Beine langsam nach oben an. Anschließend rollen Sie das Becken vorsichtig vom Boden ab und stützen den unteren Rücken mit beiden Händen. Die Ellenbogen bleiben möglichst nah beieinander.
Versuchen Sie, den Körper möglichst gerade auszurichten und atmen Sie ruhig weiter. Bleiben Sie nur so lange in der Haltung, wie sie sich angenehm anfühlt.
Zum Beenden beugen Sie die Knie leicht, legen die Arme wieder auf die Matte und rollen Wirbel für Wirbel langsam zurück in die Rückenlage.
Hinweis
Bei Bluthochdruck, Glaukom, Nackenverletzungen oder akuten Bandscheibenproblemen sollten Umkehrhaltungen nur nach ärztlicher Rücksprache durchgeführt oder vermieden werden.
9. Happy Baby: Lockerung für Hüfte und unteren Rücken
Nach längerem Sitzen fühlen sich Hüfte und Lendenwirbelsäule häufig verspannt an. Genau hier setzt die Happy-Baby-Haltung an. Sie dehnt sanft die Hüftgelenke, lockert den unteren Rücken und kann dabei helfen, Verspannungen zu lösen.
Gerade nach einem langen Arbeitstag empfinden viele Menschen diese Übung als besonders angenehm.
So gelingt die Übung
Legen Sie sich flach auf den Rücken und ziehen Sie beide Knie langsam Richtung Brust.
Greifen Sie anschließend mit den Händen die Außenseiten oder Fußsohlen Ihrer Füße. Die Knie bewegen sich dabei sanft in Richtung Achselhöhlen.
Versuchen Sie, die Schultern entspannt auf der Matte liegen zu lassen. Mit jeder Ausatmung können Sie die Hüfte etwas mehr entspannen, ohne dabei Druck auszuüben.
Bleiben Sie etwa 30 bis 60 Sekunden in dieser Position und atmen Sie gleichmäßig weiter.
Schon gewusst?
Viele Yogaübungen für die Hüfte wirken indirekt auch auf den unteren Rücken, da beide Bereiche eng miteinander verbunden sind.
10. Die sitzende Vorbeuge: Mehr Beweglichkeit ohne Leistungsdruck
Die sitzende Vorbeuge gehört zu den bekanntesten Dehnübungen im Yoga. Viele Anfänger glauben jedoch, sie müssten unbedingt ihre Zehen berühren. Genau das ist nicht das Ziel dieser Übung.
Viel wichtiger ist, dass Ihre Wirbelsäule möglichst lang bleibt und Sie die Dehnung angenehm in den Oberschenkelrückseiten sowie im Rücken wahrnehmen.
So führen Sie die Übung richtig aus
Setzen Sie sich mit ausgestreckten Beinen auf Ihre Matte.
Richten Sie Ihren Rücken zunächst bewusst auf und verlängern Sie die Wirbelsäule.
Beugen Sie sich anschließend langsam aus der Hüfte nach vorne. Ihre Hände können auf den Schienbeinen, Knien oder Füßen liegen, je nachdem, wie beweglich Sie sind.
Vermeiden Sie es, die Schultern hochzuziehen oder den Rücken stark rund werden zu lassen.
Bleiben Sie mehrere ruhige Atemzüge in der Position und richten Sie sich anschließend langsam wieder auf.
Merkkasten
Yoga misst sich nicht daran, wie weit Sie sich vorbeugen können. Entscheidend ist, dass Sie ruhig atmen und die Dehnung angenehm bleibt.
11. Die stehende Vorbeuge mit Schulteröffnung
Diese Übung verbindet gleich mehrere Vorteile miteinander. Während die Rückseite der Beine gedehnt wird, öffnen sich gleichzeitig Brustkorb und Schultern. Gerade Menschen, die täglich viele Stunden am Computer verbringen, profitieren häufig von dieser Kombination.
So gelingt die Übung
Stellen Sie sich hüftbreit hin und verschränken Sie Ihre Hände hinter dem Rücken.
Ziehen Sie die Schultern sanft nach hinten und unten, bevor Sie sich langsam aus der Hüfte nach vorne beugen.
