Ernährungsberatung & Gesundheitsblog
Sie lesen gerade
Energy-Drinks bei Jugendlichen: Was Koffein mit Herz, Schlaf und Konzentration macht
0
Ernährung Frauengesundheit Gesundheit Kindergesundheit Männergesundheit

Energy-Drinks bei Jugendlichen: Was Koffein mit Herz, Schlaf und Konzentration macht

Die bunte Dose, die mehr verspricht als sie halten kann

Energy-Drinks wirken auf den ersten Blick wie harmlose Erfrischungsgetränke mit besonders selbstbewusstem Etikett. Sie stehen neben Limonade und Eistee, schmecken süß oder fruchtig und werden mit Begriffen wie Energie, Leistung, Fokus, Gaming, Sport und Durchhaltevermögen beworben. Genau das macht sie für Jugendliche interessant, denn Schule, Prüfungen, Training, lange Abende, Computerspiele und ein voller Alltag verlangen häufig mehr Wachheit, als der Körper gerade freiwillig bereitstellt. Die Dose scheint eine schnelle Lösung anzubieten: Deckel öffnen, trinken und wenige Minuten später läuft angeblich alles auf Hochleistung.

Ganz so großzügig ist die Biologie allerdings nicht. Energy-Drinks schenken dem Körper keine neue Energie im medizinischen Sinn. Das enthaltene Koffein dämpft vorübergehend das Müdigkeitsgefühl und kann die Wachheit erhöhen, während Zucker kurzfristig verwertbare Energie liefert. Der Schlafbedarf verschwindet dadurch nicht, er wird lediglich für eine Weile übertönt. Ein Energy-Drink ist deshalb eher ein sehr lauter Wecker als ein zusätzliches Akku-Pack. Wenn die Wirkung nachlässt, sind Müdigkeit, Erschöpfung und der versäumte Schlaf weiterhin vorhanden und melden sich häufig mit Nachdruck zurück.

Besonders bei Jugendlichen lohnt sich ein genauer Blick, weil Körpergewicht, Koffeingewöhnung, Schlafrhythmus, Vorerkrankungen und persönliche Empfindlichkeit sehr unterschiedlich sind. Eine Menge, die ein Erwachsener scheinbar problemlos verträgt, kann bei einem leichteren und koffeinunerfahrenen Jugendlichen bereits Herzklopfen, Zittern, Nervosität, Übelkeit oder Schlafprobleme auslösen. Die American Academy of Pediatrics empfiehlt für Kinder und Jugendliche grundsätzlich, Koffein möglichst zu vermeiden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit und das Bundesinstitut für Risikobewertung arbeiten zusätzlich mit körpergewichtsbezogenen Orientierungswerten, betonen aber, dass diese keine Empfehlung zum täglichen Trinken darstellen.

Dieser Beitrag richtet sich sowohl an Jugendliche als auch an Eltern, Großeltern, Lehrkräfte, Trainerinnen und Trainer. Es geht nicht darum, aus einer einzelnen Dose eine familiäre Staatskrise zu machen oder Jugendliche mit erhobenem Zeigefinger zu verfolgen. Wichtig ist vielmehr zu verstehen, was tatsächlich in den Getränken steckt, wie schnell sich die Koffeinmengen addieren und wann aus einem gelegentlichen Getränk ein gesundheitliches Risiko oder ein belastender Gewohnheitskreislauf wird.

Was Energy-Drinks von gewöhnlicher Limonade unterscheidet

Energy-Drinks sind koffeinhaltige Erfrischungsgetränke. Neben Wasser und Koffein enthalten sie häufig Zucker oder Süßungsmittel, Säuerungsmittel, Aromen, Taurin, Glucuronolacton, Inosit und verschiedene B-Vitamine. Einige Produkte verwenden außerdem Guarana, Mate, Ginseng oder andere Pflanzenextrakte. Die Rezepturen unterscheiden sich, doch die anregende Wirkung geht in erster Linie auf das Koffein zurück.

Taurin ist eine körpereigene Substanz, die auch natürlicherweise in Lebensmitteln vorkommt. Sie ist nicht mit dem ähnlich klingenden Tiernamen verbunden und verleiht weder Flügel noch eine besondere tierische Kraft. Für die typische Wachwirkung eines Energy-Drinks ist hauptsächlich das Koffein verantwortlich. Auch zugesetzte B-Vitamine verwandeln das Getränk nicht automatisch in eine gesundheitlich notwendige Versorgung. Vitamine sind für den Stoffwechsel wichtig, liefern selbst aber keine zusätzliche Wachenergie. Wer ausreichend versorgt ist, wird durch eine besonders bunte Vitaminangabe auf der Dose nicht plötzlich zum menschlichen Schnellladegerät.

Guarana verdient besondere Aufmerksamkeit, weil es von Natur aus Koffein enthält. „Pflanzlich“ bedeutet deshalb nicht koffeinfrei oder besonders mild. Auch Mate, schwarzer Tee, grüner Tee, Matcha, Kaffee, Cola, Kakao und manche Schokoladenprodukte tragen zur gesamten Koffeinaufnahme bei. Ebenso können Koffein-Gels, Kaugummis, Tabletten, Pulver, Pre-Workout-Produkte und bestimmte Arzneimittel Koffein enthalten. Entscheidend ist nicht nur die einzelne Dose, sondern die Summe aus allen Quellen über den Tag.

