Ein hoher Glukosewert kann im Diabetesalltag immer einmal vorkommen. Vielleicht haben Sie die Kohlenhydrate einer Mahlzeit unterschätzt, das Insulin etwas zu spät gegeben, einen Infekt im Anflug oder einfach einen Tag, an dem die Werte scheinbar machen, was sie wollen. Ein einzelner Wert außerhalb des persönlichen Zielbereichs ist deshalb noch kein Grund zur Panik. Entscheidend ist vielmehr, wie hoch die Glukose steigt, wie lange sie erhöht bleibt, warum sie gestiegen sein könnte und vor allem, wie Sie sich dabei fühlen.
Besonders bei Typ-1-Diabetes sollten länger anhaltende hohe Werte allerdings nicht einfach ausgesessen werden. Fehlt dem Körper deutlich Insulin, kann sich aus einer Überzuckerung eine diabetische Ketoazidose entwickeln. Dabei geht es nicht nur um eine hohe Zahl auf dem Sensor oder Messgerät, sondern um einen tatsächlichen Insulinmangel, durch den der Körper seinen Stoffwechsel auf eine gefährliche Weise umstellt. Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, eine auffällig tiefe Atmung und zunehmende Müdigkeit können dann Warnzeichen sein, bei denen Sie nicht mehr einfach nur den nächsten Glukosewert abwarten sollten.
Auch Menschen mit Typ-2-Diabetes können schwere Überzuckerungen entwickeln. Bei ihnen steht häufiger ein anderer Notfall im Vordergrund, das sogenannte hyperglykämische hyperosmolare Syndrom. Dabei können die Glukosewerte extrem hoch werden und der Körper verliert große Mengen Flüssigkeit.
Deshalb ist es wichtig, zwischen drei Situationen unterscheiden zu können: einem erhöhten Wert, den Sie nach Ihrem persönlichen Plan korrigieren können, einer deutlichen Überzuckerung, die genauer beobachtet werden muss, und einem echten medizinischen Notfall.
Je besser Sie diese Unterschiede kennen, desto weniger müssen Sie bei jedem hohen Wert erschrecken und desto schneller können Sie reagieren, wenn es wirklich wichtig wird.
Was bedeutet Überzuckerung eigentlich?
Von einer Überzuckerung oder Hyperglykämie spricht man, wenn sich zu viel Glukose im Blut befindet. Bei Menschen mit Diabetes bedeutet das zunächst, dass der aktuelle Wert oberhalb des persönlichen Zielbereichs liegt.
Dabei gibt es nicht die eine Zahl, ab der jeder erhöhte Wert automatisch gefährlich wird. Ein Glukosewert von beispielsweise 200 oder 250 mg/dl muss immer im Zusammenhang betrachtet werden. Direkt nach einer Mahlzeit, bei einem Infekt oder nach einer vergessenen Insulindosis kann ein solcher Wert eine völlig andere Bedeutung haben als ein über viele Stunden weiter steigender Wert mit Übelkeit und Ketonen.
Genau deshalb ist die Aussage „Über 250 mg/dl ist immer ein Notfall“ zu pauschal.
Andererseits sollte ein deutlich erhöhter Wert bei Typ-1-Diabetes auch nicht mit dem Gedanken abgetan werden: „Das geht schon wieder runter.“ Besonders wenn die Glukose trotz Korrektur weiter steigt oder Sie gleichzeitig krank sind, erbrechen oder Probleme mit Ihrer Insulinpumpe haben, muss an einen ernsthaften Insulinmangel gedacht werden.
Merkkasten – nicht nur auf die Zahl schauen:
Ein hoher Glukosewert allein bedeutet noch nicht automatisch eine Ketoazidose. Wichtig sind der Verlauf, die Ursache, vorhandene Ketone und Ihr körperliches Befinden. Hohe Werte zusammen mit Erbrechen, Bauchschmerzen, tiefer Atmung oder zunehmender Schläfrigkeit sind deutlich ernster als ein einzelner erhöhter Wert ohne Beschwerden.
Warum steigt der Blutzucker überhaupt an?
Glukose gelangt nach dem Essen aus dem Darm ins Blut. Damit diese Glukose anschließend in die Körperzellen aufgenommen und als Energie genutzt werden kann, wird Insulin benötigt.
Bei Typ-1-Diabetes muss dieses Insulin von außen zugeführt werden. Bei Typ-2-Diabetes produziert der Körper meist noch eigenes Insulin, allerdings kann dessen Wirkung vermindert sein und im Laufe der Erkrankung kann zusätzlich die körpereigene Insulinproduktion nachlassen.
Steht im Verhältnis zur benötigten Menge zu wenig wirksames Insulin zur Verfügung, bleibt mehr Glukose im Blut und der Wert steigt.