Lassen Sie die Arme locker Richtung Decke sinken, soweit es angenehm möglich ist. Der Kopf bleibt entspannt und der Nacken locker.
Nach einigen Atemzügen lösen Sie die Hände wieder und richten sich langsam auf.
12. Der Bogen: Kräftigung für Rücken und Körpermitte
Der Bogen gehört zu den klassischen Rückbeugen im Yoga. Diese Übung kräftigt vor allem die Rückenmuskulatur, öffnet den Brustkorb und verbessert die Beweglichkeit der Vorderseite des Körpers.
Da die Haltung etwas anspruchsvoller ist, sollten Anfänger sie langsam aufbauen und niemals erzwingen.
So führen Sie den Bogen aus
Legen Sie sich auf den Bauch und beugen Sie beide Knie.
Greifen Sie mit den Händen Ihre Fußgelenke.
Mit der nächsten Einatmung heben Sie gleichzeitig Brustkorb und Oberschenkel leicht vom Boden an. Die Beine drücken dabei sanft gegen die Hände.
Der Blick richtet sich nach vorne und der Nacken bleibt lang.
Halten Sie die Position etwa zehn bis fünfzehn Sekunden und lösen Sie sie anschließend langsam wieder auf.
Ein einfacher Trainingsplan für Ihren Einstieg
Gerade am Anfang müssen Sie nicht alle Übungen hintereinander ausführen. Viel wichtiger ist eine regelmäßige Routine.
Bereits zwei bis vier Trainingseinheiten pro Woche können ausreichen, um Beweglichkeit, Körpergefühl und Muskelkraft spürbar zu verbessern.
Die häufigsten Anfängerfehler
Gerade zu Beginn möchten viele Menschen möglichst schnell Fortschritte sehen. Dabei entstehen häufig unnötige Fehler.
Vermeiden Sie es,
- Bewegungen mit Schwung auszuführen,
- den Atem anzuhalten,
- sich mit anderen zu vergleichen,
- Schmerzen zu ignorieren,
- Dehnungen zu erzwingen,
- Übungen zu schnell hintereinander auszuführen.
Je ruhiger und kontrollierter Sie üben, desto größer ist der gesundheitliche Nutzen.
Merkkasten
Schmerz ist beim Yoga kein Zeichen für Erfolg. Eine angenehme Dehnung reicht vollkommen aus. Ihr Körper wird mit regelmäßiger Übung ganz von allein beweglicher.
Fazit
Yoga ist weit mehr als eine Sammlung verschiedener Dehnübungen. Es verbindet bewusste Atmung, sanfte Bewegungen, Muskelkräftigung und Entspannung zu einem ganzheitlichen Training für Körper und Geist. Gerade als Anfänger profitieren Sie davon, langsam zu beginnen und Ihrem Körper genügend Zeit zu geben, sich an die neuen Bewegungen anzupassen.
Mit den zwölf vorgestellten Übungen schaffen Sie eine hervorragende Grundlage, um Beweglichkeit, Gleichgewicht, Haltung und Körpergefühl Schritt für Schritt zu verbessern. Gleichzeitig kann regelmäßiges Yoga dabei helfen, Stress abzubauen, Verspannungen zu lösen und das allgemeine Wohlbefinden nachhaltig zu steigern.
Quellen
- Cramer H, et al. Yoga for improving health-related quality of life, mental health and chronic disease. Cochrane Library: https://www.cochranelibrary.com
- National Center for Complementary and Integrative Health. Yoga: What You Need To Know:https://www.nccih.nih.gov/health/yoga-what-you-need-to-know
- Harvard Health Publishing. The benefits of yoga: https://www.health.harvard.edu/exercise-and-fitness/the-benefits-of-yoga
- World Health Organization. Physical Activity: https://www.who.int/health-topics/physical-activity
Hinweis
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei akuten Verletzungen, starken Schmerzen, Bandscheibenvorfällen oder chronischen Erkrankungen sollten Sie vor Beginn eines Trainingsprogramms ärztlichen Rat einholen.
Wissenschaftlicher Stand
Die Inhalte dieses Beitrags basieren auf aktuellen sportmedizinischen Empfehlungen sowie wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu Yoga und Bewegungstherapie.