Wie viel Koffein in einer Dose steckt

Viele klassische Energy-Drinks enthalten etwa 32 Milligramm Koffein pro 100 Milliliter. Das entspricht der in Deutschland zulässigen Höchstmenge für koffeinhaltige Erfrischungsgetränke. Eine kleine Dose mit 250 Millilitern liefert damit ungefähr 80 Milligramm Koffein, eine große Dose mit 500 Millilitern etwa 160 Milligramm und ein Liter rund 320 Milligramm. Gerade große Dosen werden häufig als eine Portion wahrgenommen, obwohl ihre Koffeinmenge bereits der von mehreren kleineren Getränken entsprechen kann.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit nennt für gesunde Kinder und Jugendliche einen Orientierungswert von höchstens drei Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht als Einzeldosis beziehungsweise über den Tag verteilt. Für einen Jugendlichen mit 40 Kilogramm Körpergewicht wären das 120 Milligramm, bei 50 Kilogramm 150 Milligramm und bei 60 Kilogramm 180 Milligramm. Eine 500-Milliliter-Dose mit 160 Milligramm überschreitet damit den Orientierungswert eines 40 oder 50 Kilogramm schweren Jugendlichen bereits oder liegt sehr nah daran. Kaffee, Cola, Tee, Schokolade oder koffeinhaltige Medikamente, die am selben Tag hinzukommen, sind dabei noch nicht eingerechnet.

Dieser Wert ist kein Tagesziel und kein Freifahrtschein. Er bedeutet nicht, dass jeder junge Mensch bis zu dieser Grenze ohne Beschwerden trinken kann. Manche Jugendliche reagieren bereits bei deutlich geringeren Mengen mit Herzklopfen, Unruhe, Angstgefühl, Bauchbeschwerden oder Einschlafproblemen. Körpergewicht allein erklärt die persönliche Verträglichkeit nicht. Eine Rolle spielen ebenso Gewöhnung, Genetik, Schlafmangel, Medikamente, Nikotin, Vorerkrankungen, Flüssigkeitsmangel und die Geschwindigkeit, mit der das Getränk konsumiert wird.

Besonders tückisch sind mehrere Produkte hintereinander. Eine Dose vor der Schule, ein Eiskaffee am Nachmittag und ein Pre-Workout-Getränk vor dem Training können sich zu einer Koffeinmenge addieren, die auf den ersten Blick niemand bemerkt. Das Koffein trägt dabei verschiedene Kostüme, bleibt im Körper aber derselbe anregende Stoff.

Warum Jugendliche empfindlicher reagieren können

Jugendliche sind keine kleinen Erwachsenen mit etwas kürzeren Hosenbeinen. Ihr Körper und besonders ihr Schlaf-Wach-System befinden sich noch in der Entwicklung. Gleichzeitig verschiebt sich der natürliche Schlafrhythmus in der Pubertät häufig nach hinten, während Schule, Ausbildung und Termine weiterhin frühes Aufstehen verlangen. Viele Jugendliche beginnen den Tag deshalb bereits mit einem Schlafdefizit.

Koffein blockiert im Gehirn die Wirkung des Botenstoffs Adenosin. Adenosin sammelt sich im Laufe des Tages an und trägt dazu bei, dass Müdigkeit entsteht. Wird seine Wirkung vorübergehend gebremst, fühlt man sich wacher. Der Körper hat dadurch jedoch nicht weniger Schlaf nötig. Er erhält lediglich für einige Stunden eine lautere Gegenstimme zur Müdigkeit.

Wie lange Koffein wirkt, unterscheidet sich erheblich. Nach Angaben der American Academy of Pediatrics kann Koffein abhängig vom persönlichen Stoffwechsel länger als acht Stunden im Körper wirksam bleiben. Ein Energy-Drink am späten Nachmittag kann daher noch beim Zubettgehen eine Rolle spielen, auch wenn die Jugendliche oder der Jugendliche sich subjektiv gar nicht mehr besonders aufgeputscht fühlt.

Wer bereits wenig geschlafen hat, empfindet die kurzfristige Wirkung häufig als besonders hilfreich. Daraus kann ein Kreislauf entstehen: zu wenig Schlaf, Energy-Drink gegen Müdigkeit, späteres Einschlafen, noch weniger Schlaf und am nächsten Tag erneut Koffein. Die Dose löst das Problem dann nicht mehr, sondern hilft dabei, es für einen weiteren Tag zu verlängern.

Was Koffein mit dem Herzen machen kann

Koffein regt das zentrale Nervensystem an und kann Herzfrequenz, Gefäßspannung und Blutdruck beeinflussen. Bei Jugendlichen wurden in kleinen kontrollierten Studien nach dem Konsum körpergewichtsangepasster Energy-Drink-Mengen vorübergehende Veränderungen von Blutdruck, Herzfrequenzvariabilität und einzelnen Herz-Kreislauf-Parametern beobachtet. Die klinische Bedeutung kleiner Veränderungen bei gesunden Jugendlichen ist noch nicht vollständig geklärt. Die Forschung zeigt aber deutlich genug, dass Energy-Drinks nicht einfach wie Wasser behandelt werden sollten.