Dafür kann es viele ganz alltägliche Gründe geben. Vielleicht enthielt die Mahlzeit mehr Kohlenhydrate als angenommen oder das Mahlzeiteninsulin wurde vergessen. Vielleicht wurde ein Korrekturbolus versehentlich nicht abgegeben oder das Insulin war durch starke Hitze geschädigt.
Auch ein Infekt kann die Glukose deutlich nach oben treiben. Wenn Ihr Körper gegen eine Erkrankung arbeitet, werden Hormone ausgeschüttet, die den Insulinbedarf erhöhen können. Deshalb erleben viele Menschen mit Diabetes bereits steigende Werte, bevor sie überhaupt merken, dass sie krank werden.
Stress kann den Stoffwechsel ebenfalls beeinflussen. Eine Prüfung, eine belastende Situation am Arbeitsplatz, eine Operation oder starke körperliche Belastung können dazu führen, dass eine sonst passende Insulinmenge plötzlich nicht mehr ausreicht.
Bei einer Pumpentherapie kommt noch ein weiterer wichtiger Punkt hinzu: Ein abgeknickter oder herausgerutschter Katheter, ein verstopftes Infusionsset oder ein technisches Problem kann die Insulinversorgung unterbrechen. Die Vorlage nennt deshalb neben vergessenem oder zu niedrig dosiertem Insulin auch Infekte, Stress, beschädigtes Insulin, Probleme mit Pen oder Pumpe sowie veränderte Spritzstellen als mögliche Ursachen einer Überzuckerung.
Woran merken Sie, dass Ihre Glukose zu hoch ist?
Eine leichte oder kurzfristige Überzuckerung muss sich überhaupt nicht bemerkbar machen. Viele Menschen sehen den erhöhten Wert zuerst auf dem Messgerät oder Sensor.
Bleibt die Glukose jedoch deutlich erhöht, versucht der Körper, überschüssige Glukose über die Nieren loszuwerden. Dadurch wird mehr Wasser ausgeschieden und Sie müssen häufiger zur Toilette. Gleichzeitig verlieren Sie Flüssigkeit und bekommen zunehmend Durst.
Der Mund kann trocken werden und Sie fühlen sich möglicherweise müde und kraftlos. Manche Menschen beschreiben eine zunehmende Konzentrationsschwäche oder verschwommenes Sehen.
Je stärker die Stoffwechsellage entgleist, desto deutlicher können die Beschwerden werden. Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und zunehmende Schwäche sind Warnzeichen, die besonders bei Typ-1-Diabetes ernst genommen werden müssen.
Die Ausgangsinformation nennt als typische Beschwerden unter anderem starken Durst, häufiges Wasserlassen, trockenen Mund, Müdigkeit, Sehstörungen, Übelkeit und Bauchschmerzen. Bei einer beginnenden Ketoazidose können zusätzlich eine auffällig tiefe Atmung, ein ungewöhnlich süßlich beziehungsweise acetonartig riechender Atem und Bewusstseinsveränderungen auftreten.
Warum bekommen Sie bei hohen Werten so viel Durst?
Der starke Durst bei einer deutlichen Überzuckerung ist kein Zufall.
Wenn sehr viel Glukose im Blut vorhanden ist, versuchen die Nieren, einen Teil davon über den Urin auszuscheiden. Die Glukose zieht dabei Wasser mit sich. Deshalb müssen Sie häufiger und in größeren Mengen Wasser lassen.
Je länger dieser Zustand anhält, desto mehr Flüssigkeit verliert der Körper. Der Mund wird trocken, Sie bekommen starken Durst und können zunehmend austrocknen.
Deshalb können besonders ältere Menschen bei einer schweren Überzuckerung innerhalb relativ kurzer Zeit körperlich deutlich abbauen. Wer ohnehin wenig trinkt oder aufgrund einer Erkrankung zusätzlich Flüssigkeit durch Fieber, Durchfall oder Erbrechen verliert, ist besonders gefährdet.
Ein hoher Wert nach dem Essen – nicht sofort hektisch nachspritzen
Wenn die Glukose nach einer Mahlzeit stärker steigt als erwartet, ist die Versuchung groß, sofort zusätzliches Insulin zu spritzen.
Hier ist Vorsicht wichtig.
Das Insulin, das Sie zur Mahlzeit gegeben haben, wirkt möglicherweise noch. Wenn Sie zu früh zusätzlich korrigieren, können sich mehrere Insulindosen überlagern. Der Wert sinkt dann vielleicht zunächst langsam und später plötzlich deutlich stärker, sodass aus der Überzuckerung eine Unterzuckerung wird.
Die vorliegende Fachinformation weist genau auf dieses Problem hin: Nach einer Mahlzeit sollte nicht vorschnell zusätzliches Insulin gegeben werden, solange das zuvor verabreichte Insulin noch wirkt.
Wie lange Sie nach einer Mahlzeit mit einer zusätzlichen Korrektur warten sollten, hängt von Ihrem Insulin, Ihrer Therapie und Ihrem persönlichen Korrekturschema ab.