Bei höheren Koffeinmengen können Herzklopfen, Herzrasen, ein unregelmäßiger Herzschlag, Zittern, Kurzatmigkeit, Übelkeit, Nervosität und Angst auftreten. In Studien mit hohen Energy-Drink-Mengen bei jungen Erwachsenen wurden teilweise Veränderungen im Elektrokardiogramm beobachtet. Für entsprechende Hochdosisversuche mit Minderjährigen fehlen aus verständlichen ethischen Gründen direkte Studien. Das BfR geht jedoch davon aus, dass Kinder und Jugendliche bei sehr hohen Mengen mindestens ähnlich empfindlich reagieren können, zumal viele noch nicht an Koffein gewöhnt sind.

Eine aktuelle systematische Übersicht aus dem Jahr 2026 fand Berichte über koffeinbezogene Herzrhythmusstörungen und EKG-Veränderungen bei Jugendlichen. Dazu gehörten unter anderem ausgeprägtes Herzrasen, Extraschläge und selten schwerere Rhythmusstörungen. Die Datengrundlage bestand allerdings überwiegend aus Fallberichten, sodass nicht aus jedem beschriebenen Ereignis eine allgemeine Wahrscheinlichkeit abgeleitet werden kann. Solche Fälle zeigen keine zwangsläufige Folge einer einzelnen Dose, sie verdeutlichen aber, dass hoch dosiertes Koffein bei jungen Menschen ernsthafte Herzprobleme auslösen kann.

Wer besonders vorsichtig sein sollte

Ein erhöhtes Risiko besteht bei bekannten Herzrhythmusstörungen, angeborenen Herzfehlern, einer Herzmuskelerkrankung, auffälligem Blutdruck, wiederholten Ohnmachtsanfällen oder einer familiären Vorgeschichte plötzlicher Herztodesfälle in jungem Alter. Auch Jugendliche mit einer Lungenerkrankung, ausgeprägten Angst- oder Panikstörungen, Migräne, Epilepsie oder schweren Schlafproblemen können empfindlicher reagieren.

Besondere Vorsicht ist notwendig, wenn Medikamente eingenommen werden. Stimulanzien zur Behandlung einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung können gemeinsam mit Koffein Unruhe, Schlafprobleme, Herzklopfen oder Stimmungsschwankungen verstärken. Auch manche Erkältungs-, Schmerz- und Migränemittel enthalten anregende Wirkstoffe oder zusätzliches Koffein. Medikamente sollten deshalb nicht eigenmächtig abgesetzt werden. Sinnvoll ist ein Gespräch mit der kinder- und jugendärztlichen Praxis oder der Apotheke darüber, ob Energy-Drinks und das jeweilige Medikament zusammenpassen.

Auch Nikotin aus Zigaretten, E-Zigaretten oder Nikotinbeuteln wirkt anregend auf Herz und Kreislauf. Werden Nikotin, Koffein, Schlafmangel und körperliche Anstrengung kombiniert, kann der Körper mehrere Belastungen gleichzeitig abfangen müssen. Die Tatsache, dass jede einzelne Substanz frei erhältlich oder weit verbreitet ist, macht die Kombination nicht automatisch harmlos.

Wenn nach kleinen Mengen regelmäßig Herzrasen, Brustdruck, Schwindel oder starke Unruhe auftreten, sollte nicht ausprobiert werden, ob sich der Körper irgendwann daran gewöhnt. Diese Reaktion ist vielmehr ein guter Grund, das Getränk wegzulassen und die Beschwerden ärztlich besprechen zu lassen.

Warum Energy-Drinks den Schlaf stärker treffen können als gedacht

Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren benötigen normalerweise acht bis zehn Stunden Schlaf pro Nacht. Ausreichender Schlaf unterstützt Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Stimmung, Immunsystem, Stoffwechsel und körperliche Erholung. Viele Jugendliche erreichen diese Schlafdauer ohnehin nicht, sodass zusätzliches Koffein besonders ungünstig sein kann.

Bereits Koffeinmengen von ungefähr 1,5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht können bei manchen Kindern und Jugendlichen das Einschlafen verzögern oder die Schlafdauer verkürzen, vor allem wenn sie in zeitlicher Nähe zum Schlafengehen aufgenommen werden. Bei einem Körpergewicht von 50 Kilogramm wären das rund 75 Milligramm, also ungefähr die Koffeinmenge einer kleinen Energy-Drink-Dose. Die persönliche Reaktion kann deutlich abweichen, doch die Größenordnung zeigt, warum „nur eine kleine Dose“ am Abend nicht automatisch klein für den Schlaf ist.

Koffein kann außerdem dazu führen, dass der Schlaf oberflächlicher wirkt oder man am nächsten Morgen weniger erholt aufwacht. Einige Jugendliche schlafen zwar scheinbar problemlos ein, benötigen aber länger, haben unruhigere Nächte oder fühlen sich trotz ausreichender Zeit im Bett erschöpft. Beobachtungsstudien zeigen einen Zusammenhang zwischen Energy-Drink-Konsum, kürzerem Schlaf und häufigeren Schlafproblemen. Da solche Studien keine eindeutige Richtung beweisen, ist auch möglich, dass bereits müde Jugendliche häufiger zu Energy-Drinks greifen. Wahrscheinlich verstärken sich beide Seiten gegenseitig.

Ein Energy-Drink um 18 Uhr kann deshalb weit über den Abend hinausreichen. Wer um 22 oder 23 Uhr schlafen möchte, sollte nicht darauf vertrauen, dass die Wirkung verschwunden ist, nur weil das erste Wachgefühl nachgelassen hat. Koffein arbeitet häufig noch im Hintergrund weiter, ähnlich einem Gast, der längst seine Jacke angezogen hat, aber immer noch in der Tür steht und erzählt.

Konzentration: Kurz wacher bedeutet nicht automatisch besser lernen

Koffein kann kurzfristig Wachheit, Aufmerksamkeit und Reaktionsbereitschaft erhöhen. Genau deshalb erscheint ein Energy-Drink vor einer Klassenarbeit, beim Lernen oder während einer langen Gaming-Nacht so verlockend. Dieser Effekt darf jedoch nicht mit besserem Lernen verwechselt werden. Ein wacheres Gefühl garantiert weder ein besseres Gedächtnis noch ruhigere Konzentration oder klügere Entscheidungen.

Wird die Dosis zu hoch, können innere Unruhe, Zittern, Herzklopfen, Angstgefühl und ein ständiger Bewegungsdrang entstehen. Wer gleichzeitig mehrere Gedanken im Kopf hat und den eigenen Puls bis in die Ohren hört, arbeitet nicht automatisch konzentrierter. Besonders bei Prüfungsangst kann Koffein körperliche Stresssymptome verstärken und damit genau den Fokus stören, den es eigentlich verbessern sollte.

Noch wichtiger ist der indirekte Weg über den Schlaf. Schlaf unterstützt die Verarbeitung und Festigung gelernter Inhalte. Wer bis spät in die Nacht mit Koffein lernt, kann sich kurzfristig länger über den Unterlagen halten, nimmt sich aber möglicherweise einen Teil der Erholung, die das Gehirn zur Verarbeitung benötigt. Studien bei Jugendlichen verbinden zuckergesüßte Getränke und Energy-Drink-Konsum mit kürzerem Schlaf sowie häufiger berichteten Schwierigkeiten bei Konzentration, Gedächtnis und Entscheidungen. Solche Beobachtungen beweisen keine einfache Ursache, passen aber zu dem bekannten Zusammenhang zwischen Schlafmangel und verminderter geistiger Leistungsfähigkeit.

Ein Energy-Drink kann müde Augen vorübergehend überreden, aber er schreibt keine Vokabeln ins Langzeitgedächtnis. Für Prüfungen sind ein realistischer Lernplan, ausreichender Schlaf, regelmäßige Pausen, Wasser und eine sättigende Mahlzeit weniger spektakulär, aber meistens das deutlich verlässlichere Team.

Wenn aus gelegentlichem Konsum eine Gewohnheit wird

Wer regelmäßig Koffein trinkt, kann eine Toleranz entwickeln. Die gleiche Menge fühlt sich dann weniger wirksam an, weshalb manche Jugendliche zunehmend größere Dosen wählen oder mehrere koffeinhaltige Produkte kombinieren. Gleichzeitig kann der Körper auf eine plötzliche Pause mit Kopfschmerzen, Müdigkeit, Reizbarkeit, schlechter Stimmung und Konzentrationsproblemen reagieren.

Diese Beschwerden bedeuten nicht automatisch eine schwere Abhängigkeit. Sie zeigen aber, dass sich der Körper an die regelmäßige Zufuhr angepasst hat. Manche Jugendliche trinken morgens nicht mehr für zusätzliche Wachheit, sondern hauptsächlich, um die Beschwerden nach dem Weglassen zu vermeiden. Dann hat sich der Energy-Drink vom gelegentlichen Getränk zum Eintrittsgeld für einen normalen Vormittag entwickelt.

Wer täglich mehrere Dosen trinkt, sollte die Menge nicht zwingend von einem Tag auf den anderen auf null setzen, wenn dadurch starke Kopfschmerzen oder erhebliche Beschwerden entstehen. Häufig ist eine schrittweise Verringerung angenehmer: zunächst kleinere Dosen, dann weniger häufig, anschließend koffeinfreie Alternativen. Bei sehr hohem Konsum, Herzbeschwerden, starken Angstzuständen oder gleichzeitigem Gebrauch von Koffeinpulvern und Tabletten ist eine ärztliche Begleitung sinnvoll.

Zuckerfreie Energy-Drinks lösen nur einen Teil des Problems

Viele Energy-Drinks enthalten erhebliche Mengen Zucker. Eine große Dose kann je nach Produkt ungefähr so viel Zucker liefern wie mehrere Süßigkeitenportionen auf einmal. Flüssiger Zucker sättigt wenig und wird schnell getrunken. Regelmäßiger hoher Konsum zuckergesüßter Getränke kann Übergewicht, Stoffwechselprobleme und Zahnerkrankungen begünstigen. Die Kombination aus Zucker und Säuren belastet die Zähne zusätzlich, besonders wenn das Getränk über Stunden schluckweise konsumiert wird.

Zuckerfreie Varianten enthalten weniger oder keine Kalorien aus Zucker, lösen aber das Koffeinproblem nicht. Eine zuckerfreie Dose kann ebenso 80 oder 160 Milligramm Koffein enthalten und Schlaf, Herzschlag und Nervensystem beeinflussen. Säuerungsmittel bleiben häufig ebenfalls enthalten, weshalb auch ein zuckerfreies Getränk nicht automatisch zahnfreundlich ist.

Zudem entsteht leicht der Eindruck, eine zuckerfreie Variante könne ohne Begrenzung getrunken werden. Für das Herz und den Schlaf ist jedoch nicht die Aufschrift „Zero“ entscheidend, sondern die Koffeinmenge. Zuckerfrei bedeutet in diesem Fall weniger Zucker, nicht frei von Wirkung.