Tipp:
Lassen Sie sich von Ihrem Diabetes-Team ganz konkret erklären, wann Sie einen hohen Wert korrigieren dürfen und wie Sie noch wirksames Insulin berücksichtigen sollen. Schreiben Sie sich diese Regel ruhig auf. Gerade bei hohen Sensorwerten verhindert ein klarer Plan, dass aus Ungeduld immer wieder zusätzlich Insulin gegeben wird.
Ihr Korrekturschema gehört zu Ihrer persönlichen Diabetesausrüstung
Menschen, die Insulin verwenden, bekommen häufig ein persönliches Korrekturschema. Darin ist festgelegt, wie auf erhöhte Glukosewerte reagiert werden soll.
Ein solches Schema sollte zu Ihrer Therapie passen und berücksichtigt unter anderem, wie stark eine bestimmte Insulinmenge Ihren Glukosewert normalerweise senkt.
Diese Werte sind von Mensch zu Mensch verschieden. Deshalb wäre es gefährlich, eine allgemeine Regel aus dem Internet zu übernehmen.
Was bei einem Erwachsenen mit einem hohen täglichen Insulinbedarf richtig ist, kann bei einem Kind oder einem sehr insulinempfindlichen Menschen bereits deutlich zu viel sein.
Wenn Sie kein aktuelles Korrekturschema besitzen oder sich unsicher sind, wie Sie bei einem hohen Wert vorgehen sollen, sprechen Sie Ihr Diabetes-Team darauf an.
Besonders wichtig ist ein schriftlicher Plan für Situationen mit Krankheit, hohen Ketonen oder einem möglichen Pumpenausfall.
Wenn die Werte trotz Korrektur nicht sinken
Wenn eine vorgesehene Korrektur gegeben wurde und die Glukose trotzdem weiter steigt, sollte nicht einfach immer wieder zusätzlich Insulin abgegeben werden, ohne nach der Ursache zu suchen.
Überlegen Sie zunächst, ob das Insulin tatsächlich angekommen sein kann.
Bei einer Pen-Therapie sollten Sie kontrollieren, ob der richtige Pen verwendet wurde, die Nadel funktionierte und das Insulin korrekt gelagert wurde.
Wenn Sie eine Pumpe tragen, sollten Sie bei unerklärlich hohen beziehungsweise weiter steigenden Werten an das gesamte Infusionssystem denken. Sitzt die Kanüle noch richtig? Ist der Schlauch geknickt? Ist die Insulinpatrone leer? Gibt die Pumpe eine Fehlermeldung aus?
Gerade bei einer Pumpentherapie kann ein unterbrochener Insulinfluss schneller problematisch werden, weil meist nur schnell wirkendes Insulin verwendet wird und kein lang wirkendes Basalinsulin im Hintergrund vorhanden ist.
Merkkasten für Pumpenträger:
Ein unerklärlich hoher Wert, der trotz Korrektur nicht sinkt, sollte immer auch an ein Problem mit Katheter, Kanüle, Infusionsset oder Insulin denken lassen. Sie brauchen deshalb einen mit Ihrem Diabetes-Team vereinbarten Plan B für Insulin unabhängig von der Pumpe.
Was sind Ketone – einfach erklärt?
Wenn dem Körper deutlich Insulin fehlt, kann Glukose nicht mehr ausreichend in die Zellen gelangen. Die Energie liegt also gewissermaßen vor der Tür, kommt aber nicht hinein.
Der Körper sucht sich deshalb eine andere Energiequelle und beginnt verstärkt Fett abzubauen.
Dabei entstehen sogenannte Ketonkörper.
Kleine Mengen können in bestimmten Situationen vorkommen, doch bei einem ausgeprägten Insulinmangel können sehr viele Ketone entstehen. Diese Stoffe verändern den Säurehaushalt des Körpers. Das Blut wird zunehmend übersäuert und eine diabetische Ketoazidose, kurz DKA, kann entstehen.
Gleichzeitig verliert der Körper durch den hohen Glukosewert große Mengen Wasser und wichtige Salze über den Urin. Die Kombination aus Insulinmangel, Flüssigkeitsverlust und zunehmender Übersäuerung macht die Ketoazidose so gefährlich.
Wann sollten Menschen mit Typ-1-Diabetes Ketone messen?
Wenn Sie Typ-1-Diabetes haben, sollte die Ketonmessung Bestandteil Ihrer Schulung sein.
Wann genau Sie testen sollen, hängt von Ihrem persönlichen Krankheitsschema ab. Besonders wichtig ist die Kontrolle bei deutlich erhöhten und anhaltenden Glukosewerten, wenn Sie sich gleichzeitig krank fühlen, bei Erbrechen oder Bauchschmerzen sowie bei Verdacht auf einen Pumpenausfall.
Die Ausgangsinformation empfiehlt bei Typ-1-Diabetes bei hohen Werten und entsprechenden Beschwerden eine Ketonmessung. Ketone können entweder im Blut oder im Urin bestimmt werden.