Energy-Drinks sind keine Sportgetränke

Energy-Drinks und Sportgetränke werden häufig verwechselt, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben. Ein klassisches Sportgetränk soll bei längerer intensiver Belastung Flüssigkeit, Kohlenhydrate und Elektrolyte liefern. Ein Energy-Drink enthält dagegen eine anregende Koffeinmenge und häufig viel Zucker. Er ist kein geeignetes Standardgetränk zum Durstlöschen.

Bei einer normalen Sporteinheit reicht für Jugendliche meistens Wasser. Wer über längere Zeit intensiv trainiert, an Wettkämpfen teilnimmt oder bei Hitze stark schwitzt, benötigt möglicherweise eine individuellere Trink- und Ernährungsstrategie. Diese sollte sich an Sportart, Dauer, Temperatur und Gesundheitszustand orientieren und nicht an der auffälligsten Dose im Automaten.

Koffein und intensive körperliche Belastung können beide den Kreislauf beeinflussen. Das BfR weist darauf hin, dass das Problembewusstsein für hohe Energy-Drink-Mengen in Verbindung mit Sport bei Jugendlichen häufig unzureichend ist. Besonders bei Hitze, Flüssigkeitsmangel oder unbekannten Herzerkrankungen ist die Kombination ungünstig.

Auch ein Energy-Drink vor dem Training verhindert keinen Flüssigkeitsmangel und schützt nicht vor Kreislaufproblemen. Wer beim Sport Brustschmerzen, ausgeprägtes Herzrasen, Luftnot, Schwindel oder ein Ohnmachtsgefühl entwickelt, sollte die Belastung sofort beenden und medizinisch untersucht werden.

Energy-Drinks und Alkohol: Wacher fühlen ist nicht nüchterner sein

Die Kombination aus Energy-Drinks und Alkohol ist besonders problematisch. Koffein senkt weder den Alkoholgehalt im Blut noch beschleunigt es den Alkoholabbau. Es kann jedoch Müdigkeit überdecken und dazu führen, dass sich eine Person wacher und leistungsfähiger fühlt, obwohl Reaktionsvermögen, Urteilsfähigkeit und Koordination weiterhin durch Alkohol beeinträchtigt sind.

Dadurch kann die eigene Trunkenheit unterschätzt werden. Es wird möglicherweise länger gefeiert, mehr Alkohol getrunken oder ein höheres Risiko eingegangen. Für Jugendliche kommt hinzu, dass Alkohol ohnehin gesundheitlich und rechtlich besondere Risiken mit sich bringt. Energy-Drinks machen daraus keine kontrolliertere Mischung, sondern häufig einen besonders unübersichtlichen Cocktail.

Das BfR beschreibt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein geringes Problembewusstsein gegenüber hohen Energy-Drink-Mengen in Verbindung mit Alkohol. Berichte über schwere Zwischenfälle betreffen meist extreme Mengen oder weitere Risikofaktoren und dürfen nicht auf jede einzelne Mischung übertragen werden. Sie zeigen dennoch, warum die Kombination nicht verharmlost werden sollte.

Energy-Shots, Koffeinpulver und Pre-Workout-Produkte

Noch vorsichtiger ist bei konzentrierten Energy-Shots, Koffeintabletten, Pulvern, Mundbeuteln und sogenannten Boostern zu sein. Solche Produkte können in einer sehr kleinen Portion hohe Koffeinmengen enthalten. Weil das Volumen klein ist, entsteht leicht der Eindruck, die Dosis sei ebenfalls klein.

Für Energy-Shots und Nahrungsergänzungsmittel gelten teilweise andere rechtliche Regeln als für gewöhnliche Energy-Drinks. Sie können daher deutlich stärker konzentriert sein. Manche Produkte liefern in einer Portion 200 Milligramm Koffein oder mehr. Bei losem Koffeinpulver können schon kleine Messfehler eine gefährliche Überdosierung verursachen. Kinder und Jugendliche sollten solche Produkte nicht verwenden.

Pre-Workout-Produkte enthalten neben Koffein manchmal weitere anregende Stoffe. Die Kombinationen sind nicht immer umfassend bei Jugendlichen untersucht. Wer Leistungssport betreibt, sollte Nahrungsergänzungsmittel mit einer kinder- und jugendärztlichen oder sportmedizinischen Fachkraft besprechen. Eine Dose mit Blitzsymbol ersetzt weder Trainingsplanung noch Regeneration. Sie besitzt lediglich eine sehr überzeugte Grafikabteilung.

Was der Warnhinweis auf der Dose bedeutet

In Deutschland dürfen koffeinhaltige Erfrischungsgetränke höchstens 320 Milligramm Koffein pro Liter enthalten. Getränke mit mehr als 150 Milligramm pro Liter müssen den Hinweis tragen: „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen.“ Zusätzlich muss der Koffeingehalt je 100 Milliliter angegeben werden.

Dieser Hinweis ist kein dekorativer Pflichtsatz und auch kein Hinweis, der nur für kleine Kinder gilt. Jugendliche gehören gesundheitlich ebenfalls zu der Gruppe, bei der hohe Koffeinmengen kritisch betrachtet werden. Der Warnhinweis bedeutet allerdings kein Verkaufsverbot.

Bis zum wissenschaftlichen Stand dieses Beitrags im August 2026 besteht in Deutschland keine bundesweit geltende gesetzliche Altersgrenze für Energy-Drinks. Politische Anträge und Bundesratsinitiativen für eine Altersgrenze von mindestens 16 Jahren wurden beziehungsweise werden diskutiert; ein entsprechender Bundestagsantrag wurde im März 2026 abgelehnt. Einige Händler können freiwillige Altersgrenzen anwenden.

Unabhängig von der Rechtslage bleibt eine gesundheitliche Empfehlung eine gesundheitliche Empfehlung. Frei verkäuflich bedeutet nicht automatisch geeignet für jedes Alter und jede Situation.

Ein sinnvoller Umgang im Familienalltag

Verbote ohne Erklärung führen bei Jugendlichen häufig eher zu Diskussionen als zu Einsicht. Hilfreicher ist ein offenes Gespräch darüber, warum das Getränk interessant ist. Geht es um Geschmack, Müdigkeit, Gruppenzugehörigkeit, Gaming, Sport, Lernstress oder darum, dass im Freundeskreis alle eine Dose in der Hand halten? Erst wenn der Grund bekannt ist, lässt sich eine passende Alternative finden.

Sprechen Sie konkret über Mengen und nicht nur über das Wort „ungesund“. Zeigen Sie, wie viel Koffein eine Dose enthält und wie sich Kaffee, Cola oder Pre-Workout-Produkte dazu addieren. Fragen Sie, ob nach dem Trinken Herzklopfen, Unruhe, Kopfschmerzen oder schlechter Schlaf aufgefallen sind. Ein Gespräch über spürbare Körperreaktionen ist oft verständlicher als ein Vortrag, der sich anhört, als sei die Getränkedose persönlich für den Untergang der Jugend verantwortlich.

Vereinbaren Sie klare Regeln, die zum Alter und zur Situation passen. Energy-Drinks gehören nicht in die Schultasche, nicht vor das Training und nicht an das Bett. Bei jüngeren Jugendlichen ist ein vollständiger Verzicht die sinnvollste Empfehlung. Bei älteren Jugendlichen sollte zumindest vermieden werden, dass große Dosen, mehrere Produkte oder der Konsum am Nachmittag und Abend zur Gewohnheit werden.

Wenn Ihr Kind täglich Energy-Drinks braucht, um morgens aufzustehen oder den Schultag durchzuhalten, sollte nicht nur die Dose betrachtet werden. Möglicherweise bestehen erheblicher Schlafmangel, psychischer Stress, eine depressive Stimmung, eine Schlafstörung, Eisenmangel, eine Schilddrüsenerkrankung oder eine andere Ursache für die Erschöpfung. Dauerhafte Müdigkeit verdient eine Erklärung und nicht nur ein Getränk mit Neonaufdruck.

Was bei Lernstress wirklich helfen kann

Für Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit braucht das Gehirn vor allem Schlaf, Flüssigkeit, Energie aus regelmäßigen Mahlzeiten, Pausen und Bewegung. Jugendliche sollten während längerer Lernphasen ungefähr alle 45 bis 60 Minuten kurz aufstehen, sich bewegen, lüften und den Blick vom Bildschirm lösen. Ein kurzer Spaziergang oder einige Minuten Tageslicht können den Kreislauf anregen, ohne den Schlaf bis in die Nacht zu verfolgen.

Auch ein Frühstück oder eine Zwischenmahlzeit kann helfen, wenn Konzentrationsprobleme durch Hunger entstehen. Geeignet sind beispielsweise Brot mit Käse oder Aufstrich, Naturjoghurt mit Haferflocken, Obst mit Nüssen, eine kleine Mahlzeit vom Vortag oder ein belegtes Brötchen. Es muss kein makelloses Superfood-Ensemble sein. Ein Gehirn arbeitet auch mit einem gewöhnlichen Käsebrot ausgesprochen professionell.

Bei starker Prüfungsangst helfen Koffein und Zucker nur begrenzt. Atemübungen, ein realistischer Lernplan, ausreichend Vorbereitungszeit und ein Gespräch mit Eltern, Lehrkräften oder der schulpsychologischen Beratung sind häufig sinnvoller. Naturheilkundliche Entspannungsverfahren können unterstützen, solange sie keinen notwendigen medizinischen oder psychotherapeutischen Rat ersetzen.

Guarana, Mate und grüner Tee sind dabei keine koffeinfreien Naturmittel. Wer eine koffeinfreie Alternative sucht, kann Wasser, Früchtetee, Rooibostee oder geeignete Kräutertees wählen. Pfefferminze oder Zitronenmelisse können Geschmack geben, sofern sie vertragen werden. Eine Pflanze kann sehr natürlich aussehen und trotzdem Koffein mitbringen; die Natur kennt schließlich keine Werbekategorie „sanfter Booster“.

Häufige Irrtümer über Energy-Drinks

„Eine kleine Dose ist für jeden harmlos“

Eine kleine Dose enthält häufig etwa 80 Milligramm Koffein. Für manche ältere und schwerere Jugendliche bleibt diese Menge unter dem körpergewichtsbezogenen EFSA-Wert, während jüngere, leichtere oder empfindliche Jugendliche bereits deutlich reagieren können. Der Zeitpunkt spielt ebenfalls eine Rolle: Eine Menge, die vormittags keine Beschwerden macht, kann am Abend den Schlaf stören.

„Zuckerfrei bedeutet gesund“

Zuckerfreie Varianten enthalten weniger Zucker und Energie, aber häufig dieselbe Koffeinmenge und ähnliche Säuren. Herzklopfen und Schlafprobleme lesen die Nährwerttabelle nicht nur in der Zuckerzeile.