Wenn Sie ein Blutketonmessgerät verwenden, sollten Sie wissen, welche Werte Ihr Diabetes-Team für Ihr konkretes Gerät als unauffällig, auffällig oder dringend behandlungsbedürftig einstuft.
Benutzen Sie Urinteststreifen, halten Sie sich bei Ablesezeit und Farbvergleich genau an die Herstellerangaben.
Wichtig ist nicht, einzelne Grenzwerte auswendig zu lernen, sondern einen klaren persönlichen Ketonplan zu besitzen.
Eine Ketoazidose kann sich schneller entwickeln, als viele denken
Besonders bei Typ-1-Diabetes kann eine deutliche Unterversorgung mit Insulin innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit gefährlich werden.
Das kann beispielsweise passieren, wenn Insulin über längere Zeit vergessen wurde, während eines starken Infektes deutlich mehr Insulin benötigt wird oder bei einer Pumpentherapie unbemerkt keine Insulinzufuhr mehr stattfindet.
Anfangs sehen Sie vielleicht lediglich einen hohen Glukosewert und fühlen sich müde. Später kommen stärkerer Durst, häufiges Wasserlassen und Übelkeit hinzu. Entwickeln sich zusätzlich Bauchschmerzen und Erbrechen, wird die Situation ernster.
Besonders auffällig ist eine tiefe, angestrengte Atmung. Der Körper versucht dabei, einen Teil der überschüssigen Säuren über die Atmung auszugleichen. Auch ein süßlicher beziehungsweise acetonartiger Atem kann auftreten.
Zunehmende Schläfrigkeit, Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen sind deutliche Alarmzeichen.
Die aktuelle deutsche Leitlinie für Kinder und Jugendliche beschreibt eine Ketoazidose ebenfalls als Kombination aus Insulinmangel, Ketonen und Übersäuerung und weist darauf hin, dass die Beschwerden mit zunehmender Austrocknung und tiefer Atmung schwerer werden können.
Merkkasten – diese Kombination ist gefährlich:
Hohe oder ungewöhnliche Glukosewerte + Ketone + Erbrechen, Bauchschmerzen, tiefe Atmung oder starke Schläfrigkeit sollten Sie nicht zu Hause aussitzen. Holen Sie medizinische Hilfe. Bei deutlicher Verschlechterung, Bewusstseinsstörungen oder schwerem Allgemeinzustand rufen Sie 112.
Ein hoher Blutzucker bedeutet nicht automatisch Ketoazidose
Dieser Unterschied ist wichtig.
Sie können einen Glukosewert von 280 mg/dl haben, ohne dass eine Ketoazidose vorliegt. Gleichzeitig kann eine Ketoazidose unter besonderen Umständen bereits bei wesentlich weniger auffälligen Glukosewerten entstehen.
Für die Ketoazidose ist deshalb nicht allein die Zahl auf dem Messgerät entscheidend, sondern der Insulinmangel zusammen mit der Bildung von Ketonen und der Übersäuerung des Körpers.
Die aktuelle deutsche Leitlinie für Kinder und Jugendliche verwendet zur medizinischen Diagnose deshalb neben der Glukose auch Ketone und die Übersäuerung des Blutes.
Für Ihren Alltag bedeutet das vor allem: Wenn Sie sich deutlich krank fühlen und typische Symptome einer Ketoazidose haben, verlassen Sie sich nicht allein auf die Frage, ob Ihre Glukose „hoch genug“ ist.
Ein wichtiger Sonderfall: Ketoazidose trotz nicht extrem hohem Glukosewert
Besonders Menschen mit Typ-2-Diabetes, die bestimmte Medikamente aus der Gruppe der SGLT2-Hemmer einnehmen, sollten diesen Punkt kennen.
Dazu gehören beispielsweise Wirkstoffe wie Empagliflozin oder Dapagliflozin.
In seltenen Fällen kann unter solchen Medikamenten eine Ketoazidose auftreten, obwohl die Glukosewerte nicht so stark erhöht sind, wie man es normalerweise erwarten würde. Die Europäische Arzneimittel-Agentur weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, starker Durst, auffällig tiefe Atmung, ungewöhnliche Müdigkeit oder Verwirrtheit auch bei nur mäßig erhöhten Glukosewerten ernst genommen werden müssen.
Das ist besonders wichtig, weil der vermeintlich „gar nicht so hohe“ Messwert sonst falsche Sicherheit geben kann.
Wenn Sie einen SGLT2-Hemmer einnehmen und entsprechende Beschwerden entwickeln, sollten Sie deshalb sofort medizinische Hilfe suchen und auf das Medikament hinweisen. Die EMA empfiehlt bei Verdacht auf eine Ketoazidose, die Behandlung zu unterbrechen und unverzüglich ärztlich abklären zu lassen.
Krankheitstage sind keine normalen Diabetestage
Ein Infekt kann Ihre Glukosewerte deutlich verändern.
Vielleicht essen Sie kaum etwas und gehen deshalb davon aus, dass Sie weniger oder gar kein Insulin brauchen. Gleichzeitig kann der Körper durch Fieber und Stresshormone aber wesentlich mehr Insulin benötigen als gewöhnlich.
Gerade bei Typ-1-Diabetes ist deshalb eine Regel besonders wichtig: Insulin darf während einer Erkrankung nicht einfach vollständig weggelassen werden.
Der Grundbedarf besteht auch dann, wenn Sie kaum essen.
Welche Dosen angepasst werden müssen, wann Ketone gemessen werden sollen und ab welchem Punkt Sie Ihr Diabetes-Team kontaktieren müssen, sollte individuell in einem Krankheitsschema festgehalten werden.
Wenn Sie erbrechen und Flüssigkeit nicht bei sich behalten können, wird die Situation besonders kritisch. Dann verlieren Sie nicht nur Flüssigkeit, sondern die normale Behandlung zu Hause wird zunehmend schwierig.
Tipp:
Lassen Sie sich Ihr persönliches Krankheitsschema schriftlich geben und bewahren Sie es dort auf, wo auch Ihre Diabetesmaterialien liegen. Während Fieber, Übelkeit und hohen Glukosewerten möchte niemand versuchen, sich an eine Erklärung aus einer Schulung von vor drei Jahren zu erinnern.
Trinken ist bei hohen Werten wichtig – aber keine alleinige Behandlung
Bei einer deutlichen Überzuckerung verliert der Körper vermehrt Flüssigkeit. Wenn Sie wach sind, nicht erbrechen und Ihr persönlicher Notfallplan nichts anderes vorsieht, ist ausreichendes Trinken deshalb wichtig.
Am besten eignen sich in einer solchen Situation in der Regel zuckerfreie Getränke beziehungsweise Wasser, sofern keine medizinischen Gründe gegen eine höhere Flüssigkeitszufuhr sprechen.
Trinken allein beseitigt bei Typ-1-Diabetes allerdings keinen Insulinmangel.
Wenn Ketone entstehen, braucht der Körper Insulin. Wie viel und in welcher Form gegeben werden soll, gehört in Ihr individuelles Korrektur- beziehungsweise Ketonschema.
Bei einer ausgeprägten Ketoazidose reicht Behandlung zu Hause nicht mehr aus. Im Krankenhaus werden Flüssigkeit, Insulin und wichtige Salze kontrolliert ersetzt. Die Behandlung muss sorgfältig erfolgen, weil auch ein zu schnelles Verändern der Stoffwechsellage problematisch sein kann. Die aktuelle AWMF-Leitlinie beschreibt deshalb Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich sowie Insulin als zentrale Bestandteile der Krankenhausbehandlung.
Bei Ketonen bitte keinen Sport machen
Vielleicht kennen Sie den allgemeinen Tipp, Bewegung könne einen hohen Glukosewert senken.
Das stimmt in vielen Alltagssituationen, aber nicht bei einem ausgeprägten Insulinmangel mit Ketonen.
Wenn bereits deutlich zu wenig Insulin vorhanden ist, kann anstrengende körperliche Aktivität die Stoffwechselsituation weiter verschlechtern.
Deshalb sollten Sie bei deutlich erhöhten Ketonen und Verdacht auf Ketoazidose keine sportliche Aktivität beginnen, um den Wert „herunterzulaufen“.
In dieser Situation zählen Insulin nach Ihrem persönlichen Schema, Flüssigkeit, Kontrollen und gegebenenfalls schnelle medizinische Hilfe.
Was sollten Sie bei einem Pumpenproblem tun?
Wenn Sie eine Insulinpumpe verwenden, sollten Sie für hohe Werte einen festen Ablauf kennen.
Wenn die Glukose unerwartet steigt und eine Pumpenkorrektur keine erkennbare Wirkung zeigt, kontrollieren Sie zunächst Ihre Pumpe und das Infusionssystem. Bei einem möglichen technischen Problem muss die Insulinversorgung wiederhergestellt werden.
Ihr Diabetes-Team sollte Ihnen außerdem erklären, wann eine Korrektur bewusst nicht über das möglicherweise fehlerhafte Pumpensystem, sondern mit einem separaten Pen oder einer Spritze erfolgen soll.
Die dafür notwendigen Insulinmengen sind individuell und gehören in Ihren persönlichen Notfallplan.
Wechseln Sie bei Verdacht auf ein Problem das Infusionsset beziehungsweise die betroffenen Komponenten entsprechend Ihrer Schulung und kontrollieren Sie anschließend engmaschig weiter.
Wenn Ketone steigen oder Beschwerden hinzukommen, darf nicht weiter auf eine mögliche Selbstkorrektur der Technik gehofft werden.