„Guarana ist natürlicher als Koffein“

Guarana ist eine Pflanze, die Koffein enthält. Das Koffein wirkt nicht grundsätzlich sanfter, nur weil es aus einer Beere stammt. Auch die Koffeinmenge aus pflanzlichen Extrakten muss bei der gesamten Aufnahme berücksichtigt werden.

„Energy-Drinks verbessern die Schulnoten“

Koffein kann kurzfristig wacher machen. Gute Lernleistungen hängen jedoch von Schlaf, Verständnis, Wiederholung, Übung, Stressniveau und vielen weiteren Faktoren ab. Eine Dose kann eine Lernstrategie nicht ersetzen, auch wenn sie optisch aussieht, als hätte sie bereits das Abitur bestanden.

„Beim Sport braucht man besonders viel Energie“

Für normalen Jugendsport reicht Wasser meistens aus. Bei langen intensiven Belastungen kann ein geeignetes Sportgetränk sinnvoll sein, doch ein koffeinreicher Energy-Drink ist kein Standard-Durstlöscher und kann den Kreislauf zusätzlich belasten.

„Wer Energy-Drinks verträgt, hat kein Problem“

Gewöhnung kann dazu führen, dass Herzklopfen oder Wachwirkung weniger deutlich gespürt werden. Sie beweist nicht, dass Schlaf und Kreislauf unbeeinflusst bleiben. Manchmal ist das Ausbleiben des starken Effekts eher ein Zeichen dafür, dass der Körper die regelmäßige Dosis inzwischen erwartet.

Wann medizinische Hilfe notwendig ist

Nach einer großen Koffeinmenge sollten Herzrasen, ein unregelmäßiger Herzschlag, starke Unruhe, unkontrollierbares Zittern, schnelle Atmung, wiederholtes Erbrechen, ausgeprägte Angst oder Verwirrtheit ernst genommen werden. Bei Brustschmerzen, Atemnot, Ohnmacht, einem Krampfanfall, schwerer Verwirrtheit oder anhaltendem Herzrasen ist sofort medizinische Hilfe über den Rettungsdienst unter 112 erforderlich.

Lassen Sie auch Beschwerden abklären, die zwar weniger dramatisch sind, aber wiederholt auftreten. Dazu gehören häufiges Herzklopfen nach Koffein, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, starke Tagesmüdigkeit, Panikgefühle oder ein zunehmender Konsum. Bringen Sie nach Möglichkeit die Dose oder ein Foto des Etiketts mit, damit die Koffeinmenge und weitere Inhaltsstoffe nachvollzogen werden können.

Wenn ein Jugendlicher Koffeinpulver, mehrere Energy-Shots oder eine unbekannte Menge eines hoch konzentrierten Produkts aufgenommen hat, sollte nicht auf sichtbare Beschwerden gewartet werden. Kontaktieren Sie umgehend eine ärztliche Stelle beziehungsweise den regional zuständigen Giftnotruf; bei schweren Symptomen gilt 112.

Fazit: Wachheit aus der Dose hat eine Rechnung

Energy-Drinks können kurzfristig Müdigkeit überdecken und die Wachheit erhöhen. Bei Jugendlichen kann sich die Koffeinmenge jedoch wegen des geringeren Körpergewichts schnell einem kritischen Bereich nähern. Eine kleine Dose liefert häufig 80 Milligramm, eine große 160 Milligramm. Kaffee, Cola, Tee, Schokolade, Medikamente und Booster können am selben Tag zusätzlich dazukommen.

Besonders relevant sind die Wirkungen auf Schlaf und Kreislauf. Koffein kann das Einschlafen verzögern, die Schlafdauer verkürzen, Herzklopfen, Nervosität und Blutdruckveränderungen begünstigen und bei hohen Mengen selten ernstere Herzrhythmusstörungen auslösen. Zuckerfreie Varianten lösen das Koffeinproblem nicht, und pflanzliche Quellen wie Guarana bleiben ebenfalls koffeinhaltig.

Für Konzentration und schulische Leistung ist Koffein höchstens eine kurzfristige Krücke. Es ersetzt weder Schlaf noch Lernen, regelmäßige Mahlzeiten und Pausen. Wird es verwendet, um chronische Müdigkeit zu überdecken, entsteht leicht ein Kreislauf, in dem der Energy-Drink den Schlaf verschlechtert, dessen Fehlen er am nächsten Tag bekämpfen soll.

Eltern und Jugendliche müssen aus dem Thema keinen täglichen Machtkampf machen. Hilfreicher sind klare Informationen, ein Blick auf die tatsächliche Koffeinmenge und ein ehrliches Gespräch darüber, warum das Getränk gebraucht wird. Wenn hinter dem Konsum Schlafmangel, Schulstress, Erschöpfung, depressive Stimmung oder Leistungsdruck stecken, verdient die Ursache mehr Aufmerksamkeit als die Dose.

Energy-Drinks verleihen keine zusätzliche Lebenszeit, keine Lernstunden und keinen Ersatzschlaf. Manchmal machen sie lediglich einen müden Körper laut genug, dass er eine Weile nicht mehr gehört wird. Gesundheitlich klüger ist es, auf das eigentliche Signal zu achten: Wer ständig einen Wachmacher braucht, braucht häufig nicht mehr Koffein, sondern mehr Schlaf, Entlastung und gegebenenfalls medizinische Unterstützung.