Warum Kinder mit Typ-1-Diabetes besonders schnell ernst genommen werden sollten
Bei Kindern kann eine Ketoazidose bereits bei der Erstdiagnose eines Typ-1-Diabetes auftreten. Deshalb sind die typischen Warnzeichen – starker Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsverlust und auffällige Müdigkeit – so wichtig.
Beginnt ein Kind zusätzlich zu erbrechen, klagt über Bauchschmerzen oder atmet ungewöhnlich tief und wirkt zunehmend schläfrig, muss Typ-1-Diabetes beziehungsweise eine Ketoazidose mitgedacht werden.
Die aktuelle S3-Leitlinie für Kinder und Jugendliche betont ausdrücklich, wie wichtig eine schnelle Diagnose ist, und weist darauf hin, dass Aufklärung über typische Diabeteszeichen die Zahl schwerer Ketoazidosen bei der Erstdiagnose verringern kann.
Deshalb sollte ein Kind mit starkem Durst und häufigem Wasserlassen nicht erst über Tage beobachtet werden, wenn gleichzeitig Gewicht verloren geht und der Allgemeinzustand schlechter wird.
Nicht jede Übelkeit bei Diabetes ist eine Ketoazidose – aber die Kombination zählt
Natürlich kann ein Mensch mit Diabetes genauso einen gewöhnlichen Magen-Darm-Infekt bekommen wie jeder andere.
Problematisch ist, dass sich die Beschwerden überschneiden können.
Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen können sowohl bei einem Infekt als auch bei einer Ketoazidose auftreten. Genau deshalb sollten Sie bei Typ-1-Diabetes in einer solchen Situation Glukose und nach Ihrem Krankheitsschema Ketone kontrollieren.
Ein Magen-Darm-Infekt mit normalen Ketonen und ein Magen-Darm-Infekt mit zunehmendem Insulinmangel brauchen möglicherweise ein völlig anderes Vorgehen.
Versuchen Sie deshalb nicht, allein anhand des Bauchgefühls zu entscheiden, ob es „nur ein Infekt“ ist.
Hohe Werte durch schlechte Spritzstellen
Wenn Insulin immer wieder in dieselbe Stelle gespritzt wird, können sich Verdickungen im Unterhautfettgewebe bilden. Solche sogenannten Lipohypertrophien können dazu führen, dass Insulin ungleichmäßiger aufgenommen wird.
Das kann sich sowohl durch unerwartet hohe als auch durch schwankende Glukosewerte bemerkbar machen.
Wenn Ihre Werte plötzlich schlechter vorhersehbar werden, obwohl Sie an Insulindosis, Essen und Bewegung nichts Wesentliches verändert haben, lohnt sich deshalb auch ein Blick auf Ihre Injektionsstellen.
Fühlen Sie Bauch und Oberschenkel regelmäßig ab und spritzen Sie nicht in verhärtete oder gummiartige Bereiche.
Wenn solche Stellen vorhanden sind, lassen Sie diese vom Diabetes-Team beurteilen.
Insulin kann durch Hitze seine Wirkung verlieren
Besonders im Sommer oder im Urlaub kann ein ganz anderer Grund hinter unerwartet hohen Werten stecken.
Insulin ist temperaturempfindlich. Ein Pen, der stundenlang im aufgeheizten Auto lag oder in direkter Sonne auf dem Fensterbrett gelegen hat, kann geschädigt werden.
Von außen sieht man einem Insulin nicht immer an, dass seine Wirkung beeinträchtigt wurde.
Wenn die Glukose deshalb unerklärlich hoch bleibt und das Insulin großer Hitze ausgesetzt war, sollten Sie auch diese Möglichkeit berücksichtigen und entsprechend Ihrer Herstellerangaben beziehungsweise nach Rücksprache Ersatz verwenden.
Dasselbe gilt übrigens für Frost: Insulin sollte weder überhitzen noch einfrieren.
Kortison kann die Glukose deutlich erhöhen
Bestimmte Medikamente können den Glukosestoffwechsel beeinflussen. Besonders bekannt sind Glukokortikoide, häufig einfach Kortison genannt.
Wenn Sie aufgrund einer anderen Erkrankung Kortisontabletten, Infusionen oder hoch dosierte andere Präparate erhalten, kann der Glukosewert deutlich steigen und der Insulinbedarf sich verändern.
Das bedeutet nicht, dass ein notwendiges Kortison grundsätzlich vermieden werden sollte.
Viel wichtiger ist, dass Ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte wissen, dass Sie Diabetes haben, und dass die Glukose während einer solchen Behandlung entsprechend beobachtet wird.
Auch die Ausgangsinformation nennt Glukokortikoide als mögliche Ursache deutlich steigender Glukosewerte.
Das hyperglykämische hyperosmolare Syndrom – besonders wichtig bei Typ-2-Diabetes
Bei Typ-2-Diabetes kann sich eine andere schwere Stoffwechselentgleisung entwickeln: das hyperglykämische hyperosmolare Syndrom, kurz HHS.
Dabei können die Glukosewerte extrem hoch werden, teilweise über 600 mg/dl beziehungsweise 33,3 mmol/l. Durch die starke Ausscheidung von Glukose über die Nieren verliert der Körper enorme Mengen Flüssigkeit.
Besonders gefährdet sind häufig ältere Menschen, weil bei ihnen Durst weniger deutlich wahrgenommen werden kann oder sie aufgrund anderer Erkrankungen nicht ausreichend trinken.
Ein HHS kann sich beispielsweise im Zusammenhang mit Infektionen, Erbrechen, starkem Durchfall, Nierenproblemen oder bestimmten Medikamenten entwickeln. Zu den möglichen Beschwerden gehören starker Durst, häufiges Wasserlassen, ausgeprägte Schwäche, Schwindel, Kreislaufprobleme und zunehmend Bewusstseinsstörungen. Die Ausgangsinformation beschreibt diesen Zustand ausdrücklich als lebensbedrohlichen Notfall.
Wenn ein älterer Mensch mit Diabetes plötzlich stark abbaut, ungewöhnlich schläfrig oder verwirrt wird und sehr hohe Glukosewerte hat, gehört das nicht über Stunden zu Hause beobachtet.
Ein Diabetes-Notfallset macht hohe Werte leichter beherrschbar
Viele Notfälle werden nicht dadurch schwierig, dass niemand weiß, was grundsätzlich zu tun wäre, sondern weil im entscheidenden Moment das benötigte Material fehlt.
Gerade bei Typ-1-Diabetes sollte Ihr Diabetes-Set deshalb nicht nur Insulin für den normalen Alltag enthalten.
Je nach Therapie können Ersatz-Pen und Nadeln, zusätzliche Insulinvorräte, Keton-Testmaterial, Blutzuckermessgerät und Teststreifen sowie Ersatzmaterial für die Insulinpumpe sinnvoll sein.
Für Reisen sollten Sie großzügiger planen und wichtiges Diabetesmaterial nicht ausschließlich in einen aufgegebenen Koffer packen.
Auch Angehörige sollten wissen, wo Ihr Material liegt und wen sie im Notfall kontaktieren können.
Tipp:
Kontrollieren Sie Ihr Notfallmaterial nicht erst am Abend vor dem Urlaub. Legen Sie sich einen festen Termin fest, beispielsweise einmal im Monat, an dem Sie Haltbarkeit, Teststreifen, Ketonmaterial, Pen-Nadeln und Pumpenersatz kurz überprüfen.
Ein Diabetes-Notfallausweis kann ebenfalls sinnvoll sein
Wenn Sie alleine unterwegs sind und aufgrund einer Stoffwechselentgleisung zunehmend verwirrt oder bewusstlos werden, können fremde Menschen zunächst nicht wissen, dass Diabetes vorliegt.
Ein Diabetes-Notfallausweis, ein entsprechender Hinweis im Portemonnaie oder eine medizinische Notfallinformation auf dem Smartphone kann deshalb hilfreich sein.
Die Ausgangsinformation empfiehlt einen solchen Ausweis ebenfalls, damit Helfer im Ernstfall über die Diabeteserkrankung und wichtige Medikamente informiert sind.
Wann Sie nicht weiter selbst behandeln sollten
Viele erhöhte Werte lassen sich nach einem persönlichen Korrekturplan zu Hause behandeln. Sie sollten aber wissen, wann diese Selbstbehandlung endet.
Holen Sie rasch medizinische Hilfe, wenn Sie trotz Korrektur und ausreichender Flüssigkeit weiter steigende Werte und zunehmende Ketone haben, wiederholt erbrechen oder Flüssigkeit nicht mehr bei sich behalten können.
Dasselbe gilt bei starken Bauchschmerzen, ausgeprägter Schwäche, ungewöhnlich tiefer Atmung, zunehmender Schläfrigkeit oder Verwirrtheit.
Bei Bewusstseinsstörungen, schwerer Atemnot, Kreislaufproblemen oder deutlich verschlechtertem Allgemeinzustand sollten Sie 112 rufen.
Besonders bei Kindern sollte bei Verdacht auf eine Ketoazidose nicht unnötig lange zu Hause weiterbehandelt werden. Die aktuelle deutsche Kinderdiabetes-Leitlinie betrachtet die DKA als schweren Stoffwechselnotfall, der kontrollierte Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Insulinbehandlung benötigt.
Fazit: Ein hoher Wert ist noch kein Grund zur Panik – aber Sie sollten wissen, wann daraus ein Notfall werden kann
Eine Überzuckerung gehört zu den Situationen, die Menschen mit Diabetes immer wieder erleben können. Eine Mahlzeit wird anders aufgenommen als erwartet, ein Infekt verändert plötzlich den Insulinbedarf oder der Sensor zeigt nach einem stressigen Tag Werte, die deutlich über dem persönlichen Zielbereich liegen.