Wissenschaftliche Quellen

Bundesinstitut für Risikobewertung: Aktualisierte Bewertung der gesundheitlichen Risiken von Energydrinks für Kinder und Jugendliche
Bundesinstitut für Risikobewertung: EDKAR-Studie zum chronisch hohen Energy-Drink-Konsum Jugendlicher
Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit: Wissenschaftliches Gutachten zur Sicherheit von Koffein
American Academy of Pediatrics: Wirkungen von Koffein bei Kindern und Jugendlichen
Centers for Disease Control and Prevention: Schlafbedarf und Bedeutung des Schlafs bei Schülerinnen und Schülern
Oeffl und Mitarbeitende: Koffein und Herzrhythmusstörungen bei Kindern und Jugendlichen, systematische Übersicht
Sampasa-Kanyinga und Mitarbeitende: Energy-Drink-Konsum und Schlafdauer bei Jugendlichen
Troxel und Mitarbeitende: Energy-Drink-Konsum und Schlafprobleme bei Jugendlichen
Feng: Zuckergesüßte Getränke, Schlaf und kognitive Schwierigkeiten bei Jugendlichen
Verbraucherzentrale: Energy-Drinks und gesundheitliche Risiken bei hohem Konsum
Verbraucherzentrale: Energy-Shots und Koffeinpulver
Gesetze im Internet: Höchstmengen für Koffein und weitere Stoffe in koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken
EUR-Lex: Verordnung über die Kennzeichnung koffeinhaltiger Lebensmittel
Deutscher Bundestag: Beratungen über eine gesetzliche Altersgrenze für Energy-Drinks

Hinweis

Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Gesundheitsbildung. Sie ersetzen keine individuelle kinder- und jugendärztliche, kardiologische, ernährungsmedizinische, psychologische oder pharmazeutische Beratung. Wie empfindlich ein Jugendlicher auf Koffein reagiert, hängt unter anderem von Körpergewicht, Gewöhnung, Gesundheitszustand, Medikamenten, Schlaf, körperlicher Belastung und weiteren gleichzeitig aufgenommenen Stoffen ab.

Bei Brustschmerzen, Atemnot, Ohnmacht, einem Krampfanfall, schwerer Verwirrtheit, einem sehr schnellen oder unregelmäßigen Herzschlag, wiederholtem Erbrechen oder einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustands nach dem Konsum eines Energy-Drinks oder eines hoch konzentrierten Koffeinprodukts ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich. Wählen Sie bei akuter Gefahr den Rettungsdienst unter 112. Nach der Aufnahme von Koffeinpulver, mehreren Energy-Shots oder einer unbekannten großen Menge sollte frühzeitig ärztlicher Rat beziehungsweise der zuständige Giftnotruf eingeholt werden.

Jugendliche mit bekannten Herz- oder Lungenerkrankungen, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, wiederholten Ohnmachtsanfällen, ausgeprägten Angststörungen, Epilepsie oder schweren Schlafproblemen sollten koffeinhaltige Energy-Produkte nicht ohne ärztliche Rücksprache konsumieren. Das gilt ebenfalls bei der Einnahme stimulierender Medikamente, insbesondere bestimmter Arzneimittel zur Behandlung einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Verordnete Medikamente dürfen nicht eigenmächtig verändert oder abgesetzt werden.

Die medizinischen Kernaussagen dieses Beitrags beruhen auf der aktuellen Risikobewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung aus dem Jahr 2026, der Sicherheitsbewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, aktuellen kinderärztlichen Informationen der American Academy of Pediatrics, offiziellen Empfehlungen zum Schlafbedarf Jugendlicher sowie wissenschaftlichen Untersuchungen zu Herz-Kreislauf-Reaktionen, Schlaf und Konzentration. Die Datenlage zu langfristigem moderatem Energy-Drink-Konsum bei Jugendlichen ist weiterhin begrenzt. Ein fehlender eindeutiger Nachweis langfristiger Schäden ist deshalb nicht mit einem Nachweis völliger Harmlosigkeit gleichzusetzen.

Naturheilkundliche Maßnahmen wie ausreichender Schlaf, Tageslicht, Bewegung, regelmäßige Ruhepausen, Atemübungen und koffeinfreie Kräuter- oder Früchtetees können Wohlbefinden und Tagesstruktur unterstützen. Sie ersetzen keine medizinische Abklärung anhaltender Müdigkeit, wiederkehrenden Herzrasens oder schwerer Schlafprobleme. Guarana, Mate, schwarzer Tee, grüner Tee und Matcha sind keine koffeinfreien Naturmittel.

Bildquelle

Jennifer Orth Gesundheitsblog, KI-generiert

Einige Illustrationen und Beitragsbilder auf dieser Website wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und anschließend redaktionell ausgewählt beziehungsweise bearbeitet.

Wissenschaftlicher Stand

Die Inhalte dieses Beitrags basieren auf den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen, behördlichen Risikobewertungen, gesetzlichen Regelungen und Empfehlungen führender kinder- und jugendmedizinischer sowie lebensmittelwissenschaftlicher Institutionen.

Stand: August 2026

weitere interessante Artikel:

Vegane Ernährung für Kinder: Worauf Sie achten müssen, damit Ihr Kind gesund wachsen kann

Ketogene Ernährung erklärt Was wirklich passiert, wenn der Körper beginnt, Fett statt Zucker zu verbrennen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

https://www.instagram.com/ernaehrungsberatung.jennyorth/