Ein einzelner hoher Wert bedeutet deshalb nicht automatisch, dass etwas Gefährliches passiert.
Viel wichtiger ist die Entwicklung.
Wenn die Glukose nach Ihrem persönlichen Korrekturschema wieder sinkt und Sie sich gut fühlen, lässt sich die Situation häufig selbstständig beherrschen. Bleibt der Wert dagegen hoch, steigt weiter oder reagiert nicht auf das erwartete Insulin, sollten Sie nach der Ursache suchen.
Bei Typ-1-Diabetes gehören dabei besonders Ketone in den Blick. Ein ausgeprägter Insulinmangel kann dazu führen, dass der Körper zunehmend Fett abbaut und eine diabetische Ketoazidose entsteht. Bauchschmerzen, Übelkeit, wiederholtes Erbrechen, ein ungewöhnlicher Atemgeruch, tiefe Atmung und zunehmende Müdigkeit sind deshalb Warnzeichen, die nicht einfach mit einer zusätzlichen Insulindosis und weiterem Abwarten beantwortet werden sollten.
Wenn Sie eine Insulinpumpe verwenden, denken Sie bei unerklärlich hohen Werten früh an ein mögliches technisches Problem. Wenn Sie krank sind, denken Sie daran, dass Ihr Körper trotz fehlendem Appetit weiterhin Insulin benötigt. Und wenn Sie einen SGLT2-Hemmer einnehmen, sollten Sie wissen, dass eine Ketoazidose in seltenen Fällen auch bei einem Glukosewert auftreten kann, der gar nicht außergewöhnlich hoch erscheint. Die Europäische Arzneimittel-Agentur weist ausdrücklich auf diese ungewöhnlichen Verläufe hin.
Bei Typ-2-Diabetes wiederum dürfen extrem hohe Werte gemeinsam mit starkem Flüssigkeitsverlust, Schwäche und Verwirrtheit nicht unterschätzt werden. Dahinter kann ein hyperglykämisches hyperosmolares Syndrom stecken, das besonders für ältere Menschen gefährlich werden kann.
Am wichtigsten ist deshalb nicht, dass Sie jede medizinische Bezeichnung kennen.
Sie brauchen einen klaren persönlichen Plan.
Sie sollten wissen, wann Sie korrigieren dürfen, wann Ketone gemessen werden müssen, was bei Krankheit oder einem Pumpenausfall zu tun ist und welche Beschwerden bedeuten, dass die Behandlung zu Hause nicht mehr ausreicht.
Ein hoher Glukosewert soll Sie nicht in Panik versetzen. Er soll Ihnen eine Information geben. Und je besser Sie wissen, was Sie mit dieser Information anfangen können, desto sicherer wird Ihr Alltag mit Diabetes.
Quellen und weiterführende Informationen
Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
Die aktuellen Praxisempfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft zur Behandlung und zum Diabetesmanagement wurden 2026 veröffentlicht und werden regelmäßig an neue Empfehlungen angepasst.
AWMF / Deutsche Diabetes Gesellschaft – Diabetes im Kindes- und Jugendalter
Die aktuelle S3-Leitlinie enthält Empfehlungen zur Erkennung, Behandlung und Vorbeugung einer diabetischen Ketoazidose bei Kindern und Jugendlichen. Die Leitlinie ist bis November 2028 gültig.
Gemeinsamer Bundesausschuss – DMP Typ-1-Diabetes
Das strukturierte Behandlungsprogramm für Typ-1-Diabetes wurde 2025 aktualisiert. Die neuen Anforderungen gelten seit Oktober 2025.
European Medicines Agency – SGLT2-Hemmer und Ketoazidose
Die EMA weist darauf hin, dass unter SGLT2-Hemmern selten Ketoazidosen auftreten können, bei denen die Glukose nicht außergewöhnlich stark erhöht ist.
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Sicherheitsinformationen zum Risiko einer diabetischen Ketoazidose unter SGLT2-Hemmern.
Wichtiger Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine persönliche Diabetes-Schulung oder individuelle medizinische Beratung. Korrekturinsulin, Keton-Grenzwerte, Krankheitsschemata, Pumpen-Notfallpläne und persönliche Glukosezielwerte müssen individuell mit Ihrem Diabetes-Team festgelegt werden.
Bei wiederholtem Erbrechen, zunehmenden Ketonen, starken Bauchschmerzen, auffällig tiefer Atmung, Bewusstseinsveränderungen, ausgeprägter Schläfrigkeit oder deutlicher Verschlechterung des Allgemeinzustandes sollte dringend medizinische Hilfe gesucht werden. Bei einer schweren Stoffwechselentgleisung, Bewusstseinsstörung oder einem deutlich bedrohlichen Zustand rufen Sie 112.
Bildquelle
Bildquelle: Jennifer Orth Gesundheitsblog, KI-generiert
Stand
August 2026